Meine erste und für lange Zeit einzige Begegnung mit "Annie" war eine angemessen verstörende. In "Serial Mom", der Mediensatire von John Waters, gibt es eine Szene, die sich das bekannte Musical (beziehungsweise dessen Verfilmung aus dem Jahre 1982) sehr sonderbar zueigen macht. Eine ältere Dame begeht darin eine Art heimisches "Annie"-Ritual: Sie startet die Videokassette des Films, macht es sich im Fernsehsessel bequem, isst beinahe erregt ein Sandwich. Dazu trällert sie die (ziemlich penetrante) "Tomorrow"-Ouvertüre des Musicals, während ein Hund ihr die Füße ableckt. Und als wäre dieses Bild noch nicht bizarr genug, wird die Dame hinterrücks von einer Serienmörderin erschlagen - mit einer gewaltigen Lammkeule. Die bezaubernde Annie auf dem Fernsehschirm ist nun ganz von Blut- und Bratenspritzern übersäht. Der Gesang des kleinen Mädchens, das eben noch einen Morgen voller Sonnenschein verkündete, tönt ins Nichts. Besser als dieser Moment, dachte ich seinerzeit, könne der eigentliche und mir völlig unbekannte "Annie"-Film kaum sein. [...]
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Januar 14, 2015
Kino: ANNIE (2014)
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September 10, 2014
Der perfide Umgang mit den Promi-Nacktbildern
Während Hollywood lustige Spielfilme über geleakte Sexaufnahmen dreht, verbreitet ein Hacker im Internet tatsächlich zahlreiche Nacktbilder prominenter Frauen. Internetstimmen behaupten, die Betroffenen hätten sich das selbst eingebrockt.
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November 29, 2013
The Counselor, das Kritikerecho & rollende Köpfe
Nicht nur zu viele Köche, auch höchstverehrte Pulitzerpreisträger, High-Profile-Filmemacher und Schauspieler können den Brei gehörig verderben. "The Counselor" ist das anschauliche Versagen all seiner beteiligten Talente – und der Erwartungen an sie.
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November 26, 2013
Kino: THE COUNSELOR
Köpfe würden rollen, wenn sich der Staub erst einmal gelegt habe, schrieb Peter Debruge, einer der Chefkritiker des altehrwürdigen Branchenblatts Variety, im Fazit seines Komplettverrisses zu Ridley Scotts "The Counselor". Und es werde kein schöner Anblick sein, das (Sinn-)Bild all der enthaupteten Talente, die diesem Film ihr Vertrauen schenkten, so Debruge. Eine bitterböse Besprechung, deren Urteil jedoch von der US-Kritik fast einhellig geteilt wurde. [...]
Juni 18, 2013
Kino: GAMBIT [DER MASTERPLAN]
Die Vorfreude: Colin Firth und Cameron Diaz wollen Kunstliebhaber Alan Rickman mit einem listreichen Millionen-Coup übers Ohr hauen – in einem Film, dessen Drehbuch von den Coen-Brüdern geschrieben wurde. Die Ernüchterung: Gegen dieses lasche Remake der gleichnamigen Gaunerkomödie von 1966 nimmt sich das leicht ergraute Original geradezu explosiv vergnüglich aus. [...]
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Juli 20, 2010
Kino: KNIGHT AND DAY
Seit seiner Hüpfattacke auf dem Studiosofa von Oprah Winfrey und dem geplatzten Deal mit Paramount ist der einstige Hollywood-Superstar und Hitgarant Tom Cruise um eine Imagekorrektur bemüht. Doch weder mehr oder weniger ambitionierte Produktionen wie das Kriegsdrama "Lions for Lambs", noch der Geschichtsthriller "Valkyrie" konnten den Ruf des Vorzeige-Scientologen als Kassenmagneten wiederherstellen. Nun scheint Cruise mit der High-Profile-Actionkomödie "Knight and Day" seine Karriere auf sicherem Old-School-Terrain retten zu wollen. Operation: Moneymaker.
Die Zeichen stehen auf Retro: Ein ungleiches Liebespaar im Feuergefecht, das haarsträubende Abenteuer mit schlag- fertigen Dialogen kommentiert. Verbale Geschlechterklischees und irrsinnige Verfolgungsjagden gehen schließlich schon seit den Anfängen des Genres eine glückliche Verbindung ein. In der Tradition von "Charade" oder "North by Northwest" verknüpften diese Filme immer wieder klassische Caper- und Screwball-Motive mit Action- und Abenteuerelementen. Unter der Regie des souveränen, aber stilistisch unauffälligen James Mangold geht "Knight and Day" dabei ganz auf 90er-Kurs: Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie auch schon "Bird on a Wire" oder "True Lies" mochten.
