April 01, 2007

Kino: 300

Das hört sich nach einer Menge Spaß an: Rund 300 gestählte Spartaner wandern zur See, um sich einem mehrere Zehntausend Mann starken persischen Heer zu stellen. Zumindest in der Comic-Miniserie von Frank Miller, die hierzulande Ende der 90er Jahre erschienen ist, konnte das mächtig Eindruck schinden. Obwohl es der Graphic Novel-Autor mit seinen archaischen Heldenfiguren, Ruhm und Ehre-Parolen und klar definierten Gut-Böse-Schemata bereits in der Vorlage etwas zu gut meinte. Wie man derartige Lakonie allerdings dennoch in ein vielschichtiges Kinoerlebnis transzendieren kann, zeigte Robert Rodriguez mit seiner dicht inszenierten Adaption des Miller-Comics "Sin City", wo sich kauzige Machos und vollbusige Striptease-Tänzerinnen ein selbstironisches Stelldichein gaben.

In "300" geht es um nicht weniger - allerdings auch nicht viel mehr - als den aussichtlosen, für die weitere griechische Kriegsgeschichte jedoch maßgeblichen Kampf einer spartanischen Minderheit unter Führung König Leonidas' (Gerard Butler) gegen die von Xerxes I (Rodrigo Santoro) befehligte Übermacht der Perser. Das hat sich 480 vor Christus bei den Thermopylen so oder wohl eher so ähnlich tatsächlich ereignet, bildet aber nur die sehr grobe Grundlage für ein kunterbuntes Kriegsspektakel. Regisseur Zack Snyder zeigte sich deshalb bereits bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin, wo der Film seine Weltpremiere feierte, zornig über die Presse entrüstet, seine Comicadaption würde unnötig intellektualisiert.

Worum es dem Mann primär ginge sei nämlich ganz einfach. Entweder es werde ordentlich gemetzelt. Oder eben so richtig schön gefickt (am besten natürlich beides). Und siehe da, in "300" kommt der Snyder-Fan auch ganz auf seine Kosten: Schöne Frauen mit prallen Titten, vollbärtige Muskelmänner in engen Schlüpfern und ein besonders hohes Maß roter Suppe dürfen erwartet werden. Für den Job empfohlen hat sich der Regisseur übrigens durch seine Neuinterpretation von George A. Romeros "Dawn of the Dead", bei der sich nunmehr Yuppies und Mittelstandsbonzen eine zynisch-banale Action-Hatz mit unkontrollierten LSD- Zombies lieferten - das Remake für ADS-kranke MTV-Kids war laut und schnell und ganz besonders schwer angesagt. Deshalb gleich zum Mitschreiben: Das Snydersche Kasperltheater geht in die zweite Runde.

Denn viel gelernt hat der Bubi nicht. "300" ist ebenso langweilig wie auch infantil inszeniert. Zwar gefällt manch einfallsreich choreographierter Kampf, wenn die Ge- schwindigkeit jeweils verringert oder erhöht wird (besonders originell: zur Abwechslung gibt es mal wieder ein wenig Bullet Time-Gedöns), doch insgesamt fällt der Film visuell trotz übersättigter Sepiafarben konventionell aus und lässt comicartige Überzeichnungen vermissen. Nicht selten fühlt man sich deshalb an die CGI-geschwängerten Epen von "Gladiator" bis "Troja" erinnert, was durch den grässlich nervtötenden Ethno-Soundtrack von Tyler Bates noch verstärkt wird: Wann nur endlich haben die Hans Zimmer-Klagegesänge ein Ende?

