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November 02, 2016

Wie Hollywood-Stars im US-Wahlkampf mitmischen

Kino- und TV-Stars sprechen sich in den USA offen für die Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump aus. Ihre prominente Unterstützung veranschaulicht, wie nahe Politikbetrieb und Unterhaltungsbranche im US-Wahlkampf beieinander liegen.

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Juli 08, 2016

Zum 65. Geburtstag von Anjelica Huston

Ein klassischer Star war sie nie, ihre eigenwillige Schönheit entzieht sich dem gängigen Hollywoodfrauenbild – ohne Anjelica Huston wäre das Kino der vergangenen 30 Jahre bedeutend ärmer. Diese fünf Rollen haben ihre Karriere definiert.

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Februar 18, 2015

Kino: INTO THE WOODS

Keimfreie Familienunterhaltung verspricht "Into the Woods" wahrlich nicht. Mag das gleichnamige Broadway-Musical allerhand Märchenmotive und –Figuren zu einer üppigen Erzählung um schöne Prinzessinnen und edelmütige Prinzen vermengen, bringt es diese eben auch gezielt durcheinander – über einen hintersinnigen, zum Teil vulgären Humor. Dass ausgerechnet Disney sich nun an einer Kinoversion des Stoffes versucht, ist daher eine Überraschung. [...]

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Dezember 17, 2014

Kino: THE HOMESMAN

Zu Beginn legt die elegische, im besten Sinne altmodische Musik erst einmal falsche Fährten. Und die Bilder tun es ihr gleich. In seinen sehr breiten, sehr malerischen 35mm-Panoramen sieht der Film fast nach einem traditionellem Western aus. Ein Ablenkungsmanöver allerdings, bei dem schon der Titel lügt. "The Homesman" erzählt die Geschichte einer Homeswoman, genauer: einer Frau namens Mary Bee Cuddy (Hilary Swank), die sich der Herausforderung stellt, Siedler aus dem Westen Amerikas zurück in die östliche Heimat zu bringen. [...]

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Februar 14, 2012

Berlinale 2012: THE IRON LADY

Weil wohl keine Besprechung des Thatcher-Films ohne Worte schäumenden Sprudels über Meryl Streeps ja so, so eindrückliche Verwandlung zur britischen Regierungschefin auskommen darf, sei gleich vorneweg gesagt: Fieberhafteres Acting wird man dieses Jahr sicherlich nicht mehr im Kino zu sehen bekommen. Wahrlich eisern, jaja, tut sie es Habitus und Körpersprache der Iron Lady gleich, am Rande zur Selbstparodie und in der Anmutung zeitweilig wie eine aufgetakelte Drag Queen auf Amphetamin. Folglich zelebriert dieser Film weniger den Thatcherismus der 80er Jahre, als vielmehr den Streepismus des Schauspielgewerbes: Ein Verkaufsargument namens Mimikry. [...]

August 23, 2009

Zuletzt gesehen: DEATH BECOMES HER

Durch ihre kombinierten Spezialeffekte einst bahnbrechende Fantasy-Komödie mit Anleihen beim klassischen Universal-Horror, die Robert Zemeckis ganz auf den Zickenkrieg seiner beiden Diven Meryl Streep und Goldie Hawn zugeschnitten hat. Das sich rasch verselbstständigende Over Acting des aufgedrehten Ensembles gibt dem lasch erzählten und in vielerlei Hinsicht angestaubten Film jedoch einen kräftigen Energieschub: Wo Drehbuch und Regie spätestens ab der Hälfte versagen und die Geschichte völlig aus dem Ruder laufen lassen (während Bruce Willis selten so hilflos und schlecht geführt durch einen Film purzelte), unterhält die Spielfreude der beiden Hauptdarstellerinnen bis zum nachgedrehten und umgeschnittenen Schluss, der die Geschichte als reine Gagrevue ohne wirkliches Konzept enttarnt, statt sie zu einem originellen Ende zu führen. Als Kommentar zum Schönheits- und Konkurrenzwahn Hollywoods ist der Film aber zweifellos vergnüglich.


