"Highlander" ist zweifellos einer der stilbildenden Filme seiner Dekade. Zum 30-jährigen Jubiläum wird das Fantasy-Epos jetzt erstmals in 4K-restaurierter Fassung veröffentlicht. Eine persönliche Würdigung des Klassikers.
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August 04, 2016
Januar 21, 2014
Kino: HOMEFRONT
Und noch ein Actionfilm, der ganz in seiner Tradition ruht. Nachdem sowohl "The Last Stand" als auch "Shootout – Keine Gnade" eine elegische Idylle im Neo-Western suchten, verschlägt es Jason Statham gleich direkt an die "Homefront". Der vielleicht einzige legitime Actionstar der Neuzeit muss darin sein beschauliches Revier gegen Drogenhändler und Biker verteidigen – in einem weiteren Film, der sein Genre mit sich versöhnen will. [...]
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August 22, 2012
August 24, 2011
Kino: COWBOYS & ALIENS
Seit der Western nicht mehr ist, bemühen sich gelegentliche Wiederbelebungsversuche und neue Spielarten um eine angemessene Erbschaft des ältesten aller Kinogenres. Nach langer Zeit verhalf "True Grit", der Gebrüder Coen unerwarteter Blockbuster, dem Western im vergangenen Jahr zu einem Überraschungserfolg, der ein neues Interesse am Mythos zu generieren schien. Welch findiger Einfall, genau jenes nun auch noch mit dem aktuellen Alien-Boom zu verkleben. "Cowboys & Aliens", ein Science-Fiction-Western.
Solcherlei Genre-Mashups haben Hochkonjunktur. Allein in diesem Jahr starteten in deutschen Kinos Westernvariationen jedweder Couleur, kombiniert mit den Befindlichkeiten des Melodrams ("Winter’s Bone"), dem ruppigen Wesen des Roadmovies ("Drive Angry") oder der kindgerechten Ästhetik einer Animationskomödie ("Rango"). Auch vage Fusionen der Science-Fiction mit dem Western hat es bereits gegeben, nie aber kreuzte man so konkret zwei ihrer absoluten Archetypen, den Cowboy und die außerirdische Lebensform, um daraus einen Blockbuster zu schnitzen.
Den Grundstein für diese durchaus reizvolle Prämisse legte Scott Mitchell Rosenbergs gleichnamiger Comic von 1997, der bisher nicht ins Deutsche übersetzt wurde. Eine ganze Riege prominenter dicker Produzentenfische – u.a. Steven Spielberg, Ron Howard und Brian Grazer – witterte in der Vorlage ein veritables Geschäft. Jon Favreau, bekannt als einer der umgänglichsten Auftragsfilmer Hollywoods, empfahl sich mit seinen soliden "Iron Man"-Adaptionen für die Regie. Und so macht man dann Sommerhits.
Daniel Craig spielt in "Cowboys & Aliens" einen namenlosen Fremden, der ohne jede Erinnerung in das kleine Wüstenkaff Absolution gelangt. Dort wandert er erst einmal zügig ins Gefängnis, nachdem man ihn für einen gesuchten Goldräuber hält. Nicht nur seine unbekannte Identität, sondern auch eine seltsame Metallmanschette am Unterarm machen die geheimnisvolle Ella (ätzend: Olivia Wilde) auf den rüden Cowboy aufmerksam. Ehe Colonel Dolarhyde (Harrison Ford) sich jedoch der Sache annehmen kann, wird das Städtchen plötzlich von Raumschiffen attackiert.
Das Western-typisch urige Set-Up und die rasch ins Spiel gebrachten Figuren des überdurchschnittlichen Ensembles (in weiteren Rollen sind beispielsweise Paul Dano, Sam Rockwell und Clancy Brown zu sehen) verheißen gleich zu Beginn einen nicht uninteressanten Film. Inklusive des ersten Alien-Angriffs, bei dem die ahnungslosen Bewohner von langen Raumschifftentakeln in die Luft gezogen werden, ist das ein solides und sogar aufregendes Vergnügen, das sein Versprechen vom Genre-Mix vollends einzuhalten scheint.
Nach einer knappen halben Stunde allerdings zeigt sich, dass man im Vorspann zu Recht über insgesamt fünf Drehbuchautoren stolperte. Vollends planlos stolpert der Film nach seiner hübschen Exposition von einem dramaturgischen Loch ins nächste, nicht wissend, was er nun eigentlich gescheites mit der Western-Sci-Fi-Prämisse anstellen soll. Das ausnahmslos auf belanglose Konfrontationen zwischen eben Cowboys und Aliens ausgerichtete Script schlendert von Standard A zu Standard B und wieder zurück, ehe sich im betulichen Finale alle noch mal eins auf den Hut geben dürfen.
Zwar arbeitet der Film teils gekonnt mit klassischen Western-Versatzstücken (Craig als Fremder ohne Namen), um diese gemäß seiner Genremischung zu variieren (die Erinnerungs- lücken des Fremden als Folge einer Entführung durch Außerirdische), dennoch bleibt die Kombination bloße Behauptung. Aus ihr entsteht nicht wirklich etwas Neues, und die doch eigentlich so frische Genrefusion läuft nur auf bewährte Konventionen hinaus, was sich vor allem in einfallslos konzipierten Kämpfen und einem altbackenen Creature-Design niederschlägt.
