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Februar 13, 2008

Kino: RAMBO

Lebe für nichts, oder stirb für etwas. Du weißt was du bist, du weißt woraus du bestehst. Ein Leben zu retten heißt nicht, das eigene zu verschwenden. Manche leben, manche nicht.

Dies sind nur einige Weisheiten aus dem Munde von Sylvester Stallone, der sich 20 Jahre nach dem vorläufigen Abschluss seiner Trilogie um Muskelbeschau, Kriegspropaganda und Dschungelakrobatik noch einmal in Schale wirft, um die vielleicht populärste Kinofigur der 80er-Jahre wiederauf- zulegen. Nachdem er schon seinem Alter Ego Rocky einen versöhnlichen Abschluss nachschob, intendiert Regisseur, Hauptdarsteller, Drehbuchautor und Produzent Stallone nach eigenen Angaben nun auch einen rückbesinnlichen, an die Wurzeln des ersten "Rambo"-Films anknüpfenden letzten Teil, der irgendwie ernst und ambitioniert, gleichermaßen aber auch so etwas wie der brutalste Actionfilm aller Zeiten sein soll.

Vereinbaren lässt sich derlei Vorhaben freilich nicht, im Zweifel für letzteres fällt die Prämisse des Films beständig zugunsten zahlreicher Brutalitäten aus. Da werden Kleinkinder in Flammen geschmissen, erschossen und aufgespießt, Menschen zerhackt, zerfleddert und um alle möglichen Gliedmaßen erleichtert. Warum man Rambos viertes Abenteuer nun bei aller (beständiger) Ideologie rund zwei Jahrzehnte später nicht einmal halbwegs ernst nehmen kann, liegt genau an dieser Stumpfsinnigkeit, die davon auszugehen scheint, dass gar keine Zeit vergangen sei – mit welch ungelenker Verbissenheit sich der Film als selbstverständlichen Teil eines reaktionären Kinos vergangener Tage inszeniert, reale Kriegsszenarios comicartig auf schwarzweiße Actionparkette reduziert, sich längst veralterter Mechanismen eines archaischen, den Mann als fleischlich-stählerne Kampf- maschine ins Bild setzenden Kinos bedient, das ist tatsächlich nicht eine Minute lang ernsthaft, ernst zu nehmen, gut oder überhaupt irgendwie diskutabel, sondern zumeist mit unfreiwilligem Humor gesegnet und schwer nach guilty pleasure duftend.

Interessanterweise wirken die hölzernen Dialoge, die dumpfe Ästhetik, die tumben Manierismen in Zeiten von "Apocalypto" und "300" weitaus weniger antiquiert, als es eigentlich der Fall sein dürfte. So hat die Rückbesinnung, die "Rambo" demonstriert, einen nahezu gewöhnlichen Charakter, der darüber die Absurdität des ganzen Reanimationsprozesses überschattet. Indes fehlt es Stallone am technischen Know- how eines Mel Gibson, und selbst die zwar redundanten, aber dennoch für einen gewissen überlegten Stil sprechenden Bilder Zack Snyders wirken gegen die trostlos nach modernen Ästhetikprinzipien suchenden, simpel ausgewaschenen Kriegseindrücke des Films gekonnt. Was also bleibt, ist die Gestrigkeit. "Rambo" beschwört Krieg weiterhin als notwendiges Mittel, er verunglimpft seine pazifistischen Figuren, und lässt sie letztlich doch – stets nachvollziehbar und der Identifikation förderlich – zu Mördern mutieren (in einem symbolischen, christlich konnotierten Akt schlägt Michael, ein von Paul Schulze gespielter Missionar, der jede Gewalt ablehnt, schließlich auf seinen Gegner ein). Er beschwört das Bild vom urgewaltigen Mann, vom Kampfkoloss, dem einfache Worte mehr abverlangen als metzelnd durchs Gestrüpp zu donnern. Vom Mann, dessen Werte von vorgestern ins Wanken geraten, um gegen neue Werte von gestern eingetauscht zu werden – das ist der Ausdruck des alternden Helden, der viel in Frage zu stellen scheint, aber am ideologischen Grundfest eigentlich nie Zweifel hat. Und freilich bewegte sich "Rocky Balboa" diesbezüglich in sentimentalen und weitaus harmloseren Dimensionen.

Ein wenig erstaunt es trotz des gleichen Prinzips, das der Film bedient und erneut abspult, dass "Rambo" – unabhängig seiner belächelten Wahrnehmung – nicht weiter vorrückt in Zeiten, bei denen der Glaube an die Wirksamkeit der Politik dem verführerischen Ein-Mann-Dogma weicht (zumindest im Kino), wo Stallone nicht verlegen ist, in Interviews Kritik an der Bush-Administration zu üben, weil diese inkonsequent sei und dem Ansehen des Landes geschadet habe. Hier hätte der Film leicht in der Tradition seiner Vorgänger stehen können, die es ebenfalls verstanden, eine Scheinkritik am größeren System festzumachen (hingewiesen sei beispielsweise auf die falsche Deutung des Vorsitzenden Murdoch im zweiten Film, der nicht als Repräsentant einer fragwürdig handelnden Regierung auftrat, sondern genau jene Bürokratie widerspiegelte, die Präsident Reagan zu überwinden versuchte und damit im Zentrum des propagandistischen Subtexts von "Rambo II" stand). In Wahrheit richtete sich die vermeintlich kritische Position in der Fortsetzung nicht gegen den politischen Oberst, sondern den Apparat, der nicht schnell und direkt genug, nicht härter vorging gegen die Feinde, und sich mit Papierkram aufhielt (deshalb der Verweis auf Stallones Kritik am gegenwärtigen Geschehen in der US-Politik). Sehr ähnlich verhielt es sich übrigens im ersten Teil der Serie, dem vielmals als Antikriegsfilm verklärten "First Blood", der auf den letzten Metern seine wahre Intention preisgab, und nicht die Notwendigkeit von Krieg und militärischer Rüstung in Frage stellte, sondern lediglich die Gesellschaft für ihren Umgang mit Kriegshelden und die ihrerseits geübte (und zunehmende) Kritik an der Abwehr anklagte – nicht umsonst war der für den Zuschauer greifbare zweite Held, Rambos Ziehvater Col. Trautman, ein sympathischer Vertreter des Militärs.

