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Mai 19, 2019

Zum 20-jährigen Jubiläum von Star Wars: Episode I

Vor 20 Jahren riss Star Wars: Episode I tiefe Wunden ins Fandom. Gerechtfertigt war der Hass gegen das Prequel nie. Es zählt zu den schönsten Filmen der Reihe.

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März 12, 2013

Kino: JACK THE GIANT SLAYER [gemäß deutscher Titelschmiede: JACK AND THE GIANTS]

Bereits im Juni vergangenen Jahres sollte die Neuadaption des im englischsprachigen Raum seit Jahrhunderten beliebten Märchens um den Bauernjungen Jack, die gigantische Bohnenranke und den gefährlichen Riesen in die Kinos kommen. Der Startverschiebung ging eine so schwierige Produktionsgeschichte voraus, dass Brancheninsider schon von einem neuen "John Carter"-Debakel sprachen. [...]

Januar 31, 2013

Kino: THE IMPOSSIBLE

"The Impossible" vermittelt dem Zuschauer schmerzhaft das Ausmaß einer Naturkatastrophe anhand seiner Nachstellung des Tsunamis in Südostasien. Ein packendes, aber auch zwiespältiges Erlebnis. [...]

Februar 08, 2012

Kino: STAR WARS EPISODE I - THE PHANTOM MENACE 3D [aka. Die dunkle Bedrohung]

"What if the movie sucks?", fragt sich einer der Nerds in "Fanboys", nachdem er und seine Freunde in das Haus von George Lucas einbrachen, um dort eine Kopie des sehnsüchtig erwarteten neuen Star-Wars-Films zu stehlen. Und es ist eine berechtigte Frage: Ende der 90er, als auf der Leinwand die Sternenkriege mit der Prequel-Trilogie von Neuem entfachten, war die Enttäuschung groß – das Lucas-Imperium habe die Kindheitserinnerungen ganzer Generationen geschluckt, lautete der Tenor. Nach 13 Jahren kommt "Star Wars: Episode I" nun wieder in die Kinos. Als 3D-Konvertierung. [...]

Dezember 07, 2011

Kino: PERFECT SENSE

Nicht mehr hören, nicht mehr sprechen, nicht mehr sehen können. Nach und nach verlieren alle Menschen auf der Welt ihre Sinne, eine unerklärliche Epidemie stellt ihr Sein in Frage. Was bleibt dem Menschen, wenn seine visuellen und auditiven Fähigkeiten verschwinden. Wenn er sich nicht mehr mitteilen oder auf Mitteilungen reagieren, nicht mehr in Kontakt zu anderen stehen und seine Umwelt wahrnehmen kann. Dies meint David Mackenzies neuer Film sicher beantworten zu können: ein "Perfect Sense".

Der Apokalypse gehen, so gehört es sich in den Bedrohungs- szenarios des Science-Fiction-Kinos, deutliche Warnsignale voraus. Der kollektive Verlust von Sinneswahrnehmungen ist ein sukzessiver, seine Anzeichen rasch deutbar. Vom nicht mehr riechen können bis zur totalen Blindheit vergehen nur Monate, mit quälender Gewissheit steuert die Menschheit auf ihr Verderben zu. Am endzeitlichen Vorabend, inmitten von Fatalismus und letzten Hoffnungsschimmern, lernen sich Susan (Eva Green) und Michael (Ewan Mcgregor) kennen. Nicht vom Ende der Welt erzählt dieser Film, sondern vom Beginn einer Liebe.

In den Vorzeichen der anbahnenden Katastrophe ist die Annäherung der Forscherin und des Chefkochs schon am Anfang von besonderer Intimität und Leidenschaft geprägt. Nach jedem weiteren verschwundenen Sinn richten sie sich auf die jeweils neue Situation ein; bangend, lediglich von einem besiegbaren Virus befallen zu sein, ahnend, dass sie bald nichts mehr haben außer sich selbst. "Perfect Sense" ist nicht an den Konventionen des Weltuntergangsfilms interessiert, an Wissenschaftlern in Schutzanzügen ebenso wenig wie an der Darstellung von Panik oder Überlebenskämpfen.

Bis zuletzt bleibt der Film bei seinen Protagonisten, teilt ihren Blick und ihre Empfindungen. Jeder Verluststufe geht eine kurze Phase potenzierter Emotionen voraus, die Beziehung von Susan und Michael ist gekennzeichnet von Gefühlswallungen und Wutausbrüchen. Umso intensiver und einfühlsamer skizziert der Schotte Mackenzie zwischen- menschliche Extremsituationen. Was seinen Figuren schließlich bleibt, sind Nähe, Berührung und Sex, die Kommunikation des Körpers. Liebe erweist sich als stärkster aller Sinne: "Besides love, there is nothing.".

