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Januar 10, 2020

Die geheime Welt der Fan-Restaurierungen

Eigenmächtige Restaurierungen unliebsam behandelter Filme erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Im Verborgenen leisten Fans damit eine rechtlich fragwürdige, kinohistorisch jedoch wertvolle Arbeit. Für kino-zeit schreibe ich über das halbseidene Phänomen.

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Dezember 23, 2019

Jahresrückblick - Die schlechtesten Filme 2019

Disney, Marvel oder Star Wars, welche Marke hat 2019 am meisten genervt? Wie jedes Jahr habe ich meine 10 schlimmsten filmischen Erfahrungen für Moviepilot aufgeschrieben.

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September 29, 2019

Kurzer Hasskommentar zu Kevin Feige

An der Marvelisierung des Star Wars-Universums arbeitet Disney seit der Übernahme von Lucasfilm. Nun darf Kevin Feige die Marke persönlich zu Grabe tragen.

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Mai 19, 2019

Zum 20-jährigen Jubiläum von Star Wars: Episode I

Vor 20 Jahren riss Star Wars: Episode I tiefe Wunden ins Fandom. Gerechtfertigt war der Hass gegen das Prequel nie. Es zählt zu den schönsten Filmen der Reihe.

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Dezember 13, 2017

Die fragwürdige Verleihpolitik von Disney

Auf dem Weg zur totalen Marktbeherrschung arbeitet der Disney-Konzern nicht nur an einer Übernahme des Medienriesen 21st Century Fox sowie einem eigenen Streaming Portal. Sondern er setzt auch Kinobetreiber mit Abgabeerhöhungen und speziellen Vertragsklauseln unter Druck. Eine Unverschämtheit.

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Dezember 11, 2017

Was im Filmjahr 2017 (noch immer) falsch lief

Farblose Blockbuster und der marginalisierte Rest setzten 2017 die Katastrophe des letzten Jahres fort. Es wird Zeit, dass ein Ruck durchs Kino geht. Schluss mit Superhelden, Schluss mit Sternenkriegen, Schluss mit schlechten Filmen.

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September 20, 2017

Ein Nachruf auf Star Wars

Die Zukunft von Star Wars ist besorgniserregend. Das jedenfalls scheint manch dramatische Schlagzeile über die Produktionsschwierigkeiten kommender Episoden vermitteln zu wollen. Aber welche Zukunft? Die Sternenkriege sind vorbei.

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August 18, 2016

Blockbuster-Illusionen

Die Nachdrehs zu "Star Wars: Rogue One" haben Fans empört, obwohl sich Eingriffe der Studios in Filmproduktionen schon aus den Bedingungen ihres Systems ergeben. Dass es um Individualisten in Hollywood schlecht bestellt ist, kann man bedauerlich finden. Überraschend ist es nicht.

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März 24, 2016

Warum Indiana Jones 4 zu Unrecht gehasst wird

Die Ankündigung eines fünften Indiana Jones hat bei den "Fans" offenbar die Wunden des letzten Films aufgerissen. Wieder scheinen sie nicht müde, sein angebliches Vergehen an der Originaltrilogie zu bedauern. Und wieder tun sie dem Film dadurch Unrecht. 

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Dezember 10, 2015

Star-Wars-Nerdtext

Für viele scheint es undenkbar, dass "Star Wars: Episode VII - Das Erwachen der Macht" zu einer vergleichbaren Enttäuschung werden könnte wie einst Episode I. Dem Film käme es zugute, würden wir die Erwartungen an ihn auf ein vernünftiges Niveau schrauben. 

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November 19, 2015

Star Wars aus dem Giftschrank

George Lucas würde es gern vergessen machen, Fans betrachten es als Schandfleck im Kanon der Sternenkriegssaga. Doch das "Star Wars Holiday Special" verdient eine angemessene Veröffentlichung. Und endlich auch mehr Wertschätzung. 

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Juni 24, 2015

Kino: STRANGE MAGIC

Feen, Elfen und Kobolde bevölkern die Lucasfilm-Produktion "Strange Magic", die ihre Figuren Liebeslieder aus sechs Jahrzehnten Popmusikgeschichte nachträllern lässt. Der "Star Wars"-Schöpfer soll sich damit einen Herzenswunsch erfüllt haben, für Disney wurde er zum Albtraum: Das Jukebox-Musical gilt als einer der größten Animationsflops aller Zeiten. [...]