Doch der Film überrascht in anderer Hinsicht umso mehr. Ein Hauch sanfter Melodramatik durchzieht seine Bilder: 300 Männer stehen im sonnigen Felde, kurz vor ihrem Aufbruch in eine unerbittliche Schlacht. Die Frauen werden liebevoll verabschiedet, die Greise vermitteln prophetische Weisheiten. Dann ziehen die stählernen Kämpfer von dannen und dürfen einmal ganz unter sich sein, um sich mit ihren langen spitzen Speeren zu vergnügen. Was folgt ist eine orgiastische Rammelei ohnegleichen - so derart farbenfroh, ausgefeilt, majestätisch und effektvoll durfte bislang noch kein Gayporno aussehen. Und mit rund 60 Millionen US-Dollar ist diese ölig-geile Männerschau auch noch äußerst großzügig in Szene gesetzt: Schwulitäten im digital-backlot-Verfahren, das gibt es nicht alle Tage zu sehen!

Verständlich, dass dem Film das unfreiwillige Coming-Out reichlich schwer fällt. Deshalb begegnet "300" seiner sublimierten Sexualität ganz offensiv mit hartnäckiger Homophobie. Die persischen Krieger nämlich erscheinen ungleich weniger maskulin als ihre spartanischen Gegner. Im Grunde sind sie entweder durch Verstümmelungen und Behinderungen, oder aber durch übersteigerte Tunten- merkmale gekennzeichnet: Der Feind ist schwarz, barbarisch, unzivilisiert. Und er trägt Piercings, Ketten und Fummel. Ungewollt oder nicht: "300" schildert mit seinem Kampf vom spartanischen gegen das persische Heer auch den Krieg des Westens gegen den rückständigen Osten, um die Grundsteine für die künftige athenische Demokratie zu legen. Als politischer Kommentar liest sich Snyders Film unabhängig jedweder intendierten Stellung oder Nichtstellung ganz einfach reichlich reaktionär. Und wenn dieser Hampelmann sich demnächst an den legendären "Watchmen" versuchen wird, dann sind alle Zweifel mehr als berechtigt.


0% - erschienen bei: DAS MANIFEST

Kommentare:

  1. Mit diesem Review machst du dich mal wieder mehr als lächerlich.

    AntwortenLöschen
  2. Oh, Mann. nach gut 20 Minuten der Schnappatmung kann ich dir versichern:

    Mach so weiter und ich gründe deinen ersten Fanclub!!! :-)

    Meisterlich geschrieben. Respekt!

    AntwortenLöschen
  3. @Anonym:

    Dabei würde mir "lächerlich" schon reichen, muss gar nicht mehr sein. Es freut mich doch immer, wenn ich manchen Menschen zumindest irgendeine Reaktion, und sei es ein verwegenes Lächeln, entlocken kann.

    @timo b:

    1000 Dank, mein Bruder im Geiste.

    Und das mit dem Fanclub ist eine gute Idee, wenn es den nicht vielleicht schon heimlich gibt - mit Razor73 als Vorstandsmitglied. :-)))

    AntwortenLöschen
  4. @vincent:
    Das "mehr als" hast du dir schon redlich verdient!

    Mit ist übrigens gerade aufgefallen, dass hinter mir ein Jessica Alba Poster hängt.

    AntwortenLöschen
  5. Und daneben bestimmt ein schickes Ferrari-Motiv.

    Aber dennoch verehrter Anonymous, bitte bekennen Sie sich und gebe Sie sich zu erkennen. Ich mag keine Glory Holes, ich brauche Namen und Gesichter!

    AntwortenLöschen
  6. Ich muss Timo recht geben, toll geschrieben, Raik. Und auch wenn ich mir die Vordfreude durch Dein Review nicht nehmen lasse (spiele noch immer mit dem Gedanken, mir die Graphic Novel noch bis zum Kinostart zuzulegen) so frage ich mich doch, warum Dir der Film trotz all der homosexuellen Tendenzen entsagt hat? Ich weiß ja nicht, wie das mit Euch Schwulen ist (nicht böse gemeint ;-)), aber seid ihr da nicht auch einfach mal Männer und könnt Euer Hirn einfach abschalten um Gemetzel und Musekln zu geniessen?

    Was sagst Du dann eigentlich zu den ganzen 80er-Actionern?

