Februar 02, 2009

Zuletzt gesehen: REQUIEM FOR A DREAM

Darren Aronofskys überinszenierter Blick auf eine Gesellschaft, die der Abhängigkeit verfallen ist. Die sozialkritischen Thesen des Films sind platt und unkonkret, die Bildmontage außergewöhnlich, experimentell und faszinierend. Aronofskys visuelle Handfertigkeiten wirken dabei aber zunehmend redundant und unkontrolliert, was dem erschöpfenden und verstörenden Charakter des Films hingegen nur zuträglich ist. Am Eindrücklichsten arbeitet "Requiem for a Dream" mit Filmmusik, die hier all ihre positiven und negativen Eigenschaften voll ausspielt. Der Handlungsteil um eine dem Suchtwahnsinn verfallende Ellen Burstyn ist besonders beispielhaft für Aronofskys penetrante Strategie der Zuschauermanipulation und ärgerlich insbesondere deshalb, weil er unglaubwürdig und wissenschaftlich irgendwo in den 70ern stecken geblieben ist. Wenn sich die dramatischen Ereignisse zum Ende zuspitzen und die Schnittfrequenz immer weiter erhöht wird, kann man Aronofskys Übermut durchaus schon als emotionale Vergewaltigung bezeichnen.


50%

Kommentare:

  1. Der Film ist schon großartig allein auf Tatsache beruhend, daß Aronofsky nicht eine Sekunde den Anspruch erhebt Realitäten abzubilden, schon gar keine wissenschaftlichen. Da suhlt er sich doch lieber in überspitzten Eventualitäten und inszeniert daraus einen Alptraum. Aber das muß man erst einmal erkennen können.;)

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  2. Von mir mindestens 40% mehr ;)
    "emotiononale Vergewaltigung", meine Güte :D

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  3. @tumulder:

    Ach, das ist doch genau wie mit THE FOUNTAIN. Da hat die Rezeption viel mehr mit einem selbst zu tun, als mit dem eigentlichen Film. Aronofsky manipuliert bis zum Äußersten, dagegen ist Spielberg ja fast ein Meister der Leerstelle.

    Und dass sich der Film in einem ganz eigenen Projektionsraum abspielt, ohne Naturgesetze oder "Realitäten", kann aufgrund der vielen Wirklichkeitsabbildungen darin meines Erachtens nicht deultich bestimmt werden. Würde aber auch nix ändern.

    @khitos:

    Alle scheinen den Film ja zu lieben und für ihn die Beine breit zu machen. *g*

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  4. Alle scheinen den Film ja zu lieben und für ihn die Beine breit zu machen. *g*

    Ich nicht, denn dann hätte ich ihn nicht verstanden.*ggggg*

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  5. was heisst denn schon manipulativ? Das klingt schon wieder so negativ, wobei gerade The Fountain doch viele bis alle Sichtweisen offen lässt und es grundsätzlich jedem freisteht sich darauf einzulassen

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  6. Hier geht es aber um REQUIEM. ;)

    Und die finale Ereignis-Montage ist wohl Manipulation nach Lehrbuch.

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  7. Rajko, Du siehst in dem Film wie viele andere viel zu sehr die Drogengeschichte. weil er unglaubwürdig und wissenschaftlich irgendwo in den 70ern stecken geblieben ist Löse Dich doch einfach mal von dieser Eindimensionalität und sehe die Geschichte über hanebüchene Luftschlösser, die da unter allem schmort. Und komme mir jetzt nicht mit: Das kann man über jeden Drogenfilm sagen.;)

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  8. Das ist ja erst einmal nur eine Unterstellung - ich sehe den gar nicht als Drogenfilm, sondern als übersteigerte Sucht-Utopie. Nur, darum geht es gar nicht, und an dem zitierten Satz brauchst du dich jetzt nicht aufhängen, weil ich damit vielmehr meine, dass der Film Schreckensbilder von amputierten Armen und Elektroschocks liefert, die in ihrer Holzhammer-Emotionalität in eine ganz bestimmte Richtung zielen. Ich meine, damit gedenkt der Film ja gleich in mehrere Richtungen auszuscheren, von der Medien- bis zur Gesellschaftskritik, also fungiert die Drogengeschichte ja fast nur als Surrogat.

