Denzel Washington kämpft in "Flight" gegen Alkoholsucht und Unrechtsbewusstsein. Als volltrunkener Pilot bringt er zwar eine defekte Maschine sicher zu Boden, riskiert aber dennoch unzählige Menschenleben. [...]
Posts mit dem Label Cheadle werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Cheadle werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Januar 25, 2013
August 26, 2010
Zuletzt gesehen: MISSION TO MARS (2000)
Wenn es drei Schauspieler gibt, mit denen ich auf keinen Fall zwei Stunden auf dem Mars verbringen wollen würde, wären es vermutlich Gary Sinise, Tim Robbins und Don Cheadle. Nun ja, wenn man als blinder Passagier auf Brian De Palmas "Mission to Mars" dabei sein möchte, lässt sich das wohl nicht vermeiden. Die Reise dorthin soll’s aber nicht trüben, zudem die drei, wie sich schnell zeigt, durch verschiedene Ebenen voneinander getrennt werden – und der Film (nicht nur räumliche) Distanz als eines der Kernthemen entwickelt. Nach und nach wird deutlich, dass die elegische Dramaturgie von "Mission to Mars", würde das Drehbuch nicht immer wieder störende Spannungsmomente einfordern, einen meditativen Grundton anzustimmen versucht, der – genretypisch – existenzialistische Fragen nach Sterblich- und Endlichkeit in den Mittelpunkt rückt. De Palmas ohnehin stets losgelöste Kamera erhält dabei im Weltraumkontext noch einmal eine ganz andere Bedeutung und findet beeindruckende Bilder für die Vermittlung schwereloser Räume (und Figuren), die man so wahrscheinlich noch nicht gesehen hat.
Doch alles Schöne kulminiert im Unschönen. Auf dem Mars angekommen wird’s besonders extraterrestrisch. Am Ende braucht es ein bisschen heitere Schöpfungsgeschichte, ein wenig Sinnieren über menschliche Ur- und Vorsprünge und eine trotzdem wie immer – geschlechtlich und ethnisch – klare Rollenverteilung. Der sich humanistisch wähnende, hochpeinliche Schlussakt samt Händchenhalten mit einem CGI-Alien besitzt dann leider auch nicht die unbekümmerte Naivität eines Steven Spielberg, dessen "Close Encounters" hier ebenso zitiert wird wie der (scheinbar) unumgängliche Kubrick. Schade eigentlich, dass dieser anfänglich noch recht faszinierende Science-Fiction-Trip sein Ende in esoterischem Erlöserkitsch Marke Darren Aronofsky finden muss.
30%
Doch alles Schöne kulminiert im Unschönen. Auf dem Mars angekommen wird’s besonders extraterrestrisch. Am Ende braucht es ein bisschen heitere Schöpfungsgeschichte, ein wenig Sinnieren über menschliche Ur- und Vorsprünge und eine trotzdem wie immer – geschlechtlich und ethnisch – klare Rollenverteilung. Der sich humanistisch wähnende, hochpeinliche Schlussakt samt Händchenhalten mit einem CGI-Alien besitzt dann leider auch nicht die unbekümmerte Naivität eines Steven Spielberg, dessen "Close Encounters" hier ebenso zitiert wird wie der (scheinbar) unumgängliche Kubrick. Schade eigentlich, dass dieser anfänglich noch recht faszinierende Science-Fiction-Trip sein Ende in esoterischem Erlöserkitsch Marke Darren Aronofsky finden muss.
30%
Mai 06, 2010
Zuletzt gesehen: IRON MAN 2
Direkte Fortsetzung der überraschend erfolgreichen Comicadaption von 2008, die durch ihren Pilotfilmcharakter noch viel Luft nach oben ließ. Leider nutzt das Sequel nichts vom übrig gebliebenen Potenzial des Vorgängers, sondern vertieft nur dessen Schwachstellen. Nach einem wunderbaren Einstieg, der selbstredend den überraschenden Twist des ersten Films aufgreift, verliert sich "Iron Man 2" in zahlreichen ungeordneten Handlungssträngen und Figuren, die Jon Favreau leider nie in den Griff bekommen möchte. Er versäumt es, die zuvor angedeutete und vorbereitete (Liebes-) Beziehung zwischen Tony Stark und Pepper Potts auszuarbeiten, originelle und eigenständige Bösewichter zu entwickeln und der Geschichte – entsprechend den Gesetzen des Comic-Sequels – einen epischen Atem zu verleihen. Mit zunehmender Spielzeit verliert der Film endgültig sein Zentrum und verkommt zur lahmen Wiederholungstat, ehe sich im Finale erneut Stahl und Stahl zu einem öden und teilnahmslosen Actionfest verabreden – Mickey Rourke als Bösewicht bleibt hier mindestens so unterfordert wie Jeff Bridges im Vorgänger.
