Januar 30, 2007

News: Upcoming Reviews

Demnächst Filmbesprechungen zu: "Tenacious D in: The Pick of Destiny" (Liam Lynch), "Bridge to Terabithia" (Gabor Csupo), "The Hitcher" (Dave Meyers), "Music and Lyrics" (Marc Lawrence) und "The Last King of Scotland" (Kevin Macdonald).

DVD: MUNICH (2005)

Den Titel gebenden Anschlag im September 1972 bebildert Regisseur Steven Spielberg nur grob; in semi- dokumentarischen Einzelepisoden demonstriert er den palästinischen Blutakt an israelischen Olympiateilnehmern, kombiniert mit authentischen Fernsehaufnahmen, die dem Zuschauer jene Ereignisse noch einmal nachdrücklich ins Gedächtnis rufen oder zumindest übersichtlich veranschaulichen. Seine Geschichte fokussiert dagegen die Folgen und Auswirkungen eines derartigen Attentats, um in allgemein festgehaltenen Thesen auf die ewig rotierende Gewaltspirale hinzuweisen: Die inoffizielle Vergeltungsodyssee der Mossad-Agenten steht im Mittelpunkt einer Reflexion und Auseinandersetzung über die Entfremdung des Individuums in einem blinden Kampf, der nie gänzlich ausgetragen werden kann. Dabei erweist sich "Munich" als brisanter Politthriller, der meisterlich erzählt und visuell herausfordernd zu den komplexesten Filmen Spielbergs zählt.

Diskussionswürdig ist nicht nur die fiktive Grundlage dieses Stoffes, der Roman "Vengeance" (1984) von George Jonas, sondern auch die bemühte Vorsicht des Regisseurs, Wertungen vorzunehmen, um Vorwürfen beider Lager Einhalt zu gewähren. Dadurch, dass er sich möglichst unangreifbar in eine Schutzposition zurückzieht, um sich vielmehr einer ganz theoretischen und unspezifischen Abhandlung der Gewalt-Gegengewalt-These zuzuwenden, wurde Spielberg von mehreren Seiten kritisiert. Zu naiv, zu weltfremd und kindlich seien seine Vorstellungen vom politischen Nahostkonflikt, der als Beispielinstanz verfremdet würde, um anhand eines menschlichen Schicksals – dem jüdischen Agenten Avner, gespielt von Eric Bana – als Opfer und Täter zugleich ein pazifistisches Plädoyer einzustimmen, das stark manipulierend und kurzsichtig an den Humanismus des Zuschauers appelliere.

So wenig diese Beschuldigungen auf den ersten Blick widerlegt werden können, so sehr verweigern sie den Diskurs mit ihrem Verursacher Spielberg. Dessen natürliche Empathie mit dem organisierten Rachefeldzug Israels sollte nicht als antisemitisches Statement verstanden werden, sondern als Problematisierungsansatz für den Mangel an Kommunikation, der Entscheidungen nur auf Basis von Gewalt in all ihren Formen fällt. Dass die augenscheinliche Lösung nicht einfache Vergeltung in Form und Stil der politischen Gegner sein kann und darf, wird zum polemisch belegten Grundsatz des Films, ohne Spielberg diesen verübeln zu können: Indem er keine Seite konkret anklagt, sondern seine Wut und Zweifel gegen den Weg der Gewalt wendet, forciert der Film die Auseinandersetzung und Diskussion mit seinen Sujets, die er selbst nur fragend in den Raum stellen kann – und welche Barrikaden hätte manch einer erklommen, würde er sie beantworten.

Durch seine Figur Avner, einem patriotischen Diener des Mossad, transzendiert Spielberg eindrucksvoll die Auswirkungen seines schwer greifbaren Gegenstandes, staatlichem Terror. In doppelt kodierten Dialogen, besonders jener Schlüsselszene, als Avner auf einen palästinischen Abgesonderten, der seine Identität nicht kennt, trifft, verweist er auf beide Positionen und den historisch bedingten Hintergrund der jüdischen Diaspora und Staatsgründung. Dieser Moment ist einer der wenigen, in denen der Regisseur zugleich stark kommentiert und Diskussionsstoff anbietet, indem er den gegenseitigen Hass als verselbstständigte Maschinerie erscheinen lässt: Ein Dialog wird gar nicht mehr in Erwägung gezogen, vielmehr müssten neue Söldner produziert werden, um den ewigen Krieg garantieren zu können. Dass die kollektive Erhabenheit längst jeglichen Individualismus zerstört hat, wird Avner – der seinem Gegenüber entsprechend schockiert begegnet – unlängst selbst bewusst. Seine Treue für Israel blendete den Zweck der staatlich verordneten Vergeltung aus, der Verlust der eigenen Souveränität ist deren Folge.

Das drückt sich ebenso radikal wie – natürlich – diskussionswert in einer an David Cronenbergs "A History of Violence" erinnernden Sexszene aus, die, gemessen an der Spielbergschen Prüderie, erstaunlich offensiv die bittere Erkenntnis nicht nur jener verlorenen Sicherheit durch die Freunde, sondern auch die Angst vor weiteren Racheakten heraufbeschwört. Selbst in der intimsten Sphäre des Menschen kann es keinen Schutz und keine Rückkehr zur Normalität mehr geben, grelle Schreckensbilder haben sich in Avners Kopf unwiderruflich festgesetzt und drohen ihn zu zerstören. Das mag populistisch und überstilisiert sein, doch kann nicht die eindringliche Kraft dieser ambitionierten Aufforderung schmälern, berechtigte Fragen stellen zu dürfen.

85%

Review erschienen bei: Wicked-Vision.de

Januar 28, 2007

Retro: WILL SUCCESS SPOIL ROCK HUNTER?

Dieser junge Mann hat es gar nicht so leicht: Rock Hunter ist Werbetexter und dem immerwährenden Druck seiner Branche ausgesetzt, fortlaufend mit neuen spritzigen Ideen aufwarten zu müssen. Jeder Moment erscheint als potentielle Möglichkeit zur Inspiration, man muss mit wachsamen Augen und gespitzten Ohren durch diese laute, bunte Welt schreiten, um nie den Augenblick zu verpassen, in dem er plötzlich da ist, der neue Verkaufsschlager-Einfall. Da kann es durchaus frustrierend sein, wenn der eigene Chef auf dem Flur nicht einmal ein „Guten Morgen“ herausbringt und die Verlobte auch gleich noch den Posten der Sekretärin belegt, wo sie mit drängenden Fragen nach Hochzeit und Idylle die Konzentrationskraft des kreativen Denkers beeinträchtigt. Wenn so einer nun richtig Erfolg hätte – würde ihn das nicht verderben?

Eine gar rhetorische Frage, die Frank Tashlin („The Girl Can't Help It“) dem Zuschauer mit dem Originaltitel „Will Success Spoil Rock Hunter?“ stellt. Natürlich werden im Verlauf dieser vergnüglichen Komödie die Rollen der Despoten und Untertanen neu besetzt, ohne dass der sympathisch exaltierte Titelheld etwas von seiner Bodenständigkeit verlieren müsste. Dabei gerät der als naiver Trottel eingeführte Pechvogel Hunter in eine turbulente Situation nach der anderen: Zunächst fällt er noch ganz zufällig in die Arme des Filmstars Rita Marlowe, dem großen Idol seiner Nichte, beschwört dadurch allerdings ein fulminantes Medieninteresse herauf und befördert sich schließlich fast selbst zum neuen Chef des Unternehmens. Auf dem morgendlichen Flur grüßt dieser seine Angestellten selbstverständlich nicht!

