März 24, 2010

Kino: THE BLIND SIDE

Wie ein treudoofer Taugenichts mit Welpenblick stampft Michael Oher (Quinton Aaron) durch die Eingangspforten seiner neuen Schule, die Kinder bürgerlicher amerikanischer Christen zu vorbildhaften Gesellschaftern heranzieht. Sie werden erfolgreich sein im Leben, weil sie Geld haben. Da muss sich Michael, verniedlicht Big Mike genannt (weil er so groß und putzig und auch etwas doof ausschaut), natürlich wie ein Außenseiter fühlen, er kommt aus mittellosen Verhältnissen und er ist, im Gegensatz zu allen anderen, auch noch schwarz. Das ist hier, im Selbstverständnis des Films, ein natürlicher Nachteil, der ausgeglichen gehört. Und so kommt Michael das Schicksal in Gestalt einer weißen Frau zu Hilfe, als er eines Nachts im Regen den Highway entlang torkelt: Leigh Anne Tuohy (Sandra Bullock), glückliche Ehefrau und Mutter zweier Kinder, nimmt den hilflosen Tunichtgut selbstlos zu sich. In ihrer großen Villa richtet sie ihm die Couch her und lässt ihn bei sich und ihrer Familie wohnen. Es ist ein Akt der Nächstenliebe. Lediglich an gewisse Bedingungen geknüpft.

Michael ist von nun an das neue Haustier der Tuohys. In ihrer sorglosen Welt fremdelt er zunächst, aber die Familienmitglieder, allen voran der kleine Sohn, wissen ihn zu halten und abzurichten. Er darf beim kollektiven SuperBowl-Familienabend mitschauen, den jüngsten Spross mit Spiel, Spaß und Laune unterhalten, und er bekommt sogar ein Stück vom Thanksgiving-Braten ab. Das alles nimmt Michael stillschweigend hin, weil er eh nichts zu melden hat als jemand, der aus dem Ghetto kommt und keine Bildung genossen hat. Aber der Teenager wird erst noch erfahren müssen, was Demütigung bedeutet, als Leigh Anne in ihm das Potential eines echten Vorzeigehündchens entdeckt. Michael nämlich ist groß und schwer und massiv gebaut, also ein idealer Footballspieler. Deshalb wird er fortan zum Training geschickt und gezielt zum Sportstar ausgebildet, ehe sich die Vereine des Landes um ihn reißen und Mutter Tuohy sich auf die Schulter klopfen darf.

"The Blind Side" formt mit seiner rührig-süß erzählten Geschichte (natürlich: auf wahren Begebenheiten) die ältesten, klassischsten, urzeitlichsten aller nur denkbaren Rassenklischees zu einem modernen neoliberalen Märchen. Der Film gibt sich gönnerhaft und weltlich in seinem aufgeklärten Humanismus, den er von seiner beispielhaften Idee des wahren American Dream ableitet, in dem mithilfe Klassen- und Rassenübergreifender Chancen – wie sie der Footballsport beispielsweise ermöglicht – alle ethnischen Grenzen überwunden werden können. Arm und reich, schwarz und weiß kommen hier unter republikanischem Dach zusammen, um sich zu vereinen und ein Loblied auf die Gleichberechtigung einzustimmen. Dass der Film nie, zu keiner Zeit, keine einzige Sekunde lang nicht einmal ansatzweise eine Begegnung auf Augenhöhe zulässt, verrät seine scheinliberale Menschlichkeit schnell als reine Behauptung.

Tatsächlich schwelgt "The Blind Side" von vorn bis hinten in der reaktionären Vorstellung, ein Schwarzer sei immer auch ein Abweichler, dem der richtige Weg erst noch gezeigt werden müsse. Es ist die uralte Idee von der Disziplinierung des ungebändigten schwarzen Wilden, die der Film in modisch gehüllte, aber zutiefst konservative Bilder drückt. Hier nun zur gutmütigen weißen Frau variiert, die ihrem Schützling bürgerliche Ideale anerziehen und sich anschließend auf ihre gute Tat einen runterholen darf. Es geht ausschließlich um ihre ekelhafte Profilierung, die der Film auch noch selbstgefällig als Geste der Nächstenliebe verkaufen möchte. Im Blick hat die Geschichte lediglich die weibliche Hauptrolle, die als Verkörperung des neuen republikanischen Rollenverständnisses schlagfertige Karrierelady, treue Ehefrau und sorgsame Mutter in einem sein darf (und selbstverständlich rettende Hundemama). Nie aber vermittelt der Film, was der zum Objekt degradierte Michael wirklich denkt oder fühlt, seine Sicht interessiert offenbar ebenso wenig wie seine Hintergrundgeschichte, die nebulös bleibt. Vermutlich erwartet der Film, dass die Zuschauer sich diese – in ähnlich rassistischen Denkmustern – aus der Ghettoherkunft der Figur herleiten.

