März 20, 2013

Nicolas Cage, der pure Wahnsinn auf der Leinwand

Keiner dreht vor der Kamera so sehr frei, keiner ist dabei so gut wie er. Doch der in zahlreichen Videos zelebrierte Internetkult um ihn scheint bestenfalls ironisch gemeint, obwohl Nicolas Cage der unfassbarste Schauspieler unserer Zeit ist. 

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März 19, 2013

Zuletzt gesehen: EYES OF LAURA MARS [DIE AUGEN DER LAURA MARS] (1978)

Eine Art Bewährungsprobe der jungen Frisörs-Produzenten-Karriere von Jon Peters, der für seinen zweiten Hollywood-Ride nach dem irrsinnigen Erfolg von "A Star Is Born" noch einmal Girlfriend Babsy Streisand den Titelsong schmettern ließ, wenn es auch mit der Hauptrolle nicht klappen wollte. Stattdessen nahte bekanntlich für Faye Dunaway der berüchtigte Anfang vom Ende, während "Eyes of Laura Mars" nach Michael Millers Rausschmiss von Peters' Erfüllungsgehilfe Irvin Kershner entsprechend reibungslos runtergedreht werden sollte. Durchgehend auf appealing gebürstet und geradezu umwerfend beim Blick auf die Liste aller Beteiligten (Produktion: Laura Ziskin, Drehbuch: John Carpenter, Setdesign: Gene Callahan, Schnitt: Michael Kahn, ja, sogar die Film-in-Film-Photos stammen von Helmut Newton), blicken die "Eyes of Laura Mars" vor allem in den Abgrund des New Yorker Modesündenpfuhls Ende der 70er Jahre. Der Film höhlt einem die Augäpfel aus, so Seventies ist er, und in Kombination mit einer skurrilen American-Giallo-Ästhetik garantiert sein funky Let's-all-chant-Stil allein auf Produktionsebene Köstlichkeiten am laufenden Band. Inhaltlich as banal as it gets, tonal weitgehend widersprüchlich und im ständigen Wechsel der atmosphärischen Ausrichtung ein typisches Produkt Petersscher Interventionen, ist der Film als Chic-Zeitdokument heute von unschätzbarem musealen Wert. Und Dunaway spielte sich Kraft changierenden Power-Actings schon mal für "Mommie Dearest" warm.


50%

Zuletzt gesehen: THE IRON ROSE [LA ROSE DE FER aka. DIE EISERNE ROSE] (1973)

Ein weiteres Puzzleteil im Rätsel um die allgemeine Rollin-Verehrung, wenn auch frei von dessen bekannten Leitmotiven, gar vordergründig übernatürlicher Elemente, das einfach gedachte Poesie aber dennoch mit allzu nahe liegenden atmosphärischen Bildern und bezopft-erotischem Frau-Mann-Mystizismus einmal mehr möglichst äquivok alias unpräzise herzustellen versucht. Von cinephilen Eurohorror-Aficionados wohlmöglich wieder mit Schlagworten wie "somnambul" geadelt, gleicht diese Dank üblicher Surrealismuseinsprengel um Deutungsfreiheit bemühte Liebesgeschichte weniger einem schauerlichen Traum in sakral-morbidem Ambiente, als sie vielmehr das schemenhafte, selbstredend stets nur angerissene Verhältnis der beiden Protagonisten in deklamatorischen Bildersaft tüncht. Kann man natürlich machen, ist auch nicht vollkommen frei von Reizen, hat in seiner dramaturgisch gelösten Stimmung, seinem auf farbliche Akzente abgestimmten Gebilde sogar zweifelsfrei eine sonderbare Ausdruckskraft (superber Soundtrack ebenfalls!), aber willkürlich, enervierend, unbeirrbar zäh ist das alles schon auch sehr. Ein Film, der ständig um dich kreist, statt dich einfach mal hart ran zu nehmen. Stark ungeil, trotz Grabkammerfick.


30%

März 18, 2013

TV: Armut, Alter, Alkohol – RTL und die Selbstversuche des Jenke von Wilmsdorff

Der preisgekrönte RTL-Reporter Jenke von Wilmsdorff schlüpft für eine neue vierteilige Dokutainment-Reihe in die Rolle des gesellschaftlichen Außenseiters. "Das Jenke-Experiment" präsentiert hanebüchene Selbstversuche ohne Sinn und Verstand. 

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März 15, 2013

David Cronenberg wird 70!

Er ist einer der drei, vier besten Filmemacher der Welt und wird heute unglaubliche 70 Jahre alt. Zum runden Geburtstag gibt es auf der Website von 3SAT ein 90minütiges (!) Interview, in dem David Cronenberg auf sein Leben und Schaffen zurück blickt. ♥

Plansequenzen: The Career of Paul Thomas Anderson in Five Shots (this is how it's done right)

The Career of Paul Thomas Anderson in Five Shots from Kevin B. Lee on Vimeo.

März 14, 2013

Kino: HITCHCOCK

Im berühmtesten Filmgespräch aller Zeiten stellte François Truffaut dem Master of Suspense die alles entscheidende Frage: "Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?" Wenn man nun diesem Film glauben darf, dann würde die Antwort darauf wohl lauten: Nun ja, irgendwie halt. Was offenbar als heitere Filmkomödie gedacht war, ist vor allem die Denunzierung eines Großmeisters – und eine Ansammlung von Unwahrheiten. [...]

März 13, 2013

Gurken und Filmwunder im Kinojahr 2013

Nach frühjahrestypischer Resteware und endlich abgearbeitetem Oscarmaterial ist das Kinojahr in vollem Gange. Eine Vorschau auf mögliche High- und Lowlights 2013, viel zu spät und doch genau richtig. Garantiert ohne Nerdgasm. 

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