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April 22, 2015

Wie sich Star Wars ohne George Lucas anfühlt

George Lucas hat die künstlerische Kontrolle über seine Sternenkriegssaga abgegeben. Vorerst kann man nur spekulieren, welche genauen Konsequenzen sich daraus für "Episode VII" ergeben. Doch das Star-Wars-Universum wird künftig ein anderes sein. 

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Juni 18, 2014

News-Terror im Tentpole-Zeitalter

Die großzügige Berichterstattung über "Star Wars: Episode VII" ist vor allem eine der Mutmaßungen und Fragezeichen. So wenig Einblicke sie dabei in den Film gibt, so sehr legt sie allerdings die Marketing-Rituale gegenwärtiger Blockbuster frei. 

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November 07, 2012

Die Wahrheit über Star Wars Episode I – III

Seit Bekanntmachung der Lucasfilm-Übernahme durch Disney keimt auch die Ablehnung gegen den Schöpfer von Star Wars und seiner Prequel-Trilogie erneut auf. Dabei ist es längst an der Zeit, für Episode I bis III eine Lanze zu brechen. [...]

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Februar 08, 2012

Kino: STAR WARS EPISODE I - THE PHANTOM MENACE 3D [aka. Die dunkle Bedrohung]

"What if the movie sucks?", fragt sich einer der Nerds in "Fanboys", nachdem er und seine Freunde in das Haus von George Lucas einbrachen, um dort eine Kopie des sehnsüchtig erwarteten neuen Star-Wars-Films zu stehlen. Und es ist eine berechtigte Frage: Ende der 90er, als auf der Leinwand die Sternenkriege mit der Prequel-Trilogie von Neuem entfachten, war die Enttäuschung groß – das Lucas-Imperium habe die Kindheitserinnerungen ganzer Generationen geschluckt, lautete der Tenor. Nach 13 Jahren kommt "Star Wars: Episode I" nun wieder in die Kinos. Als 3D-Konvertierung. [...]

Juli 30, 2009

Kino: FANBOYS

Sie sind leidenschaftliche Film- und Comicfreaks, Fulltime-Nerds, Star-Wars-Jünger, "Fanboys": Es ist egal, ob sie einen vernünftigen Job haben, Kontakte zu Mädchen auch mal außerhalb eines Chatrooms hergestellt bekommen oder aussehen wie bleiche Couch-Potatoes, die nur notgedrungen das Tageslicht erblicken – so lange Hutch, Windows, Eric und Linus stundenlang über Chewbaccas Heimatplaneten oder das Paarungsverhalten der pelzigen Ewoks fachsimpeln können, ist die Welt für sie in Ordnung.

Das heißt: fast in Ordnung. Denn seit 1983 der letzte Star-Wars-Film, "Die Rückkehr der Jedi-Ritter", die Kinos eroberte, sind 15 lange Jahre vergangen. Jahre, in denen die Fangemeinde ein weiteres Weltraumabenteuer herbeiträumen musste und auf eine harte Geduldsprobe gestellt wurde, als George Lucas, der geistige und kommerzielle Vater des Sternenkrieger-Imperiums, eine neue Prequel- zur bekannten Ur-Trilogie ankündigte.

Kurz bevor "Episode I – Die dunkle Bedrohung" also seine geplante Erstaufführung erleben sollte, steigert sich die Vorfreude der Fanboys zu einem besonders bekloppten Plan, den Internetlegende und Berufsnerd Harry Knowles ihnen gegenüber dann auch schlicht als "the stupidest thing I've heard since Schumacher put nipples on Batman" bezeichnet.

Denn weil sie nicht mehr warten können auf jenes Großereignis, das die Kindheit des dunklen Darth Vader beleuchten würde, reisen die vier Jungs quer durch die USA, um schließlich auf der Skywalker-Ranch einbrechen und in den heiligen Hallen des Regisseurs einen Rohschnitt des lang ersehnten neuen Star-Wars-Films sehen zu können. Dass sie dort auf Sicherheitsleute im "THX 1138"-Outfit treffen werden, ahnen die übermütigen Draufgänger da natürlich noch nicht.

