Dezember 02, 2015
Heimkino: KILL ME THREE TIMES
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Oktober 25, 2011
Kino: THE ADVENTURES OF TINTIN
April 13, 2011
Kino: PAUL
Die Alien-Komödie "Paul" ist reinstes Nerd-Kino. Sie wurde geschrieben von Simon Pegg und Nick Frost, die ihre nimmermüde Leidenschaft für Popkultur seit ihrer längst nicht mehr als Geheimtipp geltenden Britcom „Spaced“ fröhlich ausstellen, und inszeniert von Greg Mottola, der sich zumindest mit dem artverwandten Geek-Phänomen in seinen großartigen Filmen "Superbad" und "Adventureland" beschäftigte. Die geballte Fanboy-Kompetenz hinter "Paul – Ein Alien auf der Flucht" (Universal Germany – kein Verleih spinnt originellere Zusatztitel) gibt also schon mal eine gewisse Richtung vor: Ein Querverweis auf zwei Beinen, Film als reine Zitatensammlung und dazu ganz viel Extraterrestrisches.
Die britischen Sci-Fi-Freaks Graeme (Pegg) und Clive (Frost) reisen mit ihrem Wohnmobil quer durch die USA, von der Comic-Con in San Diego bis zur berühmten Area 51 in Nevada. Bei einem nächtlichen Unfall auf der Landstraße stoßen sie plötzlich mit dem Außerirdischen Paul zusammen (im Original gesprochen von Seth Rogen, in der deutschen Fassung leiht Bela B. dem kleinen grünen Männchen seine Stimme). Der Alien-Knirps sucht auf der Flucht vor dem FBI die Landebasis seines Mutterschiffs, um nach jahrzehntelangem Aufenthalt auf der Erde die Rückreise zum Heimatplaneten antreten zu können.
Graeme und Clive helfen dem altklugen Außerirdischen mit der Cargo-Hose auf Anhieb und erleben dabei einige halsbrecherische Abenteuer. Paul zeigt gern seinen Arsch, raucht am Lagerfeuer extrastarkes Gras und verdrückt mit seinen beiden neuen Freunden Bratwürste und Bier, während ihm eine skrupellose Alien-Sondereinheit auf den Fersen ist. Jene wird von einer mysteriösen Frau angeführt, die im Film lange Zeit nur als Stimme in Erscheinung tritt. Es gibt wahrscheinlich nur eine einzige Schauspielerin, deren finaler Star-Cameo in einer Alien-Komödie Sinn ergeben würde. Originell ist das nicht, überraschend noch weniger. Der irrwitzige Gastauftritt von Bill Murray in "Zombieland" bleibt wohl noch eine ganze Weile unberührt.
Als launiges Nerd-Ereignis mag "Paul" gut funktionieren, als Film ist er eine eher lahme Angelegenheit. Die Witze bewegen sich selten über pubertärem Gaga-Niveau, meist geht es um Titten, Pimmel und Polöcher. Brüche mit den klischeehaften Gags des Nerd-Kinos werden bestenfalls vage angedeutet, lediglich einige treffsichere Schwulenwitzchen können als sanfte Parodie auf die verklemmte Sexualmoral vergleichbarer Buddy-Komödien gelesen werden. Das aber gelang den beiden Hauptdarstellern unter der Regie von Edgar Wright in "Shaun of the Dead" und "Hot Fuzz" um einiges pointierter, ganz zu schweigen von den klugen Zerlegungsideen in den Filmen Greg Mottolas.
Stattdessen konzentriert sich "Paul" auf eine Aneinanderreihung von Referenzen, Zitaten und so vielen Insider-Jokes wie nur möglich. Berühmte Dialoge aus "Star Wars" ("Boring conversation, anyway.") oder "Aliens" ("Get away from her, you bitch!"), eine Nachstellung der (angeblich) schlechtesten Kampfszene aller Zeiten aus "Star Trek" – die hinreichend bekannten Vorbilder werden ausgiebig bemüht. Gerade in Verbindung mit der temporeichen Road-Movie-Geschichte erinnert das Rezitierpuzzle inklusive prominenter Gastauftritte an die Loser-Comedy "Fanboys", zu der sich "Paul" insgesamt wie ein unnötiger Nachklapp verhält.
