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Februar 02, 2019
Zuletzt gesehen: HOLLYWOOD STORY (1951)
In Hollywood spielende Kriminalgeschichten gehören zu meinen liebsten Cinefetischen, von Sunset Boulevard bis Scream 3 würde ich so ziemlich jeden mit der US-amerikanischen Filmproduktion verknüpften Totschlagsplot anderen Murder Mysteries vorziehen. Zum einen, weil sich da ein Mythos hinter dem Mythos versteckt, die Traumfabrik als Schlangengrube, in der buchstäblich über Leichen gegangen wird, ein Hollywood Babylon im Kenneth Angerschen und somit überhöhten Sinne, aber auch das Ökonomische und Vertrackte deutlich wird, ein Studiosystem nämlich, öffentlichkeitswirksam und doch gänzlich abgezirkelt, dessen Produktivität selbst noch Verbrechen zu kaschieren im Stande gewesen wäre. Doppelter Budenzauber quasi, von dem ein Film wie Hollywood Story profitiert, obwohl er sich, denn gedreht hat ihn der unermüdlich fürs Kino begeisterte William Castle, nicht die Schlangengrube selbst vornimmt (das hat er Billy Wilder und später Robert Altman überlassen), sondern den Mord eines Stummfilmregisseurs sogar über Mittel der Filmproduktion zur Aufklärung bringt, inklusive finaler Täterhatz durch Requisiten. Gimmick-Maestro Castle, das vergessen heute viele, war ein effizienter Studiohandwerker. Und seine markante Zweckmäßigkeit steckt hier bereits im anfänglichen Voice-Over: "A deserted motion picture studio, a shot, and a corpse – the year: 1929".
April 21, 2014
Zuletzt gesehen: IT'S A SMALL WORLD (1950)
"This is the story of a special group of people", lässt ein Vorwort der Produzenten verlauten, mit instruktivem Zusatz: "It is hoped that by better understanding the lives of these people a greater and deeper knowledge of all humanity will come to us"! In den kommenden zehn Minuten ist dann auch eigentlich schon alles erzählt: ein kleinwüchsiger Mann, gesellschaftlich diskriminiert und vom Vater der Freiheit beraubt, möchte sich endlich selbst verwirklichen. Zu der so wunderbar Expositionen überspringenden filmischen Ökonomie von William Castle (sämtliche Konflikte ergeben sich quasi aus dem Nichts oder über wenige prägnante Bilder) gehört dann allerdings auch stets das freimütige Bekenntnis zu purer Redundanz. Eben weil It's a Small World seine um Verständnis werbende Prämisse schon mit den Anfangstiteln darreicht, lässt sich der Film eigentlich nur noch apathisch aussitzen. Famos indes, wie Castle – Meister ja nicht nur des schauerlichen, sondern eben auch des melodramatischen Super-Schlocks – die sozialen Probleme von kleinwüchsigen Menschen möglichst nicht ausgeschlachtet wissen möchte, aber gerade in der erzieherisch vermittelten Nüchternheit (Vorwort: "the great difficulty they have in adjusting themselves to a normal world") Happy-Clap-Aufklärung in Exploitation-Reinkultur betreibt. Gewohnt frei von Subtilität (die bedeutsam positionierte Mikrosomie-Definition aus dem "Medical Almanac", das "zufällige" Vorlesen aus "Gullivers Reisen") und wie immer mit viel Herzblut inszeniert, versetzte mich der Film auf den letzten Metern allerdings noch in absolute Fassungslosigkeit: Wenn der Held im Zirkus (wo auch sonst!?) schließlich seine große Liebe trifft und ihr aus heiterem Himmel lautstark ein Ständchen an den Kopf trällert, als sei die Produktion plötzlich im großen Stil von Arthur Freed eingenommen, wird man selbst als Castle-Fan auf eine harte Probe gestellt. Schon toll… irgendwie.
