Posts mit dem Label Kingsley werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kingsley werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mai 16, 2012

Kino: THE DICTATOR

In liebevollem Gedenken an Kim Jong-il, steht da geschrieben. Schon ein Lacher, noch bevor der Film überhaupt begonnen hat. Dass Sacha Baron Cohen der vielleicht witzigste Mensch auf der Erde ist, wissen wir dank Ali G, Borat oder Brüno schon eine ganze Weile. Nun eben weiß man noch: Er ist auch der weltbeste Diktator - in der wohl bösesten und doch auch schönsten Komödie des Jahres. [...]

August 03, 2010

Zuletzt gesehen: SHUTTER ISLAND

Üppiges Ausstellkino voller "Guck mal hier und guck mal da"-Momente, das sich neben genretypischen Trash-Einlagen und sogar milden Naziploitation-Elementen beinahe pausenlos durch die Filmgeschichte manövriert und beherzt zum großen Erkennungsraten einlädt (Extrapunkte für die obligatorischen Powell/Pressburger-Referenzen). An der Geschichte des bewusst irreführend als Psychothriller vermarkteten Films hat Martin Scorsese offenbar keinerlei Interesse, fast hämisch führt er sie vor und fügt ihr nach und nach konfuse und völlig irrelevante Details bei, ehe sich das Gedankenkonstrukt auch als solches zu erkennen gibt – inklusive eines Schlusstwists, der keiner ist, sondern bereits von der ersten Szene an entsprechend vorbereitet wird (wunderbarer Kommentar zur lausigen Blendwerkdramaturgie der vielen Twistorama-Stinker in den letzten Jahren!), bis dann doch noch eine zweideutige Wendung nach der Wendung folgt und sich der Film somit durchaus raffiniert als absolut gradlinig erweist.

Als Fallen stellender Erzählfilm deshalb zwar konsequent unbrauchbar, als Scorsese-typisches Reminiszenz- sammelsurium und filmtheoretische Lehrstunde – besonders schön: der stets augenscheinlich sinnenstellte und vor bewussten Anschlussfehlern strotzende Schnitt – hingegen recht amüsant und unterhaltsam. Trotz bestaunenswerter Momente insgesamt aber ein Ulk, der keine zweieinhalb Stunden Sitzfleisch rechtfertigt. Dass Scorsese wohl der größte und kompetenteste Filmkenner unter Hollywoods Regisseuren ist, weiß man auch beim Blick ins Bonusmaterial einer x-beliebigen Criterion-DVD, da braucht es keinen "Shutter Island". Sehenswert und wesentlich klüger als so vieles, das sich gern clever gibt, ist das allerdings dennoch allemal.


70%


Habe im Übrigen die vage Vermutung, hiermit im Wesentlichen bereits einen besseren "Inception" gesehen zu haben.

Dezember 14, 2008

Kino: TRANSSIBERIAN

Man kann es ja vielleicht tatsächlich die Neue Unbehaglichkeit im amerikanischen Film nennen: Die Angst vor dem Jenseits der eigenen Landesgrenzen, dem Untrauten der alten Welt. Der Horrorfilm hat dieser Empfindung immer die Treue gehalten, und seine ideologische Färbung zwischenzeitlich auch mal kräftig abgewaschen, wenn Terror und Wahnsinn in den eigenen Backwoods am Rande der Gesellschaft generiert wurden: Im "Texas Chainsaw Massacre" zum Beispiel, oder in "The Hills Have Eyes" und "Deliverance". Nicht immer deuteten die sozialen Auswüchse, mit denen sich bürgerliche US-Amerikaner oder blutjunge Teenager darin konfrontiert sahen, auf nationale Geschwüre hin – das war schon eher eine Spezialität der studentischen Genrefilme in den 70er Jahren. Nicht immer also handelte es sich um die Rückkehr des Verdrängten, manchmal war das Böse auch einfach das Fremde, das es erfolgreich zu bekämpfen statt zu verstehen galt.

