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November 30, 2019

Netflix und die Frage, was noch Kino ist

Im Krieg der Streaming-Anbieter wird auch die Zukunft unseres Medienkonsums entschieden. Dem Kino eröffnen sich dadurch Chancen zur Neuerfindung.

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September 19, 2018

Warum so viele Filmemacher zu Netflix und Co. gehen

Immer erfolgreicher werben Streaming-Anbieter wie Netflix um prominente Regisseure, die für sie abrufbereite Serien und Filme drehen sollen. Manche lockt dabei die Aussicht auf künstlerische Freiheiten. Andere haben gar keine Wahl.

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März 27, 2018

Zum 55. Gerburtstag von Quentin Tarantino

Der Mentor ist gefallen, die Kooperation mit Harvey Weinstein beendet – nach 25 erfolgreichen Jahren steht Quentin Tarantino vor einem Neuanfang. Sein geplanter Film über Hollywood und die Manson-Morde könnte angemessen bitter werden.

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Februar 21, 2018

Kein Oscar für Three Billboards Outside Ebbing, Missouri

Miserable Award-Filme gibt es in jedem Jahr, doch so dümmlich und abstoßend wie "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri" sind die wenigsten. Ein Film, der Rassismus und Homophobie verharmlost, sollte keinen Oscar gewinnen.

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August 11, 2017

Wie Filmemacher das Kino zurückerobern

Während sich Franchise-Maschinen ins Aus rattern und große Studios mit Regisseuren überwerfen, feiern unverwechselbare Filmemacher beachtliche Erfolge. In Hollywood, scheint es, darf endlich wieder Kino gemacht werden.

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Mai 17, 2017

Death Proof, der beste Film von Quentin Tarantino

Vor 10 Jahren erschien mit "Death Proof" der bislang einzige Kassenflop von Quentin Tarantino. Ziemlich unerwartet geriet dessen sonst reibungslos laufende Kultfilmmaschine ins Stocken und spuckte ein Meisterwerk aus.

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Dezember 29, 2016

Jahresrückblick – Die besten Filme 2016

Western, Melodramen und Dokumentarfilme, Kannibalen, Intrigen und außerkörperliche Erfahrungen – trotz vieler Enttäuschungen hatte das vergangene Filmjahr einige Höhepunkte zu bieten.

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November 05, 2014

Wie Christopher Nolan das (analoge) Kino rettet

Digital ist besser? Christopher Nolan kann da nur müde lächeln. Mit "Interstellar" geht der Hollywoodregisseur in die analoge Offensive und überträgt seinen Einsatz für klassisches Filmmaterial in eine beispiellose Veröffentlichungspraxis. 

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Oktober 10, 2013

Das große Gähnen – Tarantinos Lieblingsfilme 2013

In seinen Regiearbeiten huldigt Quentin Tarantino einem unterschlagenen Kino aus vergessenen und kanonresistenten Filmperlen. Eine Liste mit seinen Lieblingsfilmen 2013 könnte also sehr interessant sein, wenn sie nicht so schrecklich langweilig wäre.

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April 08, 2013

März 27, 2013

Die perfekte Pose – Tarantino und der Personenkult

50 Jahre alt wird Quentin Tarantino heute. Ich gratuliere dem vielleicht bekanntesten Filmemacher der Welt mit Gleichgültigkeit, maßvoller (Ver-)Ehrung und losen Gedanken zum Tarantinoschen Personenkult. 

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Dezember 05, 2012

Wider die endlos tristen Tarantino-Ripoffs

Sie schossen schon in den 90ern wie Pilze aus dem Boden und besetzen noch immer Kinosäle und Videothekenregale. "7 Psychos" ist das neueste Beispiel der zahllosen Tarantino-Ripoffs, die es dem so genannten Kultregisseur unbedingt nachmachen wollen. [...]

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Oktober 05, 2009

Zuletzt gesehen: PULP FICTION

Quentin Tarantinos zweite Regiearbeit nach "Reservoir Dogs", die mit ihrer Vorliebe für Gangster- und Heist-Motive sowie einer zeitlich zerstückelten Handlung erneut sichtlich von Kubricks "The Killing" beeinflusst scheint. Wesentlich präziser als im Vorgänger konzentriert sich Tarantino jedoch auf bizarre Figurentypen und absurde Nonsensdialoge, die in ihrer profanen Detailliertheit ebenso faszinieren wie amüsieren. In seinem bereits im Titel aufrichtig verdeutlichten Selbst- verständnis ist "Pulp Fiction" nicht zuletzt wegen seiner ausgestellten Banalität und Bedeutungslosigkeit ein Schlüsselwerk postmodernen Filmemachens, wenn nicht sogar der qualitative Höhepunkt eines Kino der Verweise, die sich permanent gegenseitig auf die Schulter klopfen. Tarantino selbst hat in keinem anderen Film originelle Musikauswahl, gegen den Strich besetzte Schauspieler und irrwitzige Situationskomik so harmonisch und geradezu erfrischend vereinen können – entgegen der Logik eines kenntnisreichen, medial determinierten und von Popkulturcodes durchsetzten Systems, das ständig auf seine Cleverness hinweisen muss.