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März 19, 2014
Zuletzt gesehen: THE WHISTLER (1944)
Der erste von insgesamt acht Whistler-Filmen, die die in den 40er-Jahren populäre (und zeitgleich ausgestrahlte) Mystery-Radioshow erfolgreich als Kinoserie ergänzten. William Castle, seinerzeit zuverlässiger Auftragsregisseur der Columbia Pictures, drehte insgesamt vier von ihnen, beginnend mit ebendiesem wunderbaren B-Noir, dessen abstruse Geschichte der spätere Gimmick-Maestro fast schon über Gebühr elegant in Szene setzt. Die Low-key-Fotografie zumindest ist exzellent, und Castles Gespür für ebenso unheilvolle wie alberne Details nimmt schon strukturelle Eigenheiten seines ungleich persönlicheren Hauptwerks vorweg. Amüsanter Schlock: Der Antagonist, ein leicht debiler Profikiller, liest gern die "Studies of Necrophobia" und beschließt kurzerhand, den armen Gegenspieler (der sein Auftraggeber ist) via "Scare to Death"-Methodik ins Jenseits zu befördern. Selbst noch die Castle-typischen Schockeffekte haben es in den sonst sehr gesetzten Thriller geschafft, so etwa eine aus der Mülltonne springende Katze den Helden in Schrecken versetzt! Vom ikonischen Pfeifen des Eingangsbildes bis hin zum schön-schraubigen (alles noch fix ins Narrativlot bringenden) Schlussmoment ist The Whistler kompaktes, ökonomisches, ganz und gar liebreizendes Studiokino. Castle halt.
Mai 02, 2013
Zuletzt gesehen: LET'S KILL UNCLE (1966)
Ein erbgieriger Onkel macht Jagd auf seinen millionenschweren jungen Neffen, der sich bald nicht weniger kreativ gegen dessen mörderische Absichten zur Wehr setzt. Das Repertoire des gegenseitigen Killerkommandos umfasst Hypnose, vergiftete Pilze und im Schlafzimmer ausgesetzte Tarantulas – selbst noch einen gefräßigen Hai hat Onkel Madman in den Swimmingpool geschafft, um seinen verwandten Dreikäsehoch via Unfalltod ins Jenseits zu befördern. Für Universal auf den Bermuda-Inseln gedreht, nimmt William Castle mit dem spielerischen Todeskampf zwischen Erwachsenen und Kindern bereits den zynischen (Galgen-)Humor von "Home Alone" und Konsorten vorweg. Inszenatorisch bewegt sich die schwarze Komödie allerdings auf dem Niveau zeitgenössischer Seifenopern, allzu statisch angeordnet, visuell einfallslos und simpel geschnitten. Spürbar müde bringt der sonst so enthusiastische Schalk- und Schlock-Virtuose diese eine seiner letzten Arbeiten über die Runden, ohne den bösen Witz der Geschichte (und literarischen Vorlage von Rohan O'Grady beziehungsweise June Skinner?) lustvoll auszukosten. Die weitgehend nervtötenden darstellerischen Leistungen geben dem zähen Kinderquatsch mit Willi dann leider den Rest. Aber: Meine Liebe für Castle übersteht auch einen Film wie "Let's Kill Uncle" ("…Before Uncle Kills Us"), das ist natürlich klar.
30%
August 20, 2012
Zuletzt gesehen: 13 FRIGHTENED GIRLS!
Farbenfroher Klamauk, in dem eine 16jährige Diplomaten- tochter die komplexen Verflechtungen des Kalten Krieges als Spielfeld adoleszenter Mädchenabenteuer nutzt. Von einem edelmütigen Motiv beseelt (jaja, die Liebe), spioniert sie sich Sonne strahlend durch chinesische Botschaften und räumt sowjetische Agenten aus dem Weg. Mit dieser Quasi-Adaption der berühmten Nancy-Drew-Geschichten gönnte sich William Castle zwischen Schlock-Horror und Gimmick-Grusel ein zauberhaft albernes Intermezzo, dessen reißerischer (und natürlich falsche Versprechungen machender) Titel sowie vermarktungsfreundliche Besetzung internationaler junger Mädchen für Exploitation auf hohem Niveau bürgen. "13 Frightened Girls!" ist mit leichter Hand, hin und wieder bemerkenswert ungeschickt und stets freudvoll in Szene gesetzt, stellenweise geradezu absurd komisch und in den Hauptrollen wunderbar besetzt. Die immer wieder pflichtschuldig und vordergründig ins Bild gerückten Mädchen garantieren fassungslos machendes Schauspiel, ehe sie im Finale auf groteskeste Art doch noch in Aktion treten dürfen. Dies ist einer der bizarrsten Filme im reichen Schaffenswerk Castles, und einer der schönsten sowieso.