    Wie dem auch sei, der Film versucht mit einer überfrachteten Hyperinszenierung seine Fragmente zu bündeln, was letztlich schockierend wirkt, aber deshalb noch lange nicht gut ist.

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  9. Ich meine, damit gedenkt der Film ja gleich in mehrere Richtungen auszuscheren, von der Medien- bis zur Gesellschaftskritik, also fungiert die Drogengeschichte ja fast nur als Surrogat.

    Ja, das ist mal ne Antwort mit der ich leben kann.

    Wie dem auch sei, der Film versucht mit einer überfrachteten Hyperinszenierung seine Fragmente zu bündeln, was letztlich schockierend wirkt, aber deshalb noch lange nicht gut ist.

    Oder anders ausgedrückt, Aronofski läßt seine Figuren mit voller Wucht gegen die Wand fahren, was nicht jedem gefallen muß.

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  10. Exakt. Irgendwo hat mal jemand geschrieben oder gesagt, es gäbe Filme, die einem ein "Keine Macht den Drogen"-Schild vorhalten, und es gäbe REQUIEM FOR A DREAM, der einem selbiges mit voller Wucht ins Gesicht kloppt. ;)

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  11. Einer meine Lieblingsfilme,wenn so filmische emotionale Vergewaltigung aussieht, dann muss ich leider sagen mehr davon! :-))))))

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  12. Endlich noch jemand, der REQUIEM für das hält, was es ist. Ein inhaltsarmer, prätentiöser Schundfilm, der nur audiovisuell einiges zu bieten hat.

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  13. @spidy:

    Liegt bestimmt an Jared Leto. ;)

    @kaltduscher:

    Hui, harsche Worte. Schund ist es nicht, über den Rest lässt sich aber diskutieren. *g*

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  14. Doch nicht wegen Jared Leto, dass geht ja gar nicht, völlig unsexy.

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  15. Auch darüber ließe sich diskutieren.^^

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  16. Obwohl Leto jetzt will besser die Rolle spielen könnte, so dünn wie der ist, sieht er jetzt schon aus wie ein Heroinabhängiger.

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  17. Ich fand seine komische Band ja auch irgendwie sehr peinlich,

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  18. Er hatte mit seiner Musik mehr Erfolg gehabt als mit seiner Schauspielerei, da weiß man wie seine Karriere weiterverlaufen wird.

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  19. "übersteigerte Sucht-Utopie" und "emotionale Vergewaltigung" - beides Begrifflichkeiten, die ich sehr passend finde in diesem Zusammenhang.

    Ein wenig ausführlicher wäre schön, vor allem weil du hier den Nagel wirklich auf den Kopf triffst und dich nicht in einem reinen Verriss ergehst...

    Aber Spielberg ist ganz eindeutig der Godfather of Manipulation, da ist Aronofsky nur ein ganz kleines Licht gegen...

    COPFKILLER

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  20. Ja, Spielberg ist wahrlich ein Godfather. ;)

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  21. @kaltduscher

    Falls Requiem wirklich inhaltsleer oder prätentiöser Schund ist, dann frag ich mich allen Ernstes welche Attribute man erst hierfür finden könnte.;)

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  22. Na klar, keiner betreibt so pompöse Geschichtsverfälschung wie der Godfather. Ein Oscar-Regisseur, wie er im Buche steht. Sorry, ich muss mal grade kotzen gehen. ;)

    COPFI

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  23. Na ja, das führt jetzt zu weit, aber Spielberg Geschichtsverfälschung zu unterstellen geht vorbei an dem, was seine historischen Filme eigentlich abbilden... persönliche Interpretationen. Oder wie im Falle von SCHINDLER'S LIST eben eine Verarbeitung von Trauer, wie es Fastmachine so schön sagte.

