März 26, 2008

Zuletzt gesehen: SUPERBAD

Die Judd Apatow-Crew wartet bei dieser Komödie um pubertierende Jungs in US-Suburbs einmal nicht mit genre- typischem Gaga-Humor aus dem Pups- und Kackawitzchen- Bereich auf, sondern schlägt trotz herber Dialoge eher in eine etwas ernsthaftere Kerbe. "Superbad" verschreibt sich seinen drei Slackern, die augenscheinlich nur an Titten und den ersten Sex denken können, nämlich erstaunlich sensibel: Obwohl der Film zugespitzt und naiv erscheint, ist er grundsätzlich in einem realistischen Ton erzählt und zeigt ehrliches Interesse an seinen Figuren. Die plagen sich indes nicht nur mit Hormonschüben, sondern auch Außenseiter- und Zukunftsängsten, was den Film über seine Blödelattitüde hinaus zur schönen Geschichte über Freundschaft und das Ende der Jugend wachsen lässt. Dabei gar nicht einmal so lustig, wie man annehmen könnte, und sogar recht düster in Szene gesetzt, ist "Superbad" deshalb in gewisser Hinsicht so etwas wie die Ehrenrettung der US-Teeniekomödie.


70%

Kommentare:

  1. Halte den auch für die beste US-Teen-Comedy seit Jahren - McLovin ist einfach der Oberhammer!

    Bin nur überrascht, dass Du da keine homo-Tendenzen ausmachen konntest, die es ja sicherlich (latent) gab... ;-)

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  2. Die gab es sogar mehr als latent, aber für allzu Konkretes ist hier kein Platz, das müsste man dann schon näher betrachten. Ich fand diese intime Freundschaft zwischen Seth und Evan, die auch vor Körperkontakt und liebevoller Zuneigung nicht zurückschreckt, mehr als schön und sah sie als einen weiteren Grund, warum SUPERBAD nicht in eine Reihe mit plumpen, die ewigen Rollenbilder zu festigen versuchenden, krampfhaft hetero erscheinenden Teenie-Klamotten gestellt werden darf. ;)

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  3. park chan-wookie27/3/08 10:40

    Ich liebe den Film mittlerweile sehr; die schöne Stimmung des ersten Ansehens bleibt auch bei weiteren Sichtungen erhalten.
    Und so wunderbare Szenen wie "nicht-alleine-in-der-Schulkantine-sitzen-wollen" oder Jonahs Zuruf beim Fußball "hey, spielt mir auch mal zu!" sind meilenweit von typischen Underdog-Stereotypen in anderen Teeniekomödien entfernt.

    Deshalb freut es mich, dass Mr. Vega das auch zu würdigen weiß, denn der Film hat es in Deutschland nicht immer leicht mit seinem Publikum gehabt und hat jede Unterstützung bitter nötig. Wenn ich da an so machen Text denke (hust, imp, hust).

    Im Bonusmaterial der DVD gibt es übrigens alternative Versionen des Anfangsdialogs über Pornofilme. Und wo im Film schließlich "tut mir leid, dass die Coen-Brüder keine Pornos drehen" landete, gibt es da unter anderem auch "tut mir leid, dass P.T.Anderson keine Pornos dreht" zu hören. ;)

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  4. D'accord.

    Bin bei der zweiten DVD noch nicht angelangt, habe gerade mal gesehen, wie Michael Cera die Anfangstitel eintanzt. Super niedlich, das. ;)

    Den Imp-Text habe ich auch gelesen, was für ein Müll.

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  5. Hey wird sind ja doch mal wieder d'accord. Grade auch wegen der liebenswerten Figurenzeichnung un der zwar platonischen aber doch sehr innigen Liebesgeschichte zwischen den beiden Hauptfiguren fand ich den Film auch sehr sehenswert und eine wohltuende Abwechslung zu den üblichen homophoben und nur zotigen Teenieklamotten.

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  6. Ich kam jetzt auch nicht um den Film rum und hab mich auch ein kleinen Schluck verliepert.

    Kann dazu jetzt keinen langen Text schreiben, ich fand ihn letztendlich extrem lustig, herzlich, sensibel, schön turbulent, straight durchgezogen und toll gespielt.

    Komisch, alles eigenschaften, die man von tollen Komödien erwarten sollte, in letzter Zeit aber viel zu wenig zu Gesicht bekam.

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