Posts mit dem Label Evans werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Evans werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

April 25, 2018

Marvel-Stars zwischen Ausverkauf und Wohltätigkeit

Haben sich MCU-Stars wie Robert Downey Jr. verkauft? Diesen angeblichen Vorwurf ihrer Kollegen weist Zoe Saldana als elitär zurück und fordert mehr Respekt für Superhelden-Darsteller - mit einem Klagelied aus dem Elfenbeinturm von Marvel.

weiterlesen

März 31, 2014

Kino: SNOWPIERCER

Den Zug als Kammerspiel erfindet "Snowpiercer" nicht neu. Und doch nutzt er die lediglich vornheraus einigermaßen dehnbare Enge des Spielortes so wesentlich wie kaum kein anderer Film. Diese Reise vom letzten zum ersten Waggon ist schon deshalb hochinteressant, weil sich hier geradewegs jeder Raum zu einem neuen Bild erschließen muss – als in die waagerechte Bewegung versetzter Genre-Mix, der in jedem Zugabschnitt mit einer neuen Überraschung aufwartet. [...]

weiterlesen

Oktober 20, 2010

Kino: SCOTT PILGRIM VS. THE WORLD

Über "Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt" schrieb das amerikanische Filmmagazin Empire treffend, dass es ja offenbar doch ganz einfach sei, eine gute Videospielverfilmung zu machen, so lange sie nur nicht auf einem Videospiel basiere. Präziser lässt sich nicht auf den Punkt bringen, warum dieser Film im Duell mit unzähligen Videogame-Debakeln schon mal eine lockere 1:0-Führung einnimmt. Und das ist längst nicht alles. Edgar Wrights Kinoadaption der kanadischen Comicreihe von Bryan Lee O’Malley ist nur ganz nebenbei eine brillante Visualisierung von Videospielästhetik, sie ist vor allem warmherzige Coming-of-Age-Geschichte, skurrile Liebeskomödie, vergnügliches Comic-Relief und eine wundervolle Hommage an die nicht mehr ganz so frühe Jugend.

Der 22jährige Scott Pilgrim (treudoof wie eh und je: Michael Cera) hat keinen Job, keine Wohnung, kein eigenes Bett. Er kann ellenlange Monologe über Pac-Man halten und spielt Bass in einer Indie-Band namens Sex Bob-omb. Wenn er sich nicht gerade die Zeit im Proberaum oder Plattenladen um die Ohren schlägt, nistet er sich bei seinem schwulen besten Freund (Kieran Culkin) ein – natürlich zu dessen Leidwesen. Scott Pilgrim ist sozusagen der personifizierte Super-Nerd: Ziel- und anspruchslos, selbstzufrieden, sozial nicht wirklich kompatibel. Aber in seiner eigenen Welt irgendwie glücklich.

Diese eigene Welt bildet das Zentrum des Films. Alles, was der Zuschauer sieht, trägt sich in dieser Form lediglich im Kopf des Helden zu. Wenn Scott Pilgrim mit seiner Band einen Contest bestreitet, passiert das womöglich tatsächlich. Wenn die Bühne dann jedoch zum Kampfschauplatz eines Videospiels mutiert, bereist der Film die Gedankenwelt seines Protagonisten und vereinbart ganz plötzlich Realität und Surreales, objektive Wahrnehmung und verzerrte Metaphorik. Scott Pilgrim gegen den Rest der Wirklichkeit. Jenen Rest, der viel spannender sein könnte, würde er sich so zutragen, wie sein Held ihn sich vorstellt.

Folglich arbeitet der Film mit einer Fülle an unterschiedlichen visuellen Darstellungen, um die eigenwillige Wahrnehmung der Titelfigur entsprechend bebildern und in einen sinnvollen Zusammenhang bringen zu können. Unvermittelt wird von einer zur nächsten Szene gesprungen, verändert sich der Bildausschnitt oder erscheinen Schrifttafeln und comicartige Hinweise. Oder es fliegen gezeichnete Miniherzchen über die Leinwand, als Scott Pilgrim ganz unvermittelt auf die sonderbare Ramona (Mary Elizabeth Winstead) trifft. Nur: Er muss zunächst einmal ihre sieben Ex-Lover in bester Tekken-Manier besiegen, um das Herz der quirligen Eigenbrötlerin erobern zu können.

