Ist für mich die Nachricht der Woche. John Waters möchte es noch einmal wissen und setzt nicht seinen, sondern den Kinohit von 2006 fort. Adam Shankman, Regisseur des ersten Teils (also der Broadway-Adaption), soll produzieren, die Songs werden wieder von Marc Shaiman and Scott Wittman geschrieben. Wer vom Cast zurückkehren wird, steht noch nicht fest. Warner möchte den Film aber spätestens im Sommer 2010 starten.Juli 31, 2008
News: HAIRSPRAY 2 kommt!
Ist für mich die Nachricht der Woche. John Waters möchte es noch einmal wissen und setzt nicht seinen, sondern den Kinohit von 2006 fort. Adam Shankman, Regisseur des ersten Teils (also der Broadway-Adaption), soll produzieren, die Songs werden wieder von Marc Shaiman and Scott Wittman geschrieben. Wer vom Cast zurückkehren wird, steht noch nicht fest. Warner möchte den Film aber spätestens im Sommer 2010 starten.Kino: KINOSTARTS - 31.07.2008
- Unter Kontrolle (Thriller, USA 2008)
- 39,90 (Komödie, F 2007)
- Selbstgespräche (Drama, D 2008)
- Jeder siebte Mensch (Doku, A 2006)
- Animals in Love (Tier-Doku, F 2007)
- Die Chroniken von Narnia - Prinz Kaspian von Narnia (Fantasy, USA 2008)
Juli 30, 2008
Kino: THE DARK KNIGHT
Der Joker lädt zu einem "sozialen Experiment": Zwei Schiffe auf der Flucht vor Gotham City, der Stadt, über die das Unheil hereingebrochen ist. Das Unheil explodierender Gebäude und Straßenschlachten, öffentlicher Anschläge und Übergriffe, Terrordrohungen und kollektiver Angst. Zwei Schiffe, auf dem einen Zivilisten, Durchschnittsbürger, Normalverdiener, Steuerzahler, die gewöhnlichen Einwohner Gothams. Auf dem anderen Schwerverbrecher, Knackis, jene, gegen die Harvey Dent, Lt. James Gordon und der dunkle Rächer einen verzweifelten Kampf führen, jene also, "die bereits eine Chance gehabt haben", wie ein Mann zu sich und seinem Gewissen sagt. Beide Schiffe nun werden um Mitternacht in die Luft gehen, weil der Joker Bomben auf ihnen platziert hat. Es sei denn, vorher erklärt sich eine der beiden Gruppen bereit, das jeweils andere Schiff per Zündschlüssel explodieren zu lassen. Wer in der Lage ist, andere Leben zu opfern, darf das eigene behalten.Während die Minuten verstreichen, wächst der Druck gegen die Vernunft, gegen Ordnung und gegen Menschlichkeit. Auf dem Schiff der "rechtschaffenen" Bürger Gothams wird schließlich abgestimmt, die Auszählung der Zettel ergibt eine unmoralische Mehrheit, doch niemand ist letztlich in der Lage, die Bombe hohgehen zu lassen. Die Gefangenen bekommen kein Abstimmungsrecht zugesprochen, sie diskutieren still und überlegen vor den Augen des bewaffneten Personals. Dann tritt ein Häftling hervor, er entreißt dem Polizisten den Zündschlüssel und wirft ihn über Bord. Die Entscheidung ist auch hier gefällt – zwei Bewährungsproben für die Demokratie, die sich zu einer Notlösung reduzieren lassen musste.
Dieser Teil des zweiten Batman-Films von Christopher Nolan findet als Parallelmontage im großen Finale von "The Dark Knight" statt, hat eher McGuffin-Charakter und erscheint auf Spannung und Dehnung konzipiert. Und es ist dennoch der Moment, in dem der Film sein Potential ganz ausschöpft, in dem er seine Schwerpunkte, Analogien und metaphorischen Verweise zu einer Problemstellung subsumiert: Wie die Macht des Terrors die Macht des Staates unterläuft. Ein schwerer Unterbau von Gegenwartsbezügen, dem alle Action und alle Unterhaltung nichts anhaben kann.
Blickt man zurück auf Tim Burtons Interpretation des Stoffes, also auf "Batman Returns", der Fortsetzung des erfolg- reichen, aber unkontrolliert inszenierten ersten Films um den düsteren Flattermann, so verhält sich "The Dark Knight" wie ein unabdingliches Ergänzungsstück: Burton schaute seinen Monstern – und zu denen zählte er auch Batman – tief ins Innere, er dichtete sie zu tragischen Gestalten der Nacht um, gefangen in menschlichen Masken, verloren in einer materialisierten Gesellschaft, auf der Suche nach Identität. Die enorme Hingabe zu seinen Figuren ließ Burton zwar immer mehr von der Vorlage abrücken, dennoch darf "Batman Returns" als die vielschichtigste Comicverfilmung bezeichnet werden. Was bei Burton hingegen eine untergeordnete Rolle spielte, gleichwohl es zu den festen Bestandteilen der Erzählung und Ausgestaltung gehörte, war die Erschaffung eines Gotham Citys als moderne Großstadtwelt, die an die Grenzen ihrer Staatsprinzipien gerät.
