September 25, 2008

Kino: KINOSTARTS - 25.09.2008

  • Pathology (Thriller, USA 2008)
  • Der Baader Meinhof Komplex (Räuberpistole, D 2008)
  • Erotic Tales - Night of the Shorts (Diverse 2008)
  • Trennung (Drama, D/F/IS/I 2007)
  • Day Night Day Night (Drama, D/F/USA 2006)
  • Der Boxer 3D (Komödie, USA 2004)
  • Love, Peace & Beatbox (Doku, D 2008)
  • Kinder. Wie die Zeit vergeht. (Doku, D 2008)
  • WALL-E - Der letzte räumt die Erde auf (Sci-Fi-Animation, USA 2008) [Kritik]

September 23, 2008

Retro: STRANGERS ON A TRAIN (1951)

Die Fremden im Zug: Das impliziert zunächst einmal eine Begegnung. Und so wie die amerikanische Filmgeschichte es unzählige Male vorgeführt hat, handelt es sich dabei meist um romantische Begegnungen. Um ein Irrlaufen und Zusammen- prallen wie in der Screwball Comedy (allein in den Filmen von Preston Sturges spielen sich zahlreiche prägnante Situationen zwischen Frau und Mann in Zügen ab), oder gar um den sexuellen Höhe- und filmischen Schlusspunkt, so wie es Alfred Hitchcock zum wunderbar unverschämten Ende von "North by Northwest" hin demonstrierte. Ein Aneinanderstoßen im Zug nun leitet auch die Begegnung von Bruno und Guy ein, den beiden Hauptfiguren in "Strangers on a Train". Nicht zum Schluss, sondern schon zu Beginn des Films also muss der Zug bereits seine symbolische Stärke unter Beweis stellen: Zwei getrennte Schienen laufen zusammen, zwei unbekannte Männer berühren sich mit den Füßen. Es ist der Beginn einer Vereinigung – oder, vielleicht, auch ein früher visueller Beleg für zwei Gegensätze, die nichtsdestotrotz ein Ganzes bilden.
Doch was soll diese Begegnung einem sagen, sofern sie einer Tradition von Bildern und Zeichen folgt, und nicht zuletzt der ihres eigenen Erzeugers? Immerhin handelt es sich bei den beiden Personen, die in den ersten Minuten zusammentreffen (und nicht voneinander loskommen werden), um zwei Männer, einem berühmten Tennisspieler und einem offenkundigen Bewunderer, der dem sophisticated Objekt seiner Begierde einen Tauschmord vorschlägt – da dürften erotische Implikationen zunächst keine große Rolle spielen. Nur wird der Film auch weiterhin nicht darum verlegen sein, sich jede Anspielung für diesen Verdacht zu eigen zu machen, jedes Bild hinreichend zu phrasieren: Bruno, der sich von seiner Mutter die Fingernägel zurechtmachen lässt; Guy, der zwischen zwei Frauen steht – die eine lästig und bald schon mausetot, die andere mütterlich, besorgt und nicht würdig, in die moralische Krise ihres Gatten in spe eingeweiht zu werden. Schließlich landet der good Guy des Nachts im Schlafzimmer des aufdringlichen Bösewichts, um ihm seine Pistole zurück- zugeben – und vorher hat der Hund des Hausherren dem Besucher noch in Slow-Motion das Händchen abgeleckt: Nie wieder hat Hitchcock so hübsch und kreativ zum Aufspüren homosexueller Konnotationen eingeladen!
In gewisser Hinsicht fühlt sich der Film deshalb wie eine Fortsetzung von "Rope" an: Beide funktionieren täter- motivisch nur über einen aufgeprägten schwulen Subtext, während sie mit einer kriminalistischen Handlung kokettieren, die ein weiteres Mal um die Idee vom ‚perfekten Mord’ kreist, und beide scheinen dabei so sehr plot driven konstruiert, dass ihre gradlinige, geschlossen wirkende Erzählstruktur keine Zwischenstellen mehr zulassen dürfte. Dabei ist gerade "Strangers on a Train" mit einigen offenkundigen Unge- reimtheiten, um nicht zu sagen: eklatanten logischen Unwahrscheinlichkeiten, behaftet, die Hitchcocks sonst so undurchlässiges Erzählkonzept mehr als einmal in Frage stellen. Das Suspense-Prinzip also, die Technik, sich weg von einer "normativen" und hin zu einer inneren – oder filmischen – Logik zu bewegen, entfaltet hier nur selten seine Wirkung: Guy, der sich statt zur Polizei lieber in undurchsichtige Verstrickungen begibt; Bruno, der einen Vater loswerden will, der eigentlich gar nicht anwesend ist.
Aus dieser, zumindest für Hitchcock-Verhältnisse, didaktisch gescheiterten Erzählsituation allerdings ergibt sich ein besonderer Reiz: Die Lücken der Logik und letztlich des Drehbuchs (das aufgrund von Streitereien mehrmals umge- schrieben und bearbeitet wurde) haben einige Leerstellen zur Folge, um die erfinderisch auszufüllen Hitchcock sichtlich bemüht ist. Da nämlich, wo sein für gewöhnlich mit so vielen sichtbaren Informationen aufgeladenes Bild ein striktes Befolgen der, nun ja, Rezeptionsanweisung erfordert, scheint "Strangers on a Train" im Bewusstsein um seine unschlüssige Dramaturgie und letztlich unglaubwürdige Figurenkonstellation gleich von vornherein alle Aufmerksamkeit auf das lenken zu wollen, was sich unterhalb des Bildes abspielt: Das Eingangsmotiv der verschränkten Schienen ("criss-cross" bezeichnet Bruno seinen Vorschlag vom Doppelmord), die sich in Bildübergängen ergänzenden Alltagssituationen der beiden Männer, die zunehmend aufgelösten Raumbarrieren zwischen Guy und Bruno – Hitchcock löst die Distanz immer mehr auf, lässt die beiden widersprüchlichen Figuren so lange miteinander verschmelzen, bis kein Zweifel mehr daran besteht, dass Täter und Opfer nur zwei Seiten ein- und derselben Figur bilden.
Wenn Bruno und Guy durch filmische Verweise letztlich als Modell einer gespaltenen Persönlichkeit, zwischen Mordlust und Schuld hin und her gerissen, funktionieren, lassen die homoerotischen Bezugnahmen den Schluss zu, dass hier ein Mann unentschlossen mit seiner Sexualität ringt. Insofern wirken die aufdringlichen Begegnungen des Stalkers Bruno, des bösen Zwillings, fast wie der komödiantische Versuch eines ungebändigten Charmeurs, den braven Tennisspieler Guy off the closet zu nötigen. Hitchcock betreibt dieses quasi-subversive Metaspiel mit umgekehrten Vorzeichen sogar auf Produktionsebene der Besetzung: Die Rolle des wilden Bruno gab er einem heterosexuellen, die des scheinfrommen Gegenspielers Guy einem homosexuellen Schauspieler (Farley Granger spielte auch bereits in "Rope" einen eher repressiven schwulen Charakter). Vor diesem Hintergrund wirken letztlich auch die permanenten zweideutigen Annäherungen und Bildübergänge der beiden Männer amüsant: Der finale Gewaltakt auf dem Karussell etwa, oder die Parallelmontage vom sich über ein Gullyloch bückenden Bruno und dem mit heftigen Vor- und Zurückstoßbewegungen Tennis spielenden Guy.