    AntwortenLöschen
  7. Ich brauch mich ja nicht mehr zu 300 äußern, du kennst ja meine Meinung! :-)

    AntwortenLöschen
  8. @Grammaton Cleric:

    Ich heiße zwar immer noch RaJkO, aber trotzdem danke. ;-)

    Und auch wenn ich mir die Vordfreude durch Dein Review nicht nehmen lasse [..] so frage ich mich doch, warum Dir der Film trotz all der homosexuellen Tendenzen entsagt hat?

    Nun, wie ich auch schrieb resultiert aus der als schwul auslegbaren Grundstimmung und Visualität des Films eine massive Homophobie, die ich alles andere als lustig finde. Deshalb muss ich das hier

    Ich weiß ja nicht, wie das mit Euch Schwulen ist (nicht böse gemeint ;-)), aber seid ihr da nicht auch einfach mal Männer und könnt Euer Hirn einfach abschalten um Gemetzel und Musekln zu geniessen?

    offenbar auch ganz klar mit 'nein' beantworten. Ich lasse mich gerne (ganz simpel) unterhalten, aber nicht mit stumpfsinnig faschistoidem Müll ohne jegliche Selbstironie.

    Was sagst Du dann eigentlich zu den ganzen 80er-Actionern?

    Ich kann jetzt nicht alle über einen Kamm scheren, aber nirgends habe ich so viel Spaß wie bei z.B. bei COMMANDO oder ROAD HOUSE. Die haben mir schon so manch kleine Party gerettet.

    @Spidy:

    Ja, ich weiß. Und ebenso weiß ich auch, dass du keine Ahnung hast. *gg*

    AntwortenLöschen
  9. @Mr.Vega: Wer von uns keine Ahnung hat, dass bist schließlich du! *lol* :-)))))

    Die Kritiker hassen 300 und das Publikum (zumindest in den USA und am ersten Wochenende) lieben 300, man braucht auch nur die Votings auf diverse Filmseiten ansehen.

    von mir aus könnte ich auch der einzige sein, der 300 mag, das wäre mir auch egal, dann wäre 300 halt nur alleine für mich gedreht worden, wer kann dann schon sowas von sich sagen! *gggg* :-))))))

    AntwortenLöschen
  10. Klar finden die ganzen Heinis das toll, die rennen ja auch in "The Fast and the Furious" oder "Into the Blue". ;-)

    Dass der Film bei DER Werbekampagne ein Erfolg würde, lag eigentlich auch auf der Hand, doch deshalb sollte man nicht automatisch Rückschlüsse auf dessen Qualität ziehen.

    Immerhin bist du wohl der einzige Mensch auf der Welt, der sich an einem Abend "300" und "No Regret" angeschaut hat - gegensätzlicher könnte es kaum sein. *gg*

    AntwortenLöschen
  11. Das machen die Europäer aber auch in Filme wie Fast and the Furious oder Into the Blue zu rennen, dass ist kein typisches amerikanische Phänomen! :-) ;-)

    Das habe ich auch nicht gesagt, dass man an Hand von Einspielergebnisse rückschlüsse auf die Qualität eines Filmes ziehen kann!

    Genau No Regret und 300 an einem Tag und rate mal welchen Film ich für besser halte?! :-))))) *ggg*

    AntwortenLöschen
  12. Ich kann jetzt nicht alle über einen Kamm scheren, aber nirgends habe ich so viel Spaß wie bei z.B. bei COMMANDO oder ROAD HOUSE. Die haben mir schon so manch kleine Party gerettet.