Und so erleben die Titelhelden auf ihrer Reise im entsprechend mit Fan-Accessoires beschmückten Kleinbus erst einmal allerlei unerwartete Abenteuer: Sie verirren sich in eine schwule Bären-Bar, geraten mit einer Horde wilder Star-Trek-Fans aneinander und treffen schließlich gar auf William Shatner, James T. Kirk höchstpersönlich, der ihnen obendrein nützliche Infos über die Inneneinrichtung der Skywalker-Ranch mit auf den Weg gibt.

Der gemeinsame Traum, das große unmögliche Ziel, dient Kyle Newmans Slacker-Komödie allerdings nur als Aufhänger für ein Road-Movie, das sich wenig bis gar nicht von konventionellen Retorten-Teen-Comedies unterscheidet. Dramaturgisch erinnert der Film an "Road Trip", das Witzniveau bewegt sich selten über der Gürtellinie, und allzu liebevoll oder detailreich bemüht die Geschichte das Wesen von Fandoms leider auch nicht. Es ist ein merklich austauschbarer Film zu einem ganz und gar nicht austauschbaren kommerziellem Phänomen.

"Fanboys" gefällt jedoch in jenen Momenten, die selbst- ironisch und distanziert den Realitätsverlust hartnäckiger Produktanhänger thematisieren, oder allzu vergnügt mit dem Insiderwissen der Star-Wars-Fans spielen. So verfehlen überraschende Cameo-Auftritte von Carrie Fisher (Prinzessin Leia), Ray Park (Darth Maul) oder Billy Dee Williams (Lando Calrissian) selbstredend nicht ihren Zweck, während sich die Anspielungen und Referenzen auch auf allerlei andere Film-Franchises erstrecken. Schließlich dürfen sogar die Ur-Film-Nerds, Kevin Smith und Jason Mewes, kurz vor die Kamera huschen.

Dass Newmans Hommage an eine an und für sich enorm interessante und faszinierende Subkultur – vor allem mit dem Bewusstsein, dass Fans mittlerweile erheblichen Einfluss auf die Produktionsverhältnisse "ihrer" Serien, Fortsetzungen oder Adaptionen haben – ihrerseits eine bewegte Geschichte hinter sich hat, ist dem Ergebnis leider oft auch negativ anzumerken. So wurde der bereits für 2007 angekündigte Film von seinen Produzenten, den Weinstein-Brüdern, trotz erfolgreicher Testvorführungen vielfach umgeschnitten und schließlich ein neuer Regisseur damit beauftragt, Szenen nachzudrehen.

In seiner jetzigen Form ist "Fanboys" bezeichnenderweise ein Fan-Kompromiss aus der ursprünglichen Version und den Änderungen seiner Produzenten. Tatsächlich aber hätte beispielsweise der von den Weinsteins beanstandete Sub-Plot, der die Krebskrankheit eines der vier Jugendlichen thematisiert, guten Gewissens gestrichen werden können – er wirkt deplatziert in einem an schlüpfrigen Gags nicht gerade armen Films, der auch sonst wenig Tiefsinniges für seine karikaturhaften Figuren übrig hat.

Natürlich fragt man sich indes die gesamte Zeit über vor allem, wie die vier Fans auf den so sehnlich erwarteten Film schließlich reagieren werden, wenn sie ihn dann endlich zu Gesicht bekommen. Hier weicht "Fanboys" der bekanntlich enormen Enttäuschung, als die "Episode I" überwiegend aufgenommen wurde, immerhin sehr clever aus. Erics Schlusssatzfrage, bevor die ersten Star-Wars-Bilder auf der Leinwand erscheinen, lautet wohl nicht ganz grundlos: "What if the movie sucks?".


50% - erschienen bei: gamona

August 17, 2008

Zuletzt gesehen: STAR WARS

Immer noch ein verrückter Film: Diese seltsame Einführung, das komische Gerede, die alberne Macht. Inmitten ein Orang Utang, ein goldener "Metropolis"-Blechmann, ein fiepsender Rollroboter. Ein großer schwarzer Mann mit seltsamer Maske. Und alle reden von wirren Dingen wie dem Imperium, dem Todesstern oder vom Hyperraum. Aber natürlich ist das eine reine Geschichte, ein großes Abenteuer, eine Erinnerung aus der Kindheit. Jedes Jahr muss "Star Wars" wieder geschaut werden, und mit ihm all seine Fortsetzungen. Ich habe deshalb einmal meine unsägliche Besprechung von damals etwas überarbeitet.