"The Dark Knight" spannt ein komplexes moralisches Netz, in dem Gut und Böse keine Rolle mehr zu spielen scheinen. Und hat es inmitten der Neuen Unübersichtlichkeit immer noch mit einem Helden zu tun, der keiner ist. Batman erscheint nur noch als extrem widersprüchliche Figur, die unbeholfen für ein Recht eintritt, das jede Grundlage verloren hat: Im Verhörzimmer verweist ihn der Joker auf die gemeinsame Verwandtschaft – einer der wesentlichen Burton-Einflüsse – und die Sinnlosigkeit seines Kampfes, für den er keine Anerkennung bekommen und der ebenso nie zum moralischen Erfolg werden kann. Denn Batman, das ist immer noch ein Rächer, ein Einzelkämpfer, der nach eigenen Regeln und Werten außerhalb des Gesetzes agiert. Und weil die Justiz wiederum, in deren Vertretung er mit Harvey Dent inoffiziell kooperiert, genauso auf ihn angewiesen ist wie auch die Polizeigewalt durch – nun befördert – Commissioner Gordon, ergibt sich daraus die prekäre Frage, mit wie viel Unrecht sich das vermeintliche Recht eigentlich zu verhandeln bereit erklärt: Gesetzesbrecher, die zu Helden verklärt werden (Harvey Dents Mutation zu Two-Face, die gleichzeitig ein Synonym für die Bankrotterklärung der Rechtsstaatlichkeit ist, wird verschwiegen), und Gesetzeshüter, die erkennen müssen, längst die eigentlichen Ziele aus den Augen verloren zu haben. Wenn Batman sich im Finale zum Kampf gegen den Joker der Datenschutz- und damit Freiheitsrechte jener Bürger bedient, die er eigentlich schützen soll, dann hat das gewiss nicht die kathartische Wirkung eines unterhaltsamen Comicfilms.Juli 28, 2008
Kino: SCIENCE OF HORROR
Dass sich der Horrorfilm leicht als Ventil für sexuelle Unterdrückung, als Ergänzungsstück, als Surrogat rezipieren und letztlich natürlich auch konsumieren lässt – es ist wahrlich keine neue Lesart. Die Gewaltakzente, gesetzt wie Höhepunkte in einem Pornofilm, und das feucht-fröhliche Staken in Blut und Gedärm als eben schönes Korrelat zur Sperma-Sauerei beim Cum-Shot. Die sozialwissenschaftliche Filmanalyse hat das so ausgiebig und voller Elan immer wieder untersucht, belegt und an Geschlechter-Diskursen abge- glichen, dass selbst dem durchschnittlichen Gorehound von nebenan derweil klar sein sollte, dass der Genuss eines Horrorfilms auch oder vielleicht vor allem ein delegierter ist. Sublimierte (Lust-)Empfindungen via Hackefälleraxt und Machete, oder noch ein wenig banaler: "Science of Horror: If the chainsaw is a penis".Die Dokumentation von Katharina Klewinghaus ist in gewisser Hinsicht eine filmische Übersetzung des bekannten Carol J. Clovers-Buches "Men, Women, & Chain Saws: Gender in Modern Horror Film" und legt ihren Schwerpunkt auf die feministische Filmkritik- und –Rezeption, und lässt zahlreiche Genregrößen von Bruce Campbell über Tom Savini bis zu Wes Craven, sowie Film- und Sozialwissenschaftler zu Wort kommen – deckt also Praxis und Theorie gleichermaßen ab und garniert die Interviewschnipsel zudem mit Filmaus- schnitten und Zwischenanimationen.
Der Film jedoch hat leider arge Probleme einen Fokus zu finden. Weil Klewinghaus sich nicht entscheiden kann, ob sie ein Fachpublikum, Genrefans oder Einsteiger adressieren möchte, bewegt sich "Science of Horror" immer irgendwo zwischen reizvollem Ansatz und hohler Phrasendrescherei. Die Hinleitung zum Thema misslingt gänzlich, ehe der Film auf genreübliche gender construction zu sprechen kommt, hält er sich mit hinlänglichem Geplapper von kathartischen Effekten und dem Horrorfilm als Amüsement auf. In der einen Minute geht es dabei dann noch um Rating-Ungleichheiten bei Studio- und Independentproduktionen, in der nächsten wird plötzlich über die latente Homosexualität in "Dracula’s Daughter" und "Rebecca" spekuliert. Der Film windet sich dabei nicht nur unbeholfen um diverse Themenkomplexe, sondern kratzt auch lediglich an deren Oberfläche: Der Informationsgehalt zu ersterem schließlich ist selbst in der ihrerseits zwiespältigen Kirby Dick-Doku "This Film Is Not Yet Rated" höher, und letzteres wird ausgiebig in der kongenialen Epstein/Friedman-Arbeit "The Celluloid Closet" untersucht (mit deckungsgleichen Beispielen).
