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Dezember 15, 2018

Heimkino: SATURDAY CHURCH

Vor Ulysses liegt ein beschwerlicher Weg. Der 14-jährige Schüler aus der Bronx tritt zwar keine gefährliche Irrfahrt an wie sein Namensvetter aus der griechischen Mythologie, muss aber zumindest im übertragenen Sinne manch Ungeheuer bezwingen. Daheim bekommt es der sensible Junge mit Tante Rose zu tun, die seinem kürzlich verstorbenen Vater das Versprechen gab, auf Ulysses und dessen Bruder aufzupassen. Weil ihr Neffe immer wieder heimlich in Mutters High Heels und Strumpfhosen schlüpft, hat ihn die bibelfeste und herrische Rose bereits länger im Visier. Er solle sich "wie ein Mann" verhalten, fordert sie ihn auf, immerhin mache die Familie "schon genug" durch. Von Ulysses wird also erwartet, dass er nicht nur den Tod seines Vaters verarbeitet, sondern sich zugleich selbst verleugnet. In diesen Anfangsmomenten erzählt "Saturday Church", das Langfilmdebüt des Regisseurs und Drehbuchautors Damon Cardasis, den familiären Raum als fortlaufendes Entwicklungshindernis. Es ist ein Ort, der kein Zuhause ist. [...]

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August 22, 2018

Heimkino: RIFT

Ein Anruf reißt Gunnar aus dem Schlaf. Am Telefon ist Ex-Freund Einar und klingt verängstigt. Er habe das Gefühl, etwas oder jemand sei in der Dunkelheit bei ihm, sagt er. Besorgt fährt Gunnar zur Blockhütte von Einars Eltern, wo sie einst viel Zeit miteinander verbracht haben. Umgeben von scheinbar endloser Dürre, akzentuieren verfallene Häuser und ein gigantischer Grabenbruch die westisländische Region. Über die Lavafelder ziehen jetzt, an Weihnachten, die Winde. Diesem eigentümlichen Stimmungsbild verleihen sowohl Original- als auch internationaler Titel des Films einen mehrdeutigen Ausdruck: Unheilvoll erzählt "Rökkur" (Abenddämmerung) alias "Rift" (Spalte) von zerrissenen Verhältnissen und offenen Beziehungswunden – in Form eines queeren Melodrams, durch das sich Stück für Stück Horrorelemente graben. [...]

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Juni 09, 2017

Strömende Bilder

Als im Jahr 2015 die Ankündigung vom Ende der bahnbrechenden queeren HBO-Serie "Looking" nach nur zwei Staffeln (und einem abschließenden Fernsehfilm) zahlreiche Protestler auf den Plan rief, gab Paul Schulz in der sissy Entwarnung: Er sähe keinen Grund für Befürchtungen vor einem Rückzug nicht-heterosexueller Geschichten aus dem Fernsehen, man müsse im Gegenteil sogar das goldene Zeitalter des queeren TV ausrufen! Zwei Jahre später versuche ich mich an einer Bestandsaufnahme in Zeiten von Netflix und Amazon Prime. Denn die queere Serien-Blüte mit "Transparent", "Sense8" oder "I Love Dick" scheint erst durch die Streaming-Revolution möglich geworden zu sein. [...]

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September 02, 2016

nicht-heterosexuell

Nach Einstellung ihrer Printausgabe im November 2015 ist die Sissy, das Magazin für den nicht-heterosexuellen Film, jetzt als Online-Ausgabe zurück!

Zum Start des neuen Sissy-Blogs habe ich Sean Bakers großartigen "Tangerine" (deutscher Titel: "Tangerine L.A.") besprochen. weiterlesen

Juni 06, 2014

Jetzt erhältlich: sissy - Magazin für den nicht-heterosexuellen Film #22

Ab sofort ist die 22. Ausgabe der sissy kostenfrei an den bekannten Auslegestellen oder als praktische Issuu-Version erhältlich. Die gedruckte sissy kann sogar gratis (!) abonniert werden (abo[ät]sissymag.de), um sich schöne Texte über (auch) schöne Filme praktisch nach Hause liefern zu lassen. Ich habe in der aktuellen Ausgabe noch einmal über den "Dallas Buyers Club" geschrieben, mit Schwerpunkt auf dessen Diskursfähigkeit im queeren Kino.