60%

Juli 15, 2008

Kino: MAMMA MIA!

Wenn Meryl Streep schon nach wenigen Minuten auf der Bildfläche erscheint, wenn sie da so tanzt, trällert und euphorisch hin und her springt, dann sollte man schon mit Sicherheit wissen, in welchen Film man hier eigentlich hineingeraten ist. Ob man wirklich bereit ist für zwei Stunden voller frivoler, exaltierter, hysterischer Kitschfantastereien, für die "Sex and the City"-Kinofilm kürzlich bestenfalls ein Teaser mit Fußnotenwert bedeuten kann:

Basierend auf dem Bühnenerfolgsmusical wird in "Mamma Mia!" mithilfe zahlreicher bekannter ABBA-Songs die Geschichte der 20jährigen Sophie (Amanda Seyfried) erzählt, die mit ihrer Mutter Donna (die aufgebrachte Streep) seit den 70er-Jahren auf einer kleinen griechischen Insel lebt, wo sie gemeinsam eine Taverne betreiben. Anlässlich ihrer Hochzeit hat Sophie den dringlichen Wunsch, endlich auch ihren unbekannten Vater kennen zu lernen. Im Tagebuch ihrer Mutter erfährt sie jedoch, dass dafür gleich drei potentielle Männer in Frage kommen, was sie dazu verleitet, jene alten Freunde ihrer Mutter heimlich zur Feier zu laden – diese hatten zwar alle einmal eine Beziehung mit Donna, seitdem aber keinen Kontakt mehr zu ihr. Als Sam (Pierce Brosnan), Harry (Colin Firth) und Bill (Stellan Skarsgård) schließlich auf der Insel eintreffen, drohen die ohnehin schon turbulenten Hochzeitsvorbereitungen endgültig zum Desaster zu verkommen.

Ebenso absurd wie dieses Geschichtchen ist eigentlich alles in "Mamma Mia!". Der willkürliche Handlungsort garantiert schöne Settings, die nichtigen Probleme der Figuren sichern jenen dynamisch aufgebrachten Tonfall, den die ABBA-Songs auch dringend benötigen, und überhaupt ist all die Bonbon-Konstruktion vor allem dazu dienlich, dem Film ein ansprechend poliertes Parkett für seine Songs bieten zu können. Ganz so eben, wie ein Jukebox-Musical zu sein hat.

Und die Rechnung geht problemlos auf. Phyllida Lloyds Bühnenadaption ist ein großer Spaß, ein bemerkenswert heiteres, buntes und schrilles Vergnügen, das ungehemmt in flauschigen Bilderreigen schwelgt. Da jagt ein ABBA-Hit den nächsten, folgt eine Urlaubskulisse auf die andere – und all der Charme, all die positive Energie dieses Films wirken tatsächlich schwer ansteckend. So ungewohnt es erscheinen mag, Pierce Brosnan oder Colin Firth fröhlich vor sich her singend im Close-Up zu bestaunen, so mutig ist dieses Stelldichein der Hollywoodkollegen auch, die hier mit ekstatischer Spielfreude gegen ihr Image antanzen. Womöglich ist "Mamma Mia!" dabei mit seiner ausgiebigen Ausstattungswut, seinem erschöpfenden Gute-Laune-Tenor und ebenso grotesker wie amüsanter Bilder singender Matrosen und steppender Strandboys die teuerste Verfilmung gebündelter Homo-Fantasien, die es jemals ins Haupt- programm der Multiplexkinos schaffen wird – schon deshalb also ist das irgendwie ein Pflichtfilm.