Bei aller Sympathie für Filmfreaks im Allgemeinen und Pegg/Frost im Besonderen: Dieses ständige Drehen um die eigene Nerd-Achse verkommt in "Paul" mitunter zur reinen Masche, die weniger einen charmanten, als vielmehr ermüdend selbstgefälligen Eindruck macht. Das redundante Wildern in Film- und Serienzitaten gerinnt spätestens dann zur Belastungsprobe, wenn das Zitat als solches nur noch zur ungebrochenen Nachahmung führt: Die inflationären Spielberg-Verweise des Films beispielsweise gehen letztlich so weit, dass "Paul" seine Geschichte mit einer fast einstellungsgenauen Übernahme des "E.T."-Finales abschließt. Wenn das Zitat also für eigene erzählerische Defizite herhalten muss, entwertet es sich schlicht selbst.
Während ihrer Zusammenarbeit mit Regisseur Edgar Wright haben Pegg und Frost mehrmals bewiesen, dass nerdiges Popkulturwissen nicht nur selbstgenügsamen Slacker-Humor produzieren, sondern auch formale Komplexität, Intelligenz im Umgang mit den Vorbildern und letztlich auch herzhaften Charme zulassen kann. Nicht zuletzt das unterschied die Arbeiten der beiden Autoren und ihres Freundes Wright von den einfältigen Pillepalle-Komödien des Nerd-Urgesteins Kevin Smith, der ja ungepflegte Langweiler überhaupt erst zum salonfähigen Kult erklärt und damit im Kino weitere nicht enden wollende Ergüsse postmodernen Bescheidwissens in Gang gesetzt hat. "Paul" jedoch ist davon leider nicht mehr allzu weit entfernt.
40% - erschienen bei: gamona
Mai 07, 2009
Kino: STAR TREK
November 27, 2008
Kino: HOW TO LOSE FRIENDS & ALIENATE PEOPLE
Nach der britischen Comedy-Serie "Spaced" und den Kino-Exportschlagern "Shaun of the Dead" und "Hot Fuzz", allesamt unter der Regie von Edgar Wright, sowie kleineren Nebenrollen in "Mission: Impossible III" und "The Good Night" ist Simon Pegg nun auch endgültig im US-Mainstream angekommen. Selbst dort, an der Seite etablierter Stars, versprüht er noch viel von seinem liebenswerten Charme, während er in "New York für Anfänger" ansonsten aber offenbar einen Gang zurückschrauben und sich nach "Run, Fatboy, Run" vielmehr erneut als romantischer Held beweisen muss.Der Film von "Curb Your Enthusiasm"-Regisseur Robert B. Weide produziert klassisches Rom-Com-Material mit verhaltenem satirischem Einschlag: Sehr komisch, etwas bissig und manchmal auch ein wenig obszön, erweist sich Weides Kinodebüt letztlich als zu brave und verhaltene Upper-Class-Komödie, die jedoch durch ein grandioses Casting besticht.
Der Originaltitel, "How to Lose Friends & Alienate People", umschreibt treffend die Folgen des beruflichen Imagewechsels von Sidney Young (Pegg), einem englischen erfolglosen Klatschreporter, den es nach einem überraschenden Job- angebot nach New York verschlägt. Young existiert wirklich, heißt mit Vornamen aber eigentlich Toby und hat seine großstädtischen Erfahrungen im gleichnamigen Erfolgsroman verarbeitet, auf dem "New York für Anfänger" schließlich basiert.
Bei seinem neuen Arbeitgeber, dem trendigen Sharps Magazine (eine filmische Umdichtung, Vorlage ist die Vanity Fair), bekommt Sidney zunächst allerdings nicht viel zu tun. Sein Chef Clayton Harding (Jeff Bridges) hält ihn an der kurzen Leine, der leitende Redakteur Lawrence Maddox (Danny Huston) behandelt ihn wie einen Fußabtreter, und die Sympathien seiner liebreizenden Kollegin Alison (Kirsten Dunst) hat Sidney unglücklicherweise schon am Abend vor Arbeits- beginn verspielt.
Die ersten zwei Drittel des Films schildern deshalb genüsslich das Scheitern des tollpatschigen Engländers, der von einem Fettnäpfchen ins nächste tritt, sich auf Partys blamiert oder es sich mit Celebrities verscherzt, und Pegg ist bekanntlich genau der Richtige für derlei zottelige Albernheiten und Verlierer-Attitüden. Auf dessen physische Komik und Exaltiertheit folgt schließlich immer das unschuldige Lächeln eines kleinen Jungen - selbst nachdem er einen Hund unschön beseitigt hat, kann man ihm kaum böse sein. Das Image des britischen Knuddel-Komikers, es wird auch hier ausreichend bemüht.