Dorthin entführt "The Blind Side" das Publikum im Übrigen nur ganz kurz, weil der Film Unbequemlichkeiten freilich meidet. Stattdessen nutzt er die Gelegenheit, um andere schwarze Figuren – also abgesehen von Michael, dem stummen Familienexperiment – entweder als Gangster oder Junkies zu charakterisieren, denen Sandra Bullock dann auch noch kräftig die Meinung geigt, während sie "ihren" Big Mike verteidigt: "If you so much as set foot downtown you will be sorry. I'm in a prayer group with the D.A., I'm a member of the NRA and I'm always packing.". Das alles ist eigentlich zu schlimm, um es zu glauben. Und man könnte diesen fürchterlichen Mist auch getrost ignorieren, hätte er in den USA nicht als erfolgreichster Film mit einer weiblichen Hauptdarstellerin auch noch einen Rekord aufgestellt. Das nun ist wirklich traurig und wirklich bezeichnend. Aber Frau Bullock erhielt für ihre Darstellung als menschliche Viehtreiberin ja sogar einen Oscar und Standing Ovations von der versammelten Hollywoodbagage – was kann einen da noch verwundern. Während amerikanische Zuschauer bei diesem Film ihr Gewissen polieren, verlässt man andernorts nur beschämt den Kinosaal.


0% - erschienen bei den: 5 FILMFREUNDEN

März 22, 2010

Zuletzt gesehen: HALLOWEEN II (2009)

Rob Zombie ist für mich einer der spannendsten amerikanischen Genreregisseure. "House of 1000 Corpses" habe ich für seine unbekümmerte Wilderei, sein Fabulieren in Horrorbildern, der stilistischen Experimentierfreude und letztlich tiefen Hingabe zu seinen Vorbildern geliebt. Das war ein irre wüster Trip von einem Film, den so freigeistig wohl nur ein Rockmusiker hat inszenieren können. Umso enttäuschter war ich von Zombies "Halloween"-Remake vor einigen Jahren (hier nachzulesen, auch wenn ich das heute so nicht mehr schreiben würde), weil das Treten in übergroße Fußstapfen den Regisseur in seinen Fähigkeiten einschränkte und er außerdem zwei Filme in einen zu quetschen versuchte.

In "Halloween II" nun interpretiert Zombie den Halloween- (Film)-Mythos endlich selbst und verabschiedet sich vom ästhetischen und konventionellen Ballast eines John Carpenter, um die über viele Jahre ikonisierte Michael-Myers-Figur konsequent zu dekonstruieren. Wenn Fans sich darüber echauffieren, dass "ihr Held" jetzt ohne Maske bei Tageslicht herumlaufe, schließlich zu sprechen beginne und dabei nicht einmal vom einprägsamen Score der Serie begleitet würde, dann hat Zombie alles ausnahmslos richtig gemacht, weil er die in den Sequels zur Horror Icon hochstilisierte Figur radikal herunter bricht. Interessanter- weise ist der Film ebenso kontrolliert und gradlinig inszeniert wie der fürchterliche Vorgänger, allerdings hat sich Zombie nicht erneut in das Carpenter-Korsett schnüren lassen, sondern einen eigenen Erzähl- und Bildstil gefunden, der runder und bewusster als in seinen ersten beiden Filmen, aber immer noch (oder: endlich wieder) ungezwungen, originell, frisch und unverschämt eigensinnig erscheint. Das Augenmerk lenkt "Halloween II" auf eine verstörende Kameraarbeit und expressive Lichtsetzung, die in einigen surrealen Zwischensequenzen geradezu atemberaubend wirkt. Und die halbstündige Exposition ist ein Lehrstück echten Terrorkinos, das Zombie nicht länger nur zitat- und verweisfreudig verehrt, sondern nunmehr mit sicherer Hand beherrscht. Groß!