Wenn "Rambo" seiner eigenen Linie deshalb bis zuletzt treu bliebe, so müsste er im Jahre 2008 eigentlich der El Kaida hinterher jagen, um das zu beenden, was seine Vorgesetzten durch öffentlichen Druck, Bürokratie oder fehlende Stringenz nicht schafften (wie gesagt: ohne eine wirkliche Kritik an ihnen zu formulieren). Stattdessen schnappt sich der Film einen Brennpunkt, der in den hiesigen Medien nur noch Fußnoten ausfüllt, um sein Metzelszenario mit erstaunlicher Vorsicht nach Myanmar zu verlegen. Dort kann sich der Film nach Herzenslust austoben, ignoriert alte orientale Feind- bilder, um neue asiatische zu schaffen, die allerdings keinem so wehtun dürften, weil der dortige Genozid im Vergleich zum Schauplatz Vietnam (Teil 2) oder Afghanistan (Teil 3) doch eher unter ferner liefen durchgehen wird. Das alles trägt dazu bei, dass man sich an "Rambo" weitaus weniger reiben darf, wenngleich das alte Schema geblieben ist – nur im kleineren Rahmen, unerkannter, nichtiger. Und irgendwie auch verzweifelter. 2008 ist Rambo dann doch nur noch ein welkes Relikt. Fast harmlos.

30%

Februar 18, 2008

BERLINALE 2008 - Rückblick

So, schon wieder vorbei, die kürzesten 10 Tage des Jahres. Das Programm erschien mir dürftig, sehen wollte ich die wenigsten Sachen, und wenn, dann wartete um die Ecke ohnehin schon der baldige Kinostart. Also fiel der Blick wieder aufs Panorama, was dann zu einer mageren Ausbeute von nur fünf Filmen führte (Reviews dazu eventuell in Kürze). Der Hauptgrund: Arbeit und soziale Verpflichtungen, wen man so alles treffen muss und natürlich auch gerne trifft, da kommen quasi alle Filmfreunde von weit her zusammen (die halbe Blogger- und Forengemeinschaft, um genau zu sein).

Was lernen wir aus diesem Jahr Berlinale? Dieter Kosslick ist ein Alt-68er. Die Stones, Patti Smith und Neil Young scheinbar modern. Madonna macht jetzt auf Regisseurin und wertet das Produkt dann gleich im Internet aus. Für den Wettbewerb bleibt gerade noch die Resteware aus Übersee oder Weltpremie- ren, die die Welt bis dato auch aus gutem Grund nicht gesehen hat, übrig. Plakate können einen in hysterisches Lachen ver- setzen, so geschehen beim deutschen Motiv zu "The Other Boleyn Girl", auf dem Scarlett Johansson und Natalie Portman wie zwei Jungdirnen im lasziven Korsett posieren, während Eric Bana schaut, als würde er fragen, wie er sich da nur hinein verirrt haben dürfte. Dieter Kosslicks Englisch sollte endlich mal den Goldenen Bären gewinnen. Filmvorführer scheint kein erlernter Beruf zu sein. Die Variety-Sonder- ausgaben bestehen vorwiegend aus Screening-Terminen für den Filmmarkt. Getränkepreise am Potsdamer Platz wurden um 100% angezogen. Filmstudenten sehen gut aus, aber wirken angespannt und genervt, vermutlich weil die Buñuel-Retro immer ausverkauft ist oder ihr Abschlussfilm nicht auf der Berlinale gezeigt wird. Shahrukh Khan möchte niemals einen Schwulen spielen, posiert auf seinen Plakaten aber besser als jeder Gayporno-Star. Wichtig ist man, wenn um den Hals ein rotes Bändchen baumelt. Noch wichtiger ist man, wenn man dazu die schnieke Berlinaletasche umzuhängen und in der einen Hand einen Latte Macchiato und der anderen Notizblock und Kugelschreiber zu halten hat. Rauchverbot gilt überall, nur nicht auf Berlinale-Partys. Zumindest war das bei der Senator-Fete der Fall, zu meinem Glück. Und Harvey Weinsteins vielleicht auch, der war ebenfalls da. Presse- konferenzen werden nur von Pseudojournalisten besucht, die mit ihren Pseudofragen nicht einmal versuchen, irgendwie nicht pseudo zu wirken. Die Filmauswahl war schon berechenbarer, zumindest um einige Dritte Welt-Dramen, Folter-Dokus und Arme Menschen-Betroffenheitskino reicher. Ein "300" außer Konkurrenz hat gefehlt, ich hätte dafür vielleicht "Rambo" vorgeschlagen. Im Kino husten und schniefen alle vor sich, das reinste Bazillendomizil. Um Studentenermäßigungen zu bekommen, muss man alles, nur kein Student sein. Und der neue Bruce LaBruce soll zu den Highlights der Berlinale zählen – was genau sagt das eigentlich über die 58. Filmfestspiele aus?

Photos: Melanie Renker

Oktober 03, 2008

TV: Fernsehtipps vom 04.10. - 10.10.2008

Samstag, 04.10.

20:15 Uhr – Always (Das Vierte)

Spielbergs "A Guy Named Joe"-Remake mit viel süßem Kitsch und letztmalig der wunderbaren Audrey Hepburn. Ich mag den natürlich.