Mit etwas angestaubtem Witz und manch zäher Durststrecke berichtet Tashlin insgesamt dennoch überaus gelungen von den unmöglichen Möglichkeiten eines verlorenen Individuums in den reißerischen Tiefen der Medienwelt. Den wenigsten gelingt es, sich der Strömung zu widersetzen und ihren Rhythmus zu synkopieren – sie nehmen Platz auf dem Steg des Erfolges und beobachten genüsslich, wie ihre Mitstreiter im ewigen Abgrund verschwinden. Da gönnt man dem unbeholfenen Hunter doch jedwede sichere Positionierung, immerhin gelingt ihm diese im Rahmen von Tashlins parodistischer Aufsteigergeschichte nicht getreu dem üblichen Werdegang des Genres: Weder Glück noch eine Aneinanderreihung unglücklicher Missverständnisse (man denke an Preston Sturges’ „Chistmas in July“) begünstigen den Aufstieg des Verlierertypen.

Nein, es ist die Welt der Werbung selbst, eine Branche mit ihren eigenen hanebüchenen Gesetzen, die den Erfolg Hunters initiiert. Ihre undichten Stellen, ihre Konstruktionsfehler lassen das Unverhoffte wahrhaftig werden – mit Hollywoodstar Marlowe (ob die Ähnlichkeiten in Jayne Mansfields Spiel mit Marilyn Monroe Zufall sind? Oder beschwört ihr Name etwa ganz bewusst Verweise zu Rita Hayworth und Jean Harlow herauf?) im Petto für eine lüsterne Werbekampagne tanzt der Junggeselle fröhlich seinem Erfolg entgegen. Mit den Spitzen auf die alles andere als integere Medienlandschaft rund um Fernsehen und Werbung geht der visuelle Appell an das Erlebnis Kino einher. Nach rund zwei Dritteln des Films unterbricht Tashlin und leitet einen kurzen Dialog zwischen Hunter und dem Zuschauer ein, der in Bezug auf die allmähliche Übermacht und Bedrohung des heimischen Fernsehers für die große Leinwand augenzwinkernd dessen Vorteile erläutert:

„Of course, the great thing about television is that it lets you see events live as they happen, like old movies from thirty years ago.“ – Bezeichnend, dass sich die Broadwayproduktion, auf der „Will Success Spoil Rock Hunter?“ basiert, auf der Bühne noch satirisch der Filmbranche verschrieb. Aber trotz Starkult und Showbiz-Attitüden ist die Werbung als symbiotisches Element des Fernsehens dann doch das ungleich reizvollere Opfer. Schließlich sind derart träumerische Geschichten nirgends sonst als im Kino möglich, wo noch der Regisseur die Fäden zur ironischen Distanz in den Händen halten darf.

65%

Januar 26, 2007

TV: Fernsehtipps 27.01. - 02.02.07

Samstag, 27.01.

23:10 Uhr – „Sag niemals nie“ (ARD)

Kein offizieller Bond, aber dafür um einiges charismatischer als manch regulärer Film der Serie.

23:15 Uhr – „Monster’s Ball“ (HR)

Oberflächliches, komplett verkitschtes Rassismus-Drama, das ebenso unglaubwürdig wie ärgerlich naiv geriet. „Finding Neverland“ war offenbar Marc Forsters einziger Höhenflug.

23:30 Uhr – „The 51st State“ (Pro7)

Mäßig unterhaltsam und der Humor kocht auf Sparflamme – wäre da nicht der ziemlich heftige Schlussgag.

0:45 Uhr – „Eins, zwei, drei“ (WDR)

Nahezu unerreichte Komödie von Billy Wilder, brillant inszeniert und unübertroffen pointiert.

4:25 Uhr – „Tucker“ (Pro7)

Mitreißend gespieltes Bio-Pic, ein Geheimtipp.

Sonntag, 28.01.

17:40 Uhr – „American Graffiti“ (Das Vierte)

George Lucas’ lebendige Jugendstudie der 50er-Jahre.

20:15 Uhr – „Die Mumie kehrt zurück“ (RTL)

Ziemlich anstrengendes und recht schlecht getrickstes Sequel, bei dem weniger mehr gewesen wäre. Nur die Musik von Jerry Goldsmith lohnt.

22:00 Uhr – „Con Air“ (Pro7)

Spaßige Actionnummer, deren parodistische Elemente jedoch wohl eher unfreiwilliger Natur sind.

22:20 Uhr – „Poltergeist 2“ (RTL2)

Lässt die Klasse des Vorgängers vermissen und kopiert diesen insgesamt nur recht müde.

Montag, 29.01.

22:50 Uhr – „Harley Davidson and the Marlboro Man“ (Das Vierte)

Ohne Zweifel ein wüstes Trashwerk, das mich als Kind aber besonders im Finale schwer beeindruckt hat. Mit Nostalgiebonus.

0:00 Uhr – „Lady Snowblood“ (VOX)

Elegische und sensibel gefilmte Racheodyssee mit großartiger Musik. Offizielle Inspirationsquelle für Tarantinos „Kill Bill“.

Dienstag, 30.01.

20:15 Uhr – „Dangerous Minds“ (K1)

Klischeebeladenes Gutmenschendrama, das niemanden jenseits des Grundschulalters begeistern dürfte.

Mittwoch, 31.01.

20:15 Uhr – „Caprice“ (Das Vierte)

Amüsante und gewohnt heiter inszenierte Frank Tashlin-Komödie.

22:25 Uhr – „The Fog – Nebel des Grauens“ (K1)

Unnachahmlich photographierter, höchst atmosphärischer Gruselklassiker, der durch Carpenters Gespür für subtilen Horror zeitlos erscheint.

23:15 Uhr – „Obsession“ (Das Vierte)

Erachte ich noch immer als einen der fürchterlichsten Versuche, Hitchcock Tribut zollen zu wollen. Hat nichts von der Raffinesse des Altmeisters, sondern wirkt nur plump und unbeholfen. Lieber zum 100. Mal „Vertigo“ schauen. (Hab Nachsehen mit mir, Jochen!)

Donnerstag, 01.02.

20:40 Uhr – „Was nützt die Liebe in Gedanken?“ (Arte)

Bemühtes, schwerfälliges Drama, das sich sehr ernst nimmt und dabei an seinem bedeutungschwangeren Kitsch erstickt.

23:10 Uhr – „A Nightmare on Elm Street 4“ (Das Vierte)

Renny Harlins Interpretation des Stoffes folgt strammen Genrelinien und wird zu sehr von seinen Effekten bestimmt. Mit Alice erhält jedoch die vielschichtigste Figur seit Nancy aus Cravens Original Einzug in die Serie. Läuft gekürzt.

Freitag, 02.02.

