Februar 16, 2009

BERLINALE 2009 - Einer geht noch...

Zum Vergleich (D, 2009)

Harun Farocki, einer der spannendsten Dokumentarfilmer überhaupt, bietet in seinen neuesten 16mm-Bildern tradi- tionelle Hand- und hochindustrielle Maschinenarbeit "Zum Vergleich" an: Farocki beobachtet die von Gruppenarbeit angetriebene Herstellung von Ziegelsteinen in Afrika und Indien mithilfe getrockneten Lehms, bis hin zur rein computer- gesteuerten Fertigung an den Industriestandorten Europas. Wie üblich, informiert der Regisseur nur in kurzen sachlichen Zwischentiteln über das Notwendigste, verortet stets den kleinsten gemeinsamen Nenner. Kein Off-Kommentar und keine Musik, nur strenge Darstellung und Abbildung, der klare formale Grenzen gesetzt sind.

Der Film ist dabei reich an Zwischentönen, die vom Zuschauer erspürt werden müssen. Er verrät viel über die Idee einer Globalisierung, ohne den eigentlich Titel gebenden Vergleich ziehen zu wollen. Farockis Film ist keine Geschichte des technischen Fortschritts, sondern eine des Kreislaufs: Still vor sich herzeichnende Architekturstudenten aus Westeuropa, die in Afrika von den ökonomischen Arbeitsprozessen lernen wollen, sprechen eine deutliche Sprache. "Zum Vergleich", und zum Austausch.


70%

Kommentare:

  1. Womit die Herren Burchardt und Last endlich einmal im Geiste vereint wären.*g*

    Klingt durchaus faszinierend und, zumindest in deiner Schreibe, nicht übermäßig p.

    Sano hat sich das bestimmt auch gegönnt, oder?^^

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  2. Das war ja schon immer mein Ziel...

    Nein, p. ist das ganz gewiss nicht, in keiner Weise. Nicht einmal "Aufschub", den man rasch mit derlei Geschmacksurteil belegen könnte. Farocki hat sich im anschließenden Gespräch auch als viel zu witzig (und nur ein klein wenig verdächtig intellektuell) erwiesen...

    Sano, Anika und die Tulse... die halbe Bagage. ;)

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  3. Nein, p. ist das ganz gewiss nicht, in keiner Weise. Nicht einmal "Aufschub", den man rasch mit derlei Geschmacksurteil belegen könnte. Farocki hat sich im anschließenden Gespräch auch als viel zu witzig (und nur ein klein wenig verdächtig intellektuell) erwiesen...

    Unglaublich. So etwas hält man ja bei Lieblingsregisseuren gewisser Leute schon für beinahe unmöglich.
    Andererseits ist Farocki ja auch Christian Petzolds regelmäßiger Co-Autor - was wiederum auch ein Contra-Argument gegen ärgere P.-Verdächte ist.

    Dass sich meine Lieben zumindest als Dreigestirn hierbei einfinden würden, war mir natürlich schon im vorhinein klar.*ggg* Und sicherlich war die Tulse hin und weg davon, oder?^^

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  4. Eigentlich schienen alle drei nicht allzu euphorisch, mochten den Film aber soweit.

    Man muss allerdings dazu sagen, dass es ja der vorletzte Film der Berlinale war ... die Prätentionsnerven lagen also quasi schon blank. ;)

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  5. Was sind denn das wieder für kryptische Zeichen?

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  6. Lol. Wer delirant von "Prätentionsnerven", "ärgere P.-Verdächte", "verdächtig intellektuell" und ähnlichem phantasiert, braucht sich doch nicht wundern, dass sich auch Mitlesende im Delirium wähnen... ^^

    (Dessen ungeachtet hätte ich den Farocki auch gerne gesehen, hat aber zeitlich leider nicht recht in mein dieses Jahr sowieso recht abseitiges und Retrolastiges Berlinale-Programm gepasst.)

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  7. Das soll bestimmt heißen, das der Korken es komisch findet, wie du sowas gut finden kannst.^^

    "My way toooo Baaaamaaaakooooo, Baaaaamaaaakoooo, sweet Hooooome, will you eveeeeer say Helloooooo, in Baaaaamaaaakooooo, Baaaamaaakoooo..."

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  8. Nix Bamako, nix p. - und btw: der DÄMON UND DIE JUNGFRAU ist unglaublich m., Kenzie, und das Erlebnis, ihn mit lauter Misogyniesüchtigen auf einem Notebook zu schauen, wird noch sicher ein seelisches Nachspiel haben. :D

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  9. Oha, da kommt er angeritten, der markige Differenzierungsritter, um heroisch den Kampf aufzunehmen gegen die BÖSEN SCHUBLADEN.

    Und dann noch so einen kurzen Absatz zum Thema anhängen, um mehr schlecht als recht die eigentliche Absicht zu kaschieren. *g*

    @ Rajko:

    Jaja, der ist natürlich MEGA-m. Überhaupt ist jeder Film m., in dem Sadomasochismus so gezeigt wird. Wenn die Frau von einem Mann ausgepeitscht wird und sich dabei vor Lust windet, dann ist das halt ganz einfach m. Alle devoten, sadomasochistischen Hetero-Frauen sind somit repressive Schlampen und alle dominanten sadomasochistischen Hetero-Männer sind Misogynisten. Und weil Mario Bava ja ein Italiener war, ist das ganze gleich noch viel mehr m.. Und wenn du nah genug an Sanos Laptop gesessen hättet, um wenigstens die Untertitel lesen zu können und so in der Lage gewesen wärest, den Film wenigstens irgendwie zu REZIPIEREN, dann würdest du mir jetzt ganz bestimmt eine total präzise Argumentation vor Augen halten, warum der Film so m. ist und mit der du beweisen würdest, dass du das gerade nicht nur gepostet hast, um Andi und mich zu ärgern.