    Oscar-Regisseur trifft den Nagel auch nicht so wirklich, da gibt es ganz andere Kandidaten. Ron Howard ... oder nun David Fincher. ;)

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  24. McKenzie2/2/09 19:10

    Ui, ist das hier das Jahrestreffen der Neo-Prätendenten Jahrgang 1985?8-O

    Rajko, deine natürlich wie immer übertriebenen, im Kern aber natürlich sehr wahren Worte sind Balsam für meine von der typischen Neo-Prätentiösität der www-Cineasten geschundene Seele. Wie um alles in der Welt konntest du nur widerstehen, nicht auch noch IRREVERSIBEL kurz zu erwähnen, die andere heilige Seelenterror-Kuh dieses Klientels, dass sich dann immer ganz doll anspruchsvoll vorkommt, wenn es Aronofsky gut findet, ins Feld zu führen? Im Zusammenhang mit REQUIEM führe ich stets folgendes Argument ins Feld: Auch besonders krasse emotionale Niedergeschlagenheit / Schocks sind eine Art der Unterhaltung - und unter diesem Gesichtspunkt unterhält REQUIEM wohl die meisten (mich eingeschlossen) bei der ersten Sichtung ganz prächtig, schon beim zweiten Mal wird einem aber bewusst, wie kläglich Aronofsky mit seinem postmodernen, ach so düsteren, schicken und unterkühlt-moralistischen Ansatz mit den Ärmchen wedelt - weil er keine eigenständige, echte Perspektive mitbringt und versucht, diese Lücke mit möglichst brachialer ZUSCHAUERMANIPULATION und INSZENATORISCHEN TRICKS zu kaschieren - was eben nur bedingt glückt. Die meisten Leute, die REQUIEM FOR A DREAM für ein Meisterwerk halten, sind auch ganz dolle Chan-wook Park-Fans und den mag ich ja auch nicht so wirklich - weil er nämlich meistens genauso verfährt wie Aronofsky in diesem Film und auch in seiner megap. pseudointellektuellen Utopie-Onanie PI (eigentlich noch neoprätentiöser, aber zu unpopulär um den goldenen Lynch-Schädel zu gewinnen).

    Ich würde nicht behaupten, dass REQUIEM ein schlechter Film ist - aber seine Reputation bewegt sich nun einmal in Sphären, die völlig irr- bzw. schwachsinnig (ja, schwachsinnig) sind. Wenn ich mich mit Fremden über Film unterhalte und bei der obligatorischen Lieblingsfilm-Frage dieser Titel genannt wird, platzt meinem Misstrauens-Thermometer meist sofort das Glas.;-) Der ganze, und ich wiederhole, der GANZE Effekt des Films, seine ganze Popularität, sein ganzer Kult-Status, all das beruht auf reiner Manipulation der besonders bedenklichen - weil militant moralistischen und egomanischen - Sorte, nicht etwa auf filmischer Souveränität. Und auf die Frage, was genau den Film denn so speziell und einzigartig machen würde, konnte mir bisher keiner der Verehrer eine fruchtbare Antwort geben.

    Ja, der ist schon echt krass total niederschmetternd, nimmt einen richtig mit, danach ist man mega-fertig und alles düster, schrecklich, heftig, intensiv, optisch echt cool, kaum zu ertragen und so.
    Und was noch?^^

    Oh, ich merke gerade WIE über ich die ganzen, endlosen, fruchtlosen, nervtötenden Aronofsky-Diskussionen habe. Wer mir erzählt, das Mann sei ein Genie, wird von mir in Zukunft einfach nicht mehr ernst genommen. Oder ich erzähle ihm unentwegt mit diebischem Lächeln, dass ich THE FOUNTAIN echt gut finde.*ggg*