20:15 Uhr – „Tiger & Dragon“ (Pro7)

Hochkomplexes Meisterwerk von Ang Lee, das in analytischer Genauigkeit konfuzianische Traditionen untersucht.

22:15 Uhr – „Das Relikt“ (Tele5)

Konventioneller Monsterhorror in stimmigem Ambiente, aber spannungsarm inszeniert.

News: DEADLINE #01

Seit Donnerstag ist die erste Ausgabe des „Gory News“-Nachfolgemagazins „Deadline“ im Handel erhältlich. Auf 116 Seiten gibt es darin Reviews und Specials rund um den phantastischen Film für nur 5 Euro. Auch ich habe wieder die ein- oder andere Filmbesprechung beigesteuert. Die Themen im Überblick:

  • Breitwand - Jetzt im Kino
  • Frischfleisch – Neuigkeiten und Gerüchte
  • Festival Report – Cinénygma
  • Animeskop
  • Horror, privat – mit Bela B. Felsenheimer
  • Worldwild – internationale Filme
  • Preview – Dard Divorce
  • Hirntot – die freundliche Rätselecke
  • Underdogs – Independentfilme und andere Auswüchse
  • Nachschlag – Literatur vom Fach
  • Heimservice – Neu auf DVD
  • Auf der Bühne – Post-Mortale Lebensformen
  • Zeichentrix – Comics am Rand
  • Im Gespräch mit Jess Franco
  • American Film Market

Januar 25, 2007

Kino: DREAMGIRLS

Ein Runzeln geht durch die Kinoreihen, manche Zuschauer räkeln sich nervös in ihren Sitzen hin und her, andere schmunzeln oder stützen ihren Kopf entnervt auf ihre zu Fäusten geballten Hände: "Singen die da jetzt die ganze Zeit?" und "nicht schon wieder, ich habe bereits Ohrenschmerzen" ertönt es sinngemäß aus einigen Ecken. Für den ein oder anderen offenbar recht überraschend, ist "Dreamgirls" in der Tat ein (Film)Musical und sieht auch keinen Anlass dafür, seine Zuschauer diesbezüglich zu enttäuschen – über den Großteil der rund 135 Minuten Spielzeit wird nicht um den heißen Brei herumgeredet, sondern so voller Elan gesungen und getanzt, als ginge es um Leben oder Tod. Und das ist gar nicht so weit hergeholt: Regisseur Bill Condon ("Gods and Monsters") adaptiert das gleichnamige Broadway-Musical aus dem Jahre 1981 für die große Leinwand und inszeniert die mitreißende Geschichte vom kompromisslosen Auf- und Abstieg im Musikgeschäft mit filmischen Mitteln neu.

Dass diese in grundlegenden Zügen auf der Erfolgsstory der Motown-Band The Supremes um Frontdame Diana Ross basiert und in der Filmversion mit Kassenmagneten wie Destiny’s Child-Star Beyoncé Knowles ("Austin Powers in Goldmember"), Jamie Foxx ("Miami Vice") und Eddie Murphy (erste Assoziation noch immer mit dem "Beverly Hills Cop") besetzt wurde, ist weniger ein sonderbar mutiges Unterfangen, als die sichere Hit-Formel mit Gelinggarantie. "Chigaco", ebenfalls aus der Feder Henry Kriegers, hat es vorgemacht, auf dem Weg vom erfolgreichen Broadway-Stück zur Kinosensation regnete es zahlreiche Academy Awards, darunter für den "Besten Film". Doch dass man sich dabei auch hervorragend verkalkulieren und die Nerven des Zuschauers mächtig überstrapazieren kann, bewiesen die "from stage to screen"-Debakel "The Phantom of the Opera" von Joel Schumacher oder Susan Stromans "The Producers".

Da mögen die Zweifel beständig sein – würde man "Dreamgirls" nicht als Sensation feiern müssen. Condon erzählt nicht nur die Geschichte einer Musikband mit ihren Höhen und Tiefen, die etwaige banale Aufsteigerparabel mit all ihren Konventionen und berechenbaren Eckpunkten in der Narration, sondern vermittelt auf unnachahmliche Weise den Zeitgeist der 60er und 70er-Jahre mit seinen kulturellen und politischen Akzenten: Über die Musik. Mit feiner Genauigkeit gelingt ihm das eindrucksvolle Portrait afroamerikanischer Musiker auf dem langen Weg in die hart umkämpften und vor allem von weißhäutigen Interpreten definierten Charts. Das umfangreiche Figurenspektrum mit seinen korrupten Managern, Plattenbossen und Geldmachern untersteht stets der sicheren Hand Condons, nie verliert er den roten Faden, der die Schicksale zusammenhält, nie bewegt er sich an der Oberfläche, weil der stille Zauber des Films allgegenwärtig ist: Musik als Lebensgefühl und Status Quo zugleich übersteht selbst die schwersten Lebenskrisen.

Aus diesem Grund muss man sich vom Überschuss der Energie freimachen, in dem man all den Schmerz und all das Verlangen einfach geradewegs hinausschreit. Das darf im Film vor allem die übergewichtige Effie White (das grobe Kinopendant zu Florence Ballard), gespielt von der "American Idol"-Finalistin Jennifer Hudson, die auch die eigentliche Hauptdarstellerin in "Dreamgirls" ist. Als Leadsängerin der Dreamettes wird sie durch ihre Kollegin Deena Jones (Knowles) in den Background ausgewechselt und später sogar gänzlich aus der Band sortiert, was zu einem handfesten Streit auf der Bühne führt. Dieser wird in seiner ganzen emotionalen Breite durch expressive Gesangseinlagen aller Beteiligten ausgefochten und durch ein energetisches Solo der verzweifelten Effie beendet – eine Szene voller Leidenschaft und Theatralik, die den Zuschauer durch eine ausgeklügelte Kamerachoreographie tief in das Geschehen zieht und lang anhaltende Gänsehaut garantiert.

Spätestens in Momenten wie diesen sind alle Dialoge unnötig, so viel mitreißender Einblick in das Herz des Kinos ist einem nur selten vergönnt. Hudsons Performance ist schlicht atemberaubend, so ungezwungen und natürlich, so voller Kraft und Gefühl, dass ihr alle erdenklichen Preise überreicht gehören. Die im Film bebilderte Verschmelzung vom ursprünglichen Rhythm'n'Blues mit dem gelackten Pop des weißen Publikums mag den wahren Soul verraten haben, im Kino jedoch erlebt das Musicalgenre derweil eine neue Sternstunde: Das lässt zwar nicht vergessen, wie glanzlos die Black Music später verkommerzialisiert wurde (und entbehrt angesichts der Hauptdarsteller, die mit ihren eigenen Chartbeiträgen daran durchaus entfernt beteiligt sind, nicht einer gewissen Ironie), darf aber Anlass sein, ihre Seele zumindest noch einmal auf der Leinwand in aller Pracht und Fülle zu feiern. Wen kümmert es da, wenn durch die Kinoreihen jenes leise Runzeln geht?!