Die schönste Szene des Films, ein echter magic moment des Kinos.

August 11, 2008

Kino: STAR WARS: THE CLONE WARS

Es gibt immer noch mehr zu erzählen: Nachdem die "Star Wars"-Saga mit den Prequel-Episoden I bis III nun eigentlich vollendet, die Geschichte um den jungen Anakin Skywalker und seinem Übergang zur Dunklen Seite der Macht zum Abschluss gebracht und überhaupt die große intergalaktische Science-Fiction-Metapher vom Aufstieg und Fall eines Imperiums komplettiert schien, kehrt George Lucas nun noch einmal zurück aufs Schlachtfeld: "The Clone Wars", der computeranimierte Kino- und gleichzeitig Serienpilotfilm, ist der Rückblick in den Rückblick, irgendwo zwischen "Attack of the Clones" und "The Revenge of the Sith".

Inmitten der sagenumwobenen Klonkriege – im allerersten "Star Wars"-Film, also nunmehr Episode IV, verweisen Obi-Wan Kenobi und Prinzessin Leia auf deren Bedeutung für die Galaxis – kämpfen die tapferen Jedi gegen die zerstörerischen Separatisten um den Erhalt der Republik. Der hinterlistige Count Dooku, geheimes Mitglied einer Unter- grundlegion der Sith, die den Fall der Demokratie mithilfe eines Putsches durch Kanzler Palpatine (aka. Darth Sidious) vorbereitet, hat dafür einen Handlanger in die Schlacht entsandt: Asajj Ventress soll Obi-Wan und Anakin in eine Falle locken, die den Separatisten und ihren Kampfdroiden den entscheidenden Sieg bringen könnte.

Der Plan scheint aufzugehen: Während die Jedi-Ritter und ihre Klonkrieger in der Schlacht Teilerfolge erzielen, haben Anakin und seine Padawan-Schülerin Ahsoka Tano den Auftrag erteilt bekommen, das von den Separatisten entführte Baby Jabba the Hutts unversehrt zurück nach Tatooine zurückzubringen, damit sich die Vertreter des Senats mit den Hutten verbünden können. Dort allerdings basteln Dooku und seine Handlanger an einer Verschwörung, damit Jabba die eigentlichen Retter seines Sprösslings fälschlicherweise zur Verantwortung zieht – und sich der Dunklen Seite anschließt.

Adieu, Fanfarenklang

Das erste Befremden stellt sich schon vor Filmbeginn ein: Anstelle der obligatorischen Fox-Fanfare, die bekanntlich ein grün leuchtendes Lucasfilm-Logo und damit die ersten Gänse- hautgefühle des gepflegten "Star Wars"-Nerds einläutet, erscheint auf der Leinwand das gelbe Warner-Symbol. Und dann heißt es zwar, dass wir uns irgendwo in einer weit, weit entfernten Galaxis befinden würden, aber der Schrifttext – sozusagen das letzte wirkliche Artefakt des Lucas- Universums, die einzige echte Konstanz, das absolute Verbindungsglied – wird dem geneigten Zuschauer auch noch vorenthalten. Man ist verwirrt, verärgert, verunsichert. "The Clone Wars", das kann doch schon eigentlich nichts mehr werden.

Immerhin: Der Fließtext wird durch visuelles Erzählen ersetzt, eine fixe Montage gibt Aufschluss über den zeitlichen und räumlichen Rahmen, und schnell sind auch die Lichtschwerter gezückt. Der Titel ist dabei Programm, was man sich in den Kinofilmen noch zusammenreimen musste und in Episode II und III nur eine untergeordnete Rolle spielte, das wird jetzt in aller Ausführlichkeit in Anlehnung an japanische Vorbilder zurechtanimiert: Die alles entscheidenden Klonkriege, so sollen sie sich also abgespielt haben.