70%

Literatur:
  • Dotzauer, Gregor (1999): Strangers on a Train. In: Beier, Lars-Olav / Seeßlen, Georg (Hrsg.): Alfred Hitchcock. Berlin: Bertz, S. 350ff.
  • Nicholson, Mervyn (2007): Stranger and Stranger. Hitchcock and Male Envy – Beyond the queer readings of Strangers on a Train. In: Bright Lights Film Journal, Ausgabe 55
  • Truffaut, Francois: Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?, 2. Auflage. München: Heyne

September 21, 2008

Kino: HELLBOY II - THE GOLDEN ARMY

"You’re such a beautiful freak – I wish there were more just like you", heißt es in "Beautiful Freak", dem wunderbaren Song des gleichnamigen Albums der Eels, den man eigentlich schon gern im ersten Hellboy-Film von Guillermo del Toro gehört hätte, wenn der kauzige rote Comicheld da so nachdenklich auf dem Dach eines Hauses vor sich hin grummelte, weil seine Angebetete mal nicht so wollte wie er. Aber sei’s drum, nun spielt ihn eben die Fortsetzung, wenn unserer Höllenjunge mal wieder Knatsch mit der feurigen Liz hat. Dabei strengt er sich ja schon an, er würde sogar sein Leben für sie lassen, sagt er, "but she also expects me to do the dishes!" – den Abwasch also auch noch.