Im Grunde erzählt "Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt" eine ganz einfache Liebesgeschichte unter jungen Erwachsenen, die irgendwie noch in ihrer Jugend fest hängen, ihr Leben mehr schlecht als recht auf die Reihe bekommen und sich dabei auf dem Weg zur Selbstverwirklichung den normalsten aller Gefühlen stellen müssen – von Eifersucht bis zur Unsicherheit. Selten jedoch gelang es einem Film, die ständigen Ups and Downs der Adoleszenz so erfrischend, charmant und irrwitzig einzufangen. Es bereitet großen Spaß, Scott Pilgrim die imaginären Action-Fights mit akrobatischen Martial-Arts-Einlagen gegen die angeblichen Ex-Lover seiner Freundin in spe austragen zu sehen, die vielen liebevoll skizzierten Nebenfiguren (besonders erinnerungswürdig: die Drummerin seiner Band) ins Herz zu schließen oder schlicht und einfach Schritt zu halten mit dem atemberaubenden Tempo des Films.

Der Brite Edgar Wright erweist sich hierbei als idealer Regisseur für den Stoff. Er hat mit seiner grandiosen Britcom "Spaced", der Zombiekomödie "Shaun of the Dead" und der Actionpersiflage "Hot Fuzz" bewiesen, was für ein kenntnisreicher, talentierter und vor allem ungemein versierter Filmemacher er ist. Seine Figuren haben stets Herz und Seele, sie sind urkomische originäre Gestalten, die immer auf irgendeine Art überfordert sind von den ganz alltäglichen Dingen des Lebens. Jemand wie Wright, der auch den Griff zum Sentimentalen nicht scheut, schafft es problemlos, den Ton der Vorlage zu treffen und sie in einer unvergleichlich einfallsreichen, spielerischen Form auf die Leinwand zu bringen.

Wright nämlich gelingt es mit leichter Hand, die bereits erwähnten unterschiedlichen Wahrnehmungsebenen elegant zu vereinbaren, ohne sie jemals gegeneinander auszuspielen, also allzu deutlich voneinander abzugrenzen. Wie in seinen bisherigen Arbeiten setzt er dabei ganz auf die Wirkung eines komplexen Schnittkonzepts, das schon festzustehen scheint, noch bevor er eine einzige Szene zu drehen beginnt. "Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt" funktioniert fast gänzlich über seinen Schnitt: Der Witz, das Timing, die Figurengestaltung – alles entwickelt Wright erst über seine großartige und ideenreiche Montage. Und einer nicht enden wollenden Fülle an Regieeinfällen.

Man kann die Inszenierung des Films als aufdringlich empfinden, auf Dauer auch als ermüdend und redundant, aber Wrights visueller Erzählstil und spürbarer Wille, die Abenteuer Scott Pilgrims mit unerschöpflichem Ideenreichtum vom Panel ins Kino zu übersetzen, sind in erster Linie höchst eindrucksvoll und inspirierend. Was umso bemerkenswerter ist, wenn sich die Geschichte letztlich aus infantilen Beziehungsproblemchen eines postpubertären und gar nicht mal sonderlich sympathischen Helden zusammensetzt und dabei kaum Potenzial für eine tiefsinnigere Metaebene zulässt. Edgar Wright hat hier definitiv den kompetenten Nerd-Film schlechthin gedreht. Und ist damit, zumindest im direkten Jahresduell, dem ebenfalls starken, aber vergleichsweise unbeholfenen Kollegen "Kick-Ass" eine ganze Nasenlänge voraus.