    Word! :-) Und sorry wegen dem Raik, Rajko, hatte Dch verwechselt mit einem Cinefacts-Kollegen... ;-)

    AntwortenLöschen
  13. clerc,

    es ist auch wichtig das du dir die Vorfreude zum Film nicht ruinieren lässt. Ich freue mich auch immernoch auf den Film. Nur kann ich mit den negativen Kritiken eben umgehen und weiß sie zu nehmen, anstatt wie all die Foren-Fanboys beim leisesten Husten einer konträren Meinung in Verachtungsschreie auszubrechen. Ob der Film mir am Ende gefällt, entscheide schließlich immernoch ich selbst. Deshalb kann ich doch trotzdem soviel Rückrat haben negative Reviews gut zu finden ohne mich selbst zu belügen oder? ;-)

    Natürlich schrumpft meine Erwartung schon ein wenig wenn Rajko von einem Desaster schreibt. Dafür schätze ich seinen Filmgeschmack und sein Urteilsvermögen viel zu sehr, als das ich darauf nichts geben würde.

    AntwortenLöschen
  14. ...aber wie manche Beispiele gezeigt haben (*Mia....i Vi...ce* *flüster*), haben wir auch einen durchaus unterschiedlichen Blick auf die Dinge, was ja auch gut ist. Möglicherweise wirst du "300" als visuell betörendes, überzogenes und gerade deshalb großartiges Kino wahrnehmen. Ich hatte insgeheim ja auch gewisse Erwartungen, aber hat nicht sollen sein.

    Ansonsten sehr wahr, was du da bezüglich der Negativ-Kritiken sagst. Das ganze Fanboy-Gedönse ist nur allzu bezeichnend. Razor73 -> ein Hammer der Typ *lol*.

    AntwortenLöschen
  15. @ timo

    Ja, da hast Du recht. Wenn ich bedenke, wie viele Filme vernichtende Kritiken bekommen haben, die ich (auch nur ansatzweise) gut finde, dann bestätigen diese das nur noch. Das ist jetzt zwar ein völlig anderes Thema, aber wenn ich bedenke, wie oft ich Witze auf Kosten der US-Regierung mache, obwohl ich ihr im Grunde genommen doch recht positiv gegenüber stehe... Wer gleich anfängt Leute für bescheuert zu erklären, nur weil sie anderer Meinung sind, bei dem ist was kaputt. Punkt. ;-)

    AntwortenLöschen
  16. Lieber Mr VV,

    ich glaub, ich bin zu doof, um diese "review" zu begreifen. War auf der Pressekonferenz in Berlin, aber Snyder war dort ganz das Gegenteil von "entrüstet" oder "zornig". Wo warst DU denn?
    Offensichtlich NICHT in der PK, wohl aber im falschen Film. Wenn du Snyder nicht leiden kannst, guck doch nicht seine Filme und schmeiss ihm noch das Geld hinterher!
    Deine negative Meinung in Ehren, aber das NIVEAU deines Verrisses hier passt aufrecht unter einen Teppich. Sie hat Trittbrettfahrer-Qualität, das ist weit dümmer als du meinst, dass der Film es sei.

    AntwortenLöschen
  17. Lieber Herr Anonym,

    Mr.VV ist gerade verhindert, aber er ließ mir ausrichten, dass er die PK bei der Übertragung im RBB genauestens studiert habe. Dort reagierte Snyder wohl reichlich angepisst über die Kommentare und machte gute Miene zum bösen Spiel. Das sei ihnen dort unten oder hinten, wo immer sie gesessen haben mögen, wohl vielleicht entgangen.

    Gruß Psycho-Rajko

    AntwortenLöschen
  18. Lieber Herr A wie Anonym.

    Vielleicht haben auch Sie es schon mitbekommen: Manche Journalisten suchen sich die Filme über die sie schreiben nicht prinzipiell selbst aus. Deswegen hinkt der idiotische "Wenn-Du-Snyder-Nicht-Magst-Bla-
    Bla-Blubb"-Spruch gewaltig.

    Mit freundlichem Gruß

    T. B. aus D.

    AntwortenLöschen
  19. Sobald ein Film nicht ins homosexuelle Weltbild des homosexuellen Rezensenten Rajko B. passt, ist er halt ganz einfach scheisse. Man sollte halt Leute, deren sexuelle Orientierung der Mittelpunkt ihres (vielleicht traurigen und einsamen)Lebens ist, keine Kritiken schreiben lassen. Die Rezension ist voll daneben und nicht ernst zu nehmen.



