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Mai 15, 2014

DVD/BD: MUD

In Deutschland haben es die Filme von Jeff Nichols nicht leicht. Sein Regiedebüt "Shotgun Stories" wartet hierzulande noch immer auf eine angemessene Veröffentlichung, dem hochgeschätzten Nachfolger "Take Shelter" wurde immerhin etwas größere Aufmerksamkeit zuteil. Mit "Mud – Kein Ausweg" erscheint Nichols’ dritter Film nun lediglich auf DVD und Blu-ray, womit einmal mehr Ausnahmekino auf den heimischen Bildschirm verbannt wird. [...]

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März 25, 2014

Kino: OUT OF THE FURNACE

Nichts geht mehr in Braddock, Pennsylvania. Seit die Stahlindustrie in den 70er und 80er Jahren rund um Pittsburgh kollabierte, ist der einstige Wirtschaftswunderbezirk ein gottverlassener Ort. Wer hier noch immer nicht das Weite gesucht hat, so vermittelt es "Auge um Auge" (der bessere Originaltitel lautet "Out of the Furnace"), muss vollständig verloren sein – im endgültigen Abschwung der Fabrik- und Bergwerksüberbleibsel, in Arbeits- und Perspektivlosigkeit, in einer sich verselbstständigten Kriminalität, der niemand Herr werden kann und vielleicht auch gar nicht Herr werden will. [...]

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Oktober 22, 2008

Kino: THE ACCIDENTAL HUSBAND

Man sollte immer Acht geben auf das, was man im Radio so von sich gibt: Dr. Emma Lloyd (Uma Thurman), erfolgreiche Beziehungsexpertin für Freunde des gepflegten Rundfunks, wird bald mit ganz praktischen Konsequenzen für ihre sonst eher theoretischen Sex-, Ehe- und Lebenstipps konfrontiert. Denn weil sie einer Anruferin dazu rät, ihre Hochzeit kurz vor der Trauung platzen zu lassen, bekommt sie es mit deren frustriertem Ehemann Patrick (Jeffrey Dean Morgan, inoffizieller Doppelgänger von Javier Bardem) zu tun. Und der spinnt gegen die populärtherapeutische Radiomoderatorin einen nicht ganz uneigennützigen Racheplan: Über einen PC-Crack hackt er sich in New Yorks Bürgerregister und erklärt sich und Emma kurzerhand zu Mann und Frau. Das stiftet bei der sonst so pfiffigen Karrierefrau nicht nur einige Verwirrung, als sie mit ihrem Verlobten Richard (Colin Firth) ihrerseits die Hochzeitsvorbereitungen angeht, sondern verursacht auch ein ordentliches Gefühlschaos, als sie ihren "Accidental Husband" schließlich persönlich kennen lernt.

Was sich als romantische Komödie ja von vornherein in ein Isolierfeld platziert, das jede Kritik mit Verweis auf das, natürlich weibliche, Zielpublikum und eines der Natur des Genres oder, vielmehr noch, der Natur der Konvention immanenten Happy Ends wie selbstverständlich abgewiesen gehört, ist wohl nur schwerlich mit Mitteln der Logik und des gesunden Verstands anzugehen. Zu sehr scheinen die Gesetze und Vorgaben wirksam: Da wird erst geirrt, verwirrt und verbalisiert, dann gestichelt, geliebt und geheiratet. Und, so wie hier, gar noch geschwängert. Am Ende. Damit die selten dämliche und absurde Geschichte zumindest noch jene moralische Integrität zurückgewinnt, die das Rom-Com-Genre in ihrem zutiefst biederen Kern vorschreibt – so fernab jedweder Überwindung von Rollen- und Gesellschaftsklischees und contra der Tradition vergnüglich-subversiver Screwball Comedies von, ja leider, vorgestern.

Kein Problem, dass der Ausgang der Geschichte jederzeit vorhersehbar ist, schließlich ist er ja auch vorherbestimmt durch das Regelwerk des Genres, er ist das, was festgeschrieben steht, worauf hingearbeitet werden muss. Die Überraschungsmomente innerhalb einer allgemeinen Über- raschungslosigkeit müssen sich also zumeist dem Prinzip fügen, nicht das Ziel, sondern den Weg zum Ziel unterhaltsam zu gestalten. So weit, so gut. Kein Problem auch, wenn die romantische Komödie sich dabei viel Schmuck leistet, um Frau und Mann zueinander zu führen. Sei es mit exaltierter Komik und bemühten Zufällen, mit einem Überreiz an Kitsch, ausgedehnten Wendungen und nachdrücklich betonten Rollenzuweisungen, oder eben auch einfach mithilfe eines Plots, in dem eine geerdete Erfolgsjournalistin einem treudoofen Provinzfeuermann auf den Leim geht, sich Hals über Kopf in ihn verliebt und deshalb schließlich ihren Ehemann in spe verlässt.

Ein großes Problem aber ist es, wenn der Film die gute Uma dafür wie eine saublöde Schlampe behandelt, sie erst als selbstbewusste Selfmade-Powerfrau ein– und bald vorführt, ehe sie wie ein dusseliges Mädchen ständig mit ihrem Kopf gegen Tischkanten knallen muss, um schließlich vom einem egoistischen und schwer gestörten Macho zur unterwürfigen Braut umerzogen zu werden. Die taffe Radiomoderatorin purzelt also artig von Anfang bis Ende die Emanzipationsleiter zurück, um anderen Frauen On Air zuletzt ganz bestimmt nicht mehr raten zu können, ihre Männer zu verlassen. Wenn der schrecklich unwitzige und bemerkenswert langweilige "The Accidental Husband" dann die Hochzeit zwischen einem domestizierten blonden Dummchen und einem selbstsüchtigen Vorstadttrottel, der natürlich ganz grundlos einen Denkzettel von seiner vorherigen Frau bekommen hat, als Happy End verkaufen will, während der liebe Colin Firth sang- und klanglos abserviert wird – es wird eigentlich nur noch von der ekelhaften Misogynie überlagert, die Regisseur Griffin Dunne da so ungeniert zur Schau stellt. Nicht einmal Single-Frauen mit einer Überdosis Starbuck’s-Kaffee intus werden das unterhaltsam finden können.


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