75% - erschienen bei: gamona

April 11, 2008

Kino: STREET KINGS

Dieser Film könnte einem gefallen, sofern man "Training Day" und "Dark Blue" nicht gesehen und nebenher eine Schwäche für protzige Machofilme hat, in denen wildes Mundwerk und noch wildere Kloppereien die Handlung bilden.

Tom Ludlow arbeitet beim LAPD und löst Kriminalfälle nach eigenem Ermessen meist im Alleingang, so zum Beispiel zu Beginn, als er ein Haus stürmt, um alles und jeden zu zerballern, damit zwei entführte Mädchen gerettet werden können. Das zieht selbstredend böse Folgen nach sich – man kennt das ja – mit den Vorgesetzten und, natürlich, auch mit der internen Ermittlung, so wie zum Beispiel in dem etwas vergessenen Thriller "Internal Affairs" (1990) oder dem Hongkong-Meisterstück "Infernal Affairs" (2002). Keanus Reeves’ Alter Ego legt sich hier demnach nicht nur mit einem wahren Paket von Polizeichef an, nämlich dem frisch Oscar gekürten Forest Whitaker, sondern auch dem undurch- sichtigen (nun ja, gut, lassen wir das erst einmal so) Captain Biggs, der von Hugh Laurie gespielt wird, dessen gegenwärtige, der Comedyserie "House M.D." geschuldete Popularität gleich beim ersten Auftritt für ein kollektives "Ohhh" im Saal sorgt, obwohl der Mann dem Kino- und TV-Geschäft schon seit über 30 Jahren die Treue hält.

In "Street Kings" geht es nun im Wesentlichen darum, wie sich Detektiv Ludlow gegen Korruption und Amtsmissbrauch zur Wehr setzt, wie er die Mörder seines ehemaligen Partners finden und zur Rechenschaft ziehen (meint: aus allen Winkeln zerfleddern) will, und das nicht nur, um seine Unschuld zu beweisen, sondern schlussendlich auch eine handfeste Polizeiverschwörung aufzudecken.

Es gibt dabei zwei Möglichkeiten, diese 110 Minuten ohne größere Schäden zu überstehen: Entweder nehme man in Kauf, wie unverschämt unoriginell, dummdreist und stümperhaft sich diese Geschichte anbietet, wie penetrant sie die ewig gleichen Genrestationen abgrast, die ewig gleichen Nigger/FuckYou/Faggot–Dialoge runterrasselt und ihrem Baller- und Posingmarathon eine begnadet vorhersehbare Schlusswendung hinten anstellt, einer etwaigen Unterhaltung zuliebe oder vielleicht auch, weil man für seine 8 Euro einfach nichts Besseres verdient hat. Oder man teile sich die Zeit in abwechselnde Schlafphasen und heimliches Gekicher ein, gelegentlich unterbrochen durch guten Willen, diesem immerhin von James Ellroy zu 50 Prozent mitverschuldeten Polizeithriller doch irgendetwas abgewinnen zu können. Letzteres machte ich mir strategisch zu Eigen und gebe es bereitwillig zur Nachahmung frei.

Warum nur kann ein guter solider Film über ein intaktes Polizeiwesen, über korrupte Machenschaften, unsittliche Verstrickungen und Gangstertum offenbar nicht darauf verzichten, einen vermeintlich authentischen Ausdruck durch imitierten Milieuslang, durch Arschlochfiguren, sich zur Schau stellende Gewaltausbrüche oder eitle Männercoolness erlangen zu wollen. Wieso müssen diese Geschichten immer wieder aus der gleichen abgegriffenen Pose erzählt werden, wieso ergehen sie sich in aufgesetzter Hartnäckigkeit, um hartnäckige Milieus abzubilden, wieso ergötzen sie sich am Inszenieren von Gewalt, um gewalttätige Gruppierungen darzustellen, und welchen Zweck erfüllen die sich immer wiederholenden Muster männlicher Selbstbestätigung. Warum begnügt sich ein Film wie "Street Kings" mit Behauptungen, wenn er es doch so leicht hat, seine moralische Geschichte über Entlarvung, Schuld und Sühne aus einer mit Klischees brechenden Perspektive zu erzählen. Die ganze aufgesetzte Eitelkeit, das ewige Demonstrieren von Manneskraft ist doch nur eine Rolle, die diese Figuren spielen, und diese Rolle müssen sie früher oder später ablegen. Doch der Film gibt ihnen keine Gelegenheit dazu, er vermeidet fast sklavisch jeden Tiefgang, weicht krampfhaft jeder Gefahr aus, die dem großspurigen Theater womöglich noch eine sensible Note verleihen könnte.

