Mai 19, 2019
Zum 20-jährigen Jubiläum von Star Wars: Episode I
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März 12, 2013
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Kino: THE IMPOSSIBLE
Februar 08, 2012
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Dezember 07, 2011
Kino: PERFECT SENSE
Oktober 18, 2010
Zuletzt gesehen: THE GHOST WRITER
85%
April 29, 2010
Kino: I LOVE YOU PHILLIP MORRIS
Weil der Lebenswandel jedoch seine kostspieligen Schattenseiten hat, entschließt sich Steven zu eher unkonventionellen Methoden der Geldbeschaffung. Um sich und seinem neuen Freund finanziellen Wohlstand zu garantieren, betrügt er Versicherungen – und landet damit zügig im Gefängnis. Dort lernt er Phillip Morris (Ewan McGregor) kennen und lieben, und dort beginnt der Film seine eigentliche (Liebes)Geschichte zu erzählen. Was Steven hingegen an Lügen, Diebstählen und Trickbetrügereien auffährt, um diese Liebe halten und in die Freiheit verlagern zu können, das sprengt jeglichen Rahmen.
"I Love You Phillip Morris", der trotz seines irreführenden Titels nichts mit dem gleichnamigen Zigarettenhersteller gemein hat, ist eine klassische Betrügerkomödie. Nicht so raffiniert und stilsicher wie Steven Spielbergs sehr ähnlicher "Catch Me If You Can", aber gewiss doppelbödiger. Denn die beiden Regisseure Glenn Ficarra und John Requa erzählen keineswegs eine gewöhnliche Gaunergeschichte, die lediglich die Konvention des klassischen Liebespaares gegen eine schwule Beziehung eintauschen würde. Sondern der, wenn man ihn so nennen will, Geschlechterbruch ist hier als gezielte Provokation zu verstehen und damit ursächlich für die mutigste und cleverste Hollywoodkomödie seit Jahren.
Denn der Film greift nicht das langbärtige Komödienklischee auf, das für gewöhnlich allen queeren Mainstream-Comedys in irgendeiner Variation zur Massentauglichkeit verhilft. Nämlich das der Versicherung, alles von normativen Gesellschafts- bildern abweichende sei letztlich nur Mittel zum Zweck oder schlichte Behauptung – und damit ungefährlich. So schlüpfte Robin Williams einst als "Mrs. Doubtfire" in Fummel, um wieder seinen Kindern nahe sein zu können. Transsexualität genügte hier als Joke, so lange sich dahinter kein Ernst zu verbergen drohte und die einzige wirklich schwule Figur als tuntiger Visagist auftrat. In "I Now Pronounce You Chuck & Larry" wiederum spielten Adam Sandler und Kevin James ein schwules Pärchen wider Willen, das nur wegen Pensionsvorteilen eine Lebensgemeinschaft bildete. Am Ende führen sie den CSD in New York an (es bedarf schließlich heterosexueller Initiative, um homosexuelle Rechte einzuklagen) und der Film meint ein Plädoyer für Schwule einzustimmen – doch küssen wollen sich die Männer hier trotzdem auf keinen Fall.
Das alles sind Komödien, die in ihrem Humorverständnis von Gleichberechtigung träumen, aber Homophobie nur nähren. Ihr Erfolg war einer rein heterosexuellen Perspektive und damit komfortabler Publikumssicherheit geschuldet. "I Love You Phillip Morris" nun spinnt eine wirkliche und umweglose Liebesgeschichte zwischen Männern. Hier spielen zwei heterosexuelle Hollywoodstars zwei homosexuelle Typen, die nur ihrer Liebe wegen ein Paar sind. Schwulsein ist hier gar so selbstverständlich, dass sich der Film nicht nur den Verzicht auf böswillige Klischees leisten, sondern auch ganz einfach hauptsächliche eine tradierte Gaunergeschichte erzählen kann. In deren Mittelpunkt eben nicht Frau und Mann, sondern Mann und Mann stehen. So einfach ist das, und leider doch so bemerkenswert. Deshalb kann man Ficarras und Requas Film als einfachen Betrügerspaß abwatschen, in dem die Protagonisten eben lediglich schwul seien. Oder als gewagten und überaus geglückten Versuch, aus Hollywoods üblichen Genreannäherungen an queere Comedy-Stoffe auszubrechen.
