Juli 13, 2014
DVD/BD: GIMME SHELTER (2013)
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Juni 30, 2013
Zuletzt gesehen: SPRING BREAKERS (2012)
März 30, 2011
Kino: SUCKER PUNCH
Jede seiner bisherigen Arbeiten ist auf ihre Art unerträglich und beeindruckend zugleich. Sein zynisches Remake-Missverständnis "Dawn of the Dead", das sich in jenem hedonistischen Wertesystem eingerichtet hat, welches George Romero einst noch besorgt karikierte. Seine Comicadaptionen "300" und "Watchmen", in denen er frame by frame vorbildliche Nachstellungsarbeit geleistet und doch überhaupt nichts verstanden hat. Und schließlich sein endgültiger Wechsel ins Animationsfach mit der Buchverfilmung "Legend of the Guardians", einem Tier- Fantasy-Trickfilm, mit dem Snyder seiner Vorliebe für die faschistische Form einen Dank des Formats noch hüllenloseren Ausdruck geben durfte. Nazi-Façon-Eulen, die in Riefenstahl-Anordnung zum Kampf ausrücken, besitzen wohl tatsächlich ein Alleinstellungsmerkmal.
Mit "Sucker Punch" feiert der Regisseur vorerst am Eindrücklichsten die Übernahme des Blockbuster-Kinos durch das schier Primitive. In diesem surrealen Lolitabilderrausch ist ihm nunmehr alles erlaubt. Alles heißt bei Snyder die totale Entfaltungsfreiheit von vorzugsweise fetischisierten Macht- fantasien in scheinbar grenzenlosen digitalen Bilderwelten. Die Möglichkeit, mit dem Computer alles generieren zu können, geht bei ihm jedoch nicht zwangsläufig mit erzählerischer Freiheit einher. Stattdessen folgt der Film dem nochmals reduzierten Prinzip seines Vorreiters George Lucas: Je mehr Arbeit und Kreativität in Prozessoren umgesetzt wird, desto weniger inhaltliche Komplexität ist erlaubt. Daraus ergibt sich letztlich die einfache Formel, ohne jede über den reinen visuellen Eindruck hinausgehende Sinnstiftung Spektakel im Überwältigungsmodus programmieren zu können.
Was aber nützt eine annähernd unbegrenzte visuelle Vielfalt, die computergenerierte Images ermöglichen, wenn sie doch nur Bilder produziert, die wie in "Sucker Punch" an Zeitgeschichte (Grabenkämpfe im Ersten Weltkrieg), literarische Vorbilder ("Alice in Wonderland") oder haufenweise andere Filme ("Lord of the Rings", "Brazil", "I, Robot") erinnern. Was nützt die Fähigkeit der digitalen Inszenierung, mit der neue synästhetische Bereiche erforscht und ungeahnte filmemacherische Energien freigesetzt werden können, wenn sie wie bei Zack Snyder, Michael Bay und leider auch jüngst James Cameron letztlich keinerlei Komplexität mehr zuzulassen scheint. Wenn sie letztlich nur passive Erlebnisse schafft, die wie Computerspiele aussehen, aber durch ihre fehlende Interaktivität nicht einmal mit diesen konkurrieren können. Vielleicht ist die sukzessive Reduktion jedweder Intelligenz in Snyders Filmen eine Antwort auf genau diesen Widerspruch. To be continued.