Irgendwann ist dann die Rede von der Kettensäge als Penisersatz, aber so unmotiviert der Film damit schließlich zu Potte kommt, so wenig Essentielles fällt ihm auch ein. Die wenigen wirklich einigermaßen handfesten und interessanten Beiträge kommen allesamt von Judith Halberstam, ansonsten reden die Beteiligten (oder schneidet die Filmemacherin) auch gern mal am Thema vorbei. Denn abgesehen davon, dass "Science of Horror" für Fachkundige nur Altbekanntes aufbereitet und leidlich Interessierte mit absoluten Aussagen und Spoilern überrollt, also keiner Zielgruppe wirklich gerecht wird, stolpert er letztlich vor allem über seine eigene Produktionsgeschichte: Da passen die vor vielen Jahren unter anderen Gesichtspunkten von Hasko Baumann gedrehten Interviews eigentlich auch gar nicht mit dem jetzigen Ansatz zusammen, lässt sich hübsches Archivmaterial nicht einfach problemlos – mehr oder weniger – zweckentfremden. Somit bleibt dieses Doku-Vorhaben irgendwie nur eine indifferente und leider auch kontextlose Ambition.
Juli 26, 2008
TV: Fernsehtipps vom 26.07. - 01.08.2008
Samstag, 26.07. Genauso verlogen und widersprüchlich wie die meisten US-Kriegsfilme, gehört aber zumindest inszenatorisch zu den etwas besseren Hollywoodarbeiten John Woos.
22:30 Uhr – Shining (Tele5)
Der völlig verkopfte Ansatz Kubricks und die an und für sich trashige Vorlage Kings ergeben einen munteren Cocktail aus Selbstüberschätzung und Heiterkeit. Wahrscheinlich wirklich herbe prätentiös (Gruß an McKenzie), aber dafür, dass ich Kubrick nicht abkann, fand und finde ich "Shining" zumindest kurzweilig.
Flach und schwer unlustig. War im Kino damals kaum auszuhalten.
0:15 Uhr – Unter Verdacht (ARD)
08/15-Thriller mit Cher-Bonus. Nicht weltbewegend, aber in Ordnung für das, was es vermutlich sein will.
0:20 Uhr – Shriek (Pro7)
Gutes Doppel. Ungefähr genauso pointiert und treffsicher wie "Scary Movie 2".
1:00 Uhr – Memento (SAT.1)
Nein, ich finde den nicht originell und ja, das Ende ist vorhersehbar. Ein eitler Thriller, der ebenso öde wie selbstgefällig ist. Lieber versuchen, an das Quasi-Original von Oldrich Lipsky zu kommen.
Sonntag, 27.07.
20:15 Uhr – Boat Trip (RTL2)
Das darf doch nicht wirklich Roger Moores letzter Spielfilm sein!?
20:15 Uhr –Die Mumie (RTL)
Lautes, buntes, kindgerechtes Remake eines Klassikers, bei dem vor allem Jerry Goldsmiths tolle Musik in Erinnerung bleibt.
0:55 Uhr – Collateral (Pro7)
Michael Manns fesselnde Nachtodyssee, überzeugend gespielt und photographiert ist der Film vor allem totale Konstruktion.
Montag, 28.07.
21:00 – Die Nacht (Arte)
Der zugänglichste der Antonioni-Trilogie um Entfremdung und Orientierungslosigkeit in der modernen Gesellschaft. Sehr stark, aber kein "L’Avventura".
0:10 Uhr – Weekend (HR)
Eigentlich habe ich ein gefestigtes Urteil über Godard, den Film kenne ich allerdings noch nicht. Nachholbedarf?
Dienstag, 29.07.
20:15 Uhr – 28 Tage (K1)
Die Bullock als Alkie. Hat seine Momente, ist insgesamt aber sogar noch dicker aufgetragen als "When A Man Loves A Woman".
22:35 Uhr – Der diskrete Charme der Bourgeoisie (RBB)
Brillante Groteske über Dekadenz und Wohlstandsgesellschaft. Zählt sicher zu den drei besten Bunuel-Filmen.
23:25 Uhr – Belle de jour (BR)
Bunuels wunderbarer, faszinierender, eleganter Seelenstriptease. Inklusive mysteriöser Schminkschatulle.