75%

Review erschienen bei: Wicked-Vision.de

Januar 23, 2007

News: ACADEMY AWARDS 2007

Die Nominierten für die 79. Verleihung der Annual Academy Awards wurden bekannt gegeben. Mit insgesamt 8 Nominierungen darf sich besonders Bill Condons “Dreamgirls“ Hoffnungen auf den Oscar machen, dicht gefolgt von Babel“ mit 7, “Pan's Labyrinth“ und “The Queen” mit jeweils 6, sowie “Blood Diamond” und “The Departed” mit je 5 Nominierungen. Meine Tipps und Wunschkandidaten gibt’s dann wie bei den Golden Globes am Tag der Verleihung, den 25.02.2007, hier nachzulesen. Vollständige Liste der Nominees:

Kino: PARIS, JE T'AIME

Wenn turtelnde Liebespaare die Seine entlang streifen, sich am Quai Saint-Bernard schöne Augen machen oder sich direkt auf dem Tour Montparnasse das Ja-Wort geben, dann fühlt man sich schnell in eine romantische Fantasie versetzt, die zahlreiche Liebesfilme und –Komödien evozieren. Dass Paris längst nicht mehr als heimlicher Hauptdarsteller in Klassikern von "Funny Face" bis "Belle de jour" erscheint, ist kein Geheimnis: Quer durch die Filmgeschichte musste die Stadt der Liebe als süßlich schillernder Rahmen für romantische Kinovisionen herhalten – und avancierte somit alsbald zum eigenen Klischee. Warum also noch im Jahre 2006 eine Hommage an Frankreichs Herz verfassen, die fragmentarisch und überaus ausgedehnt den Facettenreichtum des vielseitigen Paris feiert?

Die Antwort fiele nicht allzu schwer, wäre die Idee, 21 internationale Starregisseure ihr ganz individuelles Leinwandgemälde der Stadt zu erschaffen, gebündelt in 18 kleine Episoden und geschnürt in ein lebendiges Korsett, das trotz der vielfältigen Eindrücke ein großes Ganzes ergeben könnte, nicht so simpel wie dennoch überaus reizvoll. Ernüchternd muss man zwar konstatieren, dass "Paris, je t’aime" an seinem eigenen Anspruch scheitert und als Gesamtwerk zu beliebig und verwechselbar formuliert scheint. Das gelingt dem auf einer Idee des Regisseurs Tristan Carné basierenden Film aber auf recht hohem Niveau: Die überwiegende Mehrheit der kurzen Geschichten liefert mal skurrile, mal charmante Einsichten in banale, aber liebenswürdige Alltagsmomente und trägt dabei dennoch die ganz individuelle Handschrift ihrer Macher.

Das ist nicht selbstverständlich, immerhin verträgt sich die Intention der französischen Produzenten um Claudie Ossard ("Delicatessen"), die selbst bekennend einräumen, ein neues altes Bild ihrer Stadt entwerfen zu wollen, nicht zwingend mit den ganz eigenen Statements der Regisseure, denen bis auf den gemeinsam vorgegebenen Nenner – natürlich: Liebe – keine künstlerischen Einschränkungen auferlegt wurden. Da der Film jedoch mit einem europäischen Team inszeniert ist, sich von Alfonso Cuarón ("Children of Men") bis Walter Salles ("The Motorcycle Diaries") also jeder ohne seine sonstigen Mitarbeiter zurechtfinden musste, wird diesem Wunsch formal nachgekommen: "Paris, je t’aime" erstrahlt trotz seiner unterschiedlichen Regiestile in einem eleganten, stimmigen Bild.

Den Rahmen ihrer Möglichkeiten haben dabei besonders Joel & Ethan Coen ("Fargo"), Wes Craven ("The Hills Have Eyes") und Vincenzo Natali ("Cube") eindrucksvoll genutzt. Erstere dekonstruieren in ihrem scharfzüngigen Beitrag „Tuileries“ das ewige Klischee vom Paris der Verliebten und Glücklichen, indem sie einen unschuldigen Touristen (Steve Buscemi) in der Pariser Metro auf ein erst schmusendes, später jedoch hemmungslos cholerisches Pärchen treffen lassen. In „Père Lachaise“ darf Horroraltmeister Craven zwei Verlobte über ihre Beziehung schwadronieren lassen – auf einem alten Friedhof! Und Natali verneigt sich im kühlen Gotikambiente vor den großen Universal-Klassikern, wenn er den ängstlichen Elijah Wood im nächtlichen Paris auf einen blutdurstigen Vampir treffen lässt. Sicherlich die originellste Version der Liebe: Ein schmerzhaft-lustvoller Biss für die Ewigkeit.

Nach zwei munteren Stunden ist der Vortrag dann auch wieder beendet. Die betonte Leichtigkeit und französische Mentalität erfüllt ein sinnliches Intermezzo, das in seiner selbstgefälligen und oberflächlichen Erscheinung nicht verwundert. Wie könnte es anders sein, dass "Paris, je t’aime" seinen Hauptdarsteller hoffnungslos romantisiert und den kritischen Blick insgesamt vehement verwehrt. Das mildert die frische Unschuld, die viele dieser Kurzfilme auszeichnet, alles andere als erheblich, doch in der Summe möchte mit dieser Anthologie niemand neue Erkenntnisse gewinnen: Denn dass der Blick von außen keine Erneuerung des Paris-Bildes bedeutet und auch nicht mit der Postkartenidylle der Stadt bricht, ist keine Überraschung: Paris liebt in erster Linie sich selbst. Besonders im modernen französischen Film.


60%

Januar 22, 2007

Kino: SAW III

Auch "Saw III" versteht ganz vorbildlich zu demonstrieren, wie ökonomisch es seinen Produzenten abermals gelingt, eine Idee, deren minimalistische Umsetzung bereits zwei Mal in Folge für maximale Gewinne sorgte, endlos neu zu variieren und dabei nichts von seinem exploitativen Charakter einbüßen zu müssen: Dieser dritte Film spult lustlos und handwerklich unterirdisch schlecht eine weitere Abfolge verketteter Todessequenzen herunter, deren Fäden wie gewöhnlich der Jigsaw-Killer in den klapprigen Händen hält. Da bereits die Vorgänger auf mehr oder weniger kreative Art versuchten, ihre Opfer in die unmöglichsten Foltersituationen zu verbannen, müssen derweil gleich mehrere Zacken oben draufgelegt werden. "Saw III" erfreut sich spürbar an seinem blutigen Sadismus und wird dabei vom euphorischen Publikum tatkräftig unterstützt – bei nur 10 Mio. US-Dollar Kosten hat der Film allein im Kino bereits über 150 Mio. eingespielt. Die Fortsetzungen sind längst beschlossene Sache.

Da muss also was dran sein, an diesem Stoff. Zugegeben: Der erste Film war derart übersteigert und stellte seine Trivialität fast schon so ostentativ aus, dass man damit durchaus seinen Spaß haben und die Liste der großzügig inspirierten Vorbilder fast vergessen konnte. Obwohl James Wans Independentmär nicht im Entferntesten auch nur einen Ansatz von der Originalität aufwies, die ihm angedichtet wird, war er schlicht, wesentlich und nicht ganz unclever inszeniert. Dass aus dieser Ballung von einem Plagiat allerdings mehrere Sequels geschöpft werden, erscheint dann doch verwunderlich, krankte bereits der kurze Zeit später nachgeschobene "Saw II" an seiner hanebüchenen Überkonstruktion und völligen Beliebigkeit. Anders als sein Vorgänger vernachlässigte dieser die Thriller-Elemente fast gänzlich und stellte seinem infantilen Plot brutal-bizarre Perversion gegenüber – eine Entwicklung, die nun fortgesetzt wird.