85%

(PS: Finger weg von der zerschnippelten deutschen Version)

März 14, 2010

Zuletzt gesehen: CABIN FEVER 2 - SPRING FEVER

Unmittelbare Fortsetzung des vergnüglichen Eli-Roth-Films über ein Haut zersetzendes Virus, das ahnungslose Teenager befällt. Regisseur Ti West verarbeitet eine Menge erkennbares Potenzial zu einer Hommage an den 80er-Jahre B-Horrorfilm in der Tradition von "The Night of the Creeps", bei der insbesondere der Einsatz stilechter Musik und weite Teile des Setups sein Können durchschimmern lassen. Leider verliert der Film spätestens nach der ersten Hälfte den Fokus und schwankt im Tonfall zwischen augenzwinkerndem Horror, übertriebenem Troma-Splatter und pubertärer College-Comedy, die ihre Figuren in einem Moment ernst nimmt, nur um sie im nächsten an sinnfreie Gags zu verkaufen. Die indifferente Inszenierung ist dabei spürbar auf zahlreiche Umschnitte zurückzuführen, die dem Film eine so ganz sicher nicht beabsichtigte Inkonsistenz geben und spätestens im grauenhaft getimten Epilog völlig ins Leere führen. Letztlich ein Kraut-und-Rüben-Film, von dem sich West wohl schweren Herzens, aber völlig zu Recht distanziert.


45%

Zuletzt gesehen: EDGE OF DARKNESS

Martin Campbell inszeniert die späte Kinoadaption seiner eigenen BBC-Serie als spannenden politischen Verschwörungsthriller, dem er immer wieder gekonnt Tempo entzieht und somit das Augenmerk weniger auf Action-, denn leise Krimi-Töne lenkt. Unnötigerweise spielt der Film den Hintergrund seiner Geschichte immer mehr gegen ein konventionelles Rachedrama aus, das – von weltlich auf persönlich geschrumpft – die alte Chose vom einzelnen männlichen Kämpfer gegen ein versagtes System aufleiert und damit in der ermüdenden Tradition reaktionärer Selbstjustizreißer schließlich auch vor Pathos und Kitsch nicht zurückschreckt. Spätestens im sprichwörtlich biblischen Finale wünscht man sich Mel Gibson dann einfach nur wieder zurück ins Schauspielexil.


40%

SERIOUSLY, WHAT IS WRONG WITH BELLAS HAIR???


Aus der Reihe: "Twilight"-Fans unzensiert.

März 11, 2010

DVD: THE HOUSE OF THE DEVIL

Ja, endlich! Da ist er, der eine Horrorfilm, den das Genre alle paar Jahre zur Ehrenrettung benötigt. Der sich den Trends und Strömungen des zeitgenössischen Horrorkinos verweigert, um entweder gänzlich neue ästhetische, kulturelle oder soziale Bereiche für sich einzunehmen (was schwierig, wenn nicht unmöglich ist), oder um klassische Topoi der Horrorfilmgeschichte mit eindeutigen Referenzvorbildern aufzuarbeiten, zu bedienen und damit zu reproduzieren. Da es aber, erst recht nach Wes Cravens "Scream", schwierig scheint, das Genre nicht mit ständigen Erweiterungen hin zu Ironie, Unernst und Überlegenheit zu überdehnen, statt es auf seine unmittelbaren, bitterbösen, schaurigen Basics reduzieren zu wollen, haben sich die postmodernen Horrorfilme in einen Wettbewerb der Überbietungsstrategien begeben: Alles ist letztlich irgendwie Retro, und Retro bedeutet, so viel Wissen wie möglich auszustellen – je mehr das Zitat dem Verweis begegnet, desto cleverer das Spiel mit Genremechanismen. Reiner, ernst gemeinter Horror ist der Versicherung gewichen, alles gesehen und verstanden zu haben.

Ti West hat mit "The House of the Devil" auch einiges verstanden, aber dennoch einen der ganz wenigen Retro-Horrorfilme geschaffen, die sich in ihrer Old-School-Präsentation nicht so gefallen, dass sie diese ständig ausstellen, kommentieren und damit hinfällig werden lassen müssen, sondern ganz und gar ernsthaft als Produkt einer vergangenen Zeit wahrgenommen werden können. Und das heißt gerade nicht, dass dieser Film nun ein Fremdkörperdasein fristen müsse, weil er wie einer dieser schäbigen Sleaze-Heuler anno 1976 daherkommt. Vielmehr belegt West, dass es diese Spielart des Horrorfilms noch immer und vielleicht sogar erst recht jetzt geben kann, ohne die Verrenkungen der Ironie und des Bewusstseins, als Film an andere Filme anknüpfen zu müssen. Und vielleicht hat der junge Regisseur die Handlung deshalb in die 80er verlegt, obwohl er stilistisch die Bilder der 70er rekonstruiert, weil er sich einer eindeutigen Verortung entziehen und seinen "House of the Devil" eben doch als altmodischen und dennoch höchst gegenwärtigen – vom Genrediskurs emanzipierten – Film verstanden wissen möchte.