Die Seitenhiebe gegen High Society- und Star-Gebären sitzen, verlieren aber schon durch ihre Fiktionalität einiges an Schlagkraft. Möglicherweise ist "New York für Anfänger" aber auch von vornherein nach gängigen Rom-Com-Regeln gestrickt, und man vermisst das letzte Quäntchen Böswilligkeit deshalb zu Unrecht: Immerhin arrangiert sich der Film von Beginn an mit der Luxusphilosophie der Mode- metropole, deren Manierismen selbst bei den vielen kruden Nebenfiguren (Megan Fox und Gillian Anderson z.B.) noch irgendwie sympathisch wirken.
Interessiert ist Weide letztlich ohnehin mehr an der verlässlich vorhersehbaren Romanze seiner beiden Hauptdarsteller. Zwischen dem liebenswürdigen Loser-Typen Pegg und der immer etwas neben der Spur mit verschlafenen Äuglein zwinkernden Dunst stimmt die Chemie, vor allem weil der Film ihnen einige hübsche Momente schenkt. Wenn sie sich zu den Klängen von Nino Rota ein morgendliches Tänzlein gönnen, nachdem sich Alison die ganze Nacht übergeben hat, ist das zwar banale Rom-Com-Poesie, aber Dank Pegg wirkt sie seltsam annehmenswert.
Rotas Musik bzw. Fellinis "La Dolce Vita", jenes Sittengemälde über Klatschpresse und Wohlstandsgesellschaft, das "New York für Anfänger" gleich mehrfach zitiert, verrät dann hinten raus vielleicht ein wenig die stille Ambition des Films, doch auch Satire und nicht nur Liebeskomödie sein zu wollen. Aber die Referenz ließe sich freilich auch als bescheidener Verweis auf eben diesen Klassiker deuten, der das ja sowieso viel besser könne. Hier, so scheint es, bei einem Promi- Schaulaufen wie diesem, würde das vielleicht auch nur einen scheinheiligen Eindruck erwecken.
Deshalb ist Weides erster Langspielfilm noch einmal ein Freifahrtsschein für Simon Peggs ulkige Albernheiten und sein Talent eben auch als Leader und Held einer Liebesgeschichte. Sogar Jeff Bridges, urkomisch als schmieriges Imitat des Ex-Chefs der Vanity Fair, Graydon Carter, hat nach eigenen Angaben nur unterschrieben, um einmal mit dem britischen Comedy-Star drehen zu dürfen. Das verrät zweifellos einiges über das Anliegen des Films - und ist auch völlig in Ordnung so.
"New York für Anfänger" ist eine garantiert nicht subversive, aber locker inszenierte Komödie über die Fashion- und Star-Kultur New Yorks und ihrer Presse, die einmal mehr ganz von ihrem Hauptdarsteller lebt. Weniger ein moderner "La Dolce Vita" als eher die Slacker-Version von "Der Teufel trägt Prada", verspricht der Film zielgenaue Situationskomik und harmlos-schöne Großstadtromantik. Nun darf sich Pegg aber auch gern wieder mit Edgar Wright zusammentun.
September 06, 2008
News: HOW TO LOSE FRIENDS... - Neue Poster
Juli 09, 2008
April 09, 2008
DVD: THE GOOD NIGHT
Musiker Gary (Martin Freeman) steckt in der Lebenskrise: Seine Beziehung läuft schlecht, Freundin Dora (Gwyneth Paltrow) langweilt ihn und beruflich liegen die letzten Erfolge lang zurück, während sein bester Freund Paul (Simon Pegg) Karriere zu machen scheint. Es könnte schlechter nicht laufen – bis Gary von einer mysteriösen Frau träumt. Jede Nacht erscheint ihm Anna (Penélope Cruz) im Schlaf, bei der er sich geborgen und verstanden fühlt. Um mehr über Träume zu erfahren, wendet er sich an den seltsamen Lebensberater Mel (Danny DeVito) – mehr oder weniger ergebnislos. Nur zufällig entdeckt er über eine Plakatwerbung schließlich, dass Anna tatsächlich existiert. Mithilfe von Paul gelingt es ihm, die buchstäbliche Frau seiner Träume kennen zu lernen, während Dora sich mehr und mehr von ihm entfremdet.Eine einzige (Selbst-)Gefälligkeit von Film. Regisseur Jake Paltrow, Familie und Freunde kommen hier zusammen, um lustigen Kollektivunfug zu treiben. Das heißt im Falle von "The Good Night" eine Loser-Komödie, die in halbernsten Duselig- keiten schwelgt und sich womöglich als leichtfüßig- sympathische Großstadtgeschichte versteht. Doch dieser gähnend langweilige Fantasy-Liebesfilm ist vor allem eins: unglaublich trist. Wie man so viele nette Gesichter zu derartigem Nichtstun verdammen kann, ist wahrlich erstaunlich. Sogar der per se urkomische Simon Pegg muss eine derart doofe Arschloch-Type mimen, dass selbst er der unangenehmen Figur nur wenige Momente abgewinnen kann, ganz zu schweigen von Martin Freeman, der hier als Sympathieträger fungieren soll, aber eine widerlich aufgeblasene und selbstgerechte Figur spielt. Dieser Film besteht ausschließlich aus nichts sagendem Gelaber, schrecklich öden Heteroattitüden und unausgearbeiteten Charaktermodellen. Diese umgibt ein Hauch von nichts als Drehbuch, dem eine uninspirierte Regie hinterher jagt. "The Good Night" langweilt sich dabei so sehr, dass er während seiner eigenen Spielzeit einschläft und sich selbst versäumt. Und da hat er nix verpasst – bitte unbedingt meiden, trotz Starbesetzung.