Worum es hierbei eigentlich geht, wer genau wen oder was verfolgt und wer am Ende wann oder wo glücklich sein wird – geschenkt. Das Strickmuster hat sich nie verändert, es ist höchstens hier und da noch ein wenig blöder geworden. Cruise spielt den smarten Geheimagenten Roy Miller, Cameron Diaz das naive Blondchen June Havens. Er befindet sich auf einer gefährlichen Mission, sie auf der Reise zur Hochzeit ihrer Schwester. Und dann kreuzen sich ihre Wege und werden sich fortan auch nicht mehr trennen: Weil Miller eine geheime Superbatterie (…) besitzt, verfolgen ihn FBI und CIA mit allen Mitteln. Und das garantiert eine mal amüsante, mal romantische Tour der Force mit halsbrecherischen Actioneinlagen.
Die kleine, enorm leistungsfähige Batterie, die die Handlung an- und vorantreibt, ist natürlich nichts weiter als der klassische MacGuffin – sie hat keine wirkliche Bedeutung und könnte auch durch eine Packung Taschentücher oder einen 5-Dollar-Schein ersetzt werden. Ähnlich schematisch und funktional ist die Liebesgeschichte konstruiert, die der Film allerdings nie glaubwürdig entwickeln kann. Es bleibt rätselhaft, was genau Cruise von Diaz wirklich möchte und umgekehrt, beide behindern sich permanent und könnten an zahlreichen Stellen problemlos getrennte Wege gehen. Das (mehrfach umgeschriebene) Drehbuch tut sich schwer, ihre Beziehung innerhalb der rasanten Handlung halbwegs plausibel erscheinen zu lassen.
Das ist bei derartigen Actionkomödien noch mit dem Verweis auf Genretraditionen erklärbar, aber wenn "Knight and Day" die Stringenz seines actionorientierten Plots letztlich durch einige unschön geschummelte Auslassungen herzustellen versucht, verschenkt er auch sein Potenzial. Wie Cruise als Agentenheld nämlich die unmöglichsten Situationen meistert, kann man sich oftmals nur zusammenreimen: Indem er seiner hysterisch kreischenden Weggefährtin ständig Drogen verabreicht (zugegeben: irgendwie unkonventionell) und der Film dankbar ihre Perspektive einnimmt, sieht der Zuschauer am Ende einer spektakulären Szene meistens nur schwarz. Ehe dann die nächste Aufblende in der nächsten schönen Location folgt.
Da macht es sich der Film natürlich etwas einfach und erweist sich konzeptionell als unsauber und pragmatisch in der letztlich lediglich Action- und Comedy-Momente vorbereitenden Handlungsstruktur. Diese aber machen durchaus eine Menge Spaß. Erstaunlich rotznäsig und zeitweise sogar ruppig werden hier Gegner im Minutentakt ausgeschaltet, Karambolagen detailfreudig in Szene gesetzt und gefährliche Stunts geradezu zelebriert. Trotz des unvermeidlichen CGI-Einsatzes scheinen die Actionszenen dabei möglichst an Originalschauplätzen gedreht zu sein und wirken gesetzter als in vergleichbaren Genrefilmen der letzten Jahre.
"Knight and Day" ist dank seiner Albernheiten und saftigen Actioneinlagen deshalb auch stets unterhaltsam und kurzweilig, aber er knüpft bestenfalls oberflächlich an seine Genrevorbilder an. Ihm fehlen originelle Ideen, schöne Regieeinfälle und eine halbwegs schlüssige Geschichte. Und die "Vanilla Sky"-Kombination Cruise/Diaz ist denkbar ungeeignet, um einen solch langbärtigen Filmstoff frisch aufzupolieren. Die beiden sind nicht nur sichtbar in die Jahre gekommen, ihnen fehlt auch der Charme und wirklicher Star-Appeal, um aus derart klischeehaften Rollen noch etwas herauszuholen. Cruise ist kein glaubwürdiger Womanizer und er ist schon gar nicht Cary Grant. Und die Diaz, die sollte vielleicht mal ihren Agenten wechseln.