Die Geschichte einer Studentin, die dringend Geld benötigt und deshalb einen Babysitter-Job in einem abgelegenen Landhaus annimmt, wird ruhig, behutsam und sorgfältig gegen den zu erwartenden Schrecken ausgespielt. Etwas Teuflisches geht offenbar in diesem großen dunklen Haus vor sich, und lange Zeit bleibt unklar, mit wem oder was die junge Protagonistin schließlich konfrontiert wird, ehe sich die aufgebaute Spannung in einem verstörend bizarren wie gleichfalls konsequent simplen Finale entlädt. Dieses verlässt sich genauso wenig auf Überraschungen wie die unscheinbaren ersten zwei Drittel, denn Wests Konzept eines klaren Grusel- und Spannungskinos setzt auf gradlinigen Horror, dessen Beginn, Verlauf und Auflösung sich nicht widersprechen. Geradezu paradox erfrischend wirkt da seine zielsichere und punktgenaue Inszenierung: Mit einer klassischen Teasing-Strategie, die Schocks und Wendungen ankündigt, diese aber lediglich an die Erwartungshaltung zu knüpfen und nicht auszuspielen bereit ist. Daraus generiert der Film zuweilen echten unerträglichen Grusel, der durch den Verzicht auf Effekteinlagen über der Bild- und Tonebene unberührt bleibt. Umso unvermittelter, effektiver und ökonomischer erscheint deshalb der grandiose Schlussakt.

Dass West sich glücklicherweise gar nicht erst auf ein Verweisspiel einlässt, motiviert den Zuschauer noch mehr, sich an die Vorbilder zu erinnern. "When A Stranger Calls" fällt einem ein, "Race With The Devil" zweifellos, vielleicht auch "Phantasm". Es ist der Geist dieser Filme, der auch Wests komplett in Eigenregie (written, produced, edited and directed by) inszeniertes Schauerstück zu beseelen scheint. Die Vorbereitung und Vermittlung des Schreckens hingegen lässt zwei konkrete Vorbilder erkennen: Wie Jessica Harper in "Suspiria" wird die schüchterne, fragile Brünette hier zur Protagonistin okkulter Treiben, wie Mia Farrow in "Rosemary's Baby" zum Opfer einer teuflischen Verschwörung. Die suggestiven Schnitte und bedeutungsschwangeren Kameraeinstellungen beherrscht West schon wie einst der junge Polanski. Ohne Schnickschnack. Ohne Augenzwinkern. Das wird ein großer Filmemacher.


90% - (komplette Version) erschienen bei: DAS MANIFEST

März 08, 2010

OSCARS 2010 - Everybody Loves A Winner

Ein paar Worte zur reichlich tristen Oscarverleihung, die da vergangene Nacht rasch über die Bühne gebracht wurde. Weitaus weniger innovativ, ideenreich und amüsant als unter der Regie von Baz Luhrman im letzten Jahr, wurden die Preise ohne inszenatorische Raffinesse vergeben, und am Ende blieb sogar trotzdem nicht einmal Zeit, um noch einmal die nominierten Best-Picture-Kandidaten vorzulesen. Das ging dann alles ganz schnell und unglamourös.

Und dennoch war die 82. Verleihung der Academy Awards kein allzu kurzweiliges Vergnügen, was wohl an der grauenhaften Moderation der beiden Hosts Steve Martin und Alec Baldwin gelegen haben dürfte (sollte diese Konstellation in irgendeiner Weise PR für ihren gemeinsamen Film “It’s complicated” betreiben?). So ungelenk, unkomisch und zahm wurden die Oscars wohl selten unterhalten.

Die wenigen Highlights besorgten dann andere. Ben Stiller zum Beispiel, der als Na’vi verkleidet noch den originellsten Beitrag zum eher unangenehmen, an diesem Abend aber offenbar sehr populären “Avatar”-Bashing abgab. Eine schöne Hommage an den verstorbenen Regisseur, Drehbuchautor und Produzenten John Hughes versammelte noch einmal die Stars des 80er-Jahre Coming-of-age-Kinos (darunter Molly Ringwold und Anthony Michael Hall). Und Jeff Bridges wurde in der “Crazy Heart”-Nominierungsrede von seinem einstigen Co-Star Michelle Pfeiffer anmoderiert, was sehr bewegend und wehmütig ausfiel und der Verleihung einen kurzen Augenblick wahrer Größe verlieh.