Alles, was David Ayer hier einfällt, ist einen schrecklich unbeholfenen Keanu Reeves mit einer Pistole herumfuchteln zu lassen, Übergänge mit Bildern der roten Abendsonne zu unterlegen und dazu nach Lust und Laune einige Hip-Hop-Klänge einzustreuen. Reeves war zwar noch nie ein Schauspieler, aber es tat zumindest nicht weh, wenn er unfähig war, selbst einfachste Emotionen rüberzubringen. Da wünscht man sich wahrlich die Schnarchnase aus "Point Break" zurück, wenn er sich mit Whitaker ein furioses Over-Acting-Duell nach dem anderen liefert (minutenlanges Gebrüll, in etwa so: "Now listen to me!" - "No, YOU listen to ME!!" - "NO, *YOU* LISTEN TO *ME* NOW!!!"). "Street Kings" bereichert den Copfilm in keiner Weise, er rezitiert nur, wiederholt, kocht auf Sparflamme Genreeinerlei hoch. Tausende Male hat man das alles schon gesehen, und dabei verlangt ja niemand einen neuen "Chinatown", sondern einfach nur etwas, über das sich vielleicht irgendjemand mal zwei, drei Gedanken gemacht hat. Andererseits geht das heikle Aprilloch, in das dieser Film hineinpositioniert wurde, auch schnell wieder vorüber. Und zwar jedes Jahr. Also durchhalten!


10%

April 16, 2007

Kino: SUNSHINE

Sie sind so nah an diesem hellsten und gleichzeitig glühenden Punkt angekommen wie niemand vor ihnen, die Astronauten und Wissenschaftler einer ebenso gewagten wie spekta- kulären Sonnenmission. Doch die Kraft assoziierende Licht- und Wärmeflut täuscht – der lebenswichtige Stern befindet sich in einem denkbar schlechten Zustand und bedroht die Erde mit dem Verlust seiner Energie. Nun soll eine überdimensionale Bombe entgegenwirken: Das Rettungsteam muss sie in die Sonne befördern und hofft, dass die Detonation einen reanimierenden Glüheffekt ausüben wird. Doch die Aktion verläuft unplanmäßig, ein zuvor entsandtes Schiff mit Namen "Icarus I" und Crew befindet sich ebenfalls in Reichweite. Und nicht nur dort hat die enervierende Wirkung der Sonne bereits Spuren hinterlassen – die Expedition entwickelt sich mehr und mehr zu einem unheilvollen Trip, bei dem es bald um Leben und Tod gehen wird.

Obwohl die Wissenschaft davon ausgeht, dass die Sonne über Brennstoff für noch mindestens fünf Milliarden Jahre verfügt, zeichnet der "28 Days Later"-Regisseur Danny Boyle in "Sunshine" ein gefahrenvolles Bild vom drohenden Ende der Menschheit. Der Griff nach der Sonne als sinnliche Grenzüberschreitung ist dabei nur eines der Motive dieser Weltraumodyssee. Den Ikarus-Mythos bemüht der Film nämlich gleich in vielfacher Hinsicht. Wenn die Sonne den Menschen in ein geistiges Labyrinth aus verzerrter Wahr- nehmung und Infragestellung des eigenen Ichs zwängt, erinnert das natürlich unweigerlich an den im Reich des Minotaurus festgehaltenen Griechen. Das gleichnamige Schiff, auf das die Crew bei ihrer Mission stößt, wirkt da wie eine reflexive Spiegelung seiner selbst: An Board befindet sich ein durch die Sonne zersetztes Mitglied, das zum Monstrum mutiert scheint und die Besatzung der Rettungsmission attackiert.

