September 28, 2010

Zuletzt gesehen: TREASURE OF THE SIERRA MADRE

Nach seiner Zeit als Leutnant im Zweiten Weltkrieg kehrte Tausendsassa John Huston nach Hollywood zurück, um für Jack Warner das Abenteuerepos "The Treasure of the Sierra Madre" nach dem Roman des mysteriösen Autors B. Traven zu inszenieren. Mittlerweile ein fester Kanontitel auf jeder Liste der wichtigsten amerikanischen Filme, ist Hustons Schatzsucherdrama noch immer Unterhaltungskino im besten Sinne, dessen Epigonen und Nachzügler beinahe unzählbar sind. Der Film besticht in erster Linie durch seine zahlreichen Aufnahmen an Originalschauplätzen und wenigen Rückpro's, nicht allzu üblich im Studiokino der 40er Jahre, durch die makellose Regie und Max Steiners berühmten Score, aber im Besonderen durch Humphrey Bogarts mutige und grandiose Darstellung eines nahezu ungreifbaren Charakters zwischen Genie und Wahnsinn. Er macht Fred C. Dobbs zu einer der großen originären Figuren der Filmgeschichte, die – unter anderem – zuletzt P.T. Andersons "There Will Be Blood" zu einer Quasi-Variation des Stoffes um Macht und Gier inspirierte.


80%

Kommentare:

  1. Ich hoffe, du wirst dir bei Gelegenheit mal ein paar Hustons ansehen, die du noch nicht kennst, z. B. NIGHT OF THE IGUANA, THE MAN WHO WOULD BE KING oder MOULIN ROUGE.;-) THE TREASURE OF THE SIERRA MADRE ist nämlich zwar ein großartiger Film aber eher zweite Garde in Hustons Werk, zumindest m. M. n.

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  2. Ich wusste, dass du dich zu Wort melden würdest und ich wusste ebenso, dass du wieder mit der alten Parole ankommst, dass Filme wie MALTESE FALCON etc.pp. ja nur "typische Kanonfilme" und "zweite Garde" und damit natürlich weniger interessant seien, als die 'wirklich' tollen, weniger bekannten und angeblich vernachlässigten Hustons, die nur auf deine Entdeckung gewartet haben. :)

    Werde THE MAN WHO WOULD BE KING natürlich schauen irgendwann, MOULIN ROUGE kenne ich übrigens. Irgendeinen hattest du mir ja auch mal gegeben, den schaue ich auch bald mal.

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  3. Solche Shorties über ältere Filme dürftest du gerne wieder öfters schreiben. Finde die sehr interessant und gut!

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  4. Ja, will ich eigentlich auch, der ganze aktuelle Dünnpfiff nervt mich irgendwie zur Zeit mal wieder besonders.

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  5. Uff..wie lange ist es her, seitdem ich diesen Film das letzte Mal gesehen haben. Aber trotzdem: wie stark der Eindruck, den er selbst in meiner Fernerinnerung hinterlassen hat.
    80% Sehr schön! Bitte mehr davon, bin selbst auf Klassiker-Revisionskurs und lese sowas sehr gerne.

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  6. Ja, mein Gemeckere an deiner Kanonseligkeit sollte dich natürlich nicht davon abhalten, dich endlich mal wieder mehr mit älteren Sachen zu beschäftigen (und Huston ist in seiner Vielseitig- und Wandelbarkeit, deren Wertschätzung du mir hoffentlich nicht absprechen willst, auch ein sehr dankbares Objekt). Und ja, angesichts einer aktuellen Kinosituation, in der so ein Crap wie INCEPTION zu Begeisterungs-Ohnmachten führt, kann man auch nur verzweifeln, wenn man nicht das Glück hat, auf Festivals unterwegs zu sein.

    PS: Die große Mehrheit hat nie recht, nicht nur was Filme betrifft. THE MALTESE FALCON ist ein wichtiges (was nicht automatisch gut bedeutet), aber auch krudes Erstlingswerk, dem man durchaus anmerkt was sein Regisseur darüber gesagt hat: "Ich hatte ja keine Ahnung von dem ganzen Prozess des Filmemachens. Ich habe einfach immer das gemacht, wovon ich glaubte, dass es richtig sein könnte. Aber es ist trotzdem ein guter, kleiner Film geworden."

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