Kaum ein deutscher Film war prägender als Das Cabinet des Dr. Caligari. Zum 100. Geburtstag schaue ich, was geblieben ist vom großen Klassiker des expressionistischen Films.
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Februar 26, 2020
November 30, 2019
Netflix und die Frage, was noch Kino ist
Im Krieg der Streaming-Anbieter wird auch die Zukunft unseres Medienkonsums entschieden. Dem Kino eröffnen sich dadurch Chancen zur Neuerfindung.
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September 19, 2018
Warum so viele Filmemacher zu Netflix und Co. gehen
Immer erfolgreicher werben Streaming-Anbieter wie Netflix um prominente Regisseure, die für sie abrufbereite Serien und Filme drehen sollen. Manche lockt dabei die Aussicht auf künstlerische Freiheiten. Andere haben gar keine Wahl.
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August 11, 2017
Wie Filmemacher das Kino zurückerobern
Während sich Franchise-Maschinen ins Aus rattern und große Studios mit Regisseuren überwerfen, feiern unverwechselbare Filmemacher beachtliche Erfolge. In Hollywood, scheint es, darf endlich wieder Kino gemacht werden.
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Dezember 07, 2016
Couch statt Kino
Einen Blockbuster zwei Wochen nach Kinostart zuhause schauen? Hollywood-Studios meinen: ja. Sie wollen das bisherige Verwertungsfenster reduzieren und eine Art Premium-Streaming etablieren. Es geht dabei wieder einmal um die Zukunft des Kinos.
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November 19, 2014
Die vermeintlichen Tonprobleme bei "Interstellar"
Weltweit häufen sich aufgebrachte Stimmen, denen zufolge bei der Tonmischung von "Interstellar" etwas schief gelaufen sein müsse. Nun meldete sich Regisseur Christopher Nolan zu Wort – mit einer Erklärung, die es nur bedauerlicherweise noch brauchte.
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November 05, 2014
Wie Christopher Nolan das (analoge) Kino rettet
Digital ist besser? Christopher Nolan kann da nur müde lächeln. Mit "Interstellar" geht der Hollywoodregisseur in die analoge Offensive und überträgt seinen Einsatz für klassisches Filmmaterial in eine beispiellose Veröffentlichungspraxis.
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August 07, 2013
Ernst und Zauselbart - Superheldenkino à la Nolan
Statt an Vereinfachung und Realitätsflucht gemahnen Comicverfilmungen oft nur noch an eine vermeintliche Ernsthaftigkeit, laut der Superhelden mit Zauselbart ihr Schicksal demonstrativ vor sich hertragen müssen. Und wehe einer von ihnen ist schwul!
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Juli 25, 2012
November 15, 2010
Zuletzt gesehen: INCEPTION
Die ersten Minuten: Bräsige Dröhnmucke von Hansi Hinterzimmer, dann spielende Kinder in Zeitlupe, dann ein am Meer gestrandeter Leonardo DiCaprio mit Schlaf in den Augen. Ob’s hier wohl um etwas total faszinierend Merkwürdiges gehen mag? Zum Beispiel Traum- und damit Identitätsfragen? Wow! Christopher Nolan, Meister des Subtilen. Philosophie wird mit Dauergeballer angereichert, Träume werden auf die denkbar fantasieloseste Art ausbuchstabiert und sind sowieso nur Zerstörung statt Kreation, vor Tiefgründigkeit flüchtet sich "Inception" mit schwergewichtiger Planlos-Action, Knalleffekten und nichts sagender Geschwätzigkeit. Und das Unterbewusstsein ist ein Fahrstuhl – doofer geht’s nimmer. Eine einzige Chose und in seiner sklavischen Erzählverliebtheit eigentlich überhaupt keiner Rede wert. Das Bemerkenswerte aber an diesem künstlich verschachtelten und unnötig aufgeblasenen Film, der letztlich nur eine uralte Fragestellung zweieinhalb Stunden lang zu Tode verschnörkelt, ist seine Fähigkeit, eine bildgewaltige Architektur aus reinem Nichts zu erschaffen und mit ihr ein Popcorn mampfendes Massenpublikum so zu begeistern, dass selbst noch der hinterletzte Vollhorst den Abspann in dem Glauben runterrasseln sieht, etwas außergewöhnlich Komplexes und Unbegreifliches gesehen zu haben. Das hat auch bei mir zumindest soweit funktioniert, als ich mich wider besseres Wissen nicht gelangweilt habe (Inception?), obwohl dieser Film bestenfalls die gestutzte gedankliche Schmalspurversion von David Cronenbergs "eXistenZ" ist. Inhaltloses Posing, reine Hülle, Kino fürs Ego. Bäh.