Mittwoch, 30.07.
20:15 Uhr – Star Trek IV (K1)
- Zurück in die Gegenwart. Captain Kirk und Spock auf den Spuren von Marty McFly. Einer der besten Filme der Kinoserie mit viel Humor und Selbstironie. Danach folgt der eher misslungene Shatner-Teil.
22:15 Uhr – Die Fliege 2 (Das Vierte)
Die Exploitationversion des Cronenberg-Films. Doof, aber dafür mit viel Schleim. Stark geschnitten.
Donnerstag, 31.07.
20:15 Uhr – Hot Shots! (VOX)
Sicher besser als Sarah & Marc in Love, aber so lustig wie seinen Ruf fand ich den Film ehrlich gesagt nie (auch die Fortsetzung nicht).
20:15 Uhr – Atemlos vor Angst (Das Vierte)
Friedkins völlig unnötiges Clouzot-Remake, wenn auch freilich gut inszeniert.
22:25 Uhr – Die Reifeprüfung (3SAT)
Ich verstehe den Kult dieses Films, aber trotz toller Dialoge ist das nicht die Burleske, als die sie gern dargestellt wird. Und Simon & Garfunkel-Songs ersetzen keinen sinfonischen Score (was auch für Cat Stevens gilt).
Freitag, 01.08.
20:15 Uhr – Scooby Doo (RTL2)
Bunte und kurzweilige Realverfilmung, die komplett an der Serie vorbeischrammt und leider auch bemerkenswert witzlos ausgefallen ist. Aber mir fehlt die Energie, um so was nicht zu mögen.
20:15 Uhr – Galaxy Quest (Pro7)
Obwohl mit Rickman und Weaver zwei meiner Lieblingsschauspieler mit der von der Partie sind – ich habe nicht ein einziges Mal gelacht über diesen peinlichen …. Ulk.
22:05 Uhr – From Hell (RTL2)
Visuell atemberaubende Variation des Jack the Ripper- Stoffes, die sich stark, aber dennoch gelungen von der Vorlage löst.
Juli 24, 2008
Zuletzt gesehen: BATMAN BEGINS
Als Quasi-Vorbereitung auf den neuen Film zum dritten Mal gesehen. Und Freunde werden wir wohl nicht mehr. Mag zweifellos die genaueste Batman-Verfilmung sein und dem Miller-Comic näher kommen als jede bisherige Stoffadaption, scheitert aber genau an seiner Versessenheit, die Figur so tief wie nur möglich ausloten zu wollen (was ihr nie gelingt, von der doppelbödigen und komplexen Burton-Bearbeitung um Identität und soziale Milieus ist der möchtegern-tiefe "Batman Begins" jedenfalls meilenweit entfernt). Nach dem Burton- Batman und dem Schumacher-Batman ist das jetzt leider nur ein Miller-Batman, bei dem man Nolans Signatur mit der Lupe suchen muss. Und so schön der Hintergrund des dunklen Ritters samt blauer Blume und Samuraiesoterik auch ausgeschöpft wird – interessant ist Bruce Waynes Weltbummlerei und Knastgeraufe deshalb noch lange nicht, zumal der durchweg angestrengt wirkende Christian Bale der Figur weder Nuancen, noch jene wunderbar unterkühlte Ironie verleihen kann, die Michael Keaton einst aufbot. Die Bösewichter – das stärkste Element bei Batman – wirken konturenlos (Liam Neeson) oder gleich völlig verschenkt (Cillian Murphy), und werden meist auch unmotiviert in die Handlung gedrückt. Die Musik ist ein Verbrechen, Hans Zimmers 3-Akkorde-Synthesizer-Geigen-Immitation hat dieser Film einfach nicht verdient (man denke nur an Danny Elfmans brillante Partitur für "Batman Returns"), und einige Darsteller, vor allem Katie Holmes, stehen da wie bestellt und nicht abgeholt (hallo, Type-Casting). Und zu guter letzt möchte man noch über die grausigen Dialoge den Kopf schütteln, die mindestens so kitschig wie pathetisch sind und flacher nicht sein könnten ("Why do we fall, sir? So that we can learn to pick ourselves up.").Was bleibt, ist eine ungemein dynamische Kamera, die den spannungsarmen Film mehr veredelt, als er es verdient hätte, einige sehr gut inszenierte Momente und eben das große Schlussversprechen, den Joker mit ins Spiel zu bringen. We’ll see.
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Kino: KINOSTARTS - 24.07.2008
- Superhero Movie (Komödie, USA 2008)
- 42plus (Drama, A 2007)
- Der Mond und andere Liebhaber (Drama, D 2008)
- Underdogs (Drama, D 2007)
- Akte X - Jenseits der Wahrheit (Mystery-Thriller, USA 2008)