25%
April 07, 2008
News: Neue Wright/Pegg-Komödie in der Mache!
Simon Pegg dürfte derzeit eigentlich völlig ausgelastet sein, dennoch schreibt (oder schrieb?) er für Working Title Films mit Edgar Wright den Abschluss ihrer "Cornetto-Trilogie", die mit "Shaun of the Dead" und "Hot Fuzz" begann. Vermutlich werden dieses Mal Science Fiction- und Endzeitvehikel an der Reihe sein, der Vorabtitel "At World's End" lässt zumindest darauf schließen. Ob Nick Frost (links) als Peggs Partner wieder mit dabei sein wird, ist noch nicht bestätigt, aber man darf wohl davon ausgehen. Wright inszeniert darüber hinaus noch einen Crime-Thriller namens "Baby Driver" für Working Title, allerdings ohne Pegg.Quelle
März 09, 2008
Kino: RUN, FATBOY, RUN
Die Verlobte am Hochzeitstag kurz vor der Trauung sitzen zu lassen, indem man geradewegs davonläuft, ist nun ganz sicher nicht die feine englische Art. Dennis (Simon Pegg) hat dafür, wie man später erfahren wird, zwar hehre Gründe, erst einmal aber lässt er den schönsten Tag im Leben seiner Freundin Libby (Thandie Newton) wie eine Seifenblase zerplatzen. Wenn der Sympathieträger eines Films also schon in den ersten fünf Minuten zu derlei Schandtaten befähigt wird, kann das ja ein heikles Vergnügen werden mit der britischen Romantic Comedy "Run, Fatboy, Run", erster Spielfilm des ehemaligen "Friends"-Serienstars David Schwimmer in der Position des obersten Befehlshabers. Aber Grund zur Sorge gibt es natürlich keinen: Wer könnte schon einen liebenswürdigeren Verlierertypen geben als der kauzige, immer etwas neben der Spur liegende Pegg, der auf tendenziöse Faulenzer/Slacker-Rollen spätestens seit der Zombieparodie "Shaun of the Dead" abonniert sein dürfte.