10% - erschienen bei den: 5 Filmfreunden
November 07, 2008
Kino: HIGH SCHOOL MUSICAL 3: SENIOR YEAR
Nein, man muss es nicht mögen, wenn der durchnässte Leader Zac Efron gleich zu Beginn bei seinem schweiß- treibenden Abschlussspiel der Basketballschulmannschaft inne hält, sich ans Herz greift und seiner plötzlich aus den Zuschauerreihen empor getretenen Liebsten Vanessa Hudgens entgegen schmachtet, dass er es wohl einfach nicht schaffen könne: "Right now I can hardly breath", singt er, und "Ohh, you can do it – just know that I believe", singt sie dann. "And that's all I really need" (er) – "Then come on!" (sie) – "Make me strong!" (er) – "It's time to turn it up, game on!" (alle). Und weiter geht’s auch schon. Willkommen in der zuckersüß- klebrigen Teenie-Welt von "High School Musical 3: Senior Year", wo mit großer Geste in Bühnenräumen klassischer Studio-Musicals und Busby Berkeley-Choreographien schnulzig-schöne R'n'B-Nummern getanzt und geträllert werden. Nun, bei allem, was der Disney-Erfolg auch nach seinem Sprung vom Fernsehen, wo noch die ersten beiden Teile aufgeführt wurden, auf die große Kinoleinwand an keimfreien Jungstars, aufgeblasenen Teenienöten und Klischee- Konfliktchen auffährt – es ist noch immer ein herrlich vergnügliches Gute-Laune-Happening. Denn glücklicherweise wurden nicht nur die mittlerweile millionenschweren Teen-Idole und deren brav-niedliche Film-Images, sondern auch der gesamte queere Input der ersten beiden "High School Musical"-Filme konvertiert: Die überdramatischen Solo- Musical-Nummern, die pinkbunten Kostüme, die einfallsreichen Tanzeinlagen – sie sind fast durchweg zweideutig, mindestens aber urkomisch widersprüchlich zu den Schul-Settings von Basketballhallen und Cafeterias, zu den harmlos-unschuldigen Liebeleien der beiden Hauptdarsteller und ganz besonders zu der von Disney doch so sorgfältig entworfenen asexuellen Welt hübscher Teen-Retorten-Stars.
Anders als die beiden weiteren Disney-Franchises, die dem Konzern Milliarden in die Kassen spülen, nämlich "Hannah Montana" mit der 16jährigen Kaugummi-Rocksängerin Miley Cyrus und deren per Cross-Promotion etabliertes Äquivalent The Jonas Brothers, behält sich "High School Musical" manch versteckt schlüpfriges nicht vor. Immerhin folgt das neue Disney-Teen-Ideal, im Kern freilich zutiefst reaktionär, strengen Regeln: Miley Cyrus muss eine pädagogische und moralische Vorbildfunktion mit all ihren Serien, Kinofilmen und CDs erfüllen, die Jonas Brothers – drei sanft in ihre Gitarren hauende Pastorensöhne – gar propagieren ganz gezielt christliche Werte, tragen Enthaltsamkeitsringe, die ihre Keuschheit bis zur Ehe symbolisieren, und reagieren während ihres Deutschlandbesuchs bei TV Total auf ein "Shit" Stefan Raabs schon mal mit sichtlicher Sprachlosigkeit.
Zwar traut es sich auch "High School Musical" nicht, beispielsweise die in allen drei Filmen von Lucas Grabeel mit weibischer Hysterie gespielte Figur des zunächst intriganten und später zum Schulchoreographen gemauserten It-Boys Ryan für schwul zu erklären, aber wird zumindest nicht versucht, ihm noch eine Freundin an die Seite zu dichten, und in der Bühnenversion der Filme schließlich auch gar kein Geheimnis mehr daraus gemacht. Die fast aseptisch- normative und gleichgeschaltete Welt, in der die "High School Musical"-Teile angesiedelt scheinen, wird von Regisseur Kenny Ortega immerhin mit dezent absonderlichen, mindestens jedoch nicht gänzlich angepassten Inhalten ausgefüllt. Vielleicht nämlich werden die an und für sich merklich albernen Problemchen all der reinlichen Jugendlichen im Film und deren forcierte, simpel lösbare Konflikte auch nur durch so viel Tanz- und Sangeslust in plüschig-theatralischer Ausstattung ermöglicht. Nicht umsonst behandeln alle drei Filme die Arbeit an einem Schulmusical, das als doppelter, also inhaltlicher und filmischer Höhepunkt fungiert: Innerhalb eines unbe- schwerten, verspielten und letztlich eben sehr queer tradierten Rahmens darf Märchenideal gespielt werden.