22:40 Uhr – Das kleine Arschloch (Das Vierte)

Nicht meine Welt. Lieber noch mal Fritz, die Katze.

0:40 Uhr – Kalifornia (ARD)

Pitt und Lewis pflegen in diesem Road Movie noch vorsichtig ihr Type-Casting, sonst steht der Film schon merklich augenfällig in der Tradition des Früh-90s-Thrillers, nur eben on the road. Hab den aber zu lange nicht mehr gesehen, um zu wissen, ob er jetzt besonders gut oder besonders schlecht ist.

2:35 Uhr – Octalus (ARD)

Seemonster-CGI-Horror mit Famke Janssen. Eine der fünf besten Edel-Trash-Granaten der 90er Jahre.

Sonntag, 05.10.

7:20 Uhr – American Graffiti (RTL2) (Wdh: 2:45 Uhr)

George Lucas’ Nostalgierückschau auf schnelle Autos, hübsche Mädchen und viel Musik aus dem Radio. Der Film, der aus dem kleinen USC-Filmemacher überraschend einen der meistgefragten Hollwood-Regisseure machen sollte. Sehr bezaubernd.

20:15 Uhr – Die Bourne Verschwörung (RTL)

Kürzlich erst gesehen. Zweiter Teil der grandiosen Action-Trilogie. Im TV bitte meiden, da die Synchro nichts taugt und RTL Scope-Filme ja beständig aufzoomt, was mal so gar nicht geht.

20:15 Uhr – Der Babynator (Pro7)

Sieht aus wie "Mr. Babysitter" ohne Hulk Hogan, aber mit Vin Diesel. An und für sich das letzte, was ich mir ansehen würde, wäre der nicht von Adam Shankman – welcher auch den grandiosen "Hairspray" inszeniert hat.

0:30 Uhr – Dark Summer (Pro7)

Hatte ich in meiner Teen-Scream-Phase noch mitgenommen. Komplett uninteressante Abfolge nervigster Klischees, ein reines Videothekenprodukt ohne jeden Wert. Und Blut spritzt auch fast keines.

1:00 Uhr – Hellraiser (Tele5)

Unnachahmlich bizarrer, abgründiger, wahrhaftiger Alptraum von einem Film, der in Sachen Metalevel schon beinahe Cronenberg-Dimensionen erreicht. Die Geschichte um verdrängte Lust, sadomasochistische Zuneigung und körperliche wie seelische Abhängigkeit ist wunderbar starker Tobak – der schließlich gar treffend feststellt, dass unser gesamtes Werteempfinden auf der Ikonographie eines S/M-Idols basiert. (läuft stark geschnitten)

Montag, 06.10.

Nix.

Dienstag, 07.10.

0:20 Uhr – Die Träumer (ZDF)

Teeniegeficke unterm Altherrenobjektiv. That’s what I’d call pretentious.

3:00 Uhr – Plan 9 from Outer Space (Arte)

Der Citizen Kane des Camp-Films, hier noch einmal in der Wiederholung. Pflicht.

Mittwoch, 08.10.

22:30 Uhr – Ich noch immer, was du letzten Sommer getan hast (K1)

Die plakativere Fortsetzung, die altes Genrewerk in trendigen Neuzeitformen reaktiviert. Schwer unterhaltsam, schick inszeniert, am Ende vielleicht sogar gar nicht einmal ironiefrei. Hab den zwei Mal im Kino gesehen, schäme mich nicht dafür.

Donnerstag, 09.10.

22:05 Uhr – Rambo (VOX)

Perfides Coming Home-Drama um einen von allen gesellschaftlichen Teilen ausgeschlossenen Kriegsveteranen, der den schlimmsten Kampf erst daheim zu führen hat. Weniger zeitkritische Anklage als kriegsbejahende Abrechung mit Bürokratie und Antikriegsmoral, deren positivste Figur freilich ein sympathischer Ziehvater des Militärs ist.

22:25 Uhr – Der Dialog (3SAT)

Bester Paranoia-Thriller der 70er, aber auch eindringliche Charakterstudie und menschliches Drama. Coppolas beste Regiearbeit nach den Paten-Filmen.

Freitag, 10.10.

20:15 Uhr – Das Imperium schlägt zurück (Pro7)

Der Referenzapparat funktionierte schon im Vorgänger, hier aber entwickelt er ein Eigenleben. Phänomenaler zweiter Star Wars-Film, dar alle Stränge weiterspinnt und zur großen Oper aufbläst. Der grundsätzliche Einfluss auf das Wesen der Fortsetzung ist noch heute in fast jedem beliebigen Genre-Sequel auszumachen, Williams Musik ist der Maßstab, und die Parallelmontage haut mich selbst beim x-ten Sehen noch um. Dennoch nicht der viel gepriesene beste Film der Serie.

22:15 Uhr – Christine (Das Vierte)

Schön gefilmte, aber völlig dysfunktionale King-Verfilmung, bei der letztlich jeder selbst entscheiden muss, wie schaurig oder nicht schaurig er die Bedrohung durch einen 58er Plymouth Fury findet. Insgesamt funktioniert der Film als Komödie sicher nicht schlecht.

22:20 Uhr – Matrix (RTL2)

Langfassung einer gängigen Star Trek-Folge, deren Grundidee zu einer scheinbar originellen Auseinandersetzung mit künstlicher Intelligenz verklärt wird. Visuell großartig in Szene gesetzt, krankt der Film am Umstand, seine philosophischen Fragen mit religiösen Antworten in den Hintergrund drängen zu wollen. Wenn man an einem Abend schon die Wahl zwischen Original (Yoda) und Kopie (Morpheus) hat, dann doch lieber Pro7 einschalten.


September 15, 2007

TV: Fernsehtipps vom 15.08. - 21.08.07

Samstag, 15.09.

1:25 Uhr – „Liebe 1962“ (RBB)

Ein szenisch brillanter, vieldeutiger und poetisch wirkender Charakterfilm voller Tiefe in seinen Figuren. Weitgehend kühl und objektgebunden, erweist sich Antonioni als Meister der Bildkomposition, beansprucht den Zuschauer jedoch nachhaltig. Kein Kino, dem ich mich bedingungslos hingeben kann.

1:30 Uhr – „Fear – Wenn Liebe Angst macht“ (VOX)

Vor Mark Wahlberg kann man tatsächlich Angst bekommen – auch wenn der Film als glatt gebügelte Thrillerkost für jedermann ziemlich fad bleibt.

Sonntag, 16.09.

20:15 Uhr - “Ocean’s Eleven“ (RTL)

Launiger als das Original, gut aufgelegt und schwungvoll inszeniert, aber Soderbergh lässt als Regisseur über elenlange Fachsimpeleien meist das Herzblut vermissen.

20:40 Uhr – „French Connection 2“ (Arte)

Die Action mitsamt ihren Verfolgungsjagden hat dem ansonsten qualitativ recht überschaubaren Film einen Platz in der Filmgeschichte gesichert.

22:05 Uhr – „Kill Bill Vol. 2“ (Pro7)

Eine urkomische Abfolge verschiedenster Filmklischees und Zitate, elegischer im Ton und deutlich stringenter als seine erste Hälfte. Tarantinos bislang beste Leistung.

Montag, 17.09.

22:15 Uhr – „Switchback“ (ZDF)

Kleiner feiner Thriller vor hübschen Kulissen und mit gelungenem Finale.

22:50 Uhr – „Mississippi Burning“ (MDR)

Alan Parkers eindringliche, deutlich Stellung beziehende und dennoch ungemütliche Auseinandersetzung mit dem Südstaatenrassismus. Willem Dafoe ist eine Offenbarung.

Dienstag, 18.09.

22:15 Uhr – „Teufelskreis Alpha“ (Das Vierte)

Nett und mit üppigem Schluss, aber auch recht vorhersehbar und oberflächlich. „Scanners“ bleibt bei mir die erste Wahl.

23:00 – „The Door in the Floor“ (RBB)

Meisterhafte, emotional sehr intelligente John Irving-Adaption mit sagenhaft guten Schauspielern – einer der vielen vorenthaltenen Oscars für Jeff Bridges.

Mittwoch, 19.09.

20:15 Uhr – „Eiskalte Engel“ (K1)

„Gefährliche Liebschaften“ auf dem Schulhof: Überraschend gute, wunderbar gemeine und spannende Neuadaption des Stoffes. Leider gekürzt.

22:20 Uhr – „Der Hexenclub“ (K1)

Teenienöten zu magischem Hokus Pokus chiffriert: Im Umgang mit ihren Kräften ergeht es ihnen hier jedoch glaubhafter als in ähnlichen Produktionen wie „Charmed“.

Donnerstag, 20.09.

22:10 Uhr – „Rambo“ (VOX)

Schon der erste Film der Serie ist weitaus weniger kritisch mit seinem Sujet, als gemeinhin behauptet wird. Zwar werden die Mechanismen hinterfragt – der Krieg als solcher jedoch untersteht einer grundsätzlichen Lobpreisung. Die Mittel sind fragwürdig, die Sache an sich aber in Ordnung.

22:25 Uhr – „Naked Lunch“ (3SAT)

Wenig zugänglich, aber umso kreativer vermischt Cronenberg hier Fiktion mit Realität – als intellektuelles Gedankenspiel um Identität und Sexualität. Ein großartiger, komplexer Film.

Freitag, 21.09.

20:15 Uhr – „The Beach“ (RTL2)

Der Film hat seine Macken, aber die soziologische Utopie darin auch unbestritten ihre Reize. Leonardo DiCaprio ist exzellent. Läuft gekürzt.


Juni 24, 2007

Kino: DIE HARD 4.0

Länger gab es nichts zu hören vom muffigen Cop McClane, der sich als Filmheld und künftiger Stereotyp des modernen Actionkinos in "Die Hard" gegen eine Bande deutscher Terroristen behaupten musste – im Alleingang, barfuss und immer mit einem markigen One-Liner auf den Lippen. Unzählige Plagiate und eine offizielle Fortsetzung später schlüpfte Bruce Willis 1995 noch einmal in jene Rolle, die ihm sieben Jahre zuvor zu internationalem Ruhm verhalf. Trotzdem ihm dabei der Regisseur des Originals, John McTiernan, beistand, krankte "Die Hard with a Vengeance" am Umstand, die eigentlichen Qualitäten der Serie fast gänzlich zu ignorieren und stattdessen auf herkömmliche Buddyfilm-Muster zu setzen (bezeichnen- derweise war das ursprünglich mit "Simon Says" betitelte Drehbuch für "Lethal Weapon 4" vorgesehen). Das lief einerseits dem Prinzip der beiden Vorgänger zuwider, in denen McClane als mürrischer und dennoch optimistisch Selbstgespräche führender Anti-Held Terroristen auf sich allein gestellt begegnete, und lenkte außerdem den Fokus zu stark auf die vielfältigen Handlungsorte denn seine eigentliche Hauptfigur.

Ganz ähnlich verhält es sich auch mit dieser nunmehr dritten und etwas unverhofft daherkommenden Fortsetzung, die in Anlehnung an ihren sich mit virtuellem Terrorismus auseinandersetzenden Inhalt originell mit "Die Hard 4.0" betitelt wurde. Zumindest ist Willis nicht der einzige, der am Retro-Hype einstiger Actionikonen mitwerkelt; Stallone und sein Alter Ego Rocky haben es vorgemacht, während auch Rambo und Indiana Jones schon auf ihren vierten Einsatz warten. Was aber nun die künstlerische Notwendigkeit eines weiteren McClane-Abenteuers legitimiert, bleibt ein wenig rätselhaft, denn so altmodisch und leider auch konventionell wie er daherkommt, drängt sich unweigerlich die Frage auf, warum man dafür jetzt 12 lange Jahre hat warten müssen. Oder anders: Wenn Rocky Balboa es sich noch einmal beweisen, abschließen und all dem ein Ende setzen wollte, welch grundsätzliche Intention veranlasst dann John McClane noch einmal dazu, sich mit ungezogenen Bubis herumschlagen zu müssen, die nun auch noch via Internet ihr Unwesen treiben – was dem eher ‚analogen’ Faustsprecher erst recht nicht in den Kram passt?

Ein wenig durchzieht dieser Gedanke den kompletten Film, der irgendwo da weitermacht, wo sein direkter Vorgänger aufgehört hat. Das schließt mit ein, dass auch Len Wiseman ("Underworld") bzw. die Autoren offenbar nicht mehr gänzlich auf die Zugkraft des (nicht abgehalfterten, aber eben doch etwas welkeren) Willis zu vertrauen scheinen und ihm – ähnlich wie im Falle Samuel L. Jackson – einen Partner zur Seite stellen. Das garantiert zwar peppige Dialoge, den (scheinbar) nötigen Humor und eine gewisse Eigendynamik und innere Spannung in eher auf die Handlung orientierten Szenen, doch insbesondere da es sich in diesem Fall um einen Teenager handelt und man mit dieser Entscheidung viel zu offensichtlich nach der jungen Zielgruppe schielt – etwas, das auf das großartige 1988-Original keineswegs zutraf –, stört der Verlust des gänzlich unsouveränen, unberechenbaren und allein agierenden McClanes ähnlich wie auch schon im dritten Film der Reihe doch erheblich. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass hier erstmals und mitunter störend auf jugendfreie Gewalt und saubere Sprache gesetzt wird.

Allein schon deshalb erreicht auch "Die Hard 4.0" wie bereits die anderen Sequels bei weitem nicht die Originalität, Gewagtheit und Konsequenz seines Originals. Und das obwohl oder gerade weil er mit einigen der spektakulärsten und phänomenal in Szene gesetzten (CGI-)Action- und Stuntsequenzen seit langem aufwarten kann. Denn einer der wesentlichen Gründe, warum "Die Hard" heute den Ruf eines Klassikers genießt oder zumindest zu einem Prototyp des Genres heranwuchs, war der Umgang mit Action. Da können im neuen Film noch so viele Autos in der Luft herumwirbeln oder gar Düsenjets gegen Trucks antreten – im Vergleich zum einst explodierenden Dachkomplex des Hochhauses im ersten Teil ist die Halbwertszeit dieser Szenen eher gering, einfach weil ihre dramaturgische Einbindung viel zu ungeschickt und sinnlos erscheint. Das ist zwar mittlerweile ein grundsätzliches Problem im Actionfilm (und Mitschuld daran trägt insbesondere Michael Bay), doch die Maßstäbe müssen diesbezüglich zumindest noch im Falle von "Die Hard" hoch angesetzt werden, immerhin hat McTiernan seinerzeit bewiesen, wie eine stringente, in sich logische Erzählebene mit spektakulärer Action kombiniert werden kann, ohne dem Selbstzweck zu verfallen.
Letztlich enttäuscht sogar das visuelle Konzept: Fühlte es sich bereits im Vorgänger ein wenig komisch an, die weihnachtlichen Schneesets gegen frühjährliche New York-Bilder eintauschen zu müssen, so gefällt der zwischen kühlen Blau- und abendsonnigen Gelb-Filtern wechselnde Look nur bedingt, kann streckenweise allerdings durch die spielerische und äußerst bewegliche Kameraarbeit wettgemacht werden. Dass Wiseman hier ohnehin keinen grundsätzlich schlechten Job macht, sollte klar gestellt werden. "Die Hard 4.0" ist an seiner Oberfläche spannend, straff inszeniert und auch recht launig, aber das reicht eben nicht aus. Wo McClane draufsteht, sollte auch McClane drin sein – andernfalls hätte man das ganze angesichts Willis’ eifriger Eigenvariationen in den Jahren zwischen und nach "Die Hard" auch gleich mit "Mercury Rising Part II" oder "Another Hostage" betiteln können.


50%

November 08, 2008

TV: Fernsehtipps vom 08.11. - 14.11.2008

Samstag, 08.11.

22:00 Uhr – Das Ding aus einer anderen Welt (K1)

Orgiastisches Remake, nahezu perfekt inszeniert, aber für einen zweiten "Alien" fehlen einfach die Metalevel. ;-)

22:00 Uhr – Das Experiment (Pro7)

Ein wahrhaft teutonisches Experiment: Wer diesen weltfremden, homophoben, nur auf Eskalation hin angelegten, mit Darstellern wie frisch aus der Schauspielschule besetzten und nach Schema F inszenierten, kurzsichtigen und in seiner schlussendlichen Trivialität bemitleidenswerten Dooffilm ohne mittelschwere Brechanfälle übersteht – der darf gern auch den nächsten Oliver Hirschbiegel-Film goutieren. Prost.

23:45 Uhr – The Hidden (K1)

Themenabend auf Kabel 1. Auch das hier grundsolider Alien-Horror, inszeniert wie ein Actionfilm. Lange nicht mehr gesehen, mochte den aber zumindest früher gern. Im TV genauso verstümmelt und mit falschem Bildformat wie der Carpenter.

Sonntag, 09.11.

20:15 Uhr – Was Frauen wollen (SAT.1)

Mel Gibson kann die Gedanken von Frauen lesen – und die sind natürlich total lüstern. Was für eine niedliche Fantasie, die Nancy Meyers da in einem erneuten Misogynie-Anfall gesponnen hat. Reaktionär wäre noch geschmeichelt.

20:15 Uhr – Die Insel (Pro7)

In der ersten Hälfte mehr oder weniger clever stibitzter, immerhin aber erstaunlich ernsthafter Sci-Fi-Film, dessen pseudophilosophische Fragen zunehmend einer Bayschen Effektshow weichen müssen. Scarlett Johansson nervt wie immer, Ewan McGregor war leider auch schon besser.

Montag, 10.11.

22:15 Uhr – A History of Violence (ZDF)

Von manchen seltsamerweise als verweichlicht abgestraft, fügt sich auch dieser Cronenberg ganz wunderbar in dessen spannendes Oeuvre, stellt beißende grundexistenzielle Fragen und schiebt diesen höchst kluge Überlegungen nach. Mehr hier. (läuft wohl stark gekürzt, daher lieber zur DVD greifen)

Dienstag, 11.10.

Nix für mich.

Mittwoch, 12.11.

23:00 Uhr – The Way of the Gun (K1)

Dürfte auf meiner Liste der belanglosesten und langweiligsten Filme, die ich je gesehen habe, auch eine vordere Position einnehmen. Ich wünschte, ich könnte mehr dazu sagen, aber ich kann mich an nichts mehr erinnern. Ist wohl auch besser so.

Donnerstag, 13.11.

22:50 Uhr – Operation: Broken Arrow (VOX)

Unter den US-Vehikeln des Woo-Ausverkaufs noch einer der erträglicheren, heißt aber nicht viel. Immerhin einer der wenigen Zimmer-Scores, den man sich anhören kann ohne kotzen zu müssen.

Freitag, 14.11.

22:05 Uhr – Rambo (Tele5)

Läuft irgendwie auch 1x im Monat. Wollt nur noch mal sagen, dass ich den very shice finde.

22:10 Uhr – In einer kleinen Stadt (Das Vierte)

Mal wieder Horror aus Castle Rock, natürlich nach Stephen King: Recht wirkungsvoll in seinem gut entwickelten, bedrohlichen Kleinstadtszenario und mit einem schaurig-schönen Max von Sydow in der Hauptrolle besetzt.


September 22, 2007

TV: Fernsehtipps vom 22.09. - 28.09.07

Samstag, 22.09.

22:35 Uhr – „Das Ding aus einer anderen Welt“ (K1)

…als Remakes noch ordentliche Neuinterpretationen waren. Carpenters ultraatmosphärischer, an Spannung kaum zu überbietender Polar-Alptraum. Vielleicht sogar – wie letztes Mal – ungekürzt.

23:00 Uhr – „The Crow“

An und für sich überaus mittelprächtiger Film, dem durch das tragische Ableben Brandon Lees jedoch eine mythische und zeitlose Dimension zuteil wurde.

0:20 Uhr – „Red Heat“ (Tele5)

Buddy-Komödie mit Mottenkistenhumor und erschreckend schwachen Actionszenen.

0:35 Uhr – „Rhea M.“ (K1)

Stephen Kings berühmt-berüchtigter Selbstversuch: So schlecht und albern, dass es fast schon wieder Spaß macht.

1:30 Uhr – „Dich kriegen wir auch noch!“ (Pro7)

Mit unzähligen Genreverweisen angereicherte, völlig unterschätzte Bereicherung des Teenfilms, eine erstaunlich tiefgründige Auseinandersetzung mit den Problemen und Ängsten von Jugendlichen, die nur manchmal in Zugeständnisse an das MTV-Publikum abdriftet.

3:20 Uhr – „Trainspotting“ (RTL2)

Dogentrips so cool wie sie in Wahrheit schrecklich sein müssen – Danny Boyles Zeitgeistfilm irgendwo zwischen Verklärung und Slacker-Romantik.

Sonntag, 23.09.

0:05 Uhr – „Midnight Run“ (VOX)

Amüsantes Road Movie mit toller Musik.

Montag, 24.09.

20:15 Uhr – „Terminal“ (SAT.1)

In Anlehnung an klassische Hollywoodkomödien wunderbar heiter inszenierte Comedy mit viel Kitsch und schönen Regieeinfällen.

23:15 Uhr – „Infam“ (SWR)

Sehr bewegendes, oft aber in die falsche Richtung gedachtes und aus heutiger Sicht reichlich naives, wenn nicht gar homophobes Drama mit großartigen Schauspielern.

1:05 Uhr - „Frauen am Rande des Nervenzusammen- bruchs“ (Arte)

Schrulliger Kultfilm mit wunderbaren Figuren.

2:20 Uhr – “Fearless” (RTL2)

Weir kann’s besser, aber Jeff Bridges ist fast schon übermenschlich gut.

Mittwoch, 26.09.

20:15 Uhr – „Kindergarten Cop“ (SRTL)

Jungs haben einen Penis und Mädchen eine Vagina.

0:05 Uhr – „Robin Hood“ (ZDF)

Grauenhaft inszenierte Neuauflage mit einem wurschtel- haarigen Kevin Costner und fehlbesetzten Alan Rickman.

Donnerstag, 27.09.

22:30 Uhr – „Rambo 2“ (VOX)

Der Film zur Reagan-Ära: Heute kann man getrost drüber lächeln.

0:35 Uhr – „Die Bettwurst“ (Arte)

Rosa von Praunheim wie man ihn hasst und liebt.

Freitag, 28.09.

20:15 Uhr – „House of Flying Daggers“ (Pro7)

Wunderschönes, herausragend choreographiertes und eigen- williges Liebesmärchen. Mein Lieblingsfilm der inoffiziellen Trilogie.

1:55 Uhr – „Jackie Brown“ (RTL2)

Tarantinos Verneigung vor dem Blacksploitation-Kino ist wunderbar trivial und mit einem Übermaß an Dialogen gegen den Strich gebürstet.


Februar 23, 2007

TV: Fernsehtipps 24.02. - 02.03.07

Samstag, 24.02.

20:15 Uhr – „Batman und Robin“ (RTL2)

Unterhaltsamer Edel-Trash, bei dem sich Joel Schumacher für nichts zu schade ist. Ob Batman so etwas aber verdient hat, ist wiederum eine andere Frage.

20:15 Uhr – „Evita“ (Das Vierte)

Eine Höllenqual: Madonna ist schrecklich in der Rolle und die Musik grauenhaft.

23:15 Uhr – „John Carpenters Vampire“ (HR)

Ich komme nicht umhin Heike Kühn zu zitieren: „Carpenters Film ist der peinliche Versuch, einem von europäischen Spitzfindigkeiten ausgelaugten Kino den Mann als Helden zurückzugeben. Unter der homophoben Kraftmeierei des obersten Vampirjägers Crow kommt jedoch die Angst vor der tabuisierten Sexualität ans Licht: ‚Vampires’ krankt an der unfreiwilligen Komik eines unterdrückten Coming-Out.“

0:10 Uhr – „Omen 2: Damien“ (K1)

Etwas schleppend inszenierte Fortsetzung, die sich sehr stark an ihrem Vorgänger orientiert – einige kreative Tötungs- szenen inbegriffen.

0:10 Uhr – „Die Nacht des Jägers“ (WDR)

Eine brillante Stil-Studie, an der kein Filmfan vorbei kommt.

Sonntag, 25.02.

20:15 Uhr – „James Bond 007 – Feuerball“ (K1)

Etwas unstrukturiert und wirr, aber der Film vermittelt eine wunderbare Urlaubsstimmung. Das atmosphärische Flair lässt den blassen Bösewicht vergessen. Und die Unterwasser- szenen sind bahnbrechend.

20:15 Uhr – „Million Dollar Baby“ (Pro7)

Beklemmend intensives und einfühlsames Meisterwerk von Clint Eastwood. Die konventionelle Inszenierung erscheint wie eine Antithese zu den mutigen und wichtigen inhaltlichen Statements.

20:15 Uhr – „Miss Daisy und ihr Chauffeur“ (Das Vierte)

Manches mal zu süßlich geratenes Südstaatendrama, dessen Schwächen (darunter die grauenvolle Musik Hans Zimmers) durch die liebevolle Jessica Tandy wettgemacht werden.

22:55 Uhr – „Das Schweigen der Lämmer“ (Pro7)

Thriller-Klassiker, der seine Angst von dort bezieht, wo sie am fruchtbarsten ist: dem Unterbewusstsein.

Dienstag, 27.02.

0:00 Uhr – „Der Glückpilz“ (SWR)

Billy Wilder in Hochform: Die erste Zusammenarbeit von Lemmon/Matthau strotz gerade so vor bissigem Witz. Nur das allzu versöhnliche Ende wirkt aufgesetzt.

0:20 Uhr – „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ (ARD)

Großartig gespieltes, doppelbödiges Melodram nach Tennessee Williams, das leider alle homosexuellen Anspie- lungen der Vorlage eliminieren musste.

Mittwoch, 28.02.

20:15 Uhr – „40 Tage und 40 Nächte“ (Pro7)

Erst nervig und pubertär, später dann verlogen und bieder.

22:25 Uhr – „Der Prinzipal“ (K1)

James Belushi gibt den Schul-Rambo: Unterhaltsam, aber an der Realität völlig vorbei.

Donnerstag, 01.03.

20:15 Uhr – „The Beach“ (VOX)

Der Film hat seine Macken, aber die soziologische Utopie darin auch unbestritten ihre Reize. Leonardo DiCaprio ist exzellent.

Freitag, 02.03.

20:15 Uhr – „Spider-Man“ (Pro7)

Phänomenale Comic-Adaption, die ihre (brillanten) Effekte immer der sensiblen Geschichte unterstellt. Willem Dafoe glänzt als schmieriger Bösewicht.

22:35 Uhr – „Jackie Brown“ (RTL2)

Tarantinos Verneigung vor dem Blacksploitation-Kino ist wunderbar trivial und mit einem Übermaß an Dialogen gegen den Strich gebürstet.

Oktober 18, 2008

TV: Fernsehtipps vom 18.10. - 24.10.2008

Samstag, 18.10.

20:15 Uhr – Ein perfekter Mord (VOX)

Dümmliches, unnützes Hitchcock-Remake voller oberflächlicher Spannung. Ist so egal, dass man sich nicht mal mit derselben Leidenschaft echauffieren kann wie über Van Sants "Psycho".

20:15 Uhr – Jurassic Park 3 (Das Vierte)

Hat gute Momente, wirkt insgesamt aber leider nur wie ein müder Nachschlag. Ist zu kurz, zu klein, und mit etwas doofem neuen Riesen-Dino. Guckt sich dennoch gut weg.

22:25 Uhr – 12 Monkeys (ARD)

Visuell hervorragende, clever gedachte stoffliche Fortsetzung bzw. Umarbeitung diverser Motive aus "Vertigo" und "La Jetée". Einer der besten Filme von Terry Giliam.

0:15 Uhr – Die Killerhand (Pro7)

Slacker-Komödie um eine sexgeile Zombie-Hand, kopflose Kiffer und Abschlussballnöte. Hat viele gute Einfälle, ist kurzweilig inszeniert und nimmt sich keine Spur ernst.

