August 26, 2010

Zuletzt gesehen: MISSION TO MARS (2000)

Wenn es drei Schauspieler gibt, mit denen ich auf keinen Fall zwei Stunden auf dem Mars verbringen wollen würde, wären es vermutlich Gary Sinise, Tim Robbins und Don Cheadle. Nun ja, wenn man als blinder Passagier auf Brian De Palmas "Mission to Mars" dabei sein möchte, lässt sich das wohl nicht vermeiden. Die Reise dorthin soll’s aber nicht trüben, zudem die drei, wie sich schnell zeigt, durch verschiedene Ebenen voneinander getrennt werden – und der Film (nicht nur räumliche) Distanz als eines der Kernthemen entwickelt. Nach und nach wird deutlich, dass die elegische Dramaturgie von "Mission to Mars", würde das Drehbuch nicht immer wieder störende Spannungsmomente einfordern, einen meditativen Grundton anzustimmen versucht, der – genretypisch – existenzialistische Fragen nach Sterblich- und Endlichkeit in den Mittelpunkt rückt. De Palmas ohnehin stets losgelöste Kamera erhält dabei im Weltraumkontext noch einmal eine ganz andere Bedeutung und findet beeindruckende Bilder für die Vermittlung schwereloser Räume (und Figuren), die man so wahrscheinlich noch nicht gesehen hat.

Doch alles Schöne kulminiert im Unschönen. Auf dem Mars angekommen wird’s besonders extraterrestrisch. Am Ende braucht es ein bisschen heitere Schöpfungsgeschichte, ein wenig Sinnieren über menschliche Ur- und Vorsprünge und eine trotzdem wie immer – geschlechtlich und ethnisch – klare Rollenverteilung. Der sich humanistisch wähnende, hochpeinliche Schlussakt samt Händchenhalten mit einem CGI-Alien besitzt dann leider auch nicht die unbekümmerte Naivität eines Steven Spielberg, dessen
"Close Encounters" hier ebenso zitiert wird wie der (scheinbar) unumgängliche Kubrick. Schade eigentlich, dass dieser anfänglich noch recht faszinierende Science-Fiction-Trip sein Ende in esoterischem Erlöserkitsch Marke Darren Aronofsky finden muss.


30%

Kommentare:

  1. Aronofsky ist dein neues Hassobjekt, kann das sein? Musstest mal wieder RFAD ertragen oder woher diese aktuell präsente Animosität?

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  2. Habe eigentlich gar nichts gegen den. RFAD finde ich ja sooo schlimm nicht, fand eben nur THE FOUNTAIN unerträglich (und M2M hat schon sowas FOUNTAIN-mäßiges). Gestehe aber, dass ich diesen SWAN-Trailer auch schon wieder sehr tendenziös fand.

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  3. Wenn es drei Schauspieler gibt, mit denen ich auf keinen Fall zwei Stunden auf dem Mars verbringen wollen würde, wären es vermutlich Gary Sinise, Tim Robbins und Don Cheadle.

    Wieso das denn? O_O

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  4. Haben alle drei einen sehr hohen Nervfaktor, besonders Sinise.

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  5. Du magst Sinise nur nicht, weil er für die Truppen wirbt und dafür bereits einen Orden bekam ... ;-)

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  6. Wusste ich gar nicht. Traurig.

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  7. Im Gegenteil, sehr löblich! *duckundweg*

    Nee, auch so mag ich Sinise, er ist eigentlich viel zu selten zu sehen (sieht man mal von CSI ab).

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  8. Sinise kommt als Darsteller gut, nervt aber persönlich mit seinem Mega-Patriotismus, den er auch in seine Rollen hineinträgt (in CSI ist das ganz übel mit dem WTC-Trauma, was da rauf und runter verarbeitet wird). Zu Mission to Mars sag ich jetzt mal nicht viel, dieses Rumgebashe auf Arronofsky find ich aber doof - wie man auch bei The Fountain vom "esoterischem Erlöserkitsch" sprechen kann und Avatar (der Film strotzt ja wohl nur so vor trendiger Esoterik) dann aber wieder als naives Märchen durchrutschen lässt, will ich auch nicht verstehen.

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