Am Ende erscheint es deshalb konsequent und verständlich, wenn die jungen "High School Musical"-Sternchen dann aus der Filmhandlung heraustreten und sich auf einer Bühne vor ihrem (nunmehr) Kinopublikum verneigen, ehe der rote Vorhang fällt. Nein, so ganz ernst kann er sich doch eigentlich nicht nehmen, der mal unfreiwillig komische, mal verkitscht niedliche Spaß. Auch wenn Ortega, immerhin einstiger Zögling von Gene Kelly, trotz des Riesenerfolges der Serie sich selbst in dritter Folge mit einem verhältnismäßig bescheidenen Budget herumschlagen muss, der Produktionsaufwand also leider nicht ganz so gestiegen ist wie erhofft, so steckt in diesen bunten Teenie-Träumereien viel Liebe und Hingabe zum klassischen Filmmusical. Und wenn das weltweit frühpubertäre Mädchen und Jungen begeistern kann – umso besser.
Mai 06, 2008
News: HIGH SCHOOL MUSICAL 3 - Starttermin
"High School Musical 3: Senior Year" wird laut Disney vom 3. Mai bis 30. Juni gedreht und kommt am 23. Oktober in die deutschen Kinos. Es ist damit der erste Film der ungeahnt erfolgreichen Teen-Musical-Serie, der nicht direkt fürs Fernsehen produziert wird.Zum Inhalt: In ihrem Abschlussjahr erleben die High School-Absolventen Troy (Zac Efron) und Gabriella (Vanessa Hudgens) das erste Mal was es heißt, von einander getrennt zu sein! Denn die beiden werden ihr Studium an unterschiedlichen Universitäten aufnehmen. Doch vorher stellen sie gemeinsam mit dem Rest der Wildcats ein neues spektakuläres Musical auf die Beine, das mit unzähligen neuen Hits und atemberaubenden Tanzeinlagen aufwartet! [Disney]
Bleibt jetzt die Rätselfrage: Wurde die Hudgens nicht wegen ihres Nacktfotoskandals gefeuert? Ich freue mich jedenfalls trotz des öden zweiten Teils auf den Film.
April 27, 2008
Zuletzt gesehen: HIGH SCHOOL MUSICAL 2
"High School Musical 2" ist ein gefundenes und sehr einfaches Fressen für all jene, die Musicals unerträglich finden: Er ist aalglatt, keimfrei, kitschig, affektiert, over-acted. Das war sein Vorgänger indes auch, und im Gegensatz zum ersten Versuch Kenny Ortegas, ein wenig "Grease" in harmlose Disney-Channel-Formen von heute zu pressen, ist die zweite Auflage des dünnen Competition-Stoffes um erste Liebe und unbeschwerte Rivalitäten ziemlich fad ausgefallen. Die Songs haben weniger Pepp und Wiedererkennungswert als im ersten Film, und auch wenn die Tanzeinlagen zwar besser choreographiert und inszeniert sind (Lucas Grabeel sticht dabei weiterhin besonders hervor), fehlt ihnen jeglicher Charme. Die Geschichte bleibt dieselbe, während die upcoming Teenstars zwar nach wie vor fleißig vor sich hin trällern (und das immer noch ziemlich gut), bei ihren Performances dieses Mal jedoch noch einige Zentimeter dicker auftragen als zuvor. Zac Efron ("Hairspray") sorgt dabei für den Höhepunkt: Seine wild gestikulierte Solonummer vor Schluss ist eigentlich nur noch als Trash goutierbar – wie überhaupt der ganze Film, bei dem das schwule Barometer unentwegt ausschlägt. Und das, obwohl doch alles so harmlos und unschuldig gemeint war (Anmerkung: Vanessa Anne Hudgens hat das privat erfahren müssen, ihre Nacktbilder führten zum Rauswurf bei Disney und einer Neubesetzung für den dritten Teil).40%