Die eigentlichen Spuren der Epidemie, wie gesagt, streift "Perfect Sense" nur am Rande. Interessant ist hingegen, wie er die Sinnesverluste seiner Figuren filmisch verarbeitet, um nicht die Perspektive wechseln und das nahende Unheil von ober- oder außerhalb inszenieren zu müssen. Da Film auf Bilder und Töne angewiesen ist, ergeben sich in der Vermittlung einige Probleme, die Mackenzie – leider – zugunsten des Kinokomforts löst. Nur vorübergehend verzichtet er auf Ton, nur kurz schwärzt er das Bild zum Ende hin. Beeindruckend zwar, nicht aber konsequent, radikal genug.

Würde der Film sein eindringliches Intimitätskonzept nicht außerdem mit einem befremdlichen Voice-over abschwächen, in dem Eva Green philosophische Plattitüden zu recht profan montierten Bildern der (Dritten) Welt predigt, hätte er sich als einer der interessantesten Science-Fiction-Beiträge der letzten Jahre mühelos gegen seine ideellen Quasi-Vorgänger "Children of Men" (2006) und "Blindness" (2008) behaupten können. Sehenswert ist "Perfect Sense" aber dennoch – wann inszeniert schon mal jemand das Ende der Menschheit als gedankenvolle Liebesgeschichte?


60% - erschienen bei: gamona

Oktober 18, 2010

Zuletzt gesehen: THE GHOST WRITER

Konzentrierter und kluger Thriller, dessen konventionell anmutende Inszenierung in präzisen Bildern von sorgfältiger Eleganz und gediegener Nüchternheit die eigentliche politische Komödie hinter den unheilvollen Spannungsbögen ein wenig verschleiern mag. Der lakonische Humor des Films wechselt sich spannend und überraschend vergnüglich mit gleichfalls amüsanten wie faszinierenden Variationen früherer Polanski-Themen um Paranoia, Isolation und Verschwörungsmächten ab. Mit Blick für erstaunliche und entscheidende Details, auf den Punkt inszeniert, selbst in kleinsten Nebenrollen hervorragend besetzt und schlicht wundervoll anzuschauen ist "The Ghost Writer" bis zum bitteren Ende der beste Polanski seit einer halben Ewigkeit – und ein umso erstaunlicherer Film, da er quasi aus dem Gefängnis heraus fertig gestellt werden musste.


85%

April 29, 2010

Kino: I LOVE YOU PHILLIP MORRIS

Eine wahre Geschichte, zumindest so weit es das Kino zulässt: Steven Russell (Jim Carrey) ist der All-American-Dad, er hat einen guten Job, eine Frau, ein Kind und auch ein schönes Haus. Das alles hakt dieser Film jedoch schon mit der Titelsequenz ab, um dem sorgenfreien Leben des Steven Russell zügig ein Ende zu bereiten. Mit einem Autounfall – man denke an John Waters’ "A Dirty Shame" – kommt dem Lebemann eine einschneidende Erkenntnis: Er ist schwul. Und damit nicht gemacht für sonntägliche Kirchengänge und kuscheligen Ehe-Sex. Jetzt sehen wir Steven ganz schnell ganz anders: In neuesten Designer-Klamotten und mit markigen Kerlen an seiner Seite. Das ist der Moment, an dem viele Besucher die Sneak Previews hierzulande auch angesichts durchaus etwas expliziterer Szenen schlagartig verließen. So kann man es zumindest immer wieder vernehmen.

Weil der Lebenswandel jedoch seine kostspieligen Schattenseiten hat, entschließt sich Steven zu eher unkonventionellen Methoden der Geldbeschaffung. Um sich und seinem neuen Freund finanziellen Wohlstand zu garantieren, betrügt er Versicherungen – und landet damit zügig im Gefängnis. Dort lernt er Phillip Morris (Ewan McGregor) kennen und lieben, und dort beginnt der Film seine eigentliche (Liebes)Geschichte zu erzählen. Was Steven hingegen an Lügen, Diebstählen und Trickbetrügereien auffährt, um diese Liebe halten und in die Freiheit verlagern zu können, das sprengt jeglichen Rahmen.