    H.Wahl, München

    AntwortenLöschen
  20. Habe mir mal die Mühe gemacht und die Aussage des Herrn Wahl verifiziert und siehe da, seine Theorie ist zumindest nicht allzu abwegig. Filme mit politisch korrekten homosexuellen Inhalten oder Aussagen (Brokeback Mountain, V wie Vendetta), kommen bei Vincent Vega entschieden besser weg, als Filme bei denen Homosexualität nicht gerade glorifiziert oder als "schön ist es nicht, aber was soll man machen" dargestellt wird.
    Auch ist bei ihm eine eindeutige "Fuck-The-Mainstream" und "Alle-Remakes-sind-erstmal-von-vorneherein-scheisse"-Mentalität zu erkennen. Keine optimalen Voraussetzungen, Kinokritiker zu spielen. Vor allem völlig ungeeignet, um sich als durchschnittlicher Kinobesucher ein Bild zu machen, wie denn der Film sein könnte.

    Peer v. Send, Hamburg

    AntwortenLöschen
  21. 300 mit "The Fast and the Furious" oder "Into the Blue" zu vergleichen, ist abwegig und zeugt von Deiner praktisch nicht vorhandenen Filmkompetenz. Was die meisten Deiner Reviews ebenfalls belegen. Selten einen Geschmack kennengelernt, der sich so weit von anderen bewegt. Als Maßstab wirklich unbrauchbar, sorry. Ein gewisses Maß an Subjektivität ist in Ordnung, dann ist es aber auch gut.

    Raik M., Dortmund

    AntwortenLöschen
  22. @Peer v. Send:

    Meine Lieblingsfilme (oben rechts) sind zu 90% aus dem Mainstream-Sektor. Ihre "Theorie" - besser: unüberlegte Anschuldigung - steht daher auf sehr verkrüppelten Füßlein.

    Und weder "spiele" ich den "Kinokritiker" noch richte ich mich an den "durchschnittlichen Kinobesucher". Das wäre ja noch schöner.

    @Raik M.:

    Ich habe "300" nicht mit "The Fast and the Furious" oder "Into the Blue" verglichen. Eine Nennung dieser Titel im Kontext des Zielpublikums stellt keinen Vergleich dar.

    Und: Wer sagt, ich möchte der Maßstab sein? Gott bewahre.

    AntwortenLöschen
  23. psychopaul17/3/07 14:26

    Herr Vega, auch ich möchte sie hiermit dringend auffordern, ihre persönlichen Gedankengänge sofort abzustellen und in Zukunft eher als offizieller Kinokritiker Deutschlands und dem ganzen Netz nach dem offiziellen Geschmack der Lesermasse zu schreiben! ;)

    Das ist doch das mindeste was sie für uns arme Schlucker, die wir durch ihre verquere Sichtweise auf manche Filme völlig verwirrt, ratlos und geradezu erzürnt werden, tun können.

    Falls sie dem nicht nachkommen, muß ich ihre Texte weiterhin lesen! ^^

    AntwortenLöschen
  24. Verehrter psychopaul,

    ich danke Ihnen für Ihre Worte. Und hoffe, dass Sie durch den Besuch meines Blogs nicht bereits homosexuell beeinflusst wurden. Die Gefahr scheint hier ja durchaus gegeben. ;-)

    PS: Ich als "Fuck-The-Mainstream"-Pseudokritiker
    habe "Casino Royale" 8/10 gegeben - das macht den Film dann ja offenbar zum Arthaus-Vertreter. *lol*

    AntwortenLöschen
  25. psychopaul18/3/07 12:47

    tatsächlich, jetz wo du es sagst, hab ich es auch bemerkt, HILFE, was hast du bloß aus mir gemacht????
    ich schaue sogar sehr gerne Filme mit Homosexuellen, das is ja gemeingefährlich hier! :-D

    achso, ne, ich fand ja auch Happy Together schon wunderbar, bevor du überhaupt nen Internet-Zugang hattest ^^