Dass hier eine Menge dynamischer Ärger vorprogrammiert ist, versteht sich von selbst. "Run, Fatboy, Run" arbeitet mit einfachen Regeln und folgt den Konventionen der roman- tischen Komödie ebenso wie denen des Sportfilms, auch wenn er zumindest letztere parodierend vorführt. So verzichtet er nicht auf die obligatorische Montage der Vorbereitungen, stellt immer wieder die Frage, ob es der Held schaffen könnte, nur um sie an einem gewissen Punkt zu verneinen, damit doch noch alles ganz anders kommt. Was Schwimmer gleichzeitig augenzwinkernd vorführt, bedient er auch – nur ist das in diesem Fall keineswegs ein Problem. "Run, Fatboy, Run" ist ungemein schwungvoll in Szene gesetzt, Schwimmer bewältigt zahlreiche logistische Herausforderungen und dreht an vielfältigsten Schauplätzen, kommt selbst bei Massenszenen nicht ins Hadern und bietet vor allem ganz nebenbei noch eine stimmige Rundreise durch ein in warmen Bildern festgehaltenes London. Sicherheit dürfte Schwimmer dabei nicht zuletzt das wundervolle Drehbuch gegeben haben, das nach einer ersten Fassung von Simon Pegg komplett überarbeitet wurde.Januar 10, 2008
News: HOW TO LOSE FRIENDS... - Trailer

Eine Traumbesetzung. Zwei meiner absoluten Lieblingsschau- spieler in einem Film. Zu "How To Lose Friends & Alienate People" mit Simon Pegg und Jeff Bridges ist kürzlich der erste Trailer erschienen. Das wird köstlich.Mai 08, 2007
Kino: HOT FUZZ
Jungs auf dem Spielplatz kennen kein Erbarmen, da wird sich getreten, übereinander geworfen, imaginär erschossen wie simultan zersäbelt und jener Energie freien Lauf gelassen, die sich beim heimischen Konsum von Trick- und Actionserien so angestaut haben dürfte. Drückte man den Kindern dann eine Kamera in die Hand, es würde wohl ganz sicher ein Film wie "Hot Fuzz" dabei herumkommen. Hier dürfen große Jungs, echte englische Vorstadt-Slacker – also richtige ‚Bad Boys’ sozusagen – einmal ungehemmt auf den Putz hauen und sich in genau jene Posen schmeißen, die sie einst ehrfürchtig bewundert haben, heute allerdings nur kaum mehr noch ohne hysterisches Grinsen wahrnehmen können. Der Film zum Spielplatz lässt sich gleichermaßen als unernste Verneigung vor dem Actiongenre samt seinem verbissen coolen Selbst- verständnis und dem dazugehörigen Potential unfreiwilligen Humors wie auch als deftige Parodie auf eben jene Videojunkieware werten."Hot Fuzz" erscheint im Oeuvre von Regisseur Edgar Wright nur konsequent. Nicht nur widmete sich schon dessen mit zarten 18 Jahren produzierter No Budget-Kurzfilm "Dead Right" augenzwinkernd dem Polizeifilmgenre, sondern war es nur eine Frage der Zeit, bis der überaus spezifische und höchst britische Buddy-Humor der beiden Couch Potatoes Simon Pegg und Nick Frost eine angemessene Kino- Entsprechung erfahren würde. Bereits in der kongenialen Channel 4-Britcom "Spaced", die das Team Wright-Pegg- Frost erstmals vereinte (diverse Gastauftritte jener Cast-Members, darunter Julia ‚Marsha’ Deakin und Bill ‚Bilbo’ Bailey, dürfen auch in "Hot Fuzz" nicht fehlen), wurden unzählige Große Jungs-Klassiker von "Die Hard" bis zu "Terminator 2" mit Referenzen bedacht, ganz zu schweigen von der grundsätzlichen Figurenkonstellation – drei meist arbeitslose Loser, die in einer kleinen schäbigen Wohnung im Norden Londons abhängen –, die ausreichend Raum für Buddy-Film taugliche Gags bot.
Der erste Kinofilm der Truppe, die an originellem Esprit kaum mehr steigerbare Zombiepersiflage "Shaun of the Dead", rettete jenen nüchternen Humor aus "Spaced" auf die große Leinwand. Die Vereinbarung unzähliger Reminiszenzen mit einer im Kern streng liebenswerten Arbeiterviertelgeschichte begeisterte insbesondere durch das enorme Gespür für Timing, die Platzierung wunderbarer Ideen und Zitate innerhalb einer nichtsdestotrotz höchst souverän ausgear- beiteten Handlung und nicht zuletzt ungebremster Spielfreude – die Lust an der Sache ist dann genau jenes Energie stiftende Element, das auch "Hot Fuzz" erst zum Leben erweckt. Und bis auf die Tatsache, dass sich die Jungs hier manches Mal zu sehr darin gefallen, Gestus und Sprache der Vorbilder durch den Kakao zu ziehen, was zu leichten Dehnungen in der Dramaturgie führt, gelingt dem einge- spielten Team die Reproduktion dieses Konzepts ein weiteres Mal auf höchstem Niveau – "Hot Fuzz" ist eine schier unglaublich pointierte Comedy-Revue.