Den neuerlichen, geupdateten Zweifeln an der alten Welt nun hat zuletzt niemand so anschaulich Ausdruck verliehen wie Eli Roth in seiner Osteuropa-Folter-Orgie "Hostel", die man ja angeblich auch als satirische Komödie hätte verstehen können. Seitdem ist zu beobachten, dass sich das, lange hat es gebraucht, harmonisch sanfte Russland-Bild im US-Kino ganz heimlich erneuert hat – zumindest schien mir die Skepsis gegen den einstigen Feind seit Ende des Kalten Krieges nicht mehr so auffällig wie in vielen Filmen der letzten Jahre. Zuletzt erst hat sogar David Cronenberg in "Eastern Promises" eine vor Genreklischees strotzende Thriller- geschichte erzählt, in der sich russische Mafiastrukturen bis ins urbane London ausgebreitet haben. Und auch Brad Andersons jüngste Regiearbeit "Transsiberian" behauptet jetzt, dass sich im kargen und brüchigen Land der ehemaligen Sowjetunion noch immer – oder: wieder – die Barbaren tummeln: Woody Harrelson und Emily Mortimer geraten hier als amerikanisches Vorzeigepärchen auf der Durchfahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn in die Fänge korrupter russischer Polizisten und Drogenhändler, ehe sie gar in einem Gulag landen!

Doch der Film ist konzeptionell eher als Reaktion auf diesen, wenn man ihn als solchen begreifen möchte, jüngeren Trend im US-Kino zu verstehen. Er entwirft zunächst eine scheinbar konventionelle Thrillerhandlung, die fast penetrant die her- kömmlichen Ängste vorm fremden Land und seiner Menschen ausspielt, bürstet dann jedoch alle Erwartungen gegen den Strich. Er nimmt schlagartig Richtungswechsel in der Handlung vor, löst Identifikationsfiguren auf und führt den Zuschauer rigoros aufs Glatteis. So schleppend und vorhersehbar die erste Hälfte erschien, so spannend und mitreißend entwickelt sich der Film, wenn der "Transsiberian" erst einmal Fahrt aufgenommen hat. Konsequent kehrt Anderson Motive um, statt nur die hinlänglichen Klischees des amerikanischen Thriller-Kinos zu variieren. Und das immer zu Ungunsten der Logik, die bei derlei filmischer Metaarbeit jenseits von "Strangers On A Train" und "Narrow Margin" wohl kaum noch berücksichtigt werden kann.

Zuletzt führt jedoch genau das den Film zum Widerspruch zwischen Erzählkino und konzentrierter Genrereflexion, den Anderson – anders als beispielsweise Hitchcock – nicht elegant aufzulösen versteht, ja nicht einmal anzudeuten vermag, dass dieser zu verhandelnde Zwiespalt gar keiner sein muss. Deshalb kommt es auch nicht zur erhofften Entgleisung, sondern schaltet "Transsiberian" zum Schluss wieder einen Gang zurück, ehe er eine vorsichtige Bremsung hinlegt. Auf den letzten Metern erliegt der Film dann leider all jenen Klischees, die er doch eigentlich bewusst brechen und ad absurdum führen wollte, nur um die Geschichte einigermaßen schlüssig zum Abschluss bringen zu können – was allerdings erst recht nicht funktionieren möchte, da das plötzliche Abwenden von der Wendung schlussendlich natürlich keiner narrativen Glaubwürdigkeit mehr untersteht. So lässt sich der Rückfall ins Klischee noch als unmoralisches Wildern erklären, also als berechtigte Absicht, gesell- schaftliche Vorurteile und Ängste zu spiegeln und gegebenenfalls auch zu bestätigen. Die Konsistenz eines wirklich guten Thrillers, der "Transsiberian" hätte werden können, lässt sich dadurch jedoch nicht wiederherstellen.


60% - erschienen bei den Fünf Filmfreunden

Juni 20, 2008

Retro: THE SECRET OF THE SAHARA (1988)