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Juli 30, 2008
Kino: THE DARK KNIGHT
Der Joker lädt zu einem "sozialen Experiment": Zwei Schiffe auf der Flucht vor Gotham City, der Stadt, über die das Unheil hereingebrochen ist. Das Unheil explodierender Gebäude und Straßenschlachten, öffentlicher Anschläge und Übergriffe, Terrordrohungen und kollektiver Angst. Zwei Schiffe, auf dem einen Zivilisten, Durchschnittsbürger, Normalverdiener, Steuerzahler, die gewöhnlichen Einwohner Gothams. Auf dem anderen Schwerverbrecher, Knackis, jene, gegen die Harvey Dent, Lt. James Gordon und der dunkle Rächer einen verzweifelten Kampf führen, jene also, "die bereits eine Chance gehabt haben", wie ein Mann zu sich und seinem Gewissen sagt. Beide Schiffe nun werden um Mitternacht in die Luft gehen, weil der Joker Bomben auf ihnen platziert hat. Es sei denn, vorher erklärt sich eine der beiden Gruppen bereit, das jeweils andere Schiff per Zündschlüssel explodieren zu lassen. Wer in der Lage ist, andere Leben zu opfern, darf das eigene behalten.Während die Minuten verstreichen, wächst der Druck gegen die Vernunft, gegen Ordnung und gegen Menschlichkeit. Auf dem Schiff der "rechtschaffenen" Bürger Gothams wird schließlich abgestimmt, die Auszählung der Zettel ergibt eine unmoralische Mehrheit, doch niemand ist letztlich in der Lage, die Bombe hohgehen zu lassen. Die Gefangenen bekommen kein Abstimmungsrecht zugesprochen, sie diskutieren still und überlegen vor den Augen des bewaffneten Personals. Dann tritt ein Häftling hervor, er entreißt dem Polizisten den Zündschlüssel und wirft ihn über Bord. Die Entscheidung ist auch hier gefällt – zwei Bewährungsproben für die Demokratie, die sich zu einer Notlösung reduzieren lassen musste.
Dieser Teil des zweiten Batman-Films von Christopher Nolan findet als Parallelmontage im großen Finale von "The Dark Knight" statt, hat eher McGuffin-Charakter und erscheint auf Spannung und Dehnung konzipiert. Und es ist dennoch der Moment, in dem der Film sein Potential ganz ausschöpft, in dem er seine Schwerpunkte, Analogien und metaphorischen Verweise zu einer Problemstellung subsumiert: Wie die Macht des Terrors die Macht des Staates unterläuft. Ein schwerer Unterbau von Gegenwartsbezügen, dem alle Action und alle Unterhaltung nichts anhaben kann.
Blickt man zurück auf Tim Burtons Interpretation des Stoffes, also auf "Batman Returns", der Fortsetzung des erfolg- reichen, aber unkontrolliert inszenierten ersten Films um den düsteren Flattermann, so verhält sich "The Dark Knight" wie ein unabdingliches Ergänzungsstück: Burton schaute seinen Monstern – und zu denen zählte er auch Batman – tief ins Innere, er dichtete sie zu tragischen Gestalten der Nacht um, gefangen in menschlichen Masken, verloren in einer materialisierten Gesellschaft, auf der Suche nach Identität. Die enorme Hingabe zu seinen Figuren ließ Burton zwar immer mehr von der Vorlage abrücken, dennoch darf "Batman Returns" als die vielschichtigste Comicverfilmung bezeichnet werden. Was bei Burton hingegen eine untergeordnete Rolle spielte, gleichwohl es zu den festen Bestandteilen der Erzählung und Ausgestaltung gehörte, war die Erschaffung eines Gotham Citys als moderne Großstadtwelt, die an die Grenzen ihrer Staatsprinzipien gerät.
Ein Komplex also, der in Nolans Vorgänger "Batman Begins" bereits thematisiert, zugunsten einer arg angestrengten Charaktervertiefung des Titelhelden jedoch hinten angestellt wurde, bildet nun die vorrangige Auseinandersetzung im Film. Ausgehend bereits vom Kinoplakat, das den dunklen Ritter vor einem Wolkenkratzer mit brennendem Fledermausmuster zeigt, wirkt "The Dark Knight" wie eine an konkreten Bezugspunkten kaum stärker zu überhöhende Reaktion des Mainstreamkinos auf die Schreckensbilder von 9/11 und ihrer Auswirkungen auf das politische und gesellschaftliche Tagesgeschehen. Die Symbolik einerseits, ihre verführerische Macht und ihre Ausdrucksstärke, greift der Film mehrmals auf, reproduziert und erweitert sie, wie er gleichzeitig eine Geschichte erzählt, in der es um genau jene Herausforderungen geht, derer sich das Gesetz durch willkürlichen Terror ausgesetzt sieht: Ein Joker, der Banken ausraubt, Straßen in Flammen legt und über das Fernsehen Drohungen verbreitet, der Krankenhäuser in die Luft jagt und Senatoren korrumpiert – und nicht an Geld interessiert ist, sondern aus tiefstem Hass und perverser Freude, einer Ideologie des absoluten Chaos heraus handelt. Nolans Film, die entsprechende Analyse der Angst.