80%

September 27, 2007

Kino: PLANET TERROR

Eine Knochensäge nähert sich unaufhörlich dem Gesicht des mad scientist, immer weiter zoomt die Kamera an den vor Schreck erstarrten Doktor, während der infizierte Halbtote auf ihn zuschreitet. Dann plötzlich … reicht das Stromkabel nicht aus, der Stecker wird gezogen und das Publikum lacht. Natürlich! Denn hier wurde soeben augenscheinlich ein Genreklischee bedient, so bewusst und offensichtlich, dass ein jeder hinter der steifen Darstellung mitsamt schriller Musik und sabbernden B-Filmeffekten den gewollten Spaß ausmachen kann. Das ist sozusagen das Prinzip jenes postmodernen Kinos, in dem sich Quentin Tarantino und Robert Rodriguez so ungeniert austoben dürfen. Selbst die geschmacklosesten Witze und unappetitlichsten Einfälle erhalten hier unabhängig ihrer Originalität Applaus, weil es in ihnen immer ein Element gibt, das den Zuschauer in seinem Wissen und seiner Vorkenntnis bestätigt. Ob man nun "The Incredible Melting Man" und "Return of the Living Dead" gesehen hat oder nicht, ob jemand weiß, wer Tom Savini und Michael Biehn sind und welch ironischen Kniefall ihre Besetzung zum Ausdruck bringen soll oder auch nicht – der Witz dieser Szene wird mindestens durch die schlicht-schlechte Offensichtlichkeit evoziert und gesichert.

Was Rodriguez hier mehr noch als in all seinen anderen Filmen macht, ist ein sich selbst ausstellendes Plündern sattsam bekannter Genreklischees und beliebig platzierter Zitate. "Planet Terror" ist enorm durchlässig in seiner popkulturellen Ereigniskette, die keinen roten Faden, keinen eigenen Stil und keine Individualität und Subjektivität aufweist. Der Film – als Bestandteil eines Experiments, irgendwas mit Grindhouse-Kino und Double Feature – bringt noch direkter auf den Punkt, was die Arbeit dieses autodidaktischen Regisseurs ausmacht, nämlich die ähigkeit, das völlig Zusammenhangslose in sich selbst zu kontextualisieren. Selten jedoch war darin eine so derartige Belang- und Ziellosigkeit zu verorten wie im Falle von "Planet Terror", der wie eine schrecklich anbiedernde Mischung aus gewolltem Trashkino, das zwar teuer und hochwertig produziert wurde, aber bewusst dümmlich erscheinen soll, und selbstgefälliger Genügsamkeit daherkommt. Und selten zuvor erschien diese Art des Filmemachens so kindisch und banal.

Der Film verlässt sich ausschließlich darauf, dass sein Publikum die Offensichtlichkeit der Bezüge zu allgemeinen und spezifischen Genre-Klischees und –Referenzen erkennt und daraus ein unterhaltsames Vergnügen ableitet. Für Spaß und Verständnis eines "Planet Terror" muss man lediglich mit dem Fernsehen groß geworden sein, filmische Komplexität würde diese Wirkung behindern, darum verharrt der Film in einer formalen wie inhaltlichen Einfältigkeit. Jedes Element läuft sich selbst über den Weg, immer ist die offensichtliche Übertreibung der Darstellung oberstes Prinzip. Das funktioniert als uneigenständiges Kino der Oberflächenreize bis zu einem gewissen Punkt, so lange zumindest die Freude am Belanglosen, der Spaß an der vorgetäuschten Originalität bei Filmen wie "Pulp Fiction" oder "The Faculty" überwiegt. Nun jedoch ist dieses Prinzip allmählich an seinem Ende angekommen, Rodriguez’ "Planet Terror" ist nur eine missglückte, zerteilte Reprise des "From Dusk Till Dawn"-Konzepts. Das Wiederholte wiederholt sich, das auf sich selbst Aufmerksammachende macht auf sich selbst aufmerksam.

Ironischerweise bezeichnet eines der Hauptprobleme von "Planet Terror" die bemühte und zum Teil auch gelungene Beziehung zu den Vorbildern. Krankte "Death Proof" vielleicht an seiner Inkonsequenz beim Versuch, ein längst ausgestorbenes Kino zu imitieren, indem er mit künstlichen Bildfehlern die peppigen Dialoge, originellen Kameraeinstellungen und raffinierten Plotholes zu verdecken und damit einen grundlegenden Bezug zur Grindhouse-Ära herzustellen versuchte – er also eigentlich viel zu gut war, um schlecht sein zu können –, so präsentiert sich "Planet Terror" nicht weniger kokett in schmuddeliger Filmrissoptik. Er weist jedoch keinerlei Stärken auf, die sein Konzept zu verraten drohen. Das ist streng genommen ein anderer und womöglich besserer Ansatz als beim Zwillingsfilm, nur offenbart sich somit die ganz simple Erkenntnis, dass ein gelungen auf schlecht getrimmter Film deshalb noch lange kein guter Film sein muss. Zumal ja doch manche der alten Grindhouse-Produktionen durch ihren unfreiwilligen Witz, ihre exploitative Naivität und rudimentäre Inszenierung amüsieren.

"Planet Terror"
ist darum bemüht, mithilfe bewusster Mittel einen freiwillig unfreiwilligen Humor zu erzeugen, der sich naturgemäß völlig von den ausgewiesenen Vorbildern unterscheidet. Es ist unterhaltsam und komisch, wenn ein schmuddeliger Horrorfilm einer bestimmten Handlung entspricht, die eine andere Wirkung erzeugt, als sie womöglich intendierte. Rodriguez hingegen positioniert seine profanen und mitunter sicherlich liebenswürdigen Ecken und Kanten als bewusste Augenzwinkereffekte, die meist aufgrund ihres Wandels zu Klischees und vor allem ihrer Deutlichkeit nur eine Wirkung, nämlich die des Amüsements, verfolgen. Darüber geht ihm indes jegliche Subtilität verloren, die Filmverweise sind platt und leicht erkenntlich, damit auch jeder Zuschauer einen bequemen Platz zugewiesen bekommt. Das ist wohl ohnehin der Punkt: Die Postmodernität dieser Filme ist einfach nur reine Bequemlichkeit. Und sie unterfordert ihr Publikum mehr und mehr.