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Juli 19, 2019

Podcast: STRANGER THINGS S03

Sascha Brittner und ich sprechen über die dritte Staffel der Netflix-Nostalgieserie Stranger Things. Zu hören auf PewPewPew oder direkt bei Soundcloud.

August 26, 2018

Zum 60. Geburtstag von Tim Burton

Dass Tim Burton einen besonderen Stil nach Hollywood brachte, werden selbst Skeptiker anerkennen. Um lediglich prägnante Bilder ging es in seinem Kino allerdings nie. Zum 60. Geburtstag blicke ich auf einen sich schließenden Karrierekreis.

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Januar 21, 2014

Kino: HOMEFRONT

Und noch ein Actionfilm, der ganz in seiner Tradition ruht. Nachdem sowohl "The Last Stand" als auch "Shootout – Keine Gnade" eine elegische Idylle im Neo-Western suchten, verschlägt es Jason Statham gleich direkt an die "Homefront". Der vielleicht einzige legitime Actionstar der Neuzeit muss darin sein beschauliches Revier gegen Drogenhändler und Biker verteidigen – in einem weiteren Film, der sein Genre mit sich versöhnen will. [...]

Januar 21, 2013

Kino: FRANKENWEENIE

Horror in der Vorstadt: Tim Burton widmet sich mit "Frankenweenie" einmal mehr dem ganz persönlichen Suburbian Nightmare. Die Stop-Motion-Langfilmversion des gleichnamigen Kurzfilms von 1984 vereint die liebenswürdige Außenseiterromantik seiner Fantasy-Märchen mit der hemmungslosen Zerstörungswut eines Desaster-Movies. Es ist Burtons erster großer Monsterfilm und seine beste Regiearbeit seit Jahren. [...]

Januar 17, 2011

Zuletzt gesehen: BLACK SWAN

Roman Polanskis fiebriger Sextraum "Repulsion" durch die adoleszent-prätentiöse Aronofsky-Brille mit getönten Arthausgläsern noch mal nachbuchstabiert. Zwischen Homokitsch, Primaballerina und Psychothriller-Trash wedelt und winkt "Black Swan" nach seinen filmischen Vorbildern mit eingeknicktem Handrücken, aber ohne künstlerischen Mut, formalem Einfallsreichtum oder Gespür fürs Abgründige, Verstörende und Tiefsinnige. Psychologisch bleibt der Film flach bis plump, und wenn Aronofsky kokett die Repressivität und verzerrte Wahrnehmung seiner Protagonistin zu vermitteln versucht, übertreten seine Shaky-Cam-Bilder gelegentlich auch die Grenze zur Fremdscham. Natalie Portman tänzelt und leidet sich als schwarzes Schwänchen tapfer durch ihren banalen Horrortrip, aber zur Catherine Deneuve wird sie dadurch noch nicht – ihre Naivität und Unschuld bleibt Behauptung, ihr ehrgeiziges Spiel unglaubwürdig und angestrengt. Wie der Film.


30%

Mai 07, 2009

Kino: STAR TREK

Leider schaffe ich es nicht mehr eine ausführliche Kritik zu verfassen, deshalb nur kurz mein Eindruck vom Restart der Serie: J.J. Abrams rollt das Feld nach dem Kinoflop "Nemesis" sinnigerweise von hinten auf und zeigt nun, wie ein übermütiger Teen-Kirk zum smarten Adult Captain und Spock zu seinem tiefen Verbündeten reift, wie die U.S.S. Enterprise das erste Mal ins All schießt und wie sich die blutjungen Crew-Mitglieder schon in jungen Jahren mit heftigen Raum-Zeit-Paradoxien herumplagen müssen. Das ist dann ganz schlicht mit "Star Trek" betitelt und erinnert in der Rückbesinnung auf den kleinen Farmerjungen Kirk nach einer spektakulären Exposition nicht selten an "Star Wars", oder auch: daran, welches Schwelgen in Nostalgie "Episode I" seinerzeit manchem vorenthalten hat.
Der Film kann sich in erster Linie auf seine Besetzung verlassen, die bekrittelten Teenstars machen allesamt einen guten Job, und, ja, über weite Strecken ist dieses Trekkie-Prequel gar solides Schauspielkino. Leider fällt es dem Drehbuch ab der zweiten Hälfte indes schwer, die durchaus spannende Geschichte der jungen Helden ohne künstlichen Sci-Fi-Pomp und eine irreführende Zeitreisestory zu erzählen. Die sorgfältig entwickelten Figuren werden zunehmend gegen lautstarkes Spektakel ausgespielt – und Abrams flüchtet sich in effektüberladene Weltraumschlachten und arg ver- schnittene Actioneinlagen, bei denen er auf dieselben anstrengenden Farbsättigungen setzt, die schon bei seiner Interpretation des "Mission:Impossible"-Franchise Augen- schmerzen bereiteten. Insofern ist "Star Trek" ambitioniertes Rebooten ohne Konsequenz, aber immerhin unter dem Druck eines sensationellen Scores von Michael Giacchino.