    PS: Etwa 80 % der REQUIEM-FOR-A-DREAM-ist-ein-Meisterwerk-Fraktion haben meist auch nur eine höchst unzulängliche oder auch oft gar keine filmhistorische Allgemeinbildung. So kann das ja auch nix werden, wenn die armen Kerls nicht mal wissen, was es noch so gibt und die größten Meisterwerke der Filmgeschichte ihrer Meinung nach zwischen 1995 und jetzt gedreht wurden:-)

    PPS: Da sich unter den Verehrern, die sich hier schon geoutet haben, m. E. (noch) keine Vollidioten befinden, bitte ich, meine harten Worte einfach selbstkritisch weiterzudenken, zu formen und zu interpretieren.*g*

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  25. Bitte lass' dich zur Frau umoperieren, damit ich mit dir ein Kind zeugen kann.

    *love* *love* *love*

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  26. McKenzie2/2/09 19:18

    PPPS: Guy Ritchie ist der Boogyman des postmodernen Coolness-Kinos. Seine Erwähnung hier ist ebenso passend wie beleidigend für Aronofsky, der ja wenigstens noch interessant ist.^^

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  27. Mater Bärum2/2/09 19:23

    @ Rajko:

    Nein Danke, ich hänge an meinem kleinen Königstiger und für dich kochen und putzen mag ich auch nicht, sorry. Außerdem bezweifle ich, dass du die nötigen Kompetenzen besitzt, einen nymphomanischen Bären zu bändigen und zu befriedigen. Zu schade.

    Übrigens fällt mir gerade auf, dass ich vergessen habe zu schreiben "... sind ganz große Chan-wook Park-Fans und finden NO COUNTRY FOR OLD MEN besser als THERE WILL BE BLOOD".

    ...

    gez.
    McK

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  28. Seit dem grottigen LADY SNOWBLOOD - an den ich bei REQUIEM zumindest was die Übersättigung mit filmischen Mitteln betrifft denken musste - meide ich den Park sowieso.

    Und hast schon Recht, dann doch lieber Bette und Joan. ;)

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  29. Chan-Wook Park, Yun-Fat Chow, Chou Jay...

    ...euch ist bei aller Realness-Namensdreherei ja wohl klar, dass ihr dann auch "Chan Jackie" schreiben müsst, sonst seid ihr inkonsequent, und ich lache euch aus.

    Nee, wartet, ich würde in jedem Fall lachen.

    Und damit das Ganze hier nicht völlig unrelevant war, erwähne ich, dass ich mich seinerzeit von der Aronoskyschen Schlussmontage auch recht herbe emogeraped fühlte. Das bringt der Hausherr hier sehr schön auf den Punkt.

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  30. Emogeraped... ja mei, heute sprudelt es ja wieder. Aber das ist ein sehr guter Einwand ... der Film ist nämlich wirklich so ein bisschen was für Emos. So wie SOUTHLAND TALES. *g*

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  31. Lady Snowblood?

    War das nicht Lady Vengeance?

    Bitte nicht diese resoluten ostasiatischen Frauenzimmer durcheinanderwürfeln, das geht -im Gegensatz zu Namen- nun wirklich nicht.

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  32. Da sich unter den Verehrern, die sich hier schon geoutet haben, m. E. (noch) keine Vollidioten befinden

    Sie haben gerufen?

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  33. "Southland Tales" ist toll. *pinkschwarze Haarsträhne aus der Stirn pust*

    Und "There will be Blood" trotzdem der bessere "No Country for Old Men".

    -Chili, Schubladendenker und -erfinder (www-Cineasten???) in tiefe Verwirrung stürzend.

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  34. @Chili:

    Ja, logo, VENGEANCE natürlich, scheiße, da bringe ich Referenzobjekt und postmodernes Abziehbild durcheinander...

