November 08, 2008

Halt doch bitte endlich die Klappe, Trottel!

Nee, dieser "Kleinkrieg" war mir neu. Nicht, dass ich Kevin Smith und seine dümmlichen Filme nicht ohnehin unendlich nervig finden würde (was auch nur die halbe Wahrheit ist, eigentlich interessieren sie mich nicht die Bohne), aber das hier – ein Auszug aus seiner angeblich unterhaltsamen Abendkonversation vor Publikum – gibt meiner Verachtung noch die nötige Zuckerglasur.

Das Problem ist gar nicht die Polemik gegen Tim Burton selbst – ich liebe Polemik, und wenn sie gut ist, gern auch gegen meinen Lieblingsregisseur – aber Smith richtet sich nicht gegen Burtons kreativen Output (was sich vermutlich auch schwierig gestalten würde, vor allem von jemandem, der in seinen eigenen Filmen nicht einmal eine vernünftige Einstellung hinbekommt), sondern denunziert ihn, wird persönlich, beleidigend und versucht Lacher zu ernten, wenn er den "Freak" Burton auch schön freakig nachzuahmen versucht (noch erbärmlicher sind nur Smiths Seitenhiebe gegen Prince). Der Grund dafür: Angeblich habe Burton sich für sein Ende von "Planet of the Apes" bei einem Smith-Comic bedient (kann ich nicht nachprüfen, but who cares, der Film ist doch eh scheiße), eigentlicher Hintergrund der Geschichte ist aber eher, dass Smiths Divenego nachhaltig beschädigt wurde, weil Burton einst dessen "Superman"-Script ablehnte und ein neues hat verfassen lassen (vielleicht weil es mies war?...). Das Projekt wurde jedenfalls nie in dieser Konstellation realisiert, aber Smith scheint noch heute an seinem Trauma zu knabbern. Ganz schön verzweifelt und peinlich, das. Dagegen hatte selbst Uwe Bolls konstruierter Clash mit Michael Bay Stil…

Kommentare:

  1. Wow, da hast du 9 Minuten aus einer über drei Stunden dauernden Show und damit komplett aus dem Zusammenhang gerissen.

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  2. Naja, so verzweifelt und peinlich finde ich das jetzt nicht, auch wenn ich hier nicht Position beziehen will für Kevin Smith. Mir war der Kleinkrieg nämlich neu.
    Wie auch immer, seine Seitenhiebe gegen Burtons BATMAN (den ich auch mag) fand ich schon sehr pointiert und gelungen. Zum Superman-Skript: Das wurde wohl eher abgelehnt weil es nicht massentauglich genug war für eine so teure Produktion - Smith hätte da bestimmt was originelles hinbekommen, was du ja vermisst hast bei SUPERMAN RETURNS...

    Und die Seitenhiebe gegen Burtons Auftreten sind fragwürdig, da gebe ich dir Recht. Ein Körnchen Wahrheit ist aber dran und so schwer wiegt das für mich nicht weil Smith mit Selbstironie selten spart. Der tritt doch auf als der Nerd, der er ist...

    Mich hat eher der Seitenhieb gegen Wahlberg gestört, denn der ist schon lange nicht mehr "Marky Mark". :)

    COPFKILLER

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  3. Klar Rudi,

    wenn man sich die ganzen drei Stunden reinzieht, ergibt das natürlich ein völlig anderes Bild und das Gesagte aus dem Video verliert an Bedeutung...

    @Copfi:

    Der Marky Mark-Joke ist noch das, was ich daran am ehesten "witzig" nennen würde. ;)

    Ich habe mir insgesanmt rund 90 Minuten von diesem Gequatsche reingezogen, die Forward-Taste ist seitdem mein neuer bester Freund.

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  4. Naja, denke aber das deine Worte sehr durchtränkt sind von der übertriebenen Abneigung gegen Smith.

    Damit hast du es ja auch schon geschafft CHASING AMY glorios misszuverstehen. ;)

    gez. Copfi :)

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  5. Ihr seid alle Smith-Fanboys und dementsprechend verblendet von seinem postmodernen* Gequassel.