    Aber nein, klein Rajko hat einfach nur die bösen Bilder von der sich stöhnend unter Christopher Lees Peitsche windenden Daliah Lavi gesehen und diese ungeheuren Reize haben's dann eben gemacht.
    Ideologie-Kritik der pubertärsten und hysterischsten weil völlig unfundierten Sorte, ich gratuliere! You won't get away with it this time!


    PS: Außerdem ist, wenn überhaupt, nur einer von der "ganzen Bagage" potentiell Misogyniesüchtig. Ich sag' aber nicht wer.^^

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  10. Der Ruhm steigt dem Matrosen zu Kopfe... so tut doch irgendwer was!

    Du bist gerissen, aber nicht gerissen genug. CHRISTOPH, wer in jedem harmlosen kleinen Unterhaltungsfilmchen potentielle Ideologiekritik ausfindig macht, nur um sie einem angeblich von der Ideologiekritik verblendeten bescheidenen und unprätentiösen Blog-Schreiberling wie mir unter die Nase zu halten, inklusive des permanenten Hinweises auf eventuelle Fragwürdigkeiten, der befindet sich mit seiner hysterischen Spürnasenrezeption doch selbst schon in den Fängen der einer solchen verstellten Annäherung - und wer mich dauerhaft nach angeblicher Misogynie in Filmen fragt, die ich nie auch nur im Ansatz "verdächtig" gefunden hätte, und, ja mei, fast schon zur Ideologiekritik zu nötigen versucht, der hat doch selbst ein paar faule Eier im Staate Bamako im Kochtopf zu liegen. Nicht wahr? Es ist doch so, aus einer paranoiden Angst heraus bist du zu einem ewig skeptischen, dauerverspannten und hinter jeder Ecke Bedenklichkeiten vermutenden Nasenbär-Padawan gereift, der mich zur dunklen Seite der Ideologiemacht bekehren will … aber ohne mich! Go away, you evil alien! The way to Bamako is right there…

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  11. Hehe, Nasenbär-Padawan.

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  12. Schonmal was von Empathie gehört? Oder der Möglichkeit, potentielle Standpunkte, die vom eigenen abweichen, theoretisch zu untersuchen?

    Wahrscheinlich nicht, es gibt ja ohnehin nur eine Wahrheit.*g*

    Es beeindruckt mich überhaupt nicht, wie du versuchst, mich mit deinen psychoanalytischen Sozi-Holzhammer-Methoden als PC-Prediger hinzustellen. Im Gegensatz zu dir bin ich durchaus in der Lage, Filme wie DIE RACHE DES PATEN, MACHO MAN oder DIE RÜCKKEHR DER ZOMBIES trotz ihrer unfassbaren Frauenfeindlichkeit zu vertrashen und CRUISING zu prätentieren, während du nur jammerst, wie furchtbar das alles ist. Bäh und Pfui und so. Andi z. B. vermutet auch bei bestimmten Filmen oft schon im voraus, dass du sie ideologisch verreißen könntest - und du würdest ihm doch sicherlich nicht unterstellen, dass er total PC ist, oder?

    Natürlich teile ich dein Faible für Ideologiekritik, aber weder übertreffe ich dich, noch bin ich auch nur ansatzweise so hysterisch, affektiert und vorschnell in der ideologischen VERURTEILUNG von Filmen. Ich bewerte auch bei einem Werk wie PAT GARRETT AND BILLY THE KID, den ich total m. finde, immer noch auch die filmische Leistung, die sich in diesem Fall von der Ideologie trennen lässt und komme somit auf 6/10, während es von dir mindestens 2/10 setzen würde bei ähnlichem Standpunkt.

    Nee, diesen Pantoffel schiebst du mir nicht unter.

    @ Travis:

    Verteidige den Maestro! Wo bist du?

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  13. Mir passt dieser Pantoffel aber ebenso wenig, Freund Blase. Ich finde zum Beispiel Cameron unfassbar chauvinistisch, trotzdem ist er einer meiner Lieblingsregisseure. Ich hätte durchaus meine Bedenklichkeitseinwände bei REVOLUTIONARY ROAD gehabt, stellte diese aber ganz hinten an bzw. habe sie gleich völlig rausgelassen, weil das Relationsverhältnis eine Ideologiekritik unglaubwürdig gemacht hätte. Die (stückweise) Misogynie (oder Homophobie) bei Argento würde ich auch nie ernsthaft zu einem Geschmacksurteil verdichten wollen (außer im polemischen Telefondiskurs mit dir). Und so weiter und so fort...

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  14. Wow, du willst dich echt von deiner eigenen Klischeeisierung emanzipieren, wie?

    Finde ich gut. Ich steh auf Emanzipation;-)

    Ich lasse das, was du da geschrieben hast über deine Miso..., äh, Haltung zur Ideologiekritik, möchte aber trotzdem anmerken, dass dein vorletztes Posting ja nur ein Ablenkungsmanöver war, um meinem BAVA-Postin auszuweichen. Faktisch darfst du den Film bei so einer Rezeptionssituation gar nicht m. finden. Ende.*g*

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