Februar 14, 2019

Podcast: THE WALKING DEAD 9.1

Nach Jahren virtueller Seitenhiebe haben Sascha Brittner und ich unsere The Walking Dead betreffende Fehde produktiv gemacht und sprechen in der Neuauflage des PewCast über den bisherigen Verlauf der Serie sowie die erste Hälfte der aktuellen 9. Staffel. Zu hören auf PewPewPew oder direkt bei Soundcloud.

Februar 13, 2019

Zuletzt gesehen: SENSE AND SENSIBILITY (1995)

Jane Austen als konfuzianisches Sittenbild. Im englischen Landadel des 19. Jahrhunderts, einer Welt der falschen Gefühle, der absurden Knickse und tristen Entschuldungsgesten, mit Figuren zwischen Aufbruch und Selbstverleugnung, Begehren und Pflichtbewusstsein, wo hinter jeder zwischenmenschlichen Regung irgendein pragmatischer Gedanke haust, hat Ang Lee einen nichtsdestotrotz ungekünstelten Film gedreht, höchst evokativ nämlich und doch zurückhaltend, im Verzicht auf Ausagierungszwänge, denen so viele andere Filmemacher verfallen. Es ist Lees respektvolle Distanz, die überhaupt erst Nähe zu den Figuren ermöglicht, mit räumlichen Anordnungen, die jenen "Sicherheitsabstand zwischen den Menschen" betonen, "den die gute Erziehung einzuhalten gebietet" (Fabienne Liptay). Für besonders herzzerreißende Momente sorgt Alan Rickman. Niemand hat den früh verstorbenen Schauspieler zärtlicher in Szene gesetzt als Ang Lee, wie ein Gedicht, dessen Verse sich nach Entschlüsselung sehnen, um es mal angemessen schmalzig zu formulieren. Diese sonore Stimme vor allem, was für ein Mann.

Februar 02, 2019

Zuletzt gesehen: HOLLYWOOD STORY (1951)

In Hollywood spielende Kriminalgeschichten gehören zu meinen liebsten Cinefetischen, von Sunset Boulevard bis Scream 3 würde ich so ziemlich jeden mit der US-amerikanischen Filmproduktion verknüpften Totschlagsplot anderen Murder Mysteries vorziehen. Zum einen, weil sich da ein Mythos hinter dem Mythos versteckt, die Traumfabrik als Schlangengrube, in der buchstäblich über Leichen gegangen wird, ein Hollywood Babylon im Kenneth Angerschen und somit überhöhten Sinne, aber auch das Ökonomische und Vertrackte deutlich wird, ein Studiosystem nämlich, öffentlichkeitswirksam und doch gänzlich abgezirkelt, dessen Produktivität selbst noch Verbrechen zu kaschieren im Stande gewesen wäre. Doppelter Budenzauber quasi, von dem ein Film wie Hollywood Story profitiert, obwohl er sich, denn gedreht hat ihn der unermüdlich fürs Kino begeisterte William Castle, nicht die Schlangengrube selbst vornimmt (das hat er Billy Wilder und später Robert Altman überlassen), sondern den Mord eines Stummfilmregisseurs sogar über Mittel der Filmproduktion zur Aufklärung bringt, inklusive finaler Täterhatz durch Requisiten. Gimmick-Maestro Castle, das vergessen heute viele, war ein effizienter Studiohandwerker. Und seine markante Zweckmäßigkeit steckt hier bereits im anfänglichen Voice-Over: "A deserted motion picture studio, a shot, and a corpse – the year: 1929".