    *extra für SutterCain

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  6. Ich für meinen Teil bin kein bisschen Smith-Fanboy, nicht halb so sehr wie du Burton-Fanboy bist. :)

    Und CHASING AMY hast du einfach missverstanden. Als wenn sexuelle Verunsicherung bei Homosexuellen nicht möglich wäre. Selten gesehen, das du einen Film so kurzsichtig analysierst wie in diesem Fall...

    C.

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  7. Dass du dich darüber so aufregen kannst, beweist, wie gut Smiths Polemik ist! Klar ist da einiges unter der Gürtellinie. Na und? Die Liveshow lebt davon. Und Burton ist mit seiner "artsy fartsy"-Erscheinung ein ebenso dankbares Ziel wie das visuell minderbemittelte Dickerchen Smith selbst. Und wie Copfkiller sehr treffend bemerkt hat, spart Smith nicht gerade mit Selbstironie (etwas, dass ich bei Burton noch nicht erlebt habe). Seine Attacken sind im Kontext der Bühnenauftritte nicht als ernsthaft-rationale Auseinandersetzung zu verstehen, sondern als unterhaltende* Polemik. Komisch nur, dass du als Oberpolemiker das selbst erkannt hast und trotzdem jammerst.


    *extra für Mr. Vincent Vega

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  8. wenn man sich die ganzen drei Stunden reinzieht, ergibt das natürlich ein völlig anderes Bild und das Gesagte aus dem Video verliert an Bedeutung...

    Und jetzt ziehst du auch noch meine Äußerung aus dem Zusammenhang. Schon amüsant, wie dir deine Animositäten immer den Blick vernebeln. Die eigentliche Frage ist doch, weshalb du - der du Smith generell überhaupt nicht abkannst - eine sprichwörtliche Selbstinszenierung von diesem Mann 90 Minuten lang ansiehst. Da kann doch nix anderes wie dein Beitrag rauskommen.

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  9. Ach Jochen,

    Dass du dich darüber so aufregen kannst, beweist, wie gut Smiths Polemik ist! Klar ist da einiges unter der Gürtellinie. Na und? Die Liveshow lebt davon.

    Wenn eine Live-Show von unterhalb der Gürtellinie leben muss – nun ja, vervollständige selbst. ;)

    Und Burton ist mit seiner "artsy fartsy"-Erscheinung ein ebenso dankbares Ziel wie das visuell minderbemittelte Dickerchen Smith selbst.

    Ähm, und? Deshalb soll es jetzt auch legitim sein, auf Kevin Smith wegen seines Übergewichts rumzuhacken? Sorry, wenn ich so einer dünnen Argumentation nicht folgen mag.

    Und wie Copfkiller sehr treffend bemerkt hat, spart Smith nicht gerade mit Selbstironie (etwas, dass ich bei Burton noch nicht erlebt habe).

    Was für eine billige Suggestivaussage. ;)

    Davon mal abgesehen, dass ich Smiths Selbstironie für überaus scheinbar halte (eher vermute ich hinter seiner ostentativen Uneitelkeit ein enormes Ego, wie ja auch schon die ganze Motivation des Burton-Bashings verrät!), die Frage: Ja, wo sollst du das auch erlebt haben? Burton muss sich nicht auf eine Bühne stellen und einen kleinkindlichen Laberfeldzug starten. Und wenn du dich nicht mit Burton beschäftigst, wirst du auch keine Selbstironie finden. Kleiner Tipp: Burton on Burton, großartiges Buch, voller Selbstironie, besonders in Bezug auf BATMAN…

    Seine Attacken sind im Kontext der Bühnenauftritte nicht als ernsthaft-rationale Auseinandersetzung zu verstehen, sondern als unterhaltende* Polemik. Komisch nur, dass du als Oberpolemiker das selbst erkannt hast und trotzdem jammerst.

    Ach ja, die gute alte Polemik, Platzhalter für alles.


    @Rudi:

    Man muss seine Gegner ja kennen, sonst wird einem noch vorgeworfen, unwissend zu argumentieren... Was du meinst, weiß ich allerdings trotzdem nicht. Dann erkläre mal den Kontext!