70%
Mai 06, 2012
Zuletzt gesehen: WHEN STRANGERS MARRY
Das in nicht wenigen Komödien der 40er Jahre vortrefflich trivialisierte
Sujet der überhasteten Hochzeit einmal als B-Thriller-Aufhänger: In "When
Strangers Marry" muss die frisch vermählte Kim Hunter ihrem des Raubmordes
verdächtigten Ehemann Dean Jagger beistehen und dabei auch noch irgendwie
Nebenbuhler Robert Mitchum in Schach halten. Lange bevor William Castle im
Showmanship-Kino zu sich fand, drehte er verschiedenste Genrefilme für kleinere
Studios wie Monogram Pictures, die sein Talent als Filmemacher heute beinahe
eindrucksvoller demonstrieren als die effizienten Gruselhits seiner
bekanntesten Schaffens- phase. Diese nahezu alle Kennzeichen des Film noir
tragende Kriminalgeschichte ist nicht nur mit einem für Castle so typischen
blumigen Enthusiasmus inszeniert, sondern stellt vielleicht auch am
deutlichsten seine Fähigkeiten als visueller Erzähler heraus: Das am Ende aus
dem Briefumschlag purzelnde Geld im Postschacht ist wohl die denkbar schönste
Zurschaustellung eines MacGuffins überhaupt. Neben einer Fülle an bildlichen
Einfällen fasziniert "When Strangers Marry" (nach Mitchums Durchbruch
unter dem Titel "Betrayed" erneut veröffentlicht) aber auch durch das
mitreißende Spiel Kim Hunters als Femme Fatale zwischen entschlossener Agilität
und bedingungsloser Gutgläubigkeit. Ein wahrlich toller Film, den Don Miller womöglich
nicht zu Unrecht als "the finest B-picture ever made" adelte.
70%
Mai 02, 2012
Zuletzt gesehen: THE NIGHT WALKER
Nach "Strait-Jacket" drehte und veröffentlichte
William Castle mit "The Night Walker" noch im selben Jahr einen weiteren
Psychothriller, der den Erfolg des Axtschwingermelodrams mit Joan Crawford wiederholen
sollte. Wieder verpflichtete er "Psycho"-Autor Robert Bloch für das
Drehbuch, wieder besetzte er die weibliche Hauptrolle mit einem großen Star der
Vierziger. Barbara Stanwyck ist hier in ihrem letzten Kinofilm zu sehen, wie so
viele Grande Dames aus Hollywoods Golden Age setzte also auch sie ihrer Karriere
einen Hagsploitation-Schlusspunkt und gestikuliert sich im großen Stil durch
ein B-Movie-Script, für das sie ihren Agenten 20 Jahre zuvor vermutlich noch
geohrfeigt hätte. Dass das wirkungsvoller als jeder Castle-Gimmick sein kann,
versteht sich von selbst. Von einigen netten gemeinsamen Szenen zwischen
Stanwyck und ihrem Ex-Mann Robert Taylor sowie zwei, drei schaurig-schön
gestalteten Traumsequenzen abgesehen, enttäuscht "The Night Walker"
jedoch als fader und erstaunlich einfallsloser Thriller, in dem nur selten die
fieberhafte Inszenierungslust des Vorgängers anklingt. Sehr schade.
40%
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April 30, 2012
Zuletzt gesehen: MR. SARDONICUS
Am Ende seiner Regiekarriere bezeichnete William Castle "Mr.
Sardonicus" (was für ein Titel!) als einen seiner persönlichen
Lieblingsfilme. Umso mehr wird es ihn geschmerzt haben, dass die Geschichte eines
traumatisierten entstellten Despoten bereits bei ihrer Uraufführung weitgehend
belächelt wurde. Es stellt sich allerdings tatsächlich die Frage, ob "Mr.