    @Flo:

    An dich habe ich bei der Stelle auch sofort denken müssen. :)

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  35. Holla, hier gehts ja heute ab. Noch kurz zu Spielberg: ALLE historischen Filme (und auch Romane etc) sind persönliche Interpretationen, ist doch wohl klar. Die Stilisierung der Hauptcharaktere und die emotionale Manipulation ist bei ihm aber sehr ausgeprägt und für Ambivalenz ist eigentlich kein Platz. Spielberg ist für mich ein Unterhaltungsfilmer, der dann am besten ist, wenn er eigentlich nichts aussagen möchte. Deshalb mag ich ja auch Indy und diverse andere Filme von ihm.

    Und Geschichtsverfälschung ist natürlich hart gesagt, trifft es imo aber genau. Wenn ich nur mal dran denke, das wir in der Schule mehrfach den beschissenen Schindler gesehen haben und meine "Lehrer" nicht einmal von der Jahrhundert-Doku "Shoah" gehört hatten...

    Spielberg weiß um diese Reputation und hat eine dementsprechende Verantwortung. Aber er konzentriert sich lieber darauf, mit seinen angepassten Filmen (die es ja wirklich jedem recht machen wollen) möglichst viele Preise abzusahnen. Und wenn Filme wie Schindler, Ryan, Amistad und die Farbe Lila nicht auf die Oscars schielen, dann tut das keiner.

    PS: Benjamin Button wirkt nicht wie von Howard inszeniert sondern wie von Spielberg. ;)

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  36. Hallo, hier geht's um Neoprätentions-Bashing, Spielberg-Bashing gibt es an anderer Stelle - wenn auch nur ungern. ;)

    Und SCHINDLER'S LIST ist toll. Ansonsten habe ich ja selbst ein äußerst differenziertes Verhältnis zu Spielberg.

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  37. Jennifer Connelly ist in diesem Film ja mal richtig geil. Man denke an nur an die Dildoszene!

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  38. O.K., Chan-Wook fand ich bisher mehr als bescheiden, Lynch finde ich super (zumindest bis Straight Story, was danach kam eher belanglos), Southland Tales witzig, There will be Blood um mindestens drei Ozeandampferlängen besser als No Country, Irreversible daneben und Requiem for a Dream wirklich gut. Werde ihn mir jedoch bestimmt erst in zehn Jahren vielleicht mal wieder anschauen. Wer schaut sich den eigentlich freiwillig mehr als zweimal an? Aber nun gut, dann scheine ich ja wenigstens nur ein Halbidiot zu sein. Noch mal Glück gehabt.^^

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  39. OMG, da geht den pubertierenden Teenies einer ab...

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  40. Jared Leto kenne ich nicht, ich kenne nur Jordan Catalano!

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  41. Ich frage mich gerade, was würde hier noch nicht "gebasht" :-)))) *ggggg*

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  42. An dich habe ich bei der Stelle auch sofort denken müssen.

    Ich muss doch meinem Ruf gerecht werden, Rajko. Nicht dass es noch heißt, wir beschränkten Vollidioten wären in deinem Blog unterrepräsentiert.

    Bin im Übrigen auch so ein Emo, der SOUTHLAND TALES gut findet. Und THE FOUNTAIN.

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  43. Rudi fühlt sich jetzt angepisst. ;)

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  44. Wer schaut sich den eigentlich freiwillig mehr als zweimal an?

    Ich. Das qualifiziert mich wohl innerhalb der Runde als "Vollidiot".

    @Rajko: Um mich anzupissen, braucht es schon eine ganze Ecke mehr. Mach dir da mal keine Sorgen.

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  45. Oh, das ist gut... hab ich also quasi einen Freifahrtsschein für noch mehr Gestichel. ;)

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  46. Türlich. Wegen mir. Irgendeiner muss ja schlucken, was du so ausspuckst (und ab gehen die Schwulen-Witzchen).