"I Love You Phillip Morris", der trotz seines irreführenden Titels nichts mit dem gleichnamigen Zigarettenhersteller gemein hat, ist eine klassische Betrügerkomödie. Nicht so raffiniert und stilsicher wie Steven Spielbergs sehr ähnlicher "Catch Me If You Can", aber gewiss doppelbödiger. Denn die beiden Regisseure Glenn Ficarra und John Requa erzählen keineswegs eine gewöhnliche Gaunergeschichte, die lediglich die Konvention des klassischen Liebespaares gegen eine schwule Beziehung eintauschen würde. Sondern der, wenn man ihn so nennen will, Geschlechterbruch ist hier als gezielte Provokation zu verstehen und damit ursächlich für die mutigste und cleverste Hollywoodkomödie seit Jahren.

Denn der Film greift nicht das langbärtige Komödienklischee auf, das für gewöhnlich allen queeren Mainstream-Comedys in irgendeiner Variation zur Massentauglichkeit verhilft. Nämlich das der Versicherung, alles von normativen Gesellschafts- bildern abweichende sei letztlich nur Mittel zum Zweck oder schlichte Behauptung – und damit ungefährlich. So schlüpfte Robin Williams einst als "Mrs. Doubtfire" in Fummel, um wieder seinen Kindern nahe sein zu können. Transsexualität genügte hier als Joke, so lange sich dahinter kein Ernst zu verbergen drohte und die einzige wirklich schwule Figur als tuntiger Visagist auftrat. In "I Now Pronounce You Chuck & Larry" wiederum spielten Adam Sandler und Kevin James ein schwules Pärchen wider Willen, das nur wegen Pensionsvorteilen eine Lebensgemeinschaft bildete. Am Ende führen sie den CSD in New York an (es bedarf schließlich heterosexueller Initiative, um homosexuelle Rechte einzuklagen) und der Film meint ein Plädoyer für Schwule einzustimmen – doch küssen wollen sich die Männer hier trotzdem auf keinen Fall.

Das alles sind Komödien, die in ihrem Humorverständnis von Gleichberechtigung träumen, aber Homophobie nur nähren. Ihr Erfolg war einer rein heterosexuellen Perspektive und damit komfortabler Publikumssicherheit geschuldet. "I Love You Phillip Morris" nun spinnt eine wirkliche und umweglose Liebesgeschichte zwischen Männern. Hier spielen zwei heterosexuelle Hollywoodstars zwei homosexuelle Typen, die nur ihrer Liebe wegen ein Paar sind. Schwulsein ist hier gar so selbstverständlich, dass sich der Film nicht nur den Verzicht auf böswillige Klischees leisten, sondern auch ganz einfach hauptsächliche eine tradierte Gaunergeschichte erzählen kann. In deren Mittelpunkt eben nicht Frau und Mann, sondern Mann und Mann stehen. So einfach ist das, und leider doch so bemerkenswert. Deshalb kann man Ficarras und Requas Film als einfachen Betrügerspaß abwatschen, in dem die Protagonisten eben lediglich schwul seien. Oder als gewagten und überaus geglückten Versuch, aus Hollywoods üblichen Genreannäherungen an queere Comedy-Stoffe auszubrechen.


75% - erschienen bei den: 5 FILMFREUNDEN

Juni 19, 2009

Zuletzt gesehen: SHALLOW GRAVE

Kleine Morde unter Freunden. Der Titel fasst nicht nur den fatalistischen Plotverlauf zusammen, er kommentiert auch ironisch, was Danny Boyles bemerkenswertes Spielfilmdebüt genüsslich vor- und später richtig schon nachbereitet, nämlich die Selbstzerstörung dreier junger Studentenyuppies, deren Selbstgefällig- und Überheblichkeit und nicht zuletzt grandiose Selbstüberschätzung ihnen in dieser makabren Komödie teuer zu stehen kommt. Der Film kann dabei schnell als schottische Neuauflage von Hitchcocks "Trouble with Harry" für die neobürgerlichen Mitzwanziger verstanden werden, die sich in dekadenten Wohngemeinschaften zusammenfinden und selbst dann noch abfällig-locker die Leichtigkeit des Seins auskosten, wenn ihr neuer Mitbewohner unerwartet auf dem Bett vor sich hinverwest. Die enorm einfallsreichen Ideen und außergewöhnlich sorgfältige Licht- setzung, mit der Boyle den konzentrierten Stoff als theaterartiges Ein-Raum-Stück inszeniert, verschleiern den eigentlich ungeheuerlich bösen, negativen, bitteren Tonfall des Films, der nur durch die wunderbare Schlusseinstellung noch einmal eine augenzwinkernde Kurve einschlägt.
70%
Dank gilt meinem Blogger-Kollegen Tumulder, der mir nicht nur die DVD ins Haus flattern ließ, sondern damit auch erwirkte, dass ich nach Monaten mal wieder einen Film in den heimeligen Player einwarf.