Alles nur geklont

Nun waren jedoch die Realfilme schon nicht arm an Schlachten, insbesondere die letzte Episode der neuen Trilogie, die den großen Verlust der Jedi und folgenschweren Sieg der Sith dramatisch bebilderte, funktionierte eigentlich wie eine zweistündige Weltraumoper voller Kämpfe, die gerade durch ihr Aussparen der Klonkriegsdetails noch ausreichend Raum für die charakterliche Entwicklung ihrer Helden und nostalgische Zwischentöne fand – und damit zu jenem „Star Wars“-Gefühl zurückfand, das ein Großteil des Publikums in den neuerlichen Episoden bis dato vermisst hat.

Insofern waren die ausgesparten "Clone Wars" mit ihrer passiven, mythisch überhöhten Rolle bestens bedient. Denn das seelen- und lieblose CGI-Getümmel, das dieser Nachschub hier auffährt, ist ebenso unnötig wie einschläfernd: War die gleichnamige TV-Zeichentrickserie von 2003 zumindest als Appetizer auf Episode III sinnvoll, indem sie die Geschichte weitererzählte, wichtige Ereignisse vorbereitete und Fragen aufwarf, die "The Revenge of the Sith" dann beantworten sollte, so ist der zeitlich ähnlich angesetzte computer- animierte Kinofilm nun dahingehend funktionslos. Episode III ist vorüber, die Geschichte erzählt, der Deckel zu.

Eine Frage: Warum?

Somit gelingt es der 3D-Version von "The Clone Wars" anders als seinem TV-Vorgänger in 2D zumindest inhaltlich nicht, in neue Dimensionen des Mythos’ vorzudringen oder gar Leer- stellen auszufüllen. Aber schlimmer noch, ist dieser Pilotfilm für die in den USA ab Herbst dieses Jahres angekündigte Fernsehserie so uninspiriert und geistlos heruntergekurbelt, dass sich die Magie und Faszination, die "Star Wars" ja selbst in Form seiner x-ten Variation oder Neuauflage noch auszeichnet, nicht eine Sekunde lang einstellen mag.

Daran haben sowohl der scharfkantige, aggressive Stil des Films – die Figuren wirken völlig emotionslos und jeglicher Mimik enthoben animiert –, als auch die grauenvolle Musik von Kevin Kiner ihren Anteil. Das wichtigste Element von "Star Wars", die stilbildende John Williams-Komposition mit ihren zahlreichen Motiven und Verweisen, wird hier auf einen Klangteppich reduziert, der jedes Feingefühl vermissen lässt: Die Kampfszenen werden mit Heavy Metal-Riffs unterlegt (!), die wenigen bekannten Score-Themen für nichts sagende Momente verheizt – und das alles auch noch schlecht produziert und offenbar ohne Orchester eingespielt. Wenn man dann an den Blick in die Doppelsonne aus Episode IV und Williams wundervoll episches Schicksalsmotiv zurückdenkt, offenbart sich erst wirklich, was "The Clone Wars" alles verschenkt – und vor allem so richtig falsch gemacht hat.

Was als sympathischer Zeichentrick im Fernsehen noch seine Berechtigung gehabt haben mag und einst das Warten aufs letzte große "Star Wars"-Kapitel verkürzte, das gerinnt als kantiges Kino-Abenteuer aus dem PC zum verspäteten und sinnfreien Ärgernis. Die austauschbare, nur aus Kämpfen und Krawumm zusammengestückelte Handlung verrät nichts Neues über die Geschichte und ihre Mythologie, an der Lucas doch so lange gefeilt hatte. Ohne wirkliches Gespür für jene kindliche Magie und dramatische Zuspitzung, die den Weltraummärchen erst zum universellen Erfolg bei jung und alt verholfen haben, wird hier ein unsäglich niveauloser, in allen Belangen enttäuschender Einstieg vorbereitet – für eine Serie, auf die man auch gut und gerne hätte verzichten können. "The Clone Wars" ist selbst oder vermutlich gerade für eingefleischte "Star Wars"-Fans eine ziemlich bittere Angelegenheit.


30% - erschienen bei gamona

Juli 23, 2008

Diverses: STAR WARS meets SAUL BASS



Eine Hommage an den größten Grafikdesigner der Film- geschichte. Hatte ich schon mal verlinkt, macht aber nichts. Es ist toll.