Doch was der Film mit seinen genüsslichen Bildern gequälter Menschen, die in rostigem Ambiente bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt werden, bezwecken möchte, außer dass er die primitive Gier seiner Zuschauerschar insgeheim oder auch ganz offensichtlich befriedigt, das bleibt völlig unklar. Denn die großen Idole, die es in den 70er-Jahren vorgemacht haben – und in deren Tradition jene "Saw"-Filme selbst bekennend ebenso stehen wie ein "Hostel" oder "Texas Chainsaw Massacre: The Beginning" – hatten dann eben doch noch etwas mehr mitzuteilen: Dort wurde zwar mitunter ebenso unangenehm gefoltert, mit filmischen Mitteln allerdings stets die Grenze abgesteckt. Denn die Hoopers und Cravens, die das (Sub)Genre zumindest im amerikanischen Kino festigten, verstanden es zumeist effektvoll, ihre rohen Bilder in den Dienst subtiler Urängste zu stellen – der Einsatz graphischer Gewalt war weniger Mittel zum Selbstzweck, sondern diente der robusten Festigung ihrer subversiv durchtränkten Visionen.

"Saw III" ist als postmoderner Torture Porn eng an seine Vorbilder angelehnt, doch worum es denjenigen, die es einst vormachten, wirklich ging – die Auslotung nicht simpel goriger, sondern gesellschaftlicher und dadurch auch zeitreflexiv gefärbter Extreme – hat Darren Lynn Bousman keinen blassen Schimmer. Er klammert sich wie so viele nur an die Oberfläche dieser potenten Ära und erliegt dem Reiz des Genres: Hauptsache es wird ordentlich gematscht. So erzählt er ein weiteres Mal vom Tumor zersetzten Mörder, der mit seinen archaischen Wertevorstellungen – die sich wie gewohnt in pseudophilosophischen und reichlich albernen Dialogen äußern – unschuldige Opfer in illustre Experimente befördert und sie dadurch zu besseren Menschen zu domestizieren versucht. Das verschont den Zuschauer dieses Mal auch nicht von einer mehrere Minuten langen Operationsszene, bei der in nahen und detaillierten Einstellungen Kopf und Schädel aufgeschnitten und –gebohrt werden. Zu guter Letzt wartet das dann wie gewöhnlich mit einem Schlusstwist auf, der so vorbereitet und gelangweilt daherkommt, dass er die Vorgänger noch bei weitem unterbietet, und ist nicht viel mehr als die reine Redundanz menschenverachtender Brutalität. Selbst das begierigste Splatter-Kiddie hat so viel grundlose Dummheit einfach nicht verdient.


35%
- erschienen bei: Blairwitch.de

Januar 20, 2007

Kino: ALPHA DOG

Ungewöhnlich ist sie schon, die Praxis des Films, der sich eines wahren Falls bedient: Jesse James Hollywood galt auf der „Most Wanted“-Liste des FBI als einer der jüngsten Straftäter aller Zeiten, als verdächtigter Initiator des Mordes an einem 15jährigen High School-Schüler. Mehrere Jahre auf der Flucht, konnte er 2005 schließlich gefasst werden und muss – so erklärt es der Film "Alpha Dog" – nun mit der Todesstrafe rechnen. Damit nimmt sich Nick Cassavetes ("John Q") eines Stoffes an, der noch nicht einmal verhandelt wurde, und klärt einen der spektakulärsten Mordfälle der USA gleich selbst: Im Kino. In Farbe. Mit viel Testosteron, heißen Girls, schnittigen Autos, Drogen, Sex und was sonst noch dazu gehört. Der Independentfilm ist sich dabei durchaus bewusst, dass er ein reales Szenario zur stilisierten Erhebung der Generation X umfunktioniert und an der Schuld und Nicht-Schuld seiner Protagonisten keine Zweifel lässt.

So rennen seine brutalen Vorortkids und Junkies ins unaufhaltsame Verderben – Partys und exzessivem Alkoholmissbrauch folgen gewaltsame Übergriffe rivalisierender Banden und bald auch organisierter Mord. Bedenkt man, dass die tatsächliche Schuld Jesse James Hollywoods noch gar nicht bewiesen wurde, erscheint "Alpha Dog" in seiner vorgegaukelten Authentizität wie eine geschmacklose Frechheit. Nicht nur verhalten sich die Teens und Möchtegern-Haudegen unter Führung Cassavetes’ wie ihre filmischen Vorbilder aus dem Universum eines Brian De Palma (natürlich hängt im Zimmer des Äquivalents Hollywoods, Johnny Truelove, ein "Scarface"-Poster) oder Quentin Tarantino (und fluchen und bewegen sich entsprechend selbst verliebt), sondern wird auch deren soziales Milieu ähnlich überraschungslos präsentiert.

Es sind die Eltern, die ihre Kinder nicht zu verstehen scheinen, vernachlässigen und ihrer selbst überlassen. Im günstigsten Fall versorgen sie sie mit Geld, um deren Drogen- und Schuldenprobleme zu finanzieren, im schlechtesten rauchen auch sie Joints und schniefen Kokain bei feierlichen Hauspartys. Cassavetes’ Sicht auf die Dinge würde in ihrer dümmlichen Banalität weniger ärgerlich erscheinen, zöge er die differenzierte Möglichkeit einer etwaigen Unschuld seiner Figuren in Betracht. Doch verantwortungslose Eltern ziehen Verliertypen heran, die ihrem Schicksal kaltblütig ausgeliefert sind und dieses auch genüsslich auskosten. Das ist nicht fatalistisch, das ist in erster Linie eindimensional und bedauerlich.

Die tatsächlichen Hintergründe dieser authentischen Personen erforderten selbstredend Recherche, deren Ergebnisse jedoch würden sich wenig mit der intendierten Darstellung von Ursache und Wirkung vereinbaren lassen, wie man sie sich im Kino des Nick Cassavetes gern vorstellt: Ganz sicher ohne einen Justin Timberlake, der sich und seine Coolness mit Freude selbst inszeniert. Und wohl auch ohne schicke Bildfilter in Videoclipästhetik, die so ganz vorbildlich die Realität verzerren können. Im Griff hat der Film seine Darsteller ohnehin nicht: Die Newcomer (darunter Ben Foster, "11:14") zelebrieren mit großer Spiellaune eine ausufernde Party auf der Leinwand, haben jedoch keinen blassen Schimmer von der Verantwortung, die ihre Figuren aufweisen. Jedoch fallen insbesondere die etablierten Namen aus dem Rahmen, diffamieren sich Bruce Willis (demnächst in "Live Free or Die Hard") als Vater des Drahtziehers Truelove und Sharon Stone (nach "Basic Instinct 2" geht es weiter bergab) als verzweifelte Mutter des Opfers durch regelrecht grotesk schlechte Leistungen selbst – das ist Over-Acting in penetrantester Erscheinung.

