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Dezember 18, 2016

Zum 70. Geburtstag von Steven Spielberg

Der 70. Geburtstag von Steven Spielberg markiert auch ein Jubiläum des Blockbuster-Kinos, das ohne Filme wie "E.T." oder "Jurassic Park" nicht vorstellbar wäre. Über die Verwaltung dieses Erbes lässt sich genauso streiten wie über Spielberg selbst.

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Januar 25, 2013

Kino: FLIGHT

Denzel Washington kämpft in "Flight" gegen Alkoholsucht und Unrechtsbewusstsein. Als volltrunkener Pilot bringt er zwar eine defekte Maschine sicher zu Boden, riskiert aber dennoch unzählige Menschenleben. [...]

November 05, 2009

Kino: A CHRISTMAS CAROL

Unzählige Male wurde sie in Film und Fernsehen durch die Mangel gedreht, die Weihnachtsgeschichte um den mürrischen Misanthropen Ebenezer Scrooge, der am heiligen Abend Besuch von drei Geistern erhält und schließlich zu einem geläuterten Gutmenschen reift. Nur wenige der vielen Adaptionen und Variationen des Stoffes hielten sich jedoch so treu an die Vorlage wie die allerneuste Version des festlichen Belehrungsstückes aus dem Hause Disney.

"Eine Weihnachtsgeschichte" beruft sich also wieder auf die klassische Erzählung – sie wurde nicht wie so oft zu einem Musical oder einer Komödie variiert. Im Zentrum steht, natürlich, der grantige Geizhals Scrooge, der vom Geist der vergangenen, gegenwärtigen und künftigen Weihnacht heimgesucht wird. Die wohl gesonnenen Gespenster reisen mit ihm zu Stationen seiner Kindheit und Jugend und eröffnen ihm schließlich den Blick auf sich und sein Umfeld, ehe sich Scrooge vom Menschenfeind zum gutherzigen Großväterchen besinnt.

Der durch die "Zurück in die Zukunft"-Trilogie mit Zeitreisen vertraute Regisseur Robert Zemeckis verarbeitet die Charles-Dickens-Geschichte zu einem weihnachtlichen Motion-Capture-Blockbuster, in dem er wie bereits bei seinem "Polarexpress" und "Beowulf" die Bewegungen der Darsteller in computergenerierte Animationen überträgt. Dieses Abbild der Realität soll paradoxerweise wiederum realistisch wirken, was erneut zu der Frage führt, warum Zemeckis so sehr auf diesen Umweg schwört, statt die Geschichte nicht gleich herkömmlich zu inszenieren und das Geld in entsprechende Spezialeffekte zu investieren.

Denn das Ergebnis der digitalen Bilder ist genauso ernüchternd wie in den beiden formalen Vorläufern: Die Bewegungen sind staksig und ungelenk, die Augen der Figuren wirken unnatürlich und befremdlich, und die Gesichter erinnern in ihrer Plastizität an Wachsfiguren. Statt zu stilisieren, zu verfremden und damit auf das eigentliche Animationshandwerk – die Erschaffung von Bilderwelten aus dem Nichts – zurückzugreifen, imitiert die Technik eine Realität, die sie doch nie erreichen kann.

Schade also, dass auch "Disneys Eine Weihnachtsgeschichte" in der Motion-Capture-Sackgasse landet, denn Zemeckis bringt den Stoff ansonsten überraschend sorgfältig und sogar dialoggetreu auf die große Leinwand. Erstaunlich dabei vor allem, dass er sich viel Zeit lässt für die über- und in ihrer moralischen Schlichtheit auch durchschaubare Geschichte, dass er die Geisterbesuche nur wenig effekthascherisch in Szene setzt und sich stattdessen mehr auf die vielseitige Leistung seines Hauptdarstellers konzentriert.

Nachdem schon so unterschiedliche Schauspieler wie Michael Caine, Patrick Stewart oder Bill Murray in die Rolle des miesepetrigen Scrooge geschlüpft sind, übernimmt nun Blödelgesicht Jim Carrey den Part – und den der drei Weihnachtsgeister gleich noch mit. Carrey erweist sich als Idealbesetzung: Dass sein Scrooge eine enorme Präsenz hat, ist dabei mehr seinem mimischen und gestischen Können, denn der eigentlich schauspielfeindlichen Motion-Capture-Technik zuzuschreiben. Carrey schafft es zumeist gegen die bizarr-befremdliche Animation anzuspielen.

Die digitalen Gesichtsakrobatiken des Komikers bleiben dann auch der einzige Schauwert des Films, der die Geschichte eher spröde visualisiert. Zemeckis hält sich mit allzu überdrehten Actioneinlagen zwar zurück, was durch den verhaltenen Einsatz schneller Bewegungen vor allem dem 3D-Erlebnis zugute kommt (für das der Film konzipiert wurde), setzt aber auch keine optischen Schwerpunkte. Lediglich die Titelsequenz spielt auf eindrückliche Art mit räumlichen Verhältnissen.

