Eigentlich hätte es hier "Silent Hill" zu Ehren gebracht, doch dann wurde ich freundlicherweise darauf aufmerksam gemacht, dass es da ja noch diesen komischen Fantasy- Schinken gab, den ich offenbar nur wenige Tage nach Sichtung schon wieder aus meinem Gedächtnis verbannte. Erwartet hatte ich einen mehr oder weniger witzigen Film, der vor allem mit Kreativität, guter Action und schönen Effekten aufwarten würde, doch geboten bekam ich einen komplett uninspirierten, lustlos und ohne jegliche Ideen inszenierten TV-Film, der sich inhaltlich 1:1 bei "Star Wars", formal beim "Herr der Ringe" bedient. Das ist nicht nur unfassbar langatmig, sondern einfach komplett öde.
Fürchterlich belehrende, durch und durch triviale Gute-Nacht- Geschichte, die an die Fantasie ihrer Zuschauer appelliert, ohne sie allerdings anregen zu wollen. Noch dazu verfängt sich Shyamalan in christlichen Konnotationen, die die freiwillige Distanz zum Publikum penetrant überschreiten. Die größte Enttäuschung des Jahres.
Eine Komödie mit Adam Sandler, die durchaus lehrreich ist: Zu viel Arbeit zahlt sich nicht aus, die Familie ist das wichtigste Gut des Mannes und Frauen gehören schick und sexy, aber unaufgefordert in die Küche gestellt. Der Film zum Eva Herman-Buch.
Bemüht sich kläglich, die Essenz der japanischen Vorlage zu amerikanisieren, doch verliert sich leider in formelhaften Spukklischees und Zugeständnissen an das jugendliche Publikum. In endzeitlich-triste Bilder getaucht, versucht der verquaste Film subtilen Grusel gegen orientierungsloses Schnitttempo einzutauschen. Heraus kommt dabei nur ein weiteres unausgegorenes Remake, das niemand wirklich gebraucht hat.
Nach „Cabin Fever“ hatte ich mir einiges von „Hostel“ versprochen, doch was Eli Roth hier fabriziert, ist schon eine gewisse Frechheit. Nach der noch leidlich amüsanten ersten Hälfte, bei der man ja fast vermuten könnte, hier würden Teenager-Klischees ordentlich verballhornt, bestätigt der latent rassistische Film jegliche Vorbehalte seiner Figuren, indem er die Pimps undifferenziert zu Helden verklärt und sie für ihre Dummheit belohnt. Die intellektuelle Presse ist dem jungen Roth damit reihenweise auf den Leim gegangen, weil sie darin die gutmütig hineinkonstruierte Reflexion auf die Terrorbilder der Gegenwart vermutete. Pustekuchen, die angebrachten Vergleiche mit Craven, Hooper und Romero sind für mich nichts weiter der blanke Hohn!
Frisch gedehnt und überarbeitet verzieht Sharon Stone nach 15 Jahren noch einmal ihre lüsternen Blicke und schwafelt allerlei albernes Zeug. Ihrer mangelnden, vergeblich forcierten Erotik wegen scheitert der Film nur sekundär, in erster Linie ist er grottenschlecht geschrieben und so unfreiwillig komisch, dass niemand noch ernsthaft an ein Comeback der Faltenbraut glauben dürfte.
Das sicherlich schlechteste Remake seit Gus van Sants „Psycho“, die Lustlosigkeit des ganzen ist kaum steigerbar. Szene für Szene wird das Original aufgesagt, sich fürchterlich ernst genommen und die Kunst der Langeweile fast schon zelebriert. Bleibt nur die Frage, was man mit den vergeudeten Millionen nicht alles hätte Gutes tun können.
Das war sicherlich der witzigste Film des Jahres, ohne es selbst zu wissen: Was hier an Peinlichkeiten aufgefahren wird, das sucht schon ein wenig seinesgleichen. Komplett unsinnig konstruiert, wirft der Film mit plumpen Motiven und Verweisen um sich, erstickt in wahnsinniger Schwerfälligkeit und unfassbar blöden Dialogen („Hallo. Ich bin dein Fleisch.“), nur um letztlich die Lust an der Exploitation zu erfüllen. Inszeniert auf Vorschulfilmniveau, wird „Rohtenburg“ früher oder später – unfreiwillig natürlich – als Klassiker des absurden Schunds gelten.
So doof manch einer der genannten Filme hier auch sein mag, nicht alle sind so ärgerlich wie dieser. Was „Running Scared“, als Taran- tino-Neffe getarnt, an Menschen verachtenden Ausdünsten pro- duziert, das überschreitet die Grenze des Erträglichen bei weitem. Kaum ein Film seiner Art zieht so primitiv und grobschlächtig zu Felde, um seinen Milchbubbis Härte und Gewalt einzuflößen, um dabei reaktionäre Werte – am Ende einer ultrabrutalen Gewaltodyssee, die ihre Blutspritzer konsequent selbst zweckhaft inszeniert, muss der Patriarch bestätigt sein – mit Mord und Totschlag zu legitimieren.
Das ist wohl Oliver Stones künstlerischer Tiefstpunkt, der Film ist eine reine Zumutung, fragwürdig ohne Ende und absolut unnötig. Da wird ein 08/15-Katastrophen- szenario kreiert, das mit seinem Einzelschicksalspopulismus nur dem Zwecke dient, Hass und Wut zu schüren. „World Trade Center“ ist alles andere als unpolitisch, sondern ein deutliches Statement pro Irakkrieg – die guten Christen können sich ihrer Unterstützung durch Jesus (der hier mit Mineralwasserflasche sogar persönlich auftritt!) gewiss sein, die braven Soldaten (heldenhaft aus der Unterperspektive gefilmt) werden diesen Anschlag rächen, während der böse Muslim der unsichtbare Schurke bleiben muss. Das ist nicht einmal ansatzweise differenziert (und somit äußerst rückwärts gerichtet) und zu allem Überdruss auch komplett konservativ, was insbesondere das Frauenbild betrifft. Für mich zwei traurig-dumme Stunden Kino, einfach ärgerlich.
Weitere schlechte, unterdurchschnittliche oder enttäu- schende Filme des Jahres: