Dezember 20, 2010

Last Seen: YOU WILL MEET A TALL DARK STRANGER

Mit Good Old Woody ist’s immer nett oder absolut unerträglich. Mal amüsieren die hübschen Geschichtchen für Bildungsbürger, die milden Dialogfetzchen und das gekonnte Jonglieren mit leichtem Witz und Figuren vom Reißbrett. Mal nerven die gestrigen Altmännerposen, der quirlig verkleidete Sexismus und die endlosen Laber-Rhabarber-Schleifen. Ein schmaler Grat. Aber Europa liegt wieder einmal zu Woodys Gunsten vor: In London hat’s noch immer was Frisches, das übliche Beziehungstheater des Stadtneurotikers. Alles ist gewohnt gewitzt und das ungewohnt gewitzt. Gute Besetzung, wie so oft. Jeder zeigt, was er kann, und hier können alle was. Also nett. Der Film macht Spaß, er amüsiert, er ist leichte Kost und so weiter. Heitere Comedy im besten Sinne, ein lockeres Geschäft, für Weinkenner ein Muss. Und tatsächlich ziemlich komisch, auch wenn’s um nix geht. Ich habe mich wunderbar unterhalten und den Film jetzt schon wieder vergessen – perfekt.


50%

Kommentare:

  1. :-)

    Der Woody Allen-Verkenner in mir, der diese Quasselfilme meistens auch eher ermüdend findet, fühlt sich von deinen Ausführungen verstanden.

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  2. Aber der war schon ganz nett, kann man gucken. Hübsch beschaulich, genau das richtige für einen verschneiten Winterabend. Gute Unterhaltung. :P

    PS: Ich war gerade in der Videothek und habe mir den Räuber mitgenommen, bin gespannt.

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  3. Klingt gut. Ich bin ja bekennender Fan der letzten Allen-Filme, die zwar alle irgendwie schrecklich belanglos sind, aber trotzdem ganz passabel unterhalten - deshalb find' ich deine 3/10 für "Match Point" auch nachwievor shocking und fies ;)

    PS: Da hast du dir ja einen prominenten Platz ausgesucht, für den occin1000 und seine Psycho-Analyse :D

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  4. Ich musste darüber einfach herzhaft lachen. :)

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  5. Der Kritik ist nichts hinzuzufügen. Habe mich beim Verlassen des Kinos nur gewundert, weshalb der im Kinoteil der Zeitung fünf von fünf Sternen bekommen hatte.

    Highlight war sicherlich das "klärende" Gespräch zwischen Watts und Banderas, da war wirklich einiges an großartiger Mimik dabei.

    Aber warum kann Antonio immer noch kein akzentfreies Englisch, zumal er jemanden namens Greg spielt? Ah, egal.

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  6. Keine Ahnung, aber er muss doch sowieso immer den hinreißenden Exoten geben.

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  7. 50% is sicherlich viel zu viel für diese verschenkten Stunden. Allen @ his worst. Witzlose SoapOpera mit langweiligem look und runtergejazzten figuren. So nebensächlich, dass sogar Gefühlsausbrüche wie der von Watts an ihre Film-mama nicht die Kraft haben zu berühren.

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