Der amerikanische Archäologe Desmond Jordan (Michael York) begibt sich im Alleingang auf die Suche nach einem sagenumwobenen Phänomen: Dem sprechenden Berg. In der Wüste trifft er dabei auf seinen ehemaligen Rivalen, den Deserteur Lieutenant Ryker (David Soul), der ihn als Gefangenen zum Stützpunkt der Legionäre bringt. Gemeinsam mit dem Italiener Orso (Diego Abatantuono) gelingt Jordan die Flucht, doch nicht nur Ryker, der nunmehr eigenmächtig handelt, sondern auch der Kalif von Timbuktu (James Farentino) und seine entsandte rechte Hand, der zwielichtige El Halem (Miguel Bosé), sind dem Wissenschaftler auf den Fersen. Jeder von ihnen will das Geheimnis der Sahara lüften, das von der Wüstenherrscherin Anthea (Andie MacDowell) und ihren roten Kriegern um jeden Preis behütet wird. Bis es Jordan schließlich gelingt, den sprechenden Berg zu finden…

Jeder dürfte das kennen: Irgendwann sieht man sie wieder, die Perlen und Schätze der Kindheit und Jugend, jene Relikte eines frühen, unbefangenen Kontakts mit dem Medium. Durch romantisch-nostalgische Erinnerung über die Jahre hinweg verklärt, müssen sie sich früher oder später doch wieder einer Prüfung unterziehen: Der strengen Rezeption, jetzt, da man sie anders sieht, genauer, schärfer und vermutlich auch abgeklärter. Bei mir gibt es einige solcher Beispiele, und die prominent besetzte TV-Mini-Serie "Das Geheimnis der Sahara", eine deutsch-italienisch-spanisch-schweizerische Koproduktion, zählt da ganz bestimmt zu. Nur ein einziges Mal lief die Abenteuersaga 1989 im deutschen Free-TV auf ZDF, und dann noch einmal auf DDR1 im Frühjahr 1990, wo ich sie schließlich gesehen habe. Beeindruckt von den spektakulären Kämpfen roter Reiter gegen schwarze, Turban tragende Gegner, dem mysteriösen sprechenden Berg und all den ambivalenten Figuren, hat sich die Serie fest in meinem frühkindlich-begeisterungsfähigen Gedächtnis eingebrannt. Nun also, das erste Mal seit 18 Jahren, habe ich "Das Geheimnis der Sahara" wieder gesehen.

Es kam selbstredend wie es kommen musste: Die "spektakulären Kämpfe" sind statische, schlecht choreo- graphierte Haudraufübungen, solche eben, bei denen die Schwerter immer zwischen Arm und Körper gestoßen oder gleich wild in die Luft gesäbelt werden, der "mysteriöse sprechende Berg" entpuppt sich als Pappkulisse, bei der ein paar Stelen mit Lichtern, um die die Serie ohne jeden Grund ein großes Brimborium macht, montiert wurden, und die "ambivalenten Figuren" schließlich entsprechen so klar ersichtlichen Gut-Böse-Schemata, das selbst gängige Sandalenfilme mit komplexeren Charakteren aufwarten. Und dass die mit Sagen, Göttersymbolik und religiösen Verweisen hantierende Serie sich schlussendlich in einem grellen Alien-Finale davonmacht, hatte ich natürlich gleich ganz vergessen.

Warum aber hat mir "Das Geheimnis der Sahara" dann auch jetzt wieder amüsante DVD-Stündchen bereitet? Vermutlich, weil das Spiel aus Erinnerung und Entdeckung ein muntres ist, weil selbst banalste Szenen und groteske Momente, redundanteste Drehbuchpassagen und lächerlichste Dialoge noch mit den Reaktionen von einst konnotiert sind, und ganz sicher auch, weil Alberto Negrins Fernsehspektakel eine so simple, ursprüngliche, klare Geschichte erzählt, sie mit so unwahrscheinlichen Verweisen kreuzt und damit völlig eigenen (Fantasy-)Gesetzen folgt, dass sie tatsächlich für sich steht – als extrem unterhaltsames, mythisches Lustspiel. Und sicher vor allem, weil niemand geringeres als natürlich Ennio Morricone die Abenteuerserie mit einer unfassbar schönen, elegischen Musik zusammenhält, die selbst noch den letzten Camp-Faktor elegant zu beseitigen versteht.