Besonders unangenehm entwickelt sich der Film dann, wenn für die folgeschweren Taten dieser Kids auch noch Motive in den Raum geworfen werden. Hier verhält es sich ganz wie bei der Frage um Schuld und Unschuld; Cassavetes bietet nicht an, er zwingt auf: In platten Dialogen („Hattest du auch schon mal diesen Traum? Den, in dem du etwas gemacht hast… und nicht weißt warum, aber du kannst nie wieder zurück?“) wird aus den Figuren das herausgekitzelt, was das Drehbuch nicht fähig in Subtilitäten chiffrieren konnte. Dem Zuschauer werden keine Vorschläge angeboten, die mithilfe einer Tiefgründigkeit der Protagonisten das „warum“ und „wieso“ diskutierten, sondern pseudophilosophische Antworten an den Kopf geknallt. "Alpha Dog" verharmlost ein reales Verbrechen – und ist höchst bedenklich und gründlich misslungen.

20%

Review erschienen bei: Wicked-Vision.de

Januar 19, 2007

TV: Fernsehtipps 20.01. - 26.01.07

Samstag, 20.01.

20:15 Uhr – „Jurassic Park 3“ (RTL)

Funktioniert als reines Actionkino mehr als passabel, die inszenatorische Finesse Spielbergs fehlt dem Film aber ganz gehörig.

20:15 Uhr – „Bang Boom Bang“ (Das 4.)

Haftet etwas zu sehr an den US-Vorbildern, aber für deutsche Verhältnisse ist diese Gangsterkomödie durchaus gelungen.

22:00 Uhr – „Spider Attack“ (K1)

Bei den Nu Image-Geschichten weiß man zumindest immer, was man bekommt – und „Spiders“ ist immerhin recht kurzweilig und durchschaubar.

23:35 Uhr – „M – Eine Stadt sucht ihren Mörder“ (RBB)

Peter Lorres Paraderolle in einem meisterhaften, stilistisch außergewöhnlichen Thriller.

23:45 Uhr – „Manche mögen’s heiß“ (WDR)

Der absolut beste Film seines Genres – in jeder Hinsicht eine Referenzkomödie.

5:35 Uhr – „Blondinen bevorzugt“ (SAT.1)

Diamonds Are A Girl's Best Friend…

Sonntag, 21.01.

14:50 Uhr – “Jenseits von Eden” (K1)

Aus der Riege der James Dean-Filme nicht unbedingt das Glanzlicht, aber ungeheuerlich intensiv ist diese Familiengeschichte dennoch.

20:15 Uhr – “Philadelphia” (K1)

Ein nicht ganz so mutiger Film, wie gern unterstellt wird, aber ein bemerkenswert einfühlsam inszeniertes, unheimlich bewegendes und natürlich auch großartig gespieltes Drama allemal.

20:40 Uhr – „Zwei auf gleichem Weg“ (Arte)

Der junge Albert Finney ist fantastisch in dieser munteren Liebeskomödie von Stanley Donen.

2:30 Uhr – “Mission: Impossible 2” (Pro 7)

Nahezu völlig misslungenes Sequel zum geschickten ersten Teil der Serienadaption. Cruise Controll ist hier das Motto – hölzern und komplett Over the Top. Davon abgesehen, dass das mit der Serie nichts mehr zu tun hat.

Montag, 22.01.

20:15 Uhr – „Kalender Girls“ (SAT.1)

Wird wegen Helen Mirren mal vorgemerkt.

22:15 Uhr – „The Cooler“ (ZDF)

Soll ja auch ziemlich gut sein, jemand gesehen?

Dienstag, 23.01

23:30 Uhr – „Die Ehe der Maria Braun“ (HR)

In den Fußstapfen Douglas Sirks fühlt sich Fassbinder überaus wohl – sein Film ist ganz nebenbei eine der bemerkenswertesten Studien zum Nachkriegsdeutschland.

23:45 Uhr – „Der Fall Paradin“ (NDR)

Bis auf einige Momente und originelle Einfälle kein besonders nennenswerter Hitchcock.

Mittwoch, 24.01.

22:10 Uhr – „Flatliners“ (k1)

Interessante Idee, deren philosophische Ebene Schumacher aber gar nicht erst betreten möchte.

0:35 Uhr – „Maria voll der Gnade“ (ARD)

Hatte sehr gute Kritiken. Wird vorgemerkt.

Donnerstag, 25.01.

20:15 Uhr – „Erin Brokovich“ (VOX)

Ganz auf seine Oscarprämierte Hauptdarstellerin zugeschnitten.

20:40 Uhr – „Short Cuts“ (Arte)

Herausragender Episodenfilm, an dessen satirischen, bittersüßen Witz erst P.T. Anderson anknüpfen konnte.

Freitag, 26.01.

23:40 Uhr – „Cube“ (RTL 2)

Vielleicht werde ich ja irgendwann noch einmal begreifen, was an diesem simplen und ebenso ineffektiven Kammerspielchen so gelungen sein soll. Ich habe mich seinerzeit vorzüglich gelangweilt.

2:10 Uhr – „Vanilla Sky“ (Pro 7)

Gelungen, aber das Original ist um Klassen besser.

Januar 18, 2007

Retro: THE CELLULOID CLOSET (1995)

Nicht selten wird man als Film-Rezensent, aufmerksamer Zuschauer oder jemand, der die Einstellung, ein Spielfilm müsse ausschließlich unterhalten und erlaube oder legitimiere keinen tieferen Blick, keine individuelle Analyse seines prinzipiell immer existenten Subtextes, nicht als Ultima ratio anerkennt – mal freundlich, mal ernst gemeint und manches Mal auch mit großem Nachdruck – darauf hingewiesen, die eigenen Interpretationen, seien sie an der Materie auch noch so deutlich belegbar, oder Rückschlüsse wären nur Ausdruck einer übermäßigen Konstruktion. Das äußert sich in besonderer Intensität sexuelle Sujets betreffend, ob im Diskurs des Hitchcockschen Werkes – hier sicherlich noch am unproblematischsten – oder ganz einfach bei der Betrachtung solch fester, eindeutiger, ungebrochener Genres wie dem Westernfilm. Die Dokumentation „The Celluloid Closet“ bricht in einer Mischung aus Interviewsequenzen mit zahlreichen Prominenten sowie entsprechenden Ausschnitten das Schweigen einer 100jährigen Filmgeschichte und untersucht in höchst präziser und niveauvoller Form die gleichermaßen verklemmte wie offensichtliche Darstellung von Homosexualität im Kino.

Diese analytische, scharfsinnige Reise beginnt mit dem Blick auf die Stummfilmzeit und endet in den 90er Jahren, in denen der Umbruch, sich von schwulen und lesbischen Klischees im modernen Film zu entfernen, voranschreitet. Schau- spielerinnen und Schauspieler wie Whoopi Goldberg, Susan Sarandon oder Shirley MacLaine, Tony Curtis, Antonio Fargas oder Tom Hanks, Regisseurinnen und Regisseure wie Jan Oxenberg, John Schlesinger oder Gregg Araki, sowie Drehbuchautoren und Filmkritiker berichten von ihren ganz persönlichen Erfahrungen mit dem Kino, wie diese ihr Leben beeinflusst, geformt und bestimmt haben, wie sie selbst ein Teil davon wurden und Veränderungen in Gang setzten. Unaufgeregt und bemerkenswert sachlich, entlarvt der auf dem 1978 erschienenen gleichnamigen Buch von Vito Russo basierende Film die sublimierte Sexualität des US-Kinos und erweist sich als bewegend-komische, vor allem aber meisterlich inszenierte und ungeheuer wichtige Studie.