Freunde der Dickensschen Originalgeschichte dürften hingegen nicht nur von der inhaltlichen und sprachlichen Vorlagentreue begeistert sein, sondern auch mit Freude zur Kenntnis nehmen, dass Zemeckis sich für das Design des Films an den ursprünglichen Kupferstichen orientiert hat. Die drei Weihnachtsgeister schließlich wurden selten so exakt nach den Beschreibungen der Erzählung in Szene gesetzt. Umso enttäuschender, dass auch sie dank der sperrig-unschönen Motion-Capture-Bilder nie wirklich zum Leben erweckt werden – sondern so lieb- und seelenlos bleiben müssen wie alle Figuren.


40% - erschienen bei: gamona

August 23, 2009

Zuletzt gesehen: DEATH BECOMES HER

Durch ihre kombinierten Spezialeffekte einst bahnbrechende Fantasy-Komödie mit Anleihen beim klassischen Universal-Horror, die Robert Zemeckis ganz auf den Zickenkrieg seiner beiden Diven Meryl Streep und Goldie Hawn zugeschnitten hat. Das sich rasch verselbstständigende Over Acting des aufgedrehten Ensembles gibt dem lasch erzählten und in vielerlei Hinsicht angestaubten Film jedoch einen kräftigen Energieschub: Wo Drehbuch und Regie spätestens ab der Hälfte versagen und die Geschichte völlig aus dem Ruder laufen lassen (während Bruce Willis selten so hilflos und schlecht geführt durch einen Film purzelte), unterhält die Spielfreude der beiden Hauptdarstellerinnen bis zum nachgedrehten und umgeschnittenen Schluss, der die Geschichte als reine Gagrevue ohne wirkliches Konzept enttarnt, statt sie zu einem originellen Ende zu führen. Als Kommentar zum Schönheits- und Konkurrenzwahn Hollywoods ist der Film aber zweifellos vergnüglich.


60%

Juli 18, 2006

Kino: MONSTER HOUSE

Mit "Monster House" und dem zusätzlichen Reiz einer Abwechslung versprechenden, schaurigen Gruselgeschichte steigt nun auch Sony, genauer Imageworks Inc., ins voll animierte Filmgeschäft ein. Prominent besetzt und produziert ist das Regiedebüt von Gil Kenan allerdings ein etwas unschlüssiges Vergnügen, mit schönen Momenten durchaus, aber ebenso grundsätzlichen Schwierigkeiten.

Großes Problem dieses Films ist dabei der Widerspruch zwischen naturalistischem Stil und völlig künstlicher Animation. So schön die Idee einer vorörtlichen Kleinstadt, scheinbar direkt den 80er-Jahre Abenteuern aus dem Hause Spielberg/Zemeckis, nicht zufällig Produzenten dieses Films, entlehnt, auch daherkommen mag, es passt wenig zum schlichtweg hässlichen Ergebnis des Motion Capture-Gebräus, das unnatürlicher kaum sein könnte. Der Erfolg von "The Polar Express" wird die Macher bestätigt haben, im Vergleich zu den Künsten der Animationsschmieden Pixar oder DreamWorks jedoch stellt sich angesichts der seelen- und detaillosen Bewegungserfassung die Frage nach dem Sinn dieses Verfahrens.

Die Geschichte ist zweifellos liebenswürdig, aber allzu formelhaft erzählt. Ihre Figuren bieten wenig bis gar nichts Neues, von trotteligen Cops, die den Kids erwartungsgemäß keinen Glauben schenken wollen, über die böse Babysitterin ist hier alles versammelt, ohne dass der Zuschauer jedoch eine wirkliche Beziehung zu ihnen aufbauen kann. Letztendlich werden hier lediglich Versatzstücke und Klischees aus strukturell ähnlichen Filmen wie "The ’Burbs" oder "The Goonies" in die Animationswelt übertragen, ohne notwendigen Eigenanteil und wirklichem Charme. Da ein erwachsenes Publikum aufgrund seiner Sehgewohnheiten zudem schnell hinter die simpel gestrickte Dramaturgie des Films kommt, dürften auch nur die kleineren Zuschauer so richtig Spaß mit "Monster House" haben.

Als Rettungsanker kann die Produktion immerhin mit einem überaus amüsanten Darsteller- bzw. Sprecherensemble aufwarten, insbesondere Maggie Gyllenhaal ("Secretary"), Catherine O'Hara ("Home Alone") und natürlich Kathleen Turner ("Romancing the Stone") lauscht man mit großem Vergnügen, auch wenn all die Figuren letztlich nur marginal an ihre Schauspieler erinnern: Die Digitalisierung einer Oberfläche, der eben jegliche Emotionen und Eigenheiten abhanden kommen. "Monster House" ist somit ein netter Versuch, der bei seiner Zielgruppe zwar funktionieren, Animationsfreunde aber wohl enttäuschen dürfte. Und einigermaßen innovativ ist das alles schon gar nicht.

50%