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  47. Schublade, ick hör dir trapsen. Und dabei wird sich leider ein bisschen entfernt vom Film. Interessant auch, dass man bei dem Film wirklich auf den Gedanken einer ernsthaften Sozialkritik kommen kann. Mir persönlich ist diese Idee nie gekommen. Und unfair ist, Aronofsky mit Park Chan-wook zu vergleichen. Dessen Exzess der filmischen Stilmittel ist vollkommen losgelöst von der Handlung und äußerst naiv-spielerisch, wobei bei Aronofsky doch alle "hyperinszenierten" Bilder und Montagen in der Subjektivität der Figuren, an deren Erfahrungen und Wahrnehmungen der Zuschauer teilhat, ihren Grund haben. Ideologisch ist bei dem Film nicht viel zu holen, er kümmert sich ja auch eher und zuvoderst und m.E. überhaupt nur um den Versuch der Erfahrbarmachung und Abbildung von Rausch. Die Frage lautet: Wie lässt sich dargestellte Subjektivität von (Drogen-)Rausch authentifizieren? (Die sinnlose und nicht beantwortbare Frage lautet: Ist der Rausch realistisch abgebildet?) Der Film gibt mit seinen Stilmittel eine recht eindrucks- und wirkungsvolle Antwort auf diese Frage. Und geradezu zwangsläufig muss er in der emotionalen Vergewaltigung enden, man kann jene schließlich als eine radikale Defintion von Rausch betrachten. Was ist ein Rausch letztendlichen anderes als eine emotionale Vergewaltigung? (Weiterführend: Und was ist Film anderes als Rausch? Kennt ihr den Ausdruck "einen Film schieben" für eine rauschhafte Erfahrung? Im Film "Requiem for a Dream" wird also ständig ein Film geschoben... grundlegend selbstreflexiv ist er also auch noch.)

    Dass sich das so eingestellte Gefühl beim Abspann (ich z.B. zitterte einfach nur am ganzen Leib und war fertig mit den Nerven) als übertriebener Anti-Drogen-Appell verstehen lässt, fände ich erstens nicht verwerflich. Zweitens aber hat der Film selbst doch eine so ambivalente Einstellung zum Rausch, indem er uns an ihm teilhaben lässt und daraus ja durchaus seinen "Vergnügungswert" bezieht, dass er als Moralapostel nicht unbedingt durchgeht. Ich persönlich kann sogar aus eigener Erfahrung sagen, dass der Film selbst eine Art Suchtobjekt wurde: Am Ende des Film-Rausches gings einem zwar scheiße, aber man wollte ihn gern noch einmal schauen, sich noch einmal emotional vergewaltigen lassen. Wenn bei mir die Wirkung eines Film so snychron mit seinem Thema ist, dann kann ich wirklich nur fragen: Und was denn noch? :)

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  48. Äh, ja, klingt gut. Aber ist mir grad zu viel Denksport um die Zeit.

    Obwohl ich morgen früh sicher auch noch zu ungebildet sein werde, um darauf einzugehen. ;)

    Ich geh' erstmal 'nen Film schieben.

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  49. Und überhaupt, geht es im letzten Drittel nicht auch darum zwischen Sucht und Zwang zu unterscheiden. REQUIEM bringt hier ja noch eine neue Facette mit hinein: Nämlich das wir uns manchen Zwängen hingeben müssen. Punkt.

    Ich mochte den Film sehr, dennoch finde ich THE FOUNTAIN in dem was er transportiert fast noch besser. Ich hatte nicht sehr oft im Kino das Gefühl etwas mit nach Hause genommen zu haben. Hier war das so.

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  50. Kaiser_Soze3/2/09 12:48

    @McKenzie

    Hier scheint ja jemand offensichtlich die Weisheit mit dem Löffel gegessen zu haben ;-)

    Mann, bist du von dir überzeugt. ;-)

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  51. So, bekay:

    Also, deine Ausführungen finde ich absolut plausibel, es erschließt sich mir auch, dass der Film so konzipiert oder, falls nicht, eben zumindest so rezipiert werden könnte.