Eine Frau, die eine andere Frau küsst (Marlene Dietrich in „Morocco“), ein exaltierter Mann in Fummeln (Cary Grant in „Bringing Up Baby“) oder ein lesbischer Vampir („Dracula’s Daughter“) – Bilder, die ein bürgerliches Publikum erzürnten, die moralisch verwerflich und abstoßend seien, die den christlichen Glauben beleidigten und deshalb eine maßgebliche Instanz heraufbeschworen: Den Hays Code. Eine zunächst freiwillige, später verbindliche Kontrolle unsittlicher Inhalte, die einen jeden Filmemacher herausforderte. Fortan verschlüsselten all die Alfred Hitchcocks, Billy Wilders oder Howard Hawks’ ihre eindeutig uneindeutigen Themen, bündelten sie in einen Subtext, arbeiteten mit Konnotationen, Andeutungen, Doppelbödigkeiten – mal mehr, mal weniger erfolgreich. „Das waren keine Atomwissenschaftler, denen ist vieles entgangen. Wenn der Regisseur clever genug war, dann schaffte er es“, bemerkt Drehbuchautorin Jay Presson Allen.

Das veranschaulicht sich in ausgewählten Beispielen. So durfte John Huston im Film Noir-Meisterwerk „The Maltese Falcon“ seine von Peter Lorre gespielte, homosexuelle Figur nicht der Vorlage entsprechend in Szene setzen und ließ ihn dafür überaus zweideutig mit dem Krückstock hantieren, während im Hintergrund eine orientalische, feminine Musik ertönt. Hitchcock, der sich in nahezu jedem seiner Filme unterschiedlich explizit mit den sexuellen Komponenten seiner Figuren beschäftigt, bewies feinsinnige Raffinesse, als er die Haushälterin Mrs. Denvers in „Rebecca“ sanft die Schränke ihrer heimlichen Liebe durchforsten lässt – inklusive deren Unterwäsche. In „Rope“ ging er noch offener zur Sache: Die beiden Studenten, die einen Kommilitonen ermorden, führen ohne jeden Zweifel eine Beziehung, ihre Bewegungen und intimen Blicke lassen als Motiv sogar durchaus Eifersucht erahnen, ganz zu schweigen von der – durch den Drehbuchautor versicherten – schwulen Dreiecksbeziehung mit ihrem Professor (gespielt von James Stewart). Alles nur dezent verarbeitet und leise angedeutet, und doch würde es selbst ein Blinder sehen.

Oder wenn sich die beiden von John Ireland und Montgomery Clift gespielten Cowboys in Hawks’ „Red River“ stolz ihre Revolver präsentieren, damit lustvoll spielen und ihre Männlichkeit demonstrieren, dann muss man nicht nur angesichts der Dialoge schmunzeln: Das ist schwules Bändeln in einer abstrakten Form, obwohl das Sinnbild des Colts für das männliche Geschlechtsteil offensichtlicher nicht sein könnte. Im Klassiker „Rebel Without a Cause“ von Nicholas Ray mussten ebenfalls alle homosexuellen Bezüge eliminiert werden, die eine über Freundschaft hinausgehende Beziehung von Plato und Jim Stark vermuten ließen. Dennoch war Plato in der Geschichte nur aus dem Grund der Außenseiter, weil er schwul war. Und wie im Hollywoodfilm üblich, musste er dafür auch sein Leben lassen – die Aufsässigen, die ihre Sexualität frei ausleben, bestraft das Kino mit dem Tod. Das lehren auch die Verfilmungen der Tennessee Williams-Stoffe „Cat On A Hot Tin Roof“ oder ganz besonders „Suddenly, Last Summer“.

Spannend gerät auch der Blick hinter die Fassaden der Traumfabrik, beispielsweise bei Rock Hudson, dem strahlenden Helden und Sonnyboy; dem Mann, der die Frauen wie ein Magnet in die Kinos zog, um reihenweise deren Herzen zu erobern. Doch was man beim Kollegen Cary Grant bis zu seinem Lebensende vermutete, das erblickte durch die AIDS-Erkrankung Hudsons grelles Licht der Öffentlichkeit: Er liebte Männer. In Verbindung mit seinen heiteren Doris Day-Komödien, die vor Keuschheit fast unerträglich erschienen, wirkt das natürlich tragisch, entbehrt jedoch auch nicht einer gewissen Ironie: „Ein Schwuler spielte einen Nicht-Schwulen, der einen Schwulen spielte.“, stellt Autor Armistead Maupin bezüglich „Pillow Talk“ fest. Noch bissiger im verquerten Sinne wird es bei „Ben Hur“ (1959), in dessen Geschichte zweier Rivalen es sich um nichts anderes als sexuelle Spannungen dreht. Charlton Heston, bekannt als erzkonservativer US-Bürger, wusste davon freilich nichts, doch wie Autor Gore Vidal hier offenbart, haben er und Regisseur William Wyler seinem Kollegen Stephen Boyd entsprechende Instruktionen gegeben: Heraus kommt einer der homoerotischsten Filme aller Zeiten. Im Subtext, versteht sich.

Die Liste ließe sich immer weiter fortführen, „The Celluloid Closet“ (der Titel bezieht sich auf die Redwendung „to be in the closet“, die jemanden bezeichnet, der nicht geoutet ist) kann in seinen fesselnden 100 Minuten nur Auszüge präsentieren, sie in den Kontext einer filmgeschichtlichen Entwicklung stellen und dabei Klischees und Stereotypen aufdecken. So waren homosexuelle Männer im Stummfilm zumeist Witzfiguren, die albernem Klamauk dienten, später Außenseiter und Abtrünnige, die weder ernst genommen noch akzeptiert wurden. Allmählich entstanden dabei zwei Darstellungstypen des Schwulen im Film: Entweder ist er der tragische, bemitleidenswerte Mensch, den das sichere Unglück oder den schicksalhaften Tod heimsuchen wird. Oder er war der Bösewicht und Mörder, der Schurke als Ausdruck von Bedrohung, ein Katalysator für die heterosexuelle Angst vor der Liebe des gleichen Geschlechts – mit selbstredend ähnlichen Folgen. Die Schauspielerin Quentin Crisp erklärt das so: „Mainstream people dislike homosexuality because they can't help concentrating on what homosexual men do to one another. And when you contemplate what people do, you think of yourself doing it. And they don't like that. That's the famous joke: I don't like peas, and I'm glad I don't like them, because if I liked them I would eat them and I hate them.”