Juli 01, 2007

Retro: BEETLEJUICE (1988)

Wenn es überhaupt einen Tim Burton-Film gibt, der ausschließlich von seinen visuellen Ideen lebt, der sich wie die Bebilderung eines illustren Brainstormings lesen lässt, der also ganz auf seine verrückten Einfälle und liebenswert- schrulligen Gruseleinlagen vertraut, dann womöglich "Beetlejuice". Nach dem hierzulande eher unbekannten, aber immens erfolgreichen Debüt "Pee-wee's Big Adventure" ist dies der erste ‚wirkliche’ Burton, sowohl seine schaurig-schönen und gleichzeitig romantisch geprägten Sujets als auch die Verlagerung hin zu makaberem Friedhofshumor betreffend. Er vereint darüber hinaus viele der künftigen Burton-Weggefährten vor und hinter der Kamera. Drehbuchautor Warren Skaaren schrieb im darauf folgenden Jahr auch an "Batman" mit, ebenso wie fast der gesamte Cast noch zahlreiche Male gemeinsam mit dem Regisseur arbeiten sollte, darunter vor allem Catherine O’Hara ("The Nightmare Before Christmas"), Michael Keaton ("Batman Returns"), Winona Ryder ("Edward Scissor- hands") und Jeffrey Jones ("Ed Wood").

Spätestens mit der Geschichte eines untoten Ehepaars, das auf den lotterigen Poltergeist Betelgeuse zurückgreift, um sich der ungebeten lebenden Neubewohner zu entledigen, festigt sich Burtons spezifischer Stil, wie sich auch endgültig Vorwürfe erhärten dürften, nach denen der Regisseur narrative stets hinter visuelle Notwendigkeiten stellte. Manch inszenatorische Unsicherheiten lassen jene Vorwände noch nicht in dem Umfang widerlegen, wie es mithilfe der späteren Arbeiten Burtons wird möglich sein, da er bei der Konstruktion seiner Ereignisketten noch zu sehr damit beschäftigt scheint, einen Gag nach dem anderen abfeuern zu müssen, ohne dass ihm die Kaschierung einiger holpriger Knotenpunkte in der Erzählung derart elegant gelingen würde, wie es schon kurze Zeit später der Fall sein würde. Dabei ist "Beetlejuice" in seiner Horrorästhetik, den Unmengen fast schon anarchisch-komischer Slapstick-Nummern und hervor- ragenden, ganz bewussten old school-Effekten selbst noch als reine Nummernrevue ein großartiges Vergnügen, dass seine Drehbuchschwächen mit zahlreichen Reminiszenzen quer durch die Genre-Geschichte und ironisch verdrehten Horrorklischees gelungen zu verdecken versucht.

Das grundsätzliche Handlungskomplott liest sich bereits wie eine große Anspielung auf Clive Barkers Literaturverfilmung "Hellraiser", auf die der Soundtrack von Danny Elfman in dem Moment des Höllenabstiegs auch direkt verweist: Hier wie dort nisten sich auf dem Dachboden die verstorbenen Bewohner des Anwesens ein und sind es die sonderbaren Töchter der Neuzugezogenen, die hinter das dämonische Treiben kommen. Freilich jedoch könnten die Unterschiede im Ton kaum größer ausfallen, und hier liegt ohnehin die eigentliche Stärke an "Beetlejuice", der die Vorzeichen seiner Vorbilder – die von klassischen haunted house-Vertretern wie "The Innocents" und "The Haunting" über postmodern-komödiantische Filme von "Poltergeist" bis "Ghostbusters" reichen – sowohl in Theorie wie auch Praxis komplett abändert. So setzt schon die ausgehende Grundhaltung einen amüsanten Kontrapunkt: Nicht die Geister erscheinen als störende Antagonisten, sondern die menschlichen Figuren sind es, die das tote Heldenduo des Films zur Verzweiflung bringt.

Diese verquerten Genregesetze bilden die augenzwinkernde Intention von "Beetlejuice" und durchziehen sämtliche Details der Handlung und ihres Designs – bis hin zum Spielort, einem nicht imposanten, düsteren (Geister)Schloss, sondern außen weiß gestrichenen und innen quietschbunt eingerichteten New Wave-Gemach. Dass sich Burton also ausschließlich der Regel bedient, keine Regeln zu bedienen, bietet ihm ausgiebig Raum für die Entfaltung seiner mal surrealistischen, mal pervertierten Fantasien und spiele- rischen Umgang mit Zitaten und Verweisen. Genannt seien nur Robert Wienes "Das Cabinet des Dr. Caligari", dessen expressionistische Raumschrägen in der Höllenflurszene kopiert werden, und David Lynchs "Dune", an den der übergroße Sandwurm im Außenreich des Hauses erinnert. Nie aber wird das Spiel mit filmischen Referenzen zur bloßen Koketterie, immer fügen sie sich in das überaus eigenständige und für sich genommen bereits ausreichend originelle Interieur der Burtonschen Gedankenwelt. Daraus ergibt sich zwar kein Meisterwerk – amüsanter als manch andere Horrorkomödie der 80er ist das aber allemal.


70%