80% - erschienen bei: DAS MANIFEST

November 03, 2007

Kino: LIONS FOR LAMBS

Mit "United 93" und "World Trade Center" haben sowohl Paul Greengrass, als auch Oliver Stone bereits kurze Zeit nach den New York-Anschlägen vom 11. September 2001 überaus zwiespältige Filme über den gegenwärtigen Terrorismus inszeniert. Das Thema hat sich für Hollywood jedoch keinesfalls erledigt, erst jetzt rollt die Welle mit politisch motivierten, betont kritischen Produktionen von den Auswirkungen des Septemberterrorismus über den Zuschauer herein. Nach Peter Berg ("The Kingdom") werden in Kürze auch Paul Haggis ("In the Valley of Elah"), Gavin Hood ("Rendition") und Brian De Palma ("Redacted") ihre Auseinandersetzung mit dem ‚Krieg gegen den Terror’ vorstellen. Bezeichnend ist neben der verhältnismäßig kurzen Zeit, die seit der US-Intervention im Jahre 2003 und der ersten Gruppe von kriegsthematischen Filmen verging, auch der Umstand, dass all diese Produktionen in erster Linie in den USA entstehen oder mit amerikanischen Geldern finanziert werden – das eigene Trauma wird somit vor den Augen der Öffentlichkeit verarbeitet.

Glücklicherweise gerät Robert Refords "Lions for Lambs" nie in die Versuchung, die komplexen Zusammenhänge einer Dramaturgie der Unterhaltung unterzuordnen. Der fast nur auf Dialoge konzentrierte Film bemüht sich nicht um den Spagat zwischen Entertainment mit Gewissen und brisanter Kriegsbeschauung, deren Gegenwartsbezüge meist doch nur dem bequemen Kinospektakel dienlich sind. Anstatt seine Handlung in Kriegsherde zu verlagern, sucht Redford vielmehr die Krisengebiete des Alltags auf, um Fragen zu stellen. Fragen nicht nach Recht und Unrecht, gut oder böse, richtig oder falsch, sondern Fragen an die Träger der Verantwortung. Und diese sind in "Lions for Lambs" nicht Verteidigungs-, Außen oder Innenminister, nicht Befehlshaber oder Militärs, sondern vor allem die Jugend. Sein Film ist gegliedert in drei Parallelstränge, und lediglich einer davon umfasst einen nächtlichen Militäreinsatz in der afghanischen Wüste. Die anderen beiden finden am Schreibtisch statt: Eine Universitätssprechstunde zwischen Professor (Robert Redford) und Student (Andrew Garfield). Und ein Interview zwischen Journalistin (Meryl Streep) und republikanischem Senator (Tom Cruise). Alle drei Stränge werden unabhängig voneinander erzählt, sind thematisch jedoch alle miteinander verbunden.

Redfords Figur ist als Sprachrohr des Films zu verstehen. Er als Professor, als jemand, der jungen Menschen etwas auf den Weg geben kann, der Talente heranwachsen sieht, der seine Schüler motivieren möchte, verweist auf eine Generation, der gegenwärtige Konflikte ebenso egal sind wie die Erhaltung politischer und gesellschaftlicher Werte. "Lions for Lambs" ist ein ziemlich deutliches – und bisweilen auch naives – Plädoyer für mehr Partizipation. Es geht bei aller Aktualität letztlich um das recht alte Thema einer zunehmend lethargischeren Jugend, die weder großes Interesse am politischen Geschehen zeigt, noch darum bemüht ist, die Grundsäulen der Demokratie zu stärken, tatsächlich sogar weitgehend kaum ein Bewusstsein für diese Prozesse besitzt. Der Film bebildert diese Intention ganz banal, aber wirkungsvoll mit Studenten, die sich lieber die neuesten Boulevardnachrichten über Prominente ansehen, als sich aktiv mit den Geschehnissen ihres Landes auseinanderzusetzen. Diese Anklage trifft einen erstaunlich wahren Kern, vor allem, da der Film bei an und für sich gebildeten jungen Menschen ansetzt – Studenten nämlich, jener Gruppierung, die aus irgendeinem Grund noch immer für wildes Aufbegehren steht. Doch auch wenn die Geschichte es rechtfertigt: Selbst in akademischen Kreisen steht ein jeder nur noch sich selbst am nächsten, das totale Desinteresse überschattet alles. Angeregte Debatten überdauern keinen Seminarblock – und schon gar nicht ändern sie etwas an der allgemeinen Inaktivität. Wer geht heute noch auf die Straße, wenn er seinem Unmut Gehör verschaffen will?