Diese Homophobie äußerte sich in einigen Filmen besonders drastisch und menschenverachtend. „Vanishing Point“ von Richard C. Sarafian denunziert Schwule zu Lachnummern, wenn ein tuntiger Highway-Räuber vom harten Roadie nur belächelt und anschließend verprügelt wird. Besonders erschreckend wirkt dieser Ausschnitt, wenn Tom Hanks gesteht, dass Szenen wie diese in seiner Jugend gefeiert wurden und maßgeblich zur Aversion gegen Homosexuelle beitrugen. Ein anderes Beispiel ist William Friedkins „Cruising“ mit Al Pacino in der Hauptrolle. Darin werden nicht nur jegliche Lack und Leder-Klischees erfüllt, sondern erscheint der Schwule auch als ausnahmslos Perverser, dem nur mit dem blutigen Tod Einhalt gewährt werden kann. Diese Entwicklung ging einher mit einer zunehmend selbstverständlichen, alltäglichen Ausdrucksform für Beleidigungen, was der Film mit einer Montage diverser Ausschnitte, in denen das Wort „faggot“ benutzt wird, veranschaulicht. Der Filmkritiker Richard Dyer bemerkt dazu treffend: „Man weiß, dass der Film heterosexuell ist, wenn man in einen Hollywoodfilm geht. Aber man ist einfach nicht bereit, sich beleidigen zu lassen“.

Mit Blick auf Jonathan Demmes „Philadelphia“ beendet „The Celluloid Closet“ seine Odyssee schließlich im Kino der 90er Jahre. Natürlich hat sich vieles verbessert, sind die Restriktionen vergolten, doch sollte diese Wende dennoch nicht mit Überbewertung und -Erwartung ausgefüllt werden. Schon gar nicht in einer Zeit, in der Filme wie „Brokeback Mountain“ oder „Capote“ mobilisierte, christlich- fundamentalistische Massenverbände auf die Barrikaden treiben, die neo-konservative Produktionen („The Chronicles of Narnia“) als „rettende“ Gegenstücke installieren. Wie Regisseurin Jan Oxenberg so bezeichnend festhält: „’Philadelphia’ war toll, aber das beweist nichts. Es ist die Geschichte eines schwulen Helden, der stirbt, eine tragische Figur. Bleibt abzuwarten, ob die Öffentlichkeit auch einen Film annehmen würde, in dem der schwule Held lebt.“

Diese Dokumentation geriet deshalb so einrucksvoll, weil es den Produzenten darum geht, das Kino nicht nur als Ort ausgeblendeter Sexualität anzuprangern, sondern darauf hinzuweisen, wie sehr es die Realität reflektiert und zu einem maßgeblichen Teil auch bestimmt. Wie unendlich tragisch die Wahrheit erscheint, dass Gleichberechtigung und Toleranz darin längst keine Selbstverständlichkeit sind; wie Unterdrückung, Duckhaltung und Isolation regelrecht produziert wurden und werden – selbst bei den großen, ruhmreichen und glanzvollen Stars. Was nicht sein darf, das darf eben nicht sein. Möge deshalb die Zeit kommen, in der das Kino sich nicht mehr selbst betrügen muss.


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Januar 16, 2007

Kino: BLOOD DIAMOND

Der liberianische Bürgerkrieg in den 90er Jahren bildet den zeitlichen und räumlichen Hintergrund für Edward Zwicks Film "Blood Diamond". Der Titel verweist auf die so genannten „Konflikt-Diamanten“, die als Währung der Rebellenführer, Terroristen und Schmuggler die Unruhen in Sierra Leone finanzierten, und auch als „Blutdiamanten“ bezeichnet werden – für die Gewinnung der begehrten Steine wurden zahlreiche Teile der afrikanischen Bevölkerung misshandelt, bis 1999 über 5000 Kindersoldaten zwangsweise rekrutiert. Der illegale Handel mit den Diamanten ist auch nach Beendigung des Krieges ein Problem: Nur schwer lässt er sich kontrollieren, gelangen Steine aus Konfliktregionen in den regulären Handel – ungewiss, welche korrupten Wirtschaftsunternehmen mit ihrer Beteiligung dadurch weiterhin Unruhen in Krisengebieten finanzieren.

Kein bedenkenloser Stoff für einen Hollywoodfilm, der selbst erklärt, seine anspruchsvolle Thematik in möglichst unterhaltsamer Verpackung präsentieren zu wollen. Oder umgekehrt. Zweifel sind auch berechtigt, wenn ausgerechnet der Regisseur solch erzkonservativer Machwerke wie "Glory" oder "The Siege" sich diesem Komplex widmet – doch „Blood Diamond“ gelingt es zunächst erstaunlich fesselnd, sein Anliegen zu vertreten. Die ersten Minuten sind beklemmend intensiv, Zwick zeigt das Grauen des Bürgerkrieges in schonungslosen Bildern amputierter Zivilisten, erschossener Frauen und Kinder und niedergebrannter Dörfer. Er vermittelt stilistisch sicher und distanziert die Atmosphäre seines Schauplatzes, führt all seine Figuren geschickt ein und bebildert ohne Umschweife den groben politischen Kontext des Films.

Sind die narrativen Stränge erst einmal geschnürt, entfernt sich der sicherlich ambitionierte "Blood Diamond" allerdings schnell von seiner strengen Nüchternheit. Zwick ist zunehmend weniger an problemorientierten Kernpunkten, denn kantenloser Abenteueraction interessiert. Über die reine Darstellung grausiger, Gänsehaut erzeugender Aufnahmen von Kindern mit Maschinengewehren geht das nicht hinaus – weder Ursachen noch Auswirkungen in ihrer eigentlichen Komplexität werden im Film behandelt (die Rebellen erscheinen als dumpfe Meuchelmörder und die Figuren im politischen Kabinett, beispielsweise Präsident Joseph Saidu Momohs, spielen überhaupt keine Rolle!). Stattdessen mimt Leonardo DiCaprio in einer Mischung aus den Bogart-Charakteren eines "The Treasure of the Sierra Madre" und dem Typus des Indiana Jones den egoistischen Schmuggler, trägt dabei jedoch nicht nur einige Zentimeter zu dick auf, sondern verdrängt vor allem den eigentlichen Mittelpunkt des Films: Die Geschichte eines Ex-Söldners, dessen Sohn entführt und zum Kindersoldaten ausgebildet wird.

Diese Schwerpunktverlagerung zugunsten einer unterhaltsamen Diamantenjagd ist nachvollziehbar, aber höchst bedauerlich. Zumal "Blood Diamond" trotz seines Verzichts auf konkrete Problematisierungen gern Antworten auf all seine tangierten Themenbereiche erteilt. Das hat spätestens im großen Finale fatale Auswirkungen, wenn der um jegliche Unschuld beraubte Junge die Handfeuerwaffe gegen die Arme seines Vaters eintauscht – so einfach und herzergreifend lassen ich komplexe Wahrheiten in kinogerechte Lösungen umdichten. Man könnte es deshalb ganz einfach böse formulieren: Der Film missbraucht seinen Gegenstand für eine mit konventioneller Spannungs- dramaturgie erzählte Schatzsuche, die im dösigen Ethno-Ambiente naiv und bisweilen überaus ärgerlich geriet. Letztlich werden in diesen belehrenden zwei Stunden nur Schauwerte und das gute Gewissen bedient.


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