    AntwortenLöschen
  26. O.K., ich akzeptiere, dass man den Stil Zack Snyders nicht mag, dass man auch den Film 300 nicht mag und es in einer Kritik ausdrückt ist völlig legitim. Doch kann man 300 nicht bewerten, ohne auf das Werk Frank Millers einzugehen. Anders als Sin City ist nämlich auch Frank Millers Comic (äh tschuldigung Graphic Novel)300 alles andere als selbstironisch. Ich habe mir damals das Original auf einer Comicbörse zugelegt. Hauptsächlich weil mir Millers Zeichenstil mehr als gefällt und ich muß sagen, ich war dann auch im Kino mehr als begeistert, als ich sogar Millers Dialoge im Film wieder enddeckte.

    Miller war am Film genauso beteiligt, wie bei Sin City. Denn nach dem man seinen RoboCop in den Fortsetzungen so verhunzt hatte, wird er Adaptionen seiner Werke nur noch zustimmen, wenn er maßgeblich an ihrer Entstehung beteiligt wird. Das hat er in mehreren Interviews immer wieder deutlich gemacht. Ich empfehle hier mal eines, das im Spiegel erschienen ist. http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,368953,00.html

    Ich denke was man Snyder dann überhaupt vorwerfen kann ist die Verfilmung des Stoffes an sich, für den Inhalt und dessen grafische Präsentation ist Frank Miller verantwortlich.

    Ich kann es verstehen, wenn Kritiker den Film aufgrund seiner Optik, seines vor Pathos nur so strotzenden Inhaltes verurteilen, doch wird dabei letzten Endes übersehen, dass Leonidas an seinem eigenen Stolz scheitert. Das dies gerne übersehen wird, liegt dann wirklich an Snyder, der mit der Verschwörungsgeschichte in Sparta unbedingt einen an sich überflüssigen Nebenplot einbauen musste. Wahrscheinlich ein Zugeständnis an die Studiobosse, die einen Film ohne Happy End aus wirtschaftlichen Gründen einfach nicht finanzieren wollen.

    AntwortenLöschen
  27. Im ersten Absatz schrieb ich aber auch, dass bereits die Vorlage diesbezüglich ganz schön übertreibt. Nur war diese bei weitem nicht so homophob wie der Film, der von Snyder auch recht hanebüchen präsentiert wurde.

    AntwortenLöschen
  28. O.K. Deine Erwähnung, dass Miller im Comic schon ziemlich übertreibt muss ich akzeptieren. Ob man dies als Auseinandersetzung mit seinen Werken verstehen muss...

    Insgesamt muss man jedoch gestehen, dass sich Snyder ziemlich genau an die Vorlage gehalten hat. Auch in der Darstellung Xerxes. Falls Du das Comic nicht zur Hand hast,http://www.peplums.info/pep41.htm

    Aber vielleicht war es aufgrund der politischen Weltlage unklug, gerade 300 zu verfilmen. Obwohl ich politische Interpretationen bei Millers Werken für stark überzogen halte. Seine Geschichten beschäftigen sich, meiner Ansicht nach, mit dem Thema Heldentum an sich. Im Falle 300 sogar kritisch.

    Hätte Snyder, was er natürlich bei so einem großem Studio unter Vertrag stehend nicht konnte, den Film mit dem Tod Leonidas enden lassen, der Feuilleton hätte Snyder als großen Irakkriegs Kritiker hochleben lassen. Was natürlich genauso abwegig wäre. Jedoch hätte dies Leonidas Scheitern absolut in den Mittelpunkt gestellt. Leonidas scheitert an seinen Hochmut, seinem Festhalten an Prinzipien und reißt gleich seine treuesten Verbündeten mit in den Tod.