45%
45%
Dezember 23, 2006
DVD: CRASH (2004)
"Million Dollar Baby"-Autor Paul Haggis unternimmt in seinem Spielfilmdebüt den Versuch, den mal latenten, mal offensichtlichen Rassismus in Alltags- und Stresssituationen fragmentartig zu verweben, in mehreren Einzelepisoden porträtiert er Menschen in der Metropole Los Angeles, Menschen schwarzer und weißer Hautfarbe, Mexikaner, Chinesen, Puertoricaner, und lässt ihre Schicksale einander tangieren. Korrupte weiße Polizisten, die ihrer rassistischen Gesinnung tagtäglich Luft machen, irakische Ladenbesitzer, die mexikanische Schlosser beschuldigen und angreifen, farbige Regisseure, die sich diskriminieren und beschneiden lassen, Staatsanwälte, Ermittler, Straßenjungs - Haggis beleuchtet all diese Figuren in ihrem ganz persönlichen Lebenselend, um sie am Ende der Erlösung zu übergeben.Der Ansatz mag ambitionierter Natur sein, den immer wiederkehrenden, Titel gebenden Autocrash betrachtet der Film als Metapher für den Crash der Kulturen, wie Menschen verschiedenster ethnischer Herkunft aneinander stoßen, sich verspotten, beschimpfen, mit Vorurteilen begegnen. Autounfälle- oder Überfälle sind bei Haggis ein beständiges Symbol für die entlarvende Äußerung von Rassismus in all seinen Ausprägungen, als Scheingrund für den Hass, als Exempel für dessen unmaskierte Darstellung. Die scheinbar fatalen Differenzen zwischen den Kulturen und Rassen, die sind in "Crash" also eine Anhäufung von Unfällen, doch ohne Polemik möchte der Film seine These nicht formulieren. Tatsächlich betreibt Haggis eine folgenschwere Ursachenforschung, an deren Ende er sich mit belehrenden, überambitionierten Lösungsvorschlägen leider grandios verzettelt.
Denn bei aller Mühe, die sorgfältig entwickelten Stränge in einen Zusammenhang zu bringen, krankt der Film an seinen plump aufbereiteten Ansprachen, die er vor dem Zuschauer hält und ihn dabei einer aufdringlich moralinen Lehrstunde aussetzt. Auf die anfänglich abschreckenden, den automatischen Antirassismus des Publikums herauf- beschwörenden Sequenzen voller Gewalt in Wort und Tat folgen alsbald Zufälle und überkonstruierte Begegnungen der Figuren, die ausschließlich Läuterung und Selbsterkenntnis mit aussöhnender Vergebung koppeln und floskelartige Weisheiten predigen, anstatt den ungemütlichen Weg differenzierter Konfrontation zu gehen. Nicht Ohnmacht, nicht Unlösbarkeit finden hier Erwähnung, sondern vielmehr die bemüht unbemühte Erforschung der Ursachen des Rassismusproblems, die in verkalkuliertem Populismus mündet.
Haggis unterstützt seine Zuschauer eifrig dabei, sich entweder gewissenstark bestätigt zu sehen, oder andernfalls einer lauten Anklage beizuwohnen – ohne seine Gedanken einer tiefgründigen Analyse zu unterziehen. Fraglicherweise ist Rassismus in "Crash" letztlich nur ein Konstrukt aus individuell zusammengesetztem Lebensunmut, sowohl die wohlhabende Anwaltsfrau, die ihre Haushälterin demütigt, als auch der Streifenpolizist, der eine junge Frau sexuell belästigt, enttarnen sich als Opfer ihrer Frustration, ihre privaten Probleme und Unglückszustände machen aus ihnen offenbar die Monster des Alltags, als die sie gezeichnet werden. Diese massiv verkürzte wie simple These scheitert schon an ihrer Blindheit gegenüber der Realität, in dem sie das Problem verharmlost und als vereinfacht lösbar darstellt – schließlich müssen alle Rassisten offenbar nur ein wenig Selbstreflexion durchleben, um ihren Hass als ungerechtfertigt zu erkennen.
Der Crash ist dabei nicht nur Auslöser für dieses ungehemmte Deutlichmachen von blankem Rassismus, sondern Beginn einer Ereigniskette, die gleichsam auch wieder zur befreienden Versöhnung führt (Matt Dillon rettet die zuvor missbrauchte Frau aus den Flammen ihres Autowracks). Die dafür entwickelte Bild- und Motivwahl fällt ähnlich grob aus, erdrückende Ethno-Gesänge stören die sensiblen Momente des Drehbuchs, während die Kamera das Geschehen allzu majestätisch ablichtet. Die emotional überkandidelte Schlussmontage ist mit süßlichen Popsongs unterlegt und verzichtet auch nicht auf visuelle kathartische Effekte, wenn wallendes Feuer und flockiger Schnee als verschmelzende Elemente die Reinigung der Figuren bebildern. Die profane Offensichtlichkeit in Haggis’ Inszenierung ist bedauerlich vor allem für die durchweg brillanten Leistungen seines Ensembles, deren talentierte Schauspieler sich jedoch auf verlorenem Posten befinden.
20% - erschienen bei: filmzentrale
Abonnieren
Posts (Atom)