"The Dark Knight" spannt ein komplexes moralisches Netz, in dem Gut und Böse keine Rolle mehr zu spielen scheinen. Und hat es inmitten der Neuen Unübersichtlichkeit immer noch mit einem Helden zu tun, der keiner ist. Batman erscheint nur noch als extrem widersprüchliche Figur, die unbeholfen für ein Recht eintritt, das jede Grundlage verloren hat: Im Verhörzimmer verweist ihn der Joker auf die gemeinsame Verwandtschaft – einer der wesentlichen Burton-Einflüsse – und die Sinnlosigkeit seines Kampfes, für den er keine Anerkennung bekommen und der ebenso nie zum moralischen Erfolg werden kann. Denn Batman, das ist immer noch ein Rächer, ein Einzelkämpfer, der nach eigenen Regeln und Werten außerhalb des Gesetzes agiert. Und weil die Justiz wiederum, in deren Vertretung er mit Harvey Dent inoffiziell kooperiert, genauso auf ihn angewiesen ist wie auch die Polizeigewalt durch – nun befördert – Commissioner Gordon, ergibt sich daraus die prekäre Frage, mit wie viel Unrecht sich das vermeintliche Recht eigentlich zu verhandeln bereit erklärt: Gesetzesbrecher, die zu Helden verklärt werden (Harvey Dents Mutation zu Two-Face, die gleichzeitig ein Synonym für die Bankrotterklärung der Rechtsstaatlichkeit ist, wird verschwiegen), und Gesetzeshüter, die erkennen müssen, längst die eigentlichen Ziele aus den Augen verloren zu haben. Wenn Batman sich im Finale zum Kampf gegen den Joker der Datenschutz- und damit Freiheitsrechte jener Bürger bedient, die er eigentlich schützen soll, dann hat das gewiss nicht die kathartische Wirkung eines unterhaltsamen Comicfilms.
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Juli 24, 2008
Zuletzt gesehen: BATMAN BEGINS
Als Quasi-Vorbereitung auf den neuen Film zum dritten Mal gesehen. Und Freunde werden wir wohl nicht mehr. Mag zweifellos die genaueste Batman-Verfilmung sein und dem Miller-Comic näher kommen als jede bisherige Stoffadaption, scheitert aber genau an seiner Versessenheit, die Figur so tief wie nur möglich ausloten zu wollen (was ihr nie gelingt, von der doppelbödigen und komplexen Burton-Bearbeitung um Identität und soziale Milieus ist der möchtegern-tiefe "Batman Begins" jedenfalls meilenweit entfernt). Nach dem Burton- Batman und dem Schumacher-Batman ist das jetzt leider nur ein Miller-Batman, bei dem man Nolans Signatur mit der Lupe suchen muss. Und so schön der Hintergrund des dunklen Ritters samt blauer Blume und Samuraiesoterik auch ausgeschöpft wird – interessant ist Bruce Waynes Weltbummlerei und Knastgeraufe deshalb noch lange nicht, zumal der durchweg angestrengt wirkende Christian Bale der Figur weder Nuancen, noch jene wunderbar unterkühlte Ironie verleihen kann, die Michael Keaton einst aufbot. Die Bösewichter – das stärkste Element bei Batman – wirken konturenlos (Liam Neeson) oder gleich völlig verschenkt (Cillian Murphy), und werden meist auch unmotiviert in die Handlung gedrückt. Die Musik ist ein Verbrechen, Hans Zimmers 3-Akkorde-Synthesizer-Geigen-Immitation hat dieser Film einfach nicht verdient (man denke nur an Danny Elfmans brillante Partitur für "Batman Returns"), und einige Darsteller, vor allem Katie Holmes, stehen da wie bestellt und nicht abgeholt (hallo, Type-Casting). Und zu guter letzt möchte man noch über die grausigen Dialoge den Kopf schütteln, die mindestens so kitschig wie pathetisch sind und flacher nicht sein könnten ("Why do we fall, sir? So that we can learn to pick ourselves up.").Was bleibt, ist eine ungemein dynamische Kamera, die den spannungsarmen Film mehr veredelt, als er es verdient hätte, einige sehr gut inszenierte Momente und eben das große Schlussversprechen, den Joker mit ins Spiel zu bringen. We’ll see.
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