    PS: Und das kleine Wörtchen "als" findet bei dir viel zu selten Gebrauch. (mal so Kevin Smith-Polemik-Stylo)

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  10. Mr. Hankey9/11/08 15:50

    Ist schon komisch, wenn alle gegen einen sind, was Mr. VV? ;)

    Wollte ja eigentlich auch etwas dazu schreiben, aber verdammt, so gern ich Kevin Smiths Filme größtenteils auch habe, (wer auser Rajko hat das nicht?) aber das er gegen Tim Burton poltert, geht mir auch gegen den Strich, Polemik hin oder her! ;(

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  11. Gegen mich? Also so persönlich nehme ich die Dinge nicht, Hankeylein. ,)

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  12. So gerne ich Smith eigentlich mag, muss doch gesagt werden, dass man hier bei der Veranstaltung nix aus dem zusammenhang reissen kann, da die dazugehörige DVD eh aus verschiedenen Auftritten gemixt wurde.

    Zudem kommt von Smith seit einiger Zeit auch nix gescheites mehr. Rein gefühlt waren die letzten Jahre fast nur durch weitere Teile von "An evening with Kevin Smith" geprägt. Unterbrochen durch den netten "Clerks II", der aber auch nur zeigte, dass er ohne sein 'Universum' nicht wirklich in der Lage ist etwas abzuliefern.

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  13. Ha, das wollte ich dir vor kurzem schon mal schicken, aber dann dachte ich: "Warum eigentlich noch Öl ins Feuer"?

    Als Besitzer besagten Comics (gleich krieg' ich Hausverbot) kann ich nur sagen, dass Smiths Verweis hier einfach nur lustig zu sehen ist. Dort ist halt ein kleines Bild, auf dem eine Horde Affen bei der Übernahme Amerikas das Lincoln-Denkmal enthaupten. Ist ein Bild, das schnell und direkt funktioniert, kann so ziemlich jedem einfallen und ist deswegen meines Erachtens nach auch nicht von Burton "geklaut" worden.
    Der Gag ist doch der, und das kommt doch ziemlich deutlich herüber: Smith ist sich dessen genauso bewusst, erhebt auch gar keine Urheberansprüche und untermauert das Ganze noch mit dem Gag, dass er sich bei der ihn falsch zitierenden Zeitung beschwert hätte, dass sein "teeheehee"-Gegiggel unterschlagen worden wäre. "I'm suing Burton, teheehee".

    Und NUN kam Burtons Antwort, dass er wohl kaum Ideenklau betrieben haben könnte, da er ja bekanntermaßen nie ein Comic-Heft in die Hand nehmen würde.
    Dankbarer geht es ja wohl gar nicht für Smith, als DAS vor einem Haufen Comic-Geeks zu zitieren.
    "Hey, der Typ, der zwei Batman-Filme gedreht hat, hat gar keinen Schimmer von der Materie".

    Ich fand's jedenfalls saulustig.
    Aber ich habe ja auch, obwohl eisenharter Comic-Fan, kein Problem mit den Burton-Filmen, im Gegenteil.
    Und ich glaube auch, da muss ich Hörrn Vega mal ganz Recht geben, dass Smith mit seinen ich-bin-das-kleine-Dickerchen-Witzen ein geradezu monströses und in vielen Fragen sehr humorloses Ego versteckt. Ist jedenfalls mein Empfinden. Obwohl seine Filme lustig sind. Wenn auch ganz bestimmt nicht kunstvoll. Und auch zunehmend schwächer werden.

    Aber gut jetzt.

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  14. Chili, ich frage mich nur, ob Burton das wirklich so gesagt hat (diese Sache von wegen "ich lese nie Comics oder Sachen von Kevin Smith"*). Bislang habe ich das nämlich nur bei Smith selbst gefunden, dem so ein Spruch freilich gut ins Konzept passt.

    Ich selbst könnte mir gut vorstellen, dass Burton sowas gar nicht gesagt hat, ist nicht sein Stil irgendwie (auch wenn ich es witzig fänd).

    * "Anyone who knows me knows I would never read a comic book. And I would especially never read anything created by Kevin Smith."

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  15. Wahrscheinlich wurde Burtons Antwort genauso falsch zitiert wiedergegeben, und der Kreis beginnt sich zu drehen.

    Finde eigentlich auch nicht, dass das nach Burton klingt, den habe ich noch nie über andere Regisseure herziehen hören, und einem Regisseur, der sich von Comic-Bildchen, die Kaugummis als Beilage dienten, zu einem kompletten Spielfilm inspiriert fühlt, nehme ich schon gar nicht ab, dass er noch nie in Bilderheftchen geschmökert hat. Alleine die gesamte Bildsprache seines Frühwerks ist Kunststudentencomic-Reinkultur.