Juni 01, 2008

Kino: CASSANDRA'S DREAM

Der eine hofiert hübsche Schauspielerinnen mit schnellen Flitzern, der andere ist spiel- und trinksüchtig. Ian (Ewan McGregor) gibt vor, ein erfolgreicher Geschäftsmann zu sein, Terry (Colin Farrell) bildet sich ein, sein Glück in dubiosen Spielwetten finden zu können. Beide sind Brüder aus der Londoner Arbeitermittelklasse, beide halten zusammen. Ian darf sich die Autos aus Terry Werkstatt leihen, sein Bruder bekommt dafür Rückendeckung bei den Eltern – und auch einen heimtückischen Mord wollen sie gemeinsam durch- stehen. Zu dem werden sie angezettelt, der wohlhabende Onkel (Tom Wilkinson) lockt mit großzügiger Vergütung, wenn sie einen lästigen Konkurrenten beseitigen würden. Die Aufgabe verändert die Leben beider: Ian liebäugelt mit dem neuen Wohlstand, während Terry an seinem Gewissen zugrunde geht.

Da wird man ganz schön überrollt, wenn die Schwärze der Leinwand sich plötzlich mit der donnernden Ouvertüre von Philip Glass füllt, ehe ruckzuck die Anfangstitel abgespult werden. Es ist wie immer eine reichlich penetrante Musik, die Glass da in bedrohlich-majestätischer Großspurigkeit hinknallt, aber sie ist auch beklemmend schön, elegant, unheimlich und fatalistisch, erinnert an kühle harte Noir-Kompositionen und ist mit Sicherheit das Beste, was ein Woody-Allen-Film musikalisch zu bieten haben dürfte. Damit wäre dann auch schon alles Gute gesagt über "Cassandra’s Dream", Allens neuem und nach "Match Point" und "Scoop" drittem englischen Film, der ein wenig wie die britische Light-Version von Patricia Highsmiths "The Talented Mr. Ripley" wirkt.

Rührend ist's zwar, dass Allen hier zwei Sunny Boys ins Verderben rennen lässt, und hübsch anzusehen ebenso, immerhin geben McGregor und Farrell ein schniekes Brüderpärchen ab, dem man nur alles Beste wünschen kann. Aber der Film interessiert sich nicht die Spur für sie, und so ist es auch egal, ob sie den Coup über die Runden bringen, unbeschadet überstehen und mit reiner Weste aus der Sache herauskommen werden. "Cassandra’s Dream" ist ein ziemlich tristes, unausgegorenes Thriller-Drama, das unbeholfen, staksig und kraftlos von Menschen und Lebensstilen erzählt, zu denen es nicht nur keinen Zugang findet, sondern von denen es auch keine wirkliche Ahnung zu haben scheint. Man könnte den Film als das unenglischste bezeichnen, was englische Schauspieler vor englischen Kulissen so hinbekom- men können, inszeniert von einem ewigen Plappermaul, das mit seinen Arbeiten seit Dekaden nichts Handfestes mehr anzubieten hat.

Und während "Cassandra’s Dream" seine Schuld-Sühne- Geschichte mit bemerkenswerter Langweiligkeit erzählt, schwankt er unentschlossen zwischen Krimi, schwarzer Komödie und der bitteren Abrechnung mit Familienzwängen. Nichts davon gelingt Allen, der aller Altersmilde zum Trotz wie immer verlässlich ist, wenn seine Figuren – die keine sind, sondern Schauspieler – sich aus jeder unfertigen Szene mit zahlreichen Dialogen herausreden dürfen. Nebensache also, dass der Film von Vilmos Zsigmond extravagant photo- graphiert ist (und für diesen schicksalhaften Stoff wesentlich zu extravagant, hell und freundlich), und ab und an seinen hübsch-komplexen Glass-Score mit ins Spiel bringen darf, wenn es doch nur ein weiterer geschwätziger Allen ist, bei dem es um nichts geht. Außer vielleicht dem ultimativen Prinzip der Vorhersehbarkeit: Und da sich hier bereits der Titel geständig zeigt, sollte man mit derlei Laberkino vielleicht auch gnädig sein.


35% - erschienen bei: DAS MANIFEST