    Ja, in dieser Hinsicht haben Snyder und Miller wirklich versagt. Ich denke, sie setzten ihren Fokus ausschließlich auf die visuelle Umsetzung. Dass der eingesponnene Nebenplot, und ich bleibe bei der Annahme, er ist der Tribut an Marktgesetze, den Film bei den Kritikern in ein gänzlich anderes Fahrwasser lenkte, damit haben sie wahrscheinlich nicht gerechnet. Wenn man so will, scheiterten sie wie ihr Protagonist im Film, an ihrem Hochmut. Zumindest bei der Kritik.

    AntwortenLöschen
  29. Ich bin sehr über den barschen Ton des Diskurses überrascht; dabei geht es doch nur um einen Film. Man muss auch nicht homosexuell sein, um ihn schlecht zu finden. Und es gibt mir als Heterosexuellen doch einen anderen Einblick, wenn ein Kritiker auf etwaige homoerotische Settings aufmerksam macht. Der Autor der Kritik hat eine Vorliebe für polarisierende und folglich diskussionsanregende Beiträge, wer das verkennt, ist die gründliche Lektüre schuldig geblieben.

    Zum Film: Ich muss dir Recht geben, Rajko, dass die Comicgrundlage nur verhalten zum Ausdruck kommt. Bei Sin City hat das wohl besser funktioniert. Der Film ist dümmlich. Die inhaltlosen Dialoge der Spartaner sind fast unerträglich, obgleich die Optik nicht so schlecht ist. Da der Film den Comiccharakter vermissen lässt, wäre doch, wie du gut recherchiert hast, die Bedeutung der Schlacht für die athenische Demokratie bis in unsere heutige Zeit darzustellen wünschenswert gewesen. Die Arroganz des Westens, die in diesem Film dargestellt wird, ist historisch kaum haltbar.

    Thomas v. P.

    AntwortenLöschen
  30. Ich treib' mich eindeutig auf den falschen Portalen herum; solche Diskussionen kriegt man selten mit, die sind ja spannender, als es der Film je sein könnte; und dabei fand' ich "300" garnicht mal so unerträglich ;)

    AntwortenLöschen
  31. Was holst du denn hier für Leichen aus'm Keller? :)

    Wobei die Kommentare hier schon ein bisschen legendär sind, ja. :D

    AntwortenLöschen
  32. Naja, ich verfolg' deinen Blog ja noch nicht von Anfang an, da muss ich mich erst langsam durch das Archiv arbeiten - ich hoffe, es hatten nicht allzu viele Anonyme die Antworten abonniert, sonst geht's jetzt wieder von vorne los :D

    AntwortenLöschen
  33. Hier gab's im Laufe der Jahre so ein paar Beiträge, die wirklich alles gesprengt haben. Weiß nur gerade nicht mehr genau, welche das waren. Ich hatte mal eine feste wöchentliche Sektion mit TV-Tipps, da ging es auch immer heiß her.

    AntwortenLöschen
  34. Die TV-Tipps kenn' ich schon, und find'es sehr bedauerlich, dass es sie nicht mehr gibt - ich hab' bei mir ja vor ein paar Tagen etwas ähnliches gestartet (ich hoffe, du hast darauf kein Copyright ;)), um mal wieder ein bisschen in kurzen Sätzen polemisiern zu können - Kritikerstatus bei MP zwingt ja ein zur Seriosität^^

    AntwortenLöschen
  35. Das werde ich direkt mal checken. Du musst deinen Blog noch mehr pushen, ich vergesse immer, dass es ihn gibt. Setz' deinen Senf überall hin, verpeste die Weiten des Internets, der Rest kommt von allein. :)

    AntwortenLöschen
  36. Na mal sehen, was ich noch so an Plattformen finde, die ich mit meinem Content beglücken kann - sind ja in nicht allzu langer Zeit Semesterferien, dann hab' ich auch mal Zeit für sowas, ohne das mich mein Gewissen lyncht :D

    AntwortenLöschen