    Eigentlich stimme ich dir sogar zu, ohne es so konkret umschreiben zu können, aber intuitiv habe ich das abgenickt. Nur ist es ja auch gar kein Widerspruch zu meinen Thesen, sondern teils nur Vertiefung und letztlich lediglich milder im ... Geschmacksurteil ;)

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  52. Widerpsruch... mh... sagen wir es so, bei meinem Zugriff konnte ich die zugegebenermaßen im Film nicht sonderlich komplex dargestellte gesellschaftliche und soziale Einbettung der Drogenthematik (deine "sozialkritischen Thesen") weder wirklich wahrnehmen, noch würde ich sie als sonderlich wichtig für den Film bewerten. Also, um mal deine Skalierung für mein Geschmacksurteil sprechen zu lassen: Pie mal Daumen 100% für "Requiem for a Dream". :D

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  53. So wie THE DARK KNIGHT also... :D

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  54. Nein, TDK hat gegen Ende wirklich einige dramaturgische Verzerrungen, die selbst ich ihm nicht ganz verzeihen kann. Ein Assoziationszoo zum wilden Spekulieren und Weiterdenken ist er aber so oder so, das kann man ihm nicht nehmen. Dat kannst du auch alles hier nachlesen: http://www.filmforen.de/index.php?s=&showtopic=13013&view=findpost&p=388457 :D

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  55. Mr. Hankey4/2/09 13:31

    Hier scheint ja jemand offensichtlich die Weisheit mit dem Löffel gegessen zu haben ;-)

    Mann, bist du von dir überzeugt. ;-)


    Dann solltest Du ihn erst einmal im Forum erleben. Der Typ ist mit seinen 20 Jahren so derart verklugscheissert in Sachen Film (da ist Rajko noch harmlos dagegen), dass man immer Meter vor ihm Laufen muss, um nicht vom Selbstbeweiräucherungsgestank eingenebelt zu werden! ;-)

    Ansonsten gebe ich tumulder mal vollkommen recht. Nicht jeder kann mit Filmen dieser Art umgehen! ;)

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  56. McKenzie5/2/09 20:32

    Es gibt tatsächlich Momente im Leben - und nicht selten spielen sich selbige in diesem illustren Blog eines illustreren Herren ab - in denen meine angeborene Bescheidenheit und mein selbstkritisches Eigenbild ins Wanken zu geraten drohen und vom Schatten des Narzissmus gestreift werden. Meist dann, wenn ich den Eindruck gewinne, einen polemischen Triumph errungen zu haben.

    @ Mr. Hankey:

    Soll ich das nun verschrobene Zerrsicht oder mutwillig üble Nachrede nennen? *g* Du solltest es eigentlich besser wissen, altklug wie du stets über den Greis in meinem jugendlichen Körper schwadronierst.

    @ bekay:

    Ich mag dich.

    Die bösen Schubladen scheinen ja der Filmforen-Dämon No. 1 zu sein, das Abbild des Leibhaftigen;-).

    Tatsächlich ist ein nicht unerheblicher Prozentsatz meiner obigen Äußerungen nicht völlig unernst gemeint, das hat Polemik aber so an sich - im Gegensatz zu manch anderem vertrete ich den Standpunkt, dass gute Polemik mindestens 40 % Wahrheitsgehalt aufweisen sollte. Was soviel bedeutet wie: Meine eigene weist in der Regel um die 60 bis 70 % auf, wogegen ich unglücklicherweise kaum ankomme und was regelmäßig zu ärgsten Schubladisierungen meiner eigenen, werten Person führt.

    Die blindwütig-glühende Aronofsky-Verehrung überwiegend junger Cineasten trägt meist instinktiv zu meiner Unterhaltung bei, da ich stets eine prachtvolle Villa ohne Keller, geschweige denn Fundament, vor mir zu sehen vermeine. Nichtsdestotrotz war ich mich doch nicht zu schade, meinen Rest-Respekt vor diesem vermutlich größten amerikanischen Auteur unserer Zeit zu bekunden und seinen sträflich verkannten Spiritual-Essay THE FOUNTAIN zu loben was zweifellos bedeutet, dass auch ich einen meiner Flügel auf der klebligen Fliegenfalle des Mr. Aronofsky zurücklassen musste. Ich maße mir allerdings größenwahnsinnigerweise an, eine etwas relativere, gemäßigtere und weniger bedarfte Sicht auf Aronofsky zu haben als die meisten seiner Verehrer womit ich mir nach meiner eigenen, verqueren Logik keine allzu großen Stücke herausnehme.

