Western, Melodramen und Dokumentarfilme, Kannibalen, Intrigen und außerkörperliche Erfahrungen – trotz vieler Enttäuschungen hatte das vergangene Filmjahr einige Höhepunkte zu bieten.
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Dezember 29, 2016
Juni 02, 2014
Kino: MAMAN UND ICH [aka. LES GARCONS ET GUILLAUME, Á TABLE!]
Über die Sexualität von Guillaume Gallienne scheint jeder besser Bescheid zu wissen als er selbst. Weil er sich nicht wie seine Brüder für Sport interessiert, muss er wohl anders sein als andere. Und weil er als Kind eine unschuldige Vorliebe für Frauenkleider hat, ist das Verhältnis zum Vater gleich völlig dahin. Unter Mitschülern gilt Guillaume eindeutig als schwul, sogar seine Mutter ruft allabendlich "Jungs und Guillaume, kommt zu Tisch!". [...]
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Februar 15, 2011
Berlinale 2011: AUF DER SUCHE
Valerie (Corinna Harfouch) sucht ihren Sohn Simon. Zuletzt lebte und arbeitete er in Marseille, doch seit einer Woche scheint er spurlos verschwunden. Simons Mutter ist aus Deutschland in die sonnige Hafenstadt aufgebrochen, um gemeinsam mit Jens (Nico Rogner), dem Ex-Freund ihres Sohnes, herauszufinden, wo er sich aufhalten und ob ihm etwas passiert sein könnte. Doch das Verhältnis zwischen beiden ist angespannt, weil Valerie den jähzornigen Jens einst zurückwies und die sexuelle Identität ihres Sohnes offenbar nicht ernst genug nahm. Auf der Suche nach der Wahrheit wird sie allmählich mit der Frage konfrontiert, ob sie ihren Simon tatsächlich so gut zu kennen schien, wie sie bisher glaubte.
Nachdem Jan Krüger vor zwei Jahren seine esoterische Beziehungsgeschichte "Rückenwind" im Panorama vorstellte, hat er sich mit "Auf der Suche" dieses Jahr ins Forum der Berlinale begeben. Hier wie dort erweist sich das Reisemotiv als Schlüsselthema, fremde Orte scheinen in Krügers Filmen stets als emotionaler Katalysator zu fungieren. Dies nun ist ein deutlicher Schritt in Richtung heimeliger Indie-Mainstream, besetzt mit einer großen etablierten Schauspielerin des deutschen Films und ausreichend sorgfältig inszeniert, um diverse Programmkinos zu füllen. Gradlinig und zeitweise fast wie ein dramatischer Thriller konstruiert, setzt der Film auf ein organisch entwickeltes und wendungsreiches Drehbuch, das, wenn auch nicht unbedingt im klassischen Sinne, eine gewisse Form von Spannung generiert. Die Suche nach dem verlorenen Kind steht im Mittelpunkt, das zwischen- menschliche Drama kommt da wie von selbst.
Krüger hat sich als Regisseur deutlich weiter entwickelt, mit sicherer Hand und ohne Abschweife treibt er den Plot voran, was den Film von seinem Vorgänger stark unterscheidet. Sogar ein hohes Maß an komischen Dialogen und Situationen gönnt er sich. Trotzdem hinterlässt "Auf der Suche" einen etwas zwiespältigen Eindruck: Eingeführt als zentrale (Mutter)Figur, rückt Valerie aus unerfindlichen Gründen immer mehr in den Hintergrund. Ständig bleibt der Film bei Jens, folgt seiner Suche nach dem Ex-Freund, schneidet immer wieder zu ihm, wenn man sich nach dem überzeugenden Schauspiel von Harfouch sehnt. Krügers ausgeprägt schwule Ästhetik ist zudem wieder einmal mit besonders zerschlissenen Klischees durchsetzt – es gibt keinen dramaturgischen Grund, den Ex-Freund des verschwundenen Sohnes nackt unter die Dusche zu stellen, außer vielleicht, um wieder einmal der Pimmelquote des queeren Kinos einen Dienst zu erweisen.