Fehlende Akzente gehen freudlos Hand in Hand mit überraschend unterinszenierten Actionszenen, in denen Harrison Fords verlebte Gesten wie ein unfreiwilliger Kommentar zum kraftlosen Dahinsiechen des Films erscheinen. "Cowboys & Aliens" würden Ecken und Kanten weitaus besser stehen als seine spröde Gradlinigkeit, die sich in unspektakulären Pistolenduellen erschöpft. Wenn eine so unbenutzte Idee innerhalb von nur zwei Stunden zum ausgedienten Bierdeckeleinfall verkommt, haben die Sommerhittüftler irgendetwas gewaltig falsch gemacht.
30% - erschienen bei: gamona
Solcherlei Genre-Mashups haben Hochkonjunktur. Allein in diesem Jahr starteten in deutschen Kinos Westernvariationen jedweder Couleur, kombiniert mit den Befindlichkeiten des Melodrams ("Winter’s Bone"), dem ruppigen Wesen des Roadmovies ("Drive Angry") oder der kindgerechten Ästhetik einer Animationskomödie ("Rango"). Auch vage Fusionen der Science-Fiction mit dem Western hat es bereits gegeben, nie aber kreuzte man so konkret zwei ihrer absoluten Archetypen, den Cowboy und die außerirdische Lebensform, um daraus einen Blockbuster zu schnitzen.
Den Grundstein für diese durchaus reizvolle Prämisse legte Scott Mitchell Rosenbergs gleichnamiger Comic von 1997, der bisher nicht ins Deutsche übersetzt wurde. Eine ganze Riege prominenter dicker Produzentenfische – u.a. Steven Spielberg, Ron Howard und Brian Grazer – witterte in der Vorlage ein veritables Geschäft. Jon Favreau, bekannt als einer der umgänglichsten Auftragsfilmer Hollywoods, empfahl sich mit seinen soliden "Iron Man"-Adaptionen für die Regie. Und so macht man dann Sommerhits.
Daniel Craig spielt in "Cowboys & Aliens" einen namenlosen Fremden, der ohne jede Erinnerung in das kleine Wüstenkaff Absolution gelangt. Dort wandert er erst einmal zügig ins Gefängnis, nachdem man ihn für einen gesuchten Goldräuber hält. Nicht nur seine unbekannte Identität, sondern auch eine seltsame Metallmanschette am Unterarm machen die geheimnisvolle Ella (ätzend: Olivia Wilde) auf den rüden Cowboy aufmerksam. Ehe Colonel Dolarhyde (Harrison Ford) sich jedoch der Sache annehmen kann, wird das Städtchen plötzlich von Raumschiffen attackiert.
Das Western-typisch urige Set-Up und die rasch ins Spiel gebrachten Figuren des überdurchschnittlichen Ensembles (in weiteren Rollen sind beispielsweise Paul Dano, Sam Rockwell und Clancy Brown zu sehen) verheißen gleich zu Beginn einen nicht uninteressanten Film. Inklusive des ersten Alien-Angriffs, bei dem die ahnungslosen Bewohner von langen Raumschifftentakeln in die Luft gezogen werden, ist das ein solides und sogar aufregendes Vergnügen, das sein Versprechen vom Genre-Mix vollends einzuhalten scheint.
Nach einer knappen halben Stunde allerdings zeigt sich, dass man im Vorspann zu Recht über insgesamt fünf Drehbuchautoren stolperte. Vollends planlos stolpert der Film nach seiner hübschen Exposition von einem dramaturgischen Loch ins nächste, nicht wissend, was er nun eigentlich gescheites mit der Western-Sci-Fi-Prämisse anstellen soll. Das ausnahmslos auf belanglose Konfrontationen zwischen eben Cowboys und Aliens ausgerichtete Script schlendert von Standard A zu Standard B und wieder zurück, ehe sich im betulichen Finale alle noch mal eins auf den Hut geben dürfen.
Zwar arbeitet der Film teils gekonnt mit klassischen Western-Versatzstücken (Craig als Fremder ohne Namen), um diese gemäß seiner Genremischung zu variieren (die Erinnerungs- lücken des Fremden als Folge einer Entführung durch Außerirdische), dennoch bleibt die Kombination bloße Behauptung. Aus ihr entsteht nicht wirklich etwas Neues, und die doch eigentlich so frische Genrefusion läuft nur auf bewährte Konventionen hinaus, was sich vor allem in einfallslos konzipierten Kämpfen und einem altbackenen Creature-Design niederschlägt.
