Dezember 16, 2008

Zuletzt gesehen: YOUTH WITHOUT YOUTH

Francis Ford Coppolas Bebilderung der als unverfilmbar gelten- den intellektuellen Gedankenspiele Mircea Eliades erweist sich als streng assoziatives Sinnieren über Vergänglichkeit und die irrationalen Effekte der Zeit. Der Film ist mit einer Aufrich- tigkeit, Inbrunst und ambitionierten Geisteshaltung inszeniert, als stünde Coppola gerade erst am Beginn seiner Karriere. Und nur so wird "Youth Without Youth" rezipiert werden können: Als unbefangene, paradoxerweise jugendlich erscheinende souveräne Arbeit eines Auteurs, der nie einer sein konnte. Es ist zu 100% ein Coppola-Film, vollständig von ihm finanziert. Deshalb sollte die konfuse, zusammenhanglose und streng intuitive Geschichte weniger als verkopfte Zumutung ver- standen werden, sondern als Gelegenheit, der Meditation eines großen Regisseurs beiwohnen zu können. Trotz des enormen Eso-Camps, der wie wirre Beschwörungsrelikte an eine vergangene Filmepoche erinnernden Gestaltungsmittel und einer unfassbar trashigen Alexandra Maria Lara in der weiblichen Hauptrolle.


60%

Kommentare:

  1. Die Bärenmutti17/12/08 23:17

    Ich gratuliere.

    Du hast dich soeben bis auf weiteres (also sicherlich mindestens für den Zeitraum des gesamten kommenden Jahres) erfolgreich selbst vertrasht und parodiert.

    LOL. Ich weiß nicht, ob ich dass zum brüllen oder zum greinen finden soll. Geil, geil, geil.

    Nun ja, so gesehen: Ein erster Indikator dafür, dass dir nicht jeglicher Sinn für Selbstironie abgeht.
    Ach ja: Der Film verdient natürlich MINDESTENS 80 %, das ist ja mal klar8-)
    Ich bezweifle sehr stark, dass THE WOMEN (gucke ich wahrscheinlich noch^^) den toppen kann.

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  2. Wo soll da Selbstironie sein? ;)

    Vertrash' du ruhig mal alles, was deinen p.-Horizont übersteigt. Der Film ist jedenfalls nicht so schlecht, geschweige denn so unfreiwllig gut wie du ihn gerne haben möchtest.

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