Schon die zahlreichen Teaser-Plakate ließen vermuten, dass die Autoren Wright und Pegg die Ästhetik des späten 80er-/frühen 90er-Jahre-Actionfilms mit den Testosteron beladenen und von glühender Asphaltsonne gebleichten Hochglanzbildern der Bay/Bruckheimer-Stilistik kombinieren würden. Das äußert sich vor allem in den zwei besonders häufig auf den Plan gerufenen Vorbildern "Point Break" und dem ungleich schlechteren "Bad Boys II", die im Film mehrfach direkt benannt und sogar in die Handlung eingebunden werden. Abgesehen davon, dass man hier qualitativ grundsätzlich schärfer hätte separieren müssen – während Kathryn Bigelows stilbildender Surf-Thriller durch dessen elegante Inszenierung zu Recht der Ruf des Klassikers nacheilt, kann man die menschenverachtende und hand- werklich weitgehend primitive Drogenjagd Michael Bays tatsächlich nur mit vorgehaltener Hand ertragen – gelingt dem Film die amüsante Vorführung banaler Genreklischees geradezu vorzüglich. Dass den Albernheiten von "Hot Fuzz" dabei auch ein zumindest auf die (De)Konstruktion genre- spezifischer Merkmale subversiver Kern innewohnt, versteht sich von selbst.
So sorgt das Aufeinandertreffen actionästhetischer Elemente – coole Posen, wilde Verfolgungsjagden, schwere Knarren – mit den Bildern einer verschlafenen Kleinstadtidylle, die direkt aus dem Kosmos eines "Wicker Man" entstammen könnten (kurz: hier meint man stößt Michael Bay auf Agatha Christie), nicht nur ganz eigene visuelle Reize, es führt insbesondere die viel zu oft verbitterte Ernsthaftigkeit des klassischen Actionfilms vor: Wenn im anarchischen Finale gigantische Waffengeschütze aufgefahren werden, nur um sich dann in einem Supermarkt mit Einkaufswagen zu bekämpfen oder sich in einer kleinen Modellstadt auf die Rübe zu hauen, ist das durchaus als bissiger Kommentar zum ausgeprägten und nicht selten höchst albernen Größenwahn der Vorbilder lesenswert. Indem "Hot Fuzz" sich also selbst großspurig behauptet und damit die Tradition des Genres bedient, seinen Gegenstand letztlich aber antithetisch und selbstreflexiv als großen (und natürlich dadurch minimalistischen) Kinderspielplatz präsen- tiert, trifft er einen ironischen Ton, der weitaus schärfer als jener aus "Shaun of the Dead" erscheint. Und da sich die Jungs mit heftigen Goreeskapaden immer mal wieder in die Sphären des Splatterfilms verirren (Billie Whitelaw sei Dank inklusive einem spektakulären, beinahe unglaublichen "Omen"-Zitat), darf man vielleicht doch vorsichtig mut- maßen, wo hier die wahren Sympathien begraben liegen.
April 01, 2007
News: HOT FUZZ - WHAT THE FUCK?
Wer dachte, UIP hätte seinerzeit schon mit "Ein Zombie kommt selten allein" den Vogel abgeschossen (so sollte "Shaun of the Dead" in die deutschen Kinos kommen!), der wird eines Besseren belehrt: "Hot Fuzz" wurde hierzulande um den Untertitel "Zwei abgewichste Profis" erweitert. Das kommentiert sich von selbst...März 18, 2007
News: HOT FUZZ - Offizielle Website
In UK ein bemerkenswerter Box Office-Erfolg (bisher über 35 Mio. Dollar Einspiel), kommt Edgar Wrights Copfilm-Parodie "Hot Fuzz" am 14.06.2007 auch hierzulande in die Kinos. Zur Trailer-Auswahl (Deutsch/Englisch) geht es hier.Februar 09, 2007
News: HOT FUZZ - Neuer Trailer!
Gerade bei Comingsoon.net entdeckt, der neue "Hot Fuzz"-Internet-Trailer geht den infantilen Bad Boys erst so richtig an den Kragen. Das wird endlich die ironische Antwort auf diese unsäglichen Bay-Filme sein, die man in den letzten Jahren ertragen musste. Wer allein mit den Postern durch den Kakao gezogen wird: hierJanuar 10, 2007
News: HOT FUZZ - Trailer No. 2!
Dezember 01, 2006
News: HOT FUZZ Trailer!
November 13, 2006
Oktober 23, 2006
News: HOT FUZZ Teaser
Es wird mit Sicherheit der witzigste Film des nächsten Jahres. Das bewährte Team – bestehend aus Regisseur Edgar Wright, Darsteller Simon Pegg und Nick Frost – widmet sich nach „Shaun of the Dead“ nun dem Polizeifilmgenre. Als großer „Spaced“-Fan kann ich es kaum erwarten, die beiden Teaser sind zum Brüllen!