50% - erschienen bei den: 5 Filmfreunden & Reihe Sieben
Nachdem Jan Krüger vor zwei Jahren seine esoterische Beziehungsgeschichte "Rückenwind" im Panorama vorstellte, hat er sich mit "Auf der Suche" dieses Jahr ins Forum der Berlinale begeben. Hier wie dort erweist sich das Reisemotiv als Schlüsselthema, fremde Orte scheinen in Krügers Filmen stets als emotionaler Katalysator zu fungieren. Dies nun ist ein deutlicher Schritt in Richtung heimeliger Indie-Mainstream, besetzt mit einer großen etablierten Schauspielerin des deutschen Films und ausreichend sorgfältig inszeniert, um diverse Programmkinos zu füllen. Gradlinig und zeitweise fast wie ein dramatischer Thriller konstruiert, setzt der Film auf ein organisch entwickeltes und wendungsreiches Drehbuch, das, wenn auch nicht unbedingt im klassischen Sinne, eine gewisse Form von Spannung generiert. Die Suche nach dem verlorenen Kind steht im Mittelpunkt, das zwischen- menschliche Drama kommt da wie von selbst.
Krüger hat sich als Regisseur deutlich weiter entwickelt, mit sicherer Hand und ohne Abschweife treibt er den Plot voran, was den Film von seinem Vorgänger stark unterscheidet. Sogar ein hohes Maß an komischen Dialogen und Situationen gönnt er sich. Trotzdem hinterlässt "Auf der Suche" einen etwas zwiespältigen Eindruck: Eingeführt als zentrale (Mutter)Figur, rückt Valerie aus unerfindlichen Gründen immer mehr in den Hintergrund. Ständig bleibt der Film bei Jens, folgt seiner Suche nach dem Ex-Freund, schneidet immer wieder zu ihm, wenn man sich nach dem überzeugenden Schauspiel von Harfouch sehnt. Krügers ausgeprägt schwule Ästhetik ist zudem wieder einmal mit besonders zerschlissenen Klischees durchsetzt – es gibt keinen dramaturgischen Grund, den Ex-Freund des verschwundenen Sohnes nackt unter die Dusche zu stellen, außer vielleicht, um wieder einmal der Pimmelquote des queeren Kinos einen Dienst zu erweisen.
50% - erschienen bei den: 5 Filmfreunden & Reihe Sieben
Mai 20, 2009
Kino: RÜCKENWIND [Push-Up]
Zwei junge Männer unternehmen einen Ausflug aufs Land. Ohne Verpflegung dringen sie immer tiefer in die Wälder Brandenburgs ein, um an die Grenzen ihrer Beziehung und Identität zu stoßen.
Jan Krüger, einer der wenigen erfolgreichen queeren Filme- macher Deutschlands, wollte einen intuitiven Film über Ich-Entfremdung und schwule Liebe inszenieren, mit einem nur groben szenischen Konzept chronologisch gedreht. Zunächst erinnert das stille Nebenherlaufen der beiden Figuren, verbunden mit gewollt poetischen Bildern von Sinnsuche und Ziellosigkeit, an Gus Van Sants "Gerry". Recht zügig schummeln sich in den Experimentalcharakter des Films aber klare dramaturgische Linien ein, ehe er sich in der zweiten Hälfte nur noch mit Erzählen aufhält. Die dabei zur Durchsicht freigegebene Geschichte jedoch ist uninspiriert, unfreiwillig komisch und irgendwann nur noch schrecklich uninteressant. Es hätte dem Film besser getan, noch reduzierter, weniger narrativ und mit einem ausgeklügelten Tondesign die Reise zweier rätselhafter Jungs zu begleiten, statt sich irgendwann in halbgaren Plotkonstrukten und pseudomystischen Chiffren zu verlieren.
30% - ab 4. Juni in ausgewählten Kinos
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