65%

Juni 12, 2008

Kino: YOU KILL ME

Eigentlich soll Frank (Ben Kingsley) für seine polnische Mafiafamilie unter Roman Krzeminski (Philip Baker Hall) im beschaulichen Buffalo regelmäßig Aufträge ausführen – also wohl gemerkt: sich Konkurrenten aus der Schneeräu- mungsbranche entledigen! –, doch statt zur Waffe greift er lieber zur Flasche: Ja, Frank, der Auftragskiller, hat ein schweres Trinkproblem. So schwer, dass seine Familie ihn zu den anonymen Alkoholikern nach San Francisco versetzt. Der Profikiller findet sich unter den verzweifelten Trinkern anfänglich nur schwer zurecht, lediglich der neue Job als Leichenbestatter sorgt für ein wenig Alltagsroutine. Bis Frank die hartnäckige Laurel (Téa Leoni) kennen und lieben lernt.

Abgesehen von der postmodernen "Duel"-Neuauflage
"Joy Ride" ist John Dahl bekanntlich ja leider schon ein wenig länger in die Mittelmäßigkeit abgerutscht, da überrascht seine neueste nette und beschauliche Gangsterkomödie in ihrer gepflegt inspirationslosen Eintönigkeit nun wahrlich nicht. Aber wenn "You Kill Me" mit schwarzhumorigem Eifer da so von Killern und verführerischen Frauen erzählt, dann erinnert man sich unfreiwillig ja doch ein wenig an die aufregenden frühen Filme Dahls, die Noir-Variationen, die guten Thriller mit guten Drehbüchern und guten Schauspielern. Immerhin: Letzteres kann dieser neue kleine Film von Johnny Boy auch für sich behaupten. Ben Kingsley ist komisch, ja wirklich sehr komisch als lakonischer alter Berufsmörder. Nicht so nuanciert zwar wie in "Sexy Beast", aber besser als in "Bloodrayne"

Und wenn schon Kingsley diese etwas bemüht trockene Geschichte schultert, kann gewiss.
"You Kill Me" so schlecht nicht sein. Zugegeben, über die 90 Minuten ist das ein unterhaltsamer, ruhiger Spaß, eine leichte, luftige, lockere Angelegenheit, aber wenn John Dahl vielleicht noch die ein oder andere Überraschung, Wendung, Unvorhersehbarkeit, vielleicht mal einen Drehbucheinfall hier und eine hübsche Regienote da beigesteuert hätte, dann wäre daraus vielleicht eine ähnlich spritzige Thrillergroteske gereift wie jüngst Martin McDonaghs "In Bruges" – und nicht nur eine harmlose, aber austauschbare Mixtour aus "The Sopranos" und "Six Feet Under".


50%
- erschienen bei: DAS MANIFEST

Oktober 04, 2006

DVD: BLOODRAYNE (2005)

Es ist bestimmt gar nicht so leicht, Uwe Boll zu sein. Wer kann schon von sich behaupten, auf allen Kontinenten dieser Erde gleichermaßen verdammt zu werden, wirklich durchgehend schlechte Kritiken zu ernten und konsequent, unbeirrt wieder und wieder denselben Murks zu fabrizieren, wie eben jener Wermelskirchener Regisseur?!

Nach "House of the Dead" und "Alone in the Dark" ist dies nun bereits die dritte Verfilmung eines Computerspiels, in diesem Metier fühlt sich der Mann also offenbar ganz wohl. Nun sind Game-Adaptionen in der Regel leider sowieso ziemlich bescheiden, selbst der von eifrigen Fans als gelungen propagierte "Silent Hill" war nicht mehr als ein primitiv inszenierter „No Brainer“, eine ohnehin reichlich seltsame Titulierung, die sich da so in den letzten Jahren in den allgemeinen Filmjargon eingeschlichen hat, und bei der man wohl durchaus auch Rückschlüsse auf das jeweilige Publikum ziehen darf.

Ob da nun Simon West, Paul Anderson oder eben Christophe Gans daherkommen, letztlich scheitern sie alle an der Herausforderung, ein filmisches Konzept zu entwickeln. Entweder wird krampfhaft versucht, die Essenz eines Spiels zu einer konventionellen Filmdramaturgie umzupolen, oder man verfilmt streng genommen nur diverse Levels der Vorlage und verbinde sie lose, um möglichst den Run & Hide-Charakter zu erhalten – der freilich nur im interaktiven Kontext zur Geltung kommt. Im Gegensatz dazu möchte man meinen, macht Uwe Boll zumindest keinen Hehl aus seinem Unvermögen. Oder wie ist es sonst zu erklären, dass die Filme innerhalb seines Oeuvres keine erkennbaren Qualitätsunterschiede aufweisen?