Dafür allerdings bliebe dem Superhelden gar keine Zeit: Weil ein eitler Prinz sich entschlossen hat, den langlebigen Friedenspakt zwischen der Welt der Menschen und jener der, nun ja, phantastischen Wesen für beendet zu erklären, und gleich noch eine gigantische Armee goldenerer Krieger zum Leben erwecken will, müssen sich Hellboy (Ron Perlman), Liz (Selma Blair) und Abe (Doug Jones) mit diversen Fantasie- gestalten und schließlich der Zwillingsschwester des Blondschopf-Prinzen herumschlagen – nur mit ihrer Hilfe nämlich kann die Menschheit noch gerettet werden, sozusagen.

Nun ist der Bösewicht-Bruder kein einfacher Irrer, der sich am Krieg zwischen Mensch und, zum Beispiel, einem riesigen Waldgott inmitten New Yorks ergötzen, sondern eigentlich nur für die Rechte seinesgleichen einstehen will: Für ihn ist die geheime Parallelexistenz fremder Wesen vor allem ein Ausdruck für die Unterdrückung durch den Menschen, und das möchte er nicht länger hinnehmen. Getreu der Sequel- Gesetze, die ein Comic zum Gelingen ja doch eher besser befolgen sollte, befördert dieser ambivalente Trieb des Prinzen den Titelhelden in ein moralisches Dilemma. Denn schließlich ist auch er, der Hellboy, nur eine Kreatur, die im Unsichtbaren agieren, die sich verstecken muss vor den Menschen, für deren Sicherheit er sich ja überhaupt erst in manch unangenehmes Abenteuer stürzt. Da lohnt es sich zumindest, über den Lockruf des Gegners einmal nachzudenken: Wenn dieser unseren eigenwilligen Superhelden darauf hinweist, dass all dessen Müh letztlich vergebens sei, weil er weder Dank noch wirkliche Anerkennung vom Menschen bekommen könne, ist der innere Konflikt natürlich mächtig am Brodeln. Alle Comic-Helden müssen so eine Gewissensprüfung irgendwann bestehen, selbst Batman und Spider-Man.

In "Hellboy II: The Golden Army" treibt del Toro die Erzählung überall dahin, wo man sie üblicherweise eben hinführt, um interessante Plot-Variationen und Konflikte für die nunmehr bekannten Figuren zurechtgenerieren zu können, während er den Film strukturell eigentlich wie den ersten Teil aufbaut. Das macht er grundsolide, ohne Stolpersteinchen oder nennenswerte dramaturgische Aussetzer. Dennoch liegt die ganz große Stärke auch dieses zweiten Hellboy-Films nicht unbedingt in der mäßig originellen Geschichte (die sich irgendwie ganz schön zusammensetzt aus phantastisch Bekanntem), sondern seiner konsequenten Überbietungs- strategie. Der Film setzt überall noch mal eins drauf, immer dort, wo schon der Vorgänger so überraschte: Wuchtige und übermütige Action, natürlich, tolle und einfallsreiche Effekte, viel Witz, Herz und komische Dialoge. Oder er beschreitet neue Wege, zum Beispiel mit der Verpflichtung Danny Elfmans für die Musik, und liegt auch dabei goldrichtig.

Aber in erster Linie hat del Toro verstanden, dass er den Figuren, und seien sie noch so fantasievoll, monströs oder bedrohlich, Persönlichkeit und Würde verleihen muss. Man findet diesen Hellboy einfach drollig in seiner Unbeholfenheit, aber auch seiner Stärke, und man ist fasziniert, wie nicht enden wollend der Regisseur magische Situationen und Fantasy-Set-Ups entwirft, in denen kauziger Humor und opulentes Spektakel sich so wunderbar (und ökonomisch!) ergänzen. Dazwischen findet der Film immer auch wieder Zeit für hübsche kleine Episoden, für besinnliche Ruhemomente oder schlicht urkomische Momentaufnahmen – so sich Hellboy und Abe eines Abends einfach betrinken und ein lautstarkes Duett zu einem Liebesschlager einstimmen, während der rote Dämon dazu mit seinem Schwanz wackelt, ja, das ist dann ganz einfach liebenswürdig und schön, und zwar ohne dass es in irgendeiner Hinsicht unangenehm berühren würde. "Pan’s Labyrinth" dürfte es zuletzt wohl besiegelt haben: Guillermo del Toro ist mittlerweile einfach eine verdammt sichere Bank.


80% - erschienen bei: WICKED-VISION

September 20, 2008

TV: Fernsehtipps vom 20.09. - 26.09.2008

Samstag, 20.09.