Größe, die dann zügig wieder von Sandra Bullocks tränendrüsiger Rede auf ein Normalmaß gestutzt wurde – ihre vor Political Correctness strotzende Laudatio gehörte zu den Tiefpunkten des Abends, ganz zu schweigen von den beschämenden und absolut unerklärlichen Standing Ovations für die einen Tag zuvor noch mit dem Razzie Award als schlechteste Schauspielerin ausgezeichnete “Blind Side”-Darstellerin (zum Film selbst in Kürze mehr – ich muss ihn erst noch verdauen). Auch eine völlig unmotivierte Montage diverser Horrorfilmausschnitte gehörte zu den Kuriositäten der Verleihung, zumal darin nur die üblichen amerikanischen Box-Office-Hits und Klassiker Erwähnung fanden, Meilensteine des Genres aus England oder Italien (Argento anyone?) aber völlig unberücksichtigt blieben. Richtig lustig wurde es aber, als eine wilde Tanzgruppe die nominierten Musikscores “interpretierte” – im Falle von Hans Zimmer und James Horner war das Kasperltheater ja noch angebracht, aber bei Marco Beltramis bedrückender “Hurt Locker”-Musik hatten die Choreographen verständlicherweise einige Darstellungsprobleme mit der Interpretation tänzelnder Bomben.

Eine überwiegend schlechte Show also. Aber: Mit guten Preisträgern. Und das ist natürlich wichtiger. Mit “The Hurt Locker” gewann endlich wieder ein Film, der auch wirklich gut ist und der die Aufmerksamkeit nur gebrauchen kann (beim Publikum fiel der Film trotz überwältigender Kritiken bekanntlich durch). Kathryn Bigelow erhielt als erste Regisseurin in der Geschichte der Academy Awards einen Oscar, was ihr nun hoffentlich die Anerkennung bringen wird, die sie schon mit ihren Genremeisterwerken “Near Dark” oder “Point Break” verdiente, und ihr Film über Bombenentschärfer im Irak trug mit sechs Auszeichnungen auch den verdienten Sieg des Abends davon.

News: ACADEMY AWARDS 2010 - Gewinner

Die Oscar-Gewinner 2010:

Best Picture:

“The Hurt Locker”

Directing:

“The Hurt Locker” - Kathryn Bigelow

Actor in a Leading Role:

Jeff Bridges in “Crazy Heart”

Actress in a Leading Role:

Sandra Bullock in “The Blind Side”

Actor in a Supporting Role:

Christoph Waltz in “Inglourious Basterds”

Actress in a Supporting Role:

Mo’Nique in “Precious: Based on the Novel ‘Push’ by Sapphire”

Animated Feature Film:

“Up”

Documentary (Feature):

“The Cove”

Writing (Adapted Screenplay):

“Precious: Based on the Novel ‘Push’ by Sapphire” - Geoffrey Fletcher

Writing (Original Screenplay):

“The Hurt Locker” - Mark Boal

Foreign Language Film:

“El Secreto de Sus Ojos” - Argentinien

Short Film (Animated):

“Logorama” - Nicolas Schmerkin

Short Film (Live Action):

“The New Tenants” - Joachim Back and Tivi Magnusson

Cinematography:

“Avatar” - Mauro Fiore

Film Editing:

“The Hurt Locker” - Bob Murawski und Chris Innis

Art Direction:

“Avatar” - Rick Carter und Robert Stromberg; Set Decoration: Kim Sinclair

Costume Design:

“The Young Victoria” - Sandy Powell

Makeup:

Star Trek” Barney Burman, Mindy Hall und Joel Harlow

Music (Original Score):

“Up” - Michael Giacchino

Music (Original Song):

“The Weary Kind (Theme from Crazy Heart)” - Ryan Bingham und T Bone Burnett

Sound Editing:

“The Hurt Locker” - Paul N.J. Ottosson

Sound Mixing:

“The Hurt Locker” - Paul N.J. Ottosson und Ray Beckett

Visual Effects:

“Avatar” - Joe Letteri, Stephen Rosenbaum, Richard Baneham und Andrew R. Jones


Bin vollkommen zufrieden. Und müde. Die persönliche Auswertung kommt dann wie jedes Jahr erst morgen bzw. nachher. :)

Gute Nacht.