10. James Bond – Casino Royale
09. Volver
Hier denunziert sich all das, was auch denunziert gehört: Sasha Baron Cohen in der bissigsten Komödie des Jahres, voller Polemik und unbedingt notwendig – da mag manch einer im Kinosessel gar verstummen. So gehört sich das!
Eines der wenigen gelungenen Remakes, mit rigoroser Kompro- misslosigkeit und mit scharfer Ironie knüpft Alex Aja an die subversive Essenz der Vorlage an – in einem übersättigten Amerika voller Freaks und Mutanten, die die Kernfamilie zersetzen, da scheinen Dis- kussionen zwischen Demokraten und Republikanern keine Wirkung mehr zu haben.
05. V wie Vendetta
Atmosphärisch dichte, eindrucksvoll gespielte Paraphrase von Terrorismus und Totalitarismus, die durch selbstreflexive Figuren ungeahnte Ambivalenzen erfährt und sie schließlich in naiv formulierte, aber berechtigte Lösungsvorschläge überführt.
Der große Geheimtipp des Jahres, ein zutiefst menschlicher, unbefangen ins- zenierter Film, der die Intimität der Inszenierung einmal nicht für Zynismus missbraucht. Großes Lob an Capelight, die ihn mit etwas Verspätung in die deutschen Kinos brachten.
Durchaus ist der Film kontrovers, er versucht auf eine hochkomplexe Sachlage naive, vereinfachte Antworten zu geben, er hat sicherlich auch die typischen Spielberg-Schwächen, und doch wird hier eine humanistische Hoffnung gepredigt, nach der man sich im Kino manchmal sehnt: Simple Fantasie ist in diesem Fall der Schlüssel zur Ausei- nandersetzung mit einem so weit entfernten, in der persönlichen Wahrnehmung abstrakten Thema.
Das ist nicht nur der beste Film des Jahres, sondern eines der größten Meisterwerke der Filmgeschichte. Ang Lee kreiert mit seinem so dichten und gleichzeitig respektvoll distanzierten Regiestil eine neue Form des Kinos, diese Geschichte ist nicht nur die Schilderung einer unmöglichen Liebe, sondern das meisterliche Portrait eines Kulturkreises, einer in jeder Hinsicht neuartigen, intensiven Betrachtung über das Wesen des Mensches. Gleichzeitig revolutioniert und entkleidet er das Westerngenre, und zeichnet ein in ungeahnten Feinheiten festgehaltenes Bild einer schwulen Liebe, bei der die innere Enge, der Kampf gegen seine eigene Natur, im Konflikt mit den endlos weiten Landschaften steht: Hier werden künstlerische Mittel zu einem filmischen Unikat vereint, das seinesgleichen sucht - ein Film, dessen Wert beinahe unschätzbar ist.
"Babel