20:15 Uhr – Die Farbe Lila (VOX)


Spielbergs Ausflug ins Melodram: Eine die bedeutsame Vorlage ins Gegenteil verkehrende, mit familiärer Harmoniesucht durchtränkte Adaption, die Zeit- und Gesellschaftsbezüge ebenso außen vor lässt wie sie am Ende ein Lied aufs Patriarchat einstimmt. Gut gemeint, gut misslungen.


20:15 Uhr – Camp Rock (Pro7)


Pro7 hat den Emo-Teen für sich entdeckt. Sieht aus wie "Sommersturm" meets Tokio Hotel, wird bestimmt ziemlicher, ähm, camp.

23:15 Uhr – The Faculty (K1)

Teenie-Update der"Body Snatchers" von Kevin Williamson, der als Drehbuchautor eine bessere Figur abgegeben hat. Guckt sich gut weg, mehr leider nicht.

0:45 Uhr – The Deep End (ZDF)

Völlig austauschbarer und uninteressanter Thriller, der mit ausgelutschten Genremitteln (falsche Fährten und solch Schmu) nach Spannung sucht, aber selbst mit Tilda Swinton in der Hauptrolle nur endlos langweilt.

1:10 Uhr – Night of the Creeps (K1)

Ganz großer kleiner Sci-Fi-Horror, der sich zwischen niedlichem Retro-Teenfilm und Slasher-Reißer bewegt, und zudem mit vielen schönen Ideen und sympathischer Besetzung punktet. Könnte wie schon einige Male ungekürzt laufen, ist aber eher unwahrscheinlich.

Sonntag, 21.09.

20:15 Uhr – Star Wars: Episode II – Angriff der Klonkrieger (Pro7)

Ordentlicher Film, aber definitiv das Star Wars-Kapitel mit den meisten dramaturgischen Schwächen, einem unbeholfenen Hauptdarsteller, einfallslosem Arena-Finale und unsinnigem Boba/Jango Fett-Ausbau. Zudem zu dialoglastig, um Komplexität bemüht und bis auf das Liebesthema wenig inspirierter Musik. Hat natürlich auch viele Stärken, aber die lasse ich mal außen vor, weil der Film im Vergleich zu Episode I für gewöhnlich arg verklärt wird.

0:15 Uhr – Star Force Soldier (Pro7)

Eine dystopische Gesellschaftsstudie über Ausgrenzung und Einsamkeit, in der Kurt Russell als stummes Monster zu einer neuen Menschlichkeit findet. Die im Minutentakt eingestreuten Gewaltspitzen unterstreichen diesen Ansatz natürlich nur. Ähm…

0:15 Uhr – L.A. Crash (NDR)

Oh, die Dritten haben also mal wieder was zum Versenden gefunden. Soll mir recht sein, je öfter der Rotz läuft, desto mehr können sich von Paul Haggis’ Unvermögen überzeugen.

1:30 Uhr – Die Affäre von Sunny von B. (ARD)

Habe ich nicht gesehen und will ich auch nicht sehen, aber ich mag die Anekdote von der Oscar-Verleihung 1991: Als Jeremy Irons die Bühne betritt und seinen Preis für eben diesen Barbet Schroeder-Film hier entgegennimmt, gibt er sich wortkarg und dankt … David Cronenberg. ;)

Montag, 22.09.

Nix.

Dienstag, 23.09.

20:15 Uhr – Over the Top (K1)

Total dämlich, aber sehr unterhaltsam. Das muss man den Cannon-Filmen ja doch immer noch lassen.

23:00 Uhr – Elementarteilchen (NDR)

Das ist eigentlich genau die Sorte teutonisches Kino, bei der ich das absolute Kotzen kriege. Total reaktionärer Drecksfilm. Ist das eigentlich eine getreue Adaption? Denn seit der "Durch die Nacht mit.. "-Folge ist mir der Houellebecq ja auch schwer suspekt.

0:45 Uhr – Der alte Affe Angst (NDR)

Auch ziemlich unerträglich, aber an diesem Abend definitiv noch der bessere Oskar Roehler-Film.

Mittwoch, 24.09.

20:15 Uhr – Der Rosenkrieg (K1)

Ich liebe diesen Film. Ich liebe das ganze Set-Up. Und ich liebe Kathleen Turner.

22:30 Uhr – Eine verhängnisvolle Affäre (K1)

Sehr gut aufgebaut, erzählt, zugespitzt, überhaupt relativ stilbildender Psycho-Thriller, nur leider stinkkonservativ und moralisch. Das ursprüngliche Harakiri-Ende ist übrigens bedeutend besser.

Donnerstag, 25.09.

Nix. Auf "Belle de jour" möchte ich nicht schon wieder hinweisen.

Freitag, 26.09.