    Deine Ausführungen zu den Erfahrungswelten, die Aronofsky in REQUIEM öffnet und deren übergeordnete erzählerische Funktion halte ich für durchaus tragbar und berechtigt, ich persönlich, Leidender im Endstadium prätentiös-esoterischer Filmrezeption, empfinde diesen in meinen Augen schlussendlich nicht allzu originellen Ansatz als ungenügend da er nicht mit gedanklichen und formalen Erweiterungen, die darüber hinausdeuten und bei mir ein Gefühl von Transzendenz erzeugen könnten, unterfüttert wird. Aronofskys steht mit beiden Beinen im artifiziellen Morast und das durchaus mit einer gewissen Würde und fest, nur verhält es sich mit seiner entkörperlichenden, postmodernen Oper der ästhetischen Bewusstseinserweiterung ebenso wie mit dem übertriebenen Realismus-Anspruch eines Hans-Christian Schmidt [der wohl aber doch der angenehmere, unaufdringlichere Regisseur ist] der in dessen Filmen einen dauernden Kampf mit absolut wünschenswerten Bestrebungen in Richtung filmischer Poesie und themenübergreifender Ellipsen führt wohingegen Aronofskys stählerne Schockbilder [und der größte Einwand meinerseits ist hier doch der Hanekeske Schicksals-Exorzismus in Form der apokalyptisch-horriblen Schlussmontage von Elektroschocks, Tortur, Amputation und Vergewaltigung] diesen Kampf m. E. erfolgreich überstehen und an seinem Ende als Sieger auf von mir sehr respektierte, gefühlsduselige Werte wie Sensibilität im Umgang mit Figuren und Dramaturgie [auf Erzählkino stets stärker angewendet denn auf anderes, daher auf REQUIEM im besonderen], ein ausgeglichenes und lakonischeres Verhältnis zum eigenen Moralismus von Seiten des Filmemachers [und an Moralismus ist m. E. zunächst einmal nichts falsch und Aronofsky hat in THE FOUNTAIN einen wesentlich erwachseneren Moralismus an den Tag gelegt als hier], ein seelisch aufrichtiger Dialog mit dem Publikum und noch so manch anderes mehr, herabblicken. Ein wahrer Erfolg wäre hier einen Niederlage oder, noch besser und reizvoller, ein "Unentschieden". Doch dafür scheint Aronofsky im Umgang mit diesem Sujet der rechte Nerv zu fehlen, was ich ungemein bedauerlich finde.

    Zuguterletzt möchte ich nochmals, zum gefühlt 183en Mal, auf Benedek Fliegaufs Meisterwerk DEALER verweisen, der in meinen anmaßenden Augen der reifere, assoziativ interessantere, filmisch rebellischere, aber auch ausbalanciertere sowie weit nachhaltigere "Requiem for a dream" ist. Unglücklicherweise handelt es sich hierbei um einen obskuren ungarischen Film, der hierzulande nur im OmU erhältlich ist, weswegen er natürlich zwangsläufig an einem Großteil der Aronofsky-Fans vorübergehen musste - ein Großteil selbiger würde DEALER vermutlich auch schrecklich langweilig finden, da es hier kein attraktiv-suggestives Geschnipsel gibt sondern nur meditative Ruhe, blaugrüne Ödnis, nicht enden wollende Kreisfahrten und einen im Vergleich zu REQUIEM bemerkenswert geringen Krawall-Pegel. DEALER ist übrigens ein sehr manipulativer Film, aber hat hier wer behauptet, dass sich ein Film dadurch ins Abseits befördern würde?

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