Sardonicus" jemals als ernsthafter Horrorfilm gedacht war. Castles Regie
neigt immer wieder zu einer absurden Komik, scheint die schaurigen Elemente des
Films bewusst zu überanstrengen: Die wunderbar maßlosen Nebelschwaden, der
groteske Schlossgehilfe (großartig: Oskar Homolka) und nicht zuletzt kuriose
Blutegel-Folterszenen legen durchaus eine augenzwinkernde Bearbeitung der einst
im Playboy veröffentlichten Kurzgeschichte von Ray Russell nahe. Als
eigentlicher Sardonicus erweist sich schlussendlich ohnehin Castle selbst, wenn
er das Publikum mittels "Punishment Poll"-Gimmicks zur Bestrafung der
Titelfigur auffordert und sich, natürlich, mit einem sardonischen Grinsen
verabschiedet. Was wäre das Kino nur ohne diesen Mann.
60%
April 29, 2012
Zuletzt gesehen: MACABRE
Herrlicher Gruselschabernack, mit
dem William Castle 1958 sein Publikum bekanntlich gegen drohende Herzinfarkte
versicherte, so es den Schrecken von "Macabre" nicht gewachsen sein
sollte. Der Film zum Gimmick erweist sich dabei als von Henri-Georges Clouzots "Diabolique"
inspiriertes Suspense-Stück, das mit gerade einmal einer Handvoll Darsteller
und einem Minimum an Schauplätzen (Produktions- kosten: 90000 Dollar) die
Geschichte eines vermeintlich entführten Mädchens erzählt. Schön ist, wie
Castle die Handlung oberflächlich dynamisiert, indem er seine Figuren gegen die
Zeit agieren lässt und Konflikte konstruiert, die eigentlich gar keine sind.
Besonders die dabei immer wieder ins Bild gerückte ablaufende Uhr sowie der
ein- und ausgangs die Zuschauerrezeption beeinflussende Off-Kommentar wirken
heute wie skurrile Signale des leidenschaftlichen Filmemachers Castle, dessen
Regie dem Film wie ein Schalk im Nacken sitzt.
60%
Januar 14, 2011
Zuletzt gesehen: HOMICIDAL
Gnadenloses "Psycho"-Rip-Off, das sich die mehr oder weniger grobschlächtigeren Elemente des Hitchcock-Films vorknöpft und leidenschaftlich ins Plakative übersteigert. Nach allen Regeln der Kunst schnürt William Castle seine zunächst undurchschaubaren Erzählstränge zu einem dichten und spannenden Thriller, ehe "Homicidal" schnurstracks auf ein Ende zusteuert, dessen urkomischer und sich bei jeder Gelegenheit selbst ankündigender Twist offenbar für Menschen mit Sehschwäche konzipiert wurde.Doch selbst noch wenn Castles komplett gescheiterter Überraschungsmoment absehbar ist, bleibt die Faszination daran, mit welcher Inbrunst und Inszenierungslust er diesen vorbereitet. Castles Freude am nahenden Schlock-Schock ist jeder Szene eingeschrieben, so sehr gar, dass er kurz vor Schluss noch eine 45sekündige "Angstpause" platziert: Unter dem pulsierendem Ton eines klopfenden Herzens erscheint eine ablaufende Uhr auf der Leinwand, die dem Zuschauer Gelegenheit geben soll, den Film vorzeitig abzubrechen, falls denn seine Nerven vor Spannung zu zerbersten drohen. – Ist das nicht absolut großartig? Hat es so etwas jemals wieder gegeben? Das muss doch allein die Überzeugungstat eines Regisseurs sein, dessen Herz nur dem Kino gehören konnte. Und man hört es schlagen, 45 Sekunden lang. I love you, William Castle.