"Lions for Lambs" verfolgt hier eine nachvollziehbare Intention. Redford ist als Regisseur und Professorfigur ein glaubwürdiger Wachrüttler, immerhin hat er sich als Initiator des Sundance Filmfestivals auch privat dem Nachwuchs verschrieben. Er inszeniert den Film ohne unnötige Effekte, sehr zurückhaltend im Ton, und vor allem auf die Schauspieler konzentriert. Hier seien besonders die lebendigen Rededuelle zwischen Streep und Cruise genannt, vor allem da letzterer nach einer offensichtlichen Kurskorrektur wieder Co-Stars zu dulden scheint, sich also mit einer Nebenrolle begnügt, die ihm das ermöglicht, was er ohnehin am Besten kann: Das Arschloch spielen. Die Kurzweiligkeit und innere Dynamik des Films erleichtern zudem den Gedankentransport – als Statement, das auch gehört werden möchte, macht "Lions for Lambs" eine überzeugende Figur. Interessanterweise geht er über sein allgemeines Plädoyer, in der heutigen Generation ein Bewusstsein der Teilhabe zu schaffen, nicht hinaus – der Film bleibt bewusst unkonkret darin, wie genau sich das Interesse am politischen und damit immer auch gesellschaftlichen Prozess äußert. Indem er von zwei Soldaten erzählt, die bei einer geheimen Strategie (in deren Kern es darum geht, nach den Misserfolgen im Irak "wenigstens" einen Sieg in Afghanistan erringen zu können) verletzt werden und sich schließlich den Talibanmitgliedern ausgesetzt sehen, zeigt Redford sogar, dass nicht gleich jede Überführung von theoretischem Bewusstsein in praktische Beteiligung richtig sein muss: Beide Soldaten nämlich waren Schüler seiner Figur, bevor sie dem Ratschlag ihres Dozenten, für bestimmte Ideale aktiv einzutreten, mit einem Kriegseinsatz nachkamen, was wiederum auch nicht im Interesse des Professors war.

Dass sich "Lions for Lambs" darüber hinaus etwas zu viel vornimmt, ist angesichts seiner glaubwürdigen moralischen Ambition verzeihlich. Ganz gelingt Redford der Rundumschlag tatsächlich nicht, bezieht er in seinen diskursiven Appell doch auch Fragen nach der Verantwortung der Medien mit ein. Zwar funktioniert Streeps Figur im Kontext einer größeren Auseinandersetzung mit der Verantwortung nicht derer, die – so heißt es im Film – den Brand legen, sondern ihn schließlich löschen müssen, ganz konkret also neben Jugendlichen als die Hoffnungs- und Entscheidungsträger von morgen auch Journalisten, die sich instrumentalisieren lassen. Der Konflikt, den Streep hier austrägt, inwieweit sie als Profitierende eines Exklusivinterviews mit dem Präsidentschaftskandidaten eigentlich Opfer von Propaganda würde, lenkt allerdings ein wenig ab vom eigentlichen Mittelpunkt des Films – gleich wenn das nur für das enorme Potential von "Lions for Lambs" spricht. Vermutlich wird darüber hinaus nicht nur der dezent lehrerhafte Vortragscharakter des Films kritischen Zuschauern zu schaffen machen, sondern auch seine fragliche These, dass es nicht um die eigentlichen verantwortlichen Machträger gehen sollte, sondern all jene, die ihre Verantwortung im Kleinen nicht wahrnehmen – womit den Kriegsführern eine latente Passivität zugeschrieben und Teile der Schuld einem Kollektiv übertragen werden. Das jedoch wäre schon viel weiter gedacht, als es der Film womöglich selbst möchte – genau wie damit wiederum bereits sein eigentliches Anliegen greifen würde.


50%