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März 02, 2016

Das Oscar-Märchen der blühenden Karrierelandschaften

Glaubt man einem der gängigsten Narrative um die jährlich in und an Hollywood vergebenen Academy Awards, stehen den mit ihnen ausgezeichneten Schauspielern alle Türen offen. Brie Larson ("Raum") und Alicia Vikander ("The Danish Girl"), die vergangenen Sonntag einen Oscar als beste Haupt- bzw. Nebendarstellerin erhielten, sollten sich demnach auf einige Veränderungen einstellen. Einem breiten Publikum bislang noch unbekannt, werden sie sich vor interessanten Angeboten bald kaum retten können, höhere Gagen kassieren und mit vielen renommierten Persönlichkeiten zusammenarbeiten dürfen. Denn wer zum erlauchten Kreis der Oscargewinner zählt, habe es geschafft – daran möchte die wie ein Ritterschlag der Filmindustrie inszenierte Vergabe des Preises keinen Zweifel lassen und bringt das Narrativ in eine angemessen glamouröse Form. [...]

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März 31, 2014

Kino: SNOWPIERCER

Den Zug als Kammerspiel erfindet "Snowpiercer" nicht neu. Und doch nutzt er die lediglich vornheraus einigermaßen dehnbare Enge des Spielortes so wesentlich wie kaum kein anderer Film. Diese Reise vom letzten zum ersten Waggon ist schon deshalb hochinteressant, weil sich hier geradewegs jeder Raum zu einem neuen Bild erschließen muss – als in die waagerechte Bewegung versetzter Genre-Mix, der in jedem Zugabschnitt mit einer neuen Überraschung aufwartet. [...]

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Dezember 20, 2011

Zuletzt gesehen: THE HELP

Nach allen Regeln der Kitschkunst gefertigtes Rührstück über schwarze Hausmädchen im Mississippi der 60er, die nicht mehr nur länger bei Wohnungsputz und Kindererziehung weißer Mittelstandsfamilien helfen, sondern auch eine junge angehende Journalistin zu einem Buch über ihren diskriminierenden Arbeitsalltag inspirieren. Mit einem üppigen Ensemble, das der sorgfältig aufgezogenen Süßlichkeit die volle Breitseite verleiht, und einer beispiellos schwarzweiß gedachten Konfliktdramaturgie erfüllt "The Help" nicht nur jegliche Oscarkriterien mit Auszeichnung, sondern setzt die Tradition eindimensional gestrickter Hollywoodfilme ähnlicher Ausrichtung gnadenlos fort. Schwarze versteht der Film unterm Strich als Menschen ohne Eigenschaften, die sich mit Opfergaben in die Selbstlosigkeit demütigen (lassen), wenn sie nicht gerade mit klischeehafter Güte und Weisheit stillschweigend die ganz große Wahrheit hinter allem erkennen – bis im Finale die Ansprachen fallen, was sonst. Dass "The Help" deren weiße Unterdrücker zu aufgetakelten, geradezu karikaturesken Antagonisten stilisiert, um aus rassistischer Aggression auch noch fiebrige Spannungsmomente zu kreieren, versichert ihn aber immerhin gegen jede Form von Ernsthaftigkeit. Eine doppelt und dreifach gezuckerte Schmalzstulle von einem Film, bei der man wohl selbst noch den Erstickungstod in Kauf nehmen muss, um wenigstens eine Träne der Rührung vergießen zu können. Help!


30% (siehe auch: "The Blind Side")