Folgerichtig dürfte ohnehin jeder, der zu dieser Perle greift, erahnen, was ihn bei "BloodRayne" erwartet, dass dies nur ein weiterer schnell heruntergekurbelter Haufen Mist ist, der sich nicht wirklich ernst nimmt, der sich durchaus auch selbst Freude bereitet und der vor allem dem Zuschauer unheimlich Spaß macht. Das ist nun einmal so, da gibt es nichts dran zu rütteln, dieser Film ist auf einer sehr abstrakten Ebene ein Highlight, eine schlechte Trash-Produktion – und jeder weiß das, ja ob nun vor der Kamera, hinter der Kamera, ob Schauspieler oder Kabelträger, Produzent oder Drehbuchautor, niemand macht sich etwas vor, niemand kann sich auch wirklich etwas vor machen. Und Uwe Boll weiß es sowieso.

Angesichts dieser Tatsachen hinkt der vielmals hervorgebrachte Vergleich mit Ed Wood ("Glen or Glenda?") doch gewaltig. "BloodRayne" ist nicht naiv, er mag gewollt sein, aber er ist nicht naiv. Niemand, schon gar nicht sein Regisseur, dürfte ernsthaft daran geglaubt haben, dass er was taugen wird. Er bringt Geld. Nicht im Kino vielleicht. Aber langfristig gesehen schon. Der Film ist Teil eines Unternehmens, reine Pragmatik, nichts anderes. Deshalb ist er leicht goutierbar, gut einzuschätzen. Man weiß, woran man ist, sieht dort einige nette Bekannte auf der Leinwand, darf viel schmuddeligem Splatter beiwohnen, und mit jeder Szene erneut vergnügt feststellen, was hier nicht stimmt, was da nicht korrekt ist, eben ein wenig den altklugen Rezensenten raushängen lassen. Allein das kann schon sehr vergnüglich sein.

Und so ist es müßig zu erwähnen, dass Uwe Boll nicht einmal die elementarsten syntaktischen Mittel beherrscht, dass seine filmischen Zeichen nicht als eine Einheit, sondern unfreiwillig gegensätzlich erscheinen. Dass seine wesentlich zu stark ausgeleuchteten Sets keinerlei Atmosphäre entstehen lassen, die billigen Kamerabewegungen aus der Einfallslosigkeit der Positionierung eben jener resultieren, oder dass seine Einstellungen inkonsequent gewählt sind, er die gleichen Figuren nur sporadisch formt, indem er nicht zwischen den Perspektiven differenziert. Und dass vor allem der Schnitt dieses Films einer mittleren Katastrophe gleichkommt.

Die prominente Besetzung versucht gar nicht erst, gegen diese formalen Fehler anzukämpfen, zu chancenlos ist Oscarpreisträger Ben Kingsley ("Schindler’s List"), wenn er durch die Gegenschnitte innerhalb einer einzigen Szene fünf verschiedene Gesichtsausdrücke besitzt, während sein gegenüber lediglich einen Satz von sich gibt, und zu machtlos ist die gestelzt in Szene gesetzte Kristanna Loken ("Terminator 3"), bei der sich der Film nicht recht entscheiden mag, ob sie nun ein Vampir im Konflikt mit ihrer Vergangenheit oder einfach nur eine üppig dekolletierte Amazone darstellen soll. Für Höhepunkte, will heißen innere Lachsalven, sorgt auch Michael Madsen, der zuweilen während seiner eigenen Dialoge einzuschlafen scheint – und damit seine Performance aus "Species II" noch unterbietet.

Spätestens dann, wenn Loken mit starrem Blick in die Kamera grübelt, noch einmal alle gorigen Blutspritzer des Films montiert und in Zeitlupe abgespult werden (seht her, so haben wir das gemacht!), kommt man zu der Erkenntnis, dass an diesem Film wohl kein Weg vorbei führen wird. Nein, irgendwie ist "BloodRayne" schon Pflichtprogramm. So viel ehrlichen Schund bekommt man nicht alle Tage zu sehen.


30%