70%
Januar 11, 2011
Zuletzt gesehen: I SAW WHAT YOU DID
Effektiver Psychothriller aus der Spätphase William Castles, der durch Joan Crawford in einer Nebenrolle als typischer Hag-Horror geführt wird. Die Besetzung der Grande Dame erweist sich jedoch mehr als Vermarktungsgag und damit Kardinalsfehler, insgesamt bewegt sich Crawfords Screentime nämlich leider nur im einstelligen Minutenbereich. "I Saw What You Did" ist spannend, atmosphärisch und stellenweise schön campy, aber auch himmelschreiend ungelenk erzählt, mit einem zusammenhanglos überkonstruiertem Plot, der wie eine in die Länge gezogene Exposition (mit schmucklosem Schluss) wirkt. Castles Versuch, den Film möglichst gradlinig, konventionell und mit stetiger Spannungskurve anzulegen, geht bedauerlicherweise mit einem Mangel an surrealen Ideen und visuellen Regieeinfällen einher – nur in wenigen Momenten sticht seine sonst so bezaubernde Inszenierungslust hervor. Unterm Strich dennoch sehenswert.50%
Januar 09, 2011
Zuletzt gesehen: HOUSE ON HAUNTED HILL
60%
Dezember 29, 2010
Zuletzt gesehen: 13 GHOSTS
Bedauerlicherweise wird William Castle damals wie heute vorwiegend auf seine legendären Gimmicks, seine lebhafte Effekthascherei und seine schrulligen Rip-Off-Versuche diverser Erfolgsfilme aus der A-Liga reduziert, obwohl seine Regiearbeiten zutiefst surreal, anmutig und durchaus auch künstlerisch ambitioniert waren. "13 Ghosts", der ebenso wie "House on Haunted Hill" ein charmeloses CGI-Remake über sich ergehen lassen musste, ist hingegen wahrscheinlich am Wenigsten geeignet, dieses Vorurteil auszuräumen. Tatsächlich ist der Film konsequent um seine attraktive Zugabe herum konzipiert – an bestimmten Stellen konnte der Zuschauer im Kino mit einem so genannten Ghostviewer (= anaglyphe 3D-Brille) selbst entscheiden, ob er die Geister sehen möchte oder nicht – und darüber hinaus eher ein wenig trostlos geraten. Castle schummelt sich zwar elegant um den eigentlichen Aufhänger des Films, die Titel gebenden Geister, doch nach der wunderbar stimmigen Exposition geht ihm auch dabei allmählich die Puste aus. Ironischerweise gelingt es dem Film dennoch, durch seinen pseudointeraktiven Gimmick die relativ dünne Inszenierung und den rasch als Plotaufhänger enthüllten Geisterstoff zu kaschieren: In der "Illusion-O"-Version, also der ursprünglichen Kinofassung, die auf der mittlerweile vergriffenen Erstauflage der US-DVD von Columbia enthalten ist, gerinnt "13 Ghosts" zum erinnerungswürdigen Happening mit unschlagbarem Unterhaltungswert. Und Margaret Hamilton, die hier als wandelndes "Wizard of Oz"-Zitat durch den Film schleicht, ist wiederum eine Gimmick-Klasse für sich.60%
Dezember 12, 2010
Zuletzt gesehen: THE TINGLER
70%
November 28, 2010
Zuletzt gesehen: STRAIT-JACKET
Nach einer ganzen Reihe berühmter Gimmick-Filme, deren Vermarktung und Rezeption sich – zum Teil auch: leider – in erster Linie mit legendären Attraktionen um fliegende Skelette und elektrisierte Sitze in den hiesigen Kinos verband, hat William Castle in seinem bekanntesten Spätwerk 1964 den vielleicht größten Gimmick seiner Karriere aufgefahren: Joan Crawford. "Strait-Jacket", in geradezu kunstvollem Trash aus billigem Horroreffekt, banalpsychologischer Dramaturgie und erwärmender Melodramatik ein Meisterstück des unter- schätzten Autorenfilmers, ist Crawfords Bühne, ganz auf sie zugeschnitten, um ihre Schauspiel-Range herum erbaut. Ein hochkarätiger Brocken Edel-Sleaze mit einem echten A-Star in der Hauptrolle, der nach "What Ever Happened to Baby Jane?" folgerichtig in den süßen Niederungen des B-Movies landen musste. "Strait-Jacket" ist umwerfend inszeniert, mal hysterisch, mal melancholisch, einfach wunderschön – irgendwo zwischen Rip-Off-Ästhetik und eigenwillig-originärer Camp-Schauerstunde: Grande Dame Guignol, hat man das einmal sehr treffend genannt. Ein Film voller Highlights, im Guten wie im Schlechten, aber immer mit Leidenschaft.75%
Ein sehr lesenswertes Plädoyer für das unterschlagene Kino William Castles hat Bloggerkollege Sano kürzlich an dieser Stelle verfasst.
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