Quentin Tarantinos zweite Regiearbeit nach "Reservoir Dogs", die mit ihrer Vorliebe für Gangster- und Heist-Motive sowie einer zeitlich zerstückelten Handlung erneut sichtlich von Kubricks "The Killing" beeinflusst scheint. Wesentlich präziser als im Vorgänger konzentriert sich Tarantino jedoch auf bizarre Figurentypen und absurde Nonsensdialoge, die in ihrer profanen Detailliertheit ebenso faszinieren wie amüsieren. In seinem bereits im Titel aufrichtig verdeutlichten Selbst- verständnis ist "Pulp Fiction" nicht zuletzt wegen seiner ausgestellten Banalität und Bedeutungslosigkeit ein Schlüsselwerk postmodernen Filmemachens, wenn nicht sogar der qualitative Höhepunkt eines Kino der Verweise, die sich permanent gegenseitig auf die Schulter klopfen. Tarantino selbst hat in keinem anderen Film originelle Musikauswahl, gegen den Strich besetzte Schauspieler und irrwitzige Situationskomik so harmonisch und geradezu erfrischend vereinen können – entgegen der Logik eines kenntnisreichen, medial determinierten und von Popkulturcodes durchsetzten Systems, das ständig auf seine Cleverness hinweisen muss.80%


Warum "nur" noch 80%?
AntwortenLöschenWeil sich der Blick auf Dinge mit der Zeit ändert.
AntwortenLöschenEben. Und "Pulp Fiction" ist zeitlos Weltklasse --> 10/10 ;-)
AntwortenLöschenKomm schon Rajko, 85% um ihn von den anderen Filmen Tarantinos abzugrenzen. Da brichst du dir doch keinen Zacken aus der Krone.:D
AntwortenLöschenEs ist der beste Tarantino und mit 80% auch sehr gut bedient. :)
AntwortenLöschenApropos "Blick auf die Dinge":
AntwortenLöschenGestern hab ich zufällig und nach Jahren mal wieder "Reservoir Dogs" gesehen. Zu meiner Überraschung musste ich feststellen, dass ich RD viel besser in Erinnerung hatte. So viel zum "Blick auf die Dinge". Vllt. werd ich die Tage was zu schreiben.
Vielleicht muss ich den auch noch mal sehen, aber bis dato finde ich den furchtbar.
AntwortenLöschenRein aus Neugier, was gibst du eigentlich IB und wieso hat er dir nicht gefallen?
AntwortenLöschenWenn ich das jetzt so leicht oder kurz sagen könnte, hätte ich mich nicht um ein Review gedrückt. :)
AntwortenLöschen80% sind dann aber für einen Unterhaltungsblog noch zuviel.:D
AntwortenLöschenReservoir Dogs ist aber wirklich ein kleiner Film. Jedoch für eine Rashomon Referenz als Gesellenstück alles andere als übel.
Ganz einfach, IB ist mit Till Schweiger...Für mich Grund genug, den komplett zu ignorieren.
AntwortenLöschenLässt du das eigentlich irgendwie negativ in deine Bewertung mit rein, wenn Schauspieler oder andere Beteiligte Scientologen sind?
Und es wäre übrigens cool, wenn du bei deinen Filmbesprechungen wieder ein paar Zitate einbinden würdest :) Wenn man deine alten Sachen liest, fallen die auf jeden Fall als etwas auf, was jetzt fehlt.
Nein, das hat keine Bedeutung, es sei denn es handelt sich um eindeutige Propaganda (Battlefield Earth).
AntwortenLöschenZitate gab es eigentlich nur immer bei Klassiker-Reviews, und die sind ja Mangelware geworden...