20:15 Uhr – Hellboy (Pro7)

Was phantastische Stoffe anbelangt, ist del Toro gegenwärtig so ziemlich der eindrucksvollste Regisseur. Als ich "Hellboy" gerade erst wieder gesehen habe, fiel mir zudem auf, wie einheitlich der Mann arbeitet, welche Motivkonstanten sich da bemerkbar machen und überhaupt: Was für ein großartiges Gespür del Toro fürs Fantasievolle hat. Wie dem auch sei. Sehr guter Film, der noch mal ein wesentlich besseres Sequel spendiert bekommen hat.

0:35 Uhr – Street Trash (Arte)

Dass der Melt-Movie-Klassiker mal im Fernsehen laufen würde, hätte ich nun nicht gedacht. Ist schon ein arg stranger, aber definitiv sehenswerter Film. Dürfte allerdings gekürzt sein.


September 18, 2008

Kino: KINOSTARTS - 18.09.2008

  • Redbelt (Action-Drama, USA 2008)
  • The 5th Commandment (Action, USA 2008)
  • Unschuld (Drama, D 2008)
  • Tropic Thunder (Kriegskomödie, USA 2008)
  • Friedliche Zeiten (Drama, D 2008)
  • Die Natur vor uns (Doku, D 2008)
  • Paula Modersohn-Becker (Doku, D 2007)
  • Die Kunst des negativen Denkens (Tragikomödie, N 2006)
Mein Blog spinnt grad etwas rum. Ich musste leider ein paar Postings löschen aufgrund von Darstellungsproblemen.

September 17, 2008

Kurioses: GOOGLE SEARCH

Schon lange wollte ich die mitunter irrsinnigen, abstrakten, gruseligen, beunruhigenden, absurden Sucheingaben vor- stellen, mit der Besucher via Google auf diesem Blog landen. Hier einige Kostproben allein aus den letzten 7 Tagen:

  • nackte bilder hot chick blow jop
  • Womit zeichnet die hollywood foreign Press Association einmal im jahr die besten filme aus?
  • schwule fernsehtipps
  • bedeutung never back down
  • atomexperiment datum verschoben
  • Splatterbilder wtc
  • Nackt Bilder Hot Chick Blow Jop 2 (Anm: ob das der selbe war?)
  • Star Wars Prinzessin Leia Porno
  • poster mit us cars und heissen frauen
  • hautnah jumps world trade center clips
  • rasterlocken selbst gemacht
  • der amerikanische schauspieler der so aussieht wie michael schanze

Real-Satire! Und seit wann betreibe ich eigentlich einen Porno-Blog?

September 16, 2008

Zuletzt gesehen: MÄNNER HELDEN SCHWULE NAZIS

"Der Schwule an sich ist natürlich per se kein besserer Mensch."

Schwule Nazis – kein Widerspruch!? Rosa von Praunheim packt eines der kontroversesten, wenn nicht gar das kontroverseste Thema der schwulen Szene an: Die (ästhetische) Verbindung zwischen homosexueller und nationalsozialistischer Anziehung, die ideologischen und unideologischen Imitationen in der Mode, die Auslebung von Skin-Fetischen. Befragt werden Aussteiger und nunmehr Antifa-Aktivisten wie Jörg Fischer (dessen Engagement beeindruckend ist, der aber, wie ich bei einem seiner Vorträge persönlich feststellen musste, zu einer quasi Vorzeichen veränderten Demagogie neigt), ebenso wie weiterhin bekennende Rechte, spezialisierte Historiker, Journalisten und Politiker, ja, selbst Klaus Wowereit wird zum kurzen Schlusswort gebeten. Praunheim nimmt sich – für ihn in der Tat unüblich – sehr zurück, lässt vielfältige Stimmen zu Wort kommen, neigt weder zu Polemik noch Überdramatik. Schlicht und unaufgeregt inszeniert, untersucht der Film höchst kritische, aber nicht zuletzt ungemein spannende Fragen und Widersprüche, ausgehend von ikonischen – aber eben schwulen – Nazi-Helden, vom SA-Führer Ernst Röhm bis zum Neonaziaktivist Michael Kühnen, der 1991 an AIDS starb. Es bleiben letztlich viele Fragezeichen, und die Absurdität mancher Aussagen scheint die zentrale Divergenz eher noch zu verstärken: Dennoch lassen sich aus dem Film hilfreiche psychologische Vermutungen ableiten – und er steht im besten Fall am Anfang eines längst überfälligen Diskurses in der schwulen und vielleicht auch in der neofaschistischen Szene.


75%