    Deswegen hatte ich seine Antwort eben dahingehend als saulustig bewertet (das kam in meinem ersten Posting nicht so 'rüber, wie ich beim Lesen merke), dass er ironisch kontert: "Waaas? Iiiich? Coooomics? Never!", und dies wiederum völlig falsch bei Smith landet, der das dann benutzt, um der Welt zu zeigen, dass in Hollywood die falschen Leute an den coolen Stoffen arbeiten.

    Aber hier driften wir wirklich ins Reich dieser seltsamen, anscheinend auch nur von Smith geführten Fehde ab, die mich solange nicht die Bohne juckt, bis ich von Burton ein "Smith sucks"-Statement zu hören bekomme.

    Denn DANN werde ich auch Farbe bekennen. :lol:

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  16. Das ist ja mal eine hübsche Zurechtlegung der Geschehnisse. ;)

    Speaking of grüne Marsianer: Eben zufällig wieder gesehen. Hach, so wirklich rund ist der ja nicht, ABER: Wenn Tom Jones am Ende mit den Tieren "It's not unusual" singt, ja mei, das ist einfach so herrlich! ;)

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  17. m. Milling10/11/08 15:42

    Was kümmert es die deutsche Eiche (ähhh... meine Tim Burton), wenn sich eine Wildsau (ähhh... meine Silent Bob) an ihr reibt? ;-)

    Viele Grüße

    M. Milling

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  18. Wir machen uns die Welt, wiediwiedi wie sie uns gefällt!

    (gilt auch für "Mars Attacks")

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  19. Beim Blick auf die beiden letzen Postings kann ich es mir nicht verkneifen: Zwei Doofe, ein Gedanke. *gg*

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  20. FaithNoMoreFan12/11/08 17:26

    *sigh*

    Wurde ja schon so ziemlich alles gesagt, aber ich finds trotzdem lustig, wie du diesen alten Ausschnitt (anno 2001/02 wohl aufgenommen) ausgräbst um dein nicht minder großes Fanboy-Ego in Stellung gegen Smiths Ego zu bringen.

    Du klingst in dem Beitrag leider wie ein beleidigtes kleines Kind, dem gerade seine Lieblings-Zeichentrickserie auf den Arm genommen wurde.

    Im Übrigen war Smith es, der Warner ja erst vorschlug Burton für SUPERMAN LIVES zu nehmen, weil er (wie er an anderer Stelle mal sagte) trotz all seiner Schwächen BATMAN sehr mag. Das Script zu SUPERMAN LIVES lässt sich übrigens online lesen, falls es dich interessiert, ich habs mir nicht angetan.

    Ich mag ein paar Burton Filme (darunter auch RETURNS) aber finde, dass er dein Fanboy-Gewichse in den wenigsten Fällen verdient hat.

    Smiths Filme finde ich alle recht humorfrei (und schlecht dazu), seine Q&A Sessions zumindest unterhaltsam.

    Anfangs war ich ob der Lästerei-Anekdote doch auch etwas gekränkt, da ich Burton zumindest für einen herausragenden (wenn auch weit von genial entfernten) Regisseur halte.

    Doch mittlerweile seh ich das eben ganz entspannt und unverkrampft.

    Wer weiß, vielleicht hält ja bei dir auch irgendwann ein kleines Grinsen Einzug und du fängst an Filme aufgrund ihrer Qualität und ihres Inhalts zu bewerten und nicht aufgrund ihres Regisseurs. (z.B. Spielberg *hint* *hint*)

    Vielleicht wirst du dein Talent dann nicht weiterhin auf diesem Blog verschwenden, sondern mal glaubwürdige bzw. von subjektiven Animositäten befreite Kritiken in Printmedien schreiben.

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  21. Zumindest darf ich hier auf den Putz hauen und mein "Faynboy-Gewichse" im großen Stil aufziehen.

    Am Ende haste ja noch mal die Kurve gekriegt...

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  22. große klasse!
    smiths gepöbel, seine pubertäre-dümmlichen späße (oft auf kosten anderer) und seine meist einfach nur schlecht gedrehten filme sind ein großes ärgerniss. leider hat er damit (zumindest in deutschland) ziemlichen erfolg.

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