75% - erschienen bei den: 5 FILMFREUNDEN
Juni 19, 2009
Zuletzt gesehen: SHALLOW GRAVE
70%
Juni 01, 2008
Kino: CASSANDRA'S DREAM
Der eine hofiert hübsche Schauspielerinnen mit schnellen Flitzern, der andere ist spiel- und trinksüchtig. Ian (Ewan McGregor) gibt vor, ein erfolgreicher Geschäftsmann zu sein, Terry (Colin Farrell) bildet sich ein, sein Glück in dubiosen Spielwetten finden zu können. Beide sind Brüder aus der Londoner Arbeitermittelklasse, beide halten zusammen. Ian darf sich die Autos aus Terry Werkstatt leihen, sein Bruder bekommt dafür Rückendeckung bei den Eltern – und auch einen heimtückischen Mord wollen sie gemeinsam durch- stehen. Zu dem werden sie angezettelt, der wohlhabende Onkel (Tom Wilkinson) lockt mit großzügiger Vergütung, wenn sie einen lästigen Konkurrenten beseitigen würden. Die Aufgabe verändert die Leben beider: Ian liebäugelt mit dem neuen Wohlstand, während Terry an seinem Gewissen zugrunde geht. Da wird man ganz schön überrollt, wenn die Schwärze der Leinwand sich plötzlich mit der donnernden Ouvertüre von Philip Glass füllt, ehe ruckzuck die Anfangstitel abgespult werden. Es ist wie immer eine reichlich penetrante Musik, die Glass da in bedrohlich-majestätischer Großspurigkeit hinknallt, aber sie ist auch beklemmend schön, elegant, unheimlich und fatalistisch, erinnert an kühle harte Noir-Kompositionen und ist mit Sicherheit das Beste, was ein Woody-Allen-Film musikalisch zu bieten haben dürfte. Damit wäre dann auch schon alles Gute gesagt über "Cassandra’s Dream", Allens neuem und nach "Match Point" und "Scoop" drittem englischen Film, der ein wenig wie die britische Light-Version von Patricia Highsmiths "The Talented Mr. Ripley" wirkt.
Rührend ist's zwar, dass Allen hier zwei Sunny Boys ins Verderben rennen lässt, und hübsch anzusehen ebenso, immerhin geben McGregor und Farrell ein schniekes Brüderpärchen ab, dem man nur alles Beste wünschen kann. Aber der Film interessiert sich nicht die Spur für sie, und so ist es auch egal, ob sie den Coup über die Runden bringen, unbeschadet überstehen und mit reiner Weste aus der Sache herauskommen werden. "Cassandra’s Dream" ist ein ziemlich tristes, unausgegorenes Thriller-Drama, das unbeholfen, staksig und kraftlos von Menschen und Lebensstilen erzählt, zu denen es nicht nur keinen Zugang findet, sondern von denen es auch keine wirkliche Ahnung zu haben scheint. Man könnte den Film als das unenglischste bezeichnen, was englische Schauspieler vor englischen Kulissen so hinbekom- men können, inszeniert von einem ewigen Plappermaul, das mit seinen Arbeiten seit Dekaden nichts Handfestes mehr anzubieten hat.
Und während "Cassandra’s Dream" seine Schuld-Sühne- Geschichte mit bemerkenswerter Langweiligkeit erzählt, schwankt er unentschlossen zwischen Krimi, schwarzer Komödie und der bitteren Abrechnung mit Familienzwängen. Nichts davon gelingt Allen, der aller Altersmilde zum Trotz wie immer verlässlich ist, wenn seine Figuren – die keine sind, sondern Schauspieler – sich aus jeder unfertigen Szene mit zahlreichen Dialogen herausreden dürfen. Nebensache also, dass der Film von Vilmos Zsigmond extravagant photo- graphiert ist (und für diesen schicksalhaften Stoff wesentlich zu extravagant, hell und freundlich), und ab und an seinen hübsch-komplexen Glass-Score mit ins Spiel bringen darf, wenn es doch nur ein weiterer geschwätziger Allen ist, bei dem es um nichts geht. Außer vielleicht dem ultimativen Prinzip der Vorhersehbarkeit: Und da sich hier bereits der Titel geständig zeigt, sollte man mit derlei Laberkino vielleicht auch gnädig sein.