Fehlende Akzente gehen freudlos Hand in Hand mit überraschend unterinszenierten Actionszenen, in denen Harrison Fords verlebte Gesten wie ein unfreiwilliger Kommentar zum kraftlosen Dahinsiechen des Films erscheinen. "Cowboys & Aliens" würden Ecken und Kanten weitaus besser stehen als seine spröde Gradlinigkeit, die sich in unspektakulären Pistolenduellen erschöpft. Wenn eine so unbenutzte Idee innerhalb von nur zwei Stunden zum ausgedienten Bierdeckeleinfall verkommt, haben die Sommerhittüftler irgendetwas gewaltig falsch gemacht.
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Februar 12, 2007
Kino: PATHFINDER
„Im Herzen eines Mannes schlagen zwei Wölfe, der eine wird Hass, der andere Liebe genannt.“, lauten die weisen Worte einer gutmütigen Indianerin mit dem malerischen Namen StarFire – und im gesamten Kino bricht schlagartig schal- lendes Gelächter aus. Dabei ist das mitnichten der erste unfreiwillig komische Dialog in "Pathfinder", dem Remake des norwegischen Films "Ofelas" von Nils Gaup aus dem Jahre 1987. Ex-Video- und Werbeclipregisseur Marcus Nispel ist im Umgang mit Neuverfilmungen erprobt, immerhin hat er 2003 schon das "Texas Chainsaw Massacre" in plastische Grautöne getränkt und sich als ordentlicher Genrefilmer erwiesen, der die um jeglichen Subtext beraubten Fantasien Tobe Hoopers zumindest recht ansehnlich vorführte, wenn sie schon keine über reine Thrillerunterhaltung hinaus gehende Bedeutung mehr besaßen.Auch "Pathfinder" erstrahlt in bläulichen Bildern, deren pittoreskes Antlitz direkt aus einer Graphic Novel stammen könnte. Doch trotzdem bedeutet Nispels neuester Output einen großen Schritt zurück, befriedigt es doch nicht einmal die infantilen Bedürfnisse eines Publikums, das begierig lediglich nach schuldiger Run and Hide-Ware lechzt. Denn trotz seiner pompös ausgestellten Brutalität mitsamt den umher fliegenden Köpfen und sonstigen Extremitäten, ist "Pathfinder" nicht viel mehr als ein grausig langweiliges Stück Edelkitsch, das ausschließlich unter dem Vorzeichen einer Komödie unwiderrufliche Qualitäten aufweist.
Doch worum geht es überhaupt? Kurz gesagt: Um Legenden. Die eignen sich ja bekanntermaßen immer ganz gut, um den naturgemäß großzügigen Spielraum mit reichlich Eigen- interpretation zu füllen – je unkonkreter, desto besser. Demnach sollen die sagenumwobenen Nordmänner mit ihren gigantischen Drachenschiffen bereits rund 500 Jahre vor Kolumbus die amerikanischen Küsten heimgesucht haben. Die Eroberung scheitert zunächst – bei dem Überfall auf ein Indianerdorf bleibt eines der Wikingerkinder zurück. Erst 15 Jahre später überfallen sie unter Führung des brutalen Gunnar (Clancy Brown, der ähnliche Fummel bereits in "Highlander" tragen durfte) erneut die Wampanoag-Stämme und setzen den Beutezug in Nordamerika fort. Doch aus dem einstigen Kind ist ein entschlossener Kämpfer namens Ghost (Karl Urban, "The Lord of the Rings") geworden, der trotz seiner Hellhäutigkeit auf der Seite der Indianer kämpft. Wie es der Zufall so will, führt das zu einer Konfrontation mit dem eigenen Vater, jenem Anführer der monströsen Wikingerbande.
Über die rund 100 Minuten Spielzeit wird deshalb nun ausgiebig gejagt und gekämpft, sich hinter Trickfallen versteckt und auf den Feind gelauert, nur um aus dem Nichts, das diesen Film ausfüllt, möglichst viel stumpfsinnige Prügel zu generieren. So archaisch die beiden Parteien – Indianer und Wikinger – gezeichnet werden, so hölzern bewegen sich auch deren Mitglieder. Es ist fast schon so erstaunlich, wie ausdruckslos "Pathfinder" gespielt und inszeniert ist, dass man darüber zu grübeln beginnt, ob dessen Primitivität nicht gar als künstlerischer Ausdruck zu verstehen ist; sozusagen als Mittel zu dem Zwecke, die berichtete Zeit auch adäquat zu transportieren.
Das verstünde sich zwar kaum mit der Vergnüglichkeit, die der Film – ganz sicher unbeabsichtigt – bereitet, aber sei’s drum, bei einer derart amüsanten Schlachtpalette scheint alles erlaubt. Als Zuschauer wird man bei Nispel ja ohnehin nicht für voll genommen, da sollte man die Zeit, von der man beim Kinobesuch des "Pathfinder" reichlich hat, auch sinnvoll nutzen. Deshalb betrachtet man diese Mischung aus Horror, Action und Abenteuer besser nicht als Glied einer Kette, an der auch Filme wie John Milius’ "Conan the Barbarian" oder John McTiernans "The 13th Warrior" baumeln, sondern als heiteren Kostümfilm, in dem zwar alle ganz fürchterlich ernst und verbissen dreinschauen, der aber ganz heimlich auch über sich selbst schmunzeln muss.
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