Die Zeichen stehen auf Retro: Ein ungleiches Liebespaar im Feuergefecht, das haarsträubende Abenteuer mit schlag- fertigen Dialogen kommentiert. Verbale Geschlechterklischees und irrsinnige Verfolgungsjagden gehen schließlich schon seit den Anfängen des Genres eine glückliche Verbindung ein. In der Tradition von "Charade" oder "North by Northwest" verknüpften diese Filme immer wieder klassische Caper- und Screwball-Motive mit Action- und Abenteuerelementen. Unter der Regie des souveränen, aber stilistisch unauffälligen James Mangold geht "Knight and Day" dabei ganz auf 90er-Kurs: Dieser Film könnte Ihnen gefallen, wenn Sie auch schon "Bird on a Wire" oder "True Lies" mochten.
Worum es hierbei eigentlich geht, wer genau wen oder was verfolgt und wer am Ende wann oder wo glücklich sein wird – geschenkt. Das Strickmuster hat sich nie verändert, es ist höchstens hier und da noch ein wenig blöder geworden. Cruise spielt den smarten Geheimagenten Roy Miller, Cameron Diaz das naive Blondchen June Havens. Er befindet sich auf einer gefährlichen Mission, sie auf der Reise zur Hochzeit ihrer Schwester. Und dann kreuzen sich ihre Wege und werden sich fortan auch nicht mehr trennen: Weil Miller eine geheime Superbatterie (…) besitzt, verfolgen ihn FBI und CIA mit allen Mitteln. Und das garantiert eine mal amüsante, mal romantische Tour der Force mit halsbrecherischen Actioneinlagen.
Die kleine, enorm leistungsfähige Batterie, die die Handlung an- und vorantreibt, ist natürlich nichts weiter als der klassische MacGuffin – sie hat keine wirkliche Bedeutung und könnte auch durch eine Packung Taschentücher oder einen 5-Dollar-Schein ersetzt werden. Ähnlich schematisch und funktional ist die Liebesgeschichte konstruiert, die der Film allerdings nie glaubwürdig entwickeln kann. Es bleibt rätselhaft, was genau Cruise von Diaz wirklich möchte und umgekehrt, beide behindern sich permanent und könnten an zahlreichen Stellen problemlos getrennte Wege gehen. Das (mehrfach umgeschriebene) Drehbuch tut sich schwer, ihre Beziehung innerhalb der rasanten Handlung halbwegs plausibel erscheinen zu lassen.
Das ist bei derartigen Actionkomödien noch mit dem Verweis auf Genretraditionen erklärbar, aber wenn "Knight and Day" die Stringenz seines actionorientierten Plots letztlich durch einige unschön geschummelte Auslassungen herzustellen versucht, verschenkt er auch sein Potenzial. Wie Cruise als Agentenheld nämlich die unmöglichsten Situationen meistert, kann man sich oftmals nur zusammenreimen: Indem er seiner hysterisch kreischenden Weggefährtin ständig Drogen verabreicht (zugegeben: irgendwie unkonventionell) und der Film dankbar ihre Perspektive einnimmt, sieht der Zuschauer am Ende einer spektakulären Szene meistens nur schwarz. Ehe dann die nächste Aufblende in der nächsten schönen Location folgt.
Da macht es sich der Film natürlich etwas einfach und erweist sich konzeptionell als unsauber und pragmatisch in der letztlich lediglich Action- und Comedy-Momente vorbereitenden Handlungsstruktur. Diese aber machen durchaus eine Menge Spaß. Erstaunlich rotznäsig und zeitweise sogar ruppig werden hier Gegner im Minutentakt ausgeschaltet, Karambolagen detailfreudig in Szene gesetzt und gefährliche Stunts geradezu zelebriert. Trotz des unvermeidlichen CGI-Einsatzes scheinen die Actionszenen dabei möglichst an Originalschauplätzen gedreht zu sein und wirken gesetzter als in vergleichbaren Genrefilmen der letzten Jahre.
"Knight and Day" ist dank seiner Albernheiten und saftigen Actioneinlagen deshalb auch stets unterhaltsam und kurzweilig, aber er knüpft bestenfalls oberflächlich an seine Genrevorbilder an. Ihm fehlen originelle Ideen, schöne Regieeinfälle und eine halbwegs schlüssige Geschichte. Und die "Vanilla Sky"-Kombination Cruise/Diaz ist denkbar ungeeignet, um einen solch langbärtigen Filmstoff frisch aufzupolieren. Die beiden sind nicht nur sichtbar in die Jahre gekommen, ihnen fehlt auch der Charme und wirklicher Star-Appeal, um aus derart klischeehaften Rollen noch etwas herauszuholen. Cruise ist kein glaubwürdiger Womanizer und er ist schon gar nicht Cary Grant. Und die Diaz, die sollte vielleicht mal ihren Agenten wechseln.
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