0:20 Uhr – Wishmaster 2 (Pro7)

Was im Vorgänger noch als munter zusammen gemixtes Schaulaufen der Horrorstars mit einem Best-Of an Make-Up-Effekten eine zwar selbstgefällige, aber vergnügliche Unterhaltung bot, wird von Jack Sholder – immerhin Regisseur des großartigen zweiten Freddy-Films – sinnfällig und fürchterlich blödsinnig zu wiederholen bemüht, zu alledem mies inszeniert und gähnend langweilig.

Sonntag, 19.10.

11:35 Uhr – High School Musical 2 (Pro7)

14:15 Uhr – Camp Rock (Pro7)

Letztens noch darüber gemutmaßt, habe ich den neuesten Disney-Output nun gesehen. Ist nicht nur unsäglich klebrig, sondern auch total ernst gemeint, was da an Gleichschaltung und Anpassung mit Hilfe hübscher Teen-Retorten-Stars verkauft wird. Was bei "High School Musical" noch niedlich und irgendwie queer wirkt, gerinnt hier zur reaktionären Familienunterhaltung, die Kindern mit den Jonas Brothers (und an anderer Stelle: Hannah Montana) Enthaltsamkeit und Bibeltreue aufzuzwingen versucht.

20:15 Uhr – X-Men 2 (RTL)

Der erste war ein guter Pilot, im zweiten Teil aber legt Singer richtig los. Vielschichtige, tiefgründige und ausgereifte Comic-Adaption mit wirklich gutem Drehbuch. Ist natürlich eigentlich ein Film über schwule Selbstfindung, aber das muss angesichts der starken Coming Out-Exposition sicher nicht mehr erklärt werden.

22:15 Uhr – Panic Room (Pro7)

Fürchterlich technischer Thriller, dessen visuelle Sperenzien nicht nur ermüdend sind, sondern auch in völligem Widerspruch zur Stoffentwicklung stehen. Nur Howard Shores Musik reißt was.

22:15 Uhr – Ein einfacher Plan (Tele5)

Gutes Drehbuch und gutes Casting lassen den Film besser aussehen als er eigentlich ist. Immerhin hat der Danny Elfman hier seine Bridget Fonda gefunden.

Montag, 20.10.

22:15 Uhr – Birth (ZDF)

Den will ich mal sehen, der reizt mich. Die Kidman sieht da aus wie die Farrow als Rosemary.

Dienstag, 21.10.

20:15 Uhr – About Schmidt (K1)

Sehr gut gespielt, aber irgendwie nur die bittersüße Variante von "As Good as It Gets" – nur ohne dessen Biss. Paynes letzten Film "Sideways" fand ich übrigens, nebenbei bemerkt, großartig.

Mittwoch, 22.10.

20:15 Uhr – Die Fliege (Das Vierte)

Das eskapistische Kurt Neumann-Original. Vincent Price entschädigt für die zahlreichen, auch schon zur Zeit der Veröffentlichung albernen Elemente und die komische bürgerliche Moral. Das Remake von Cronenberg wirkt da wie eine brutale Entjungferung der keuschen Vorlage.

20:15 Uhr – Stadt der Engel (K1)

Das US-Remake zum Wenders-Kitsch. Immerhin erträglicher als das Original – das spricht wohl für sich.

22:25 Uhr – Virtuosity (K1)

Schon in diesem Cyper-Quark quälten Denzel und Russell die Geschmacksnerven mit Over-Acting bis zum Anschlag, es sollte ihnen nur leider keine Lehre sein. Gar scheußlicher Film. Dann lieber noch 10mal "Johnny Mnemonic".

Donnerstag, 23.10.

20:15 Uhr – Ein (un)möglicher Härtefall (VOX)

Der naive Versuch der Coen-Brüder, sich mit ihrem Kino-Ulk und Referenzgedöse an Preston Sturges und Howard Hawks zu versuchen. Aber Clooney ist nicht Grant, und Zeta-Jones nicht Hepburn. Ziemlich mittelprächtig und schwer nervig.

22:10 Uhr – Rambo 3 (VOX)

Was ich von den Filmen halte ist ja bekannt, über den dritten kann aber selbst ich schmunzeln, auch wenn das 20 Jahre später freilich noch immer saudämlicher Drecksmist ist.

0:25 Uhr – 8 Mile (Arte)

Bei aller Sympathie für Curtis Hanson – dieser sicher szenenahe, aber mit Holzhammerdramaturgie auf Sozialfabel getrimmte Käse stinkt. Und Eminem ist doof.

Freitag, 24.10.

20:15 Uhr – GoldenEye (Pro7)

Bonds Rückkehr nach der Ruhepause. Weg der Kalte Krieg, geblieben der russische Feind als Statist in globalen Verstrickungen und halsbrecherischen Verfolgungsjagden durch St. Petersburg. Nach einer zügigen und atemberaubenden, aber auch zu offensichtlich getricksten Pre-Title-Sequenz nimmt der stilistisch völlig uneinheitliche Film nie Fahrt auf, wirkt völlig zerstreut, uninspiriert und vorsichtig. Brosnan macht sich gut, ist aber noch viel zu zurückhaltend und unsicher, um als würdiger Dalton-Nachfolger zu überzeugen. Letztlich ist "GoldenEye" ein erschreckend einfallsloser Re-Bond, dessen grauenhafte Musik und ein nahezu misslungenes Finale jede Legitimation des Helden für eine Präsenz im Kino der 90er zweifelhaft erscheinen lassen.

20:15 Uhr – Waterworld (RTL2)

Der Beinahe-"Heaven’s Gate" der 90er. Nur eben nicht gut, sondern herrlich blöd.