In dieser an den klassischen Melting Man alter Science Fiction-Abenteuer erinnernden Figur vereinen sich nicht nur die Angst vor dem Fremden, sondern ebenso auch die Furcht davor, seine eigene dunkle Seite zum Vorschein – oder treffender: ans Licht – zu bringen. Der mythologische Überbau des ganzen ist offensichtlich: So wie Ikarus bei seiner Flucht mit den angehefteten Flügeln an seinem Übermut scheiterte und durch die glühende Kraft der Sonne ums Leben kam, stoßen auch die Mitglieder der Rettungscrew an natürliche Grenzen, bei denen selbst ihre technischen Errungenschaften von High Tech-Raumschiffen bis zu goldenen Panzeranzügen zunächst nicht mehr viel ausrichten können.

Dass die Reise in fremde Welten vor allem auch eine Metapher für die Reise ins Ich darstellt, ist im Genre keine besonders neue Erkenntnis. "Sunshine" begibt seine All-Eroberer jedoch auf einen beklemmend klaustrophobischen wie sinnlich-erlebbaren Trip in deren innere Abgründe. Der Konflikt, geschürt aus dem äußeren Druck, die Mission nicht erfolgreich durch- und damit die Rettung der Erde herbeiführen zu können, und der inneren Notwendigkeit, sein Selbstwesen erkunden zu müssen, wird mithilfe einer betö- renden visuellen Bildgestaltung auf die Leinwand projiziert. Unter Einsatz einer pulsierenden Musik des britischen Elektro-Duos Underworld wird das Vordringen in Grenzbereiche auch für den Zuschauer zu einer audiovisuellen Erfahrung, die sich weniger einer Ausformulierung ihres veritablen conditio humana-Ansatzes, denn der möglichst unnarrativen Darstellung einer Raum und Zeit auflösenden Weltraumreise verschreibt.

Deshalb versteht sich "Sunshine" kaum als konventionelles Genrekino, dafür entwickeln sich seine Figuren zu dürftig, erarbeitet er keine dramaturgische Dichte und auch keinen erkennbaren Spannungsbogen. Boyles Inszenierung ist vielmehr auf eine eigene Stilistik der Science Fiction angelegt. Deshalb auch täuscht die Nähe zu Kubricks "2001: A Space Odyssey". Zwar beschäftigt sich der Film aufgrund seiner identischen philosophischen Utopie einer Welt ohne Menschen mit evolutionären Fragen nach Beschaffenheit und Wesen desselbigen, allerdings siedelt Boyle diese Ausei- nandersetzung nur auf einer sehr dünnen Ebene an und bekräftigt das auch mit einem etwas unbefriedigenden Ende, das keine weiteren Fragen aufwirft, sondern jene zuvor buchstäblich in den Raum geworfenen Thesen sogar geradezu ignoriert.

Denn wo Kubrick letztlich eine pessimistische Vision mensch- licher Unterwerfung entwirft oder Ridley Scott den Zuschauer mit "Alien", an den der Film nicht nur in Bezug auf sein Produktionsdesign, sondern auch in den Monstersequenzen erinnert, einer sublimierten Fremdheit (in Form sexueller Triebe) gegenüberstellt, verharrt Boyle zu sehr in seinen Ansätzen – das Ende erscheint konventionell und daher unpassend. Zuweilen erfüllt die wörtlich zu nehmende Blendwirkung in "Sunshine" aber dennoch ihren Zweck: Als bestechend verführerisches und im selben Moment auch rudimentäres Kinoerlebnis widersteht man der Sogwirkung dieses Films gern. Zumindest vorläufig.


60%
- erschienen bei Wicked-Vision.de