Oktober 12, 2010

Zuletzt gesehen: THE X-FILES - I WANT TO BELIEVE

Rundum unnötiger Nachschlag zum größten Serienphänomen der 90er Jahre, der die beiden beliebten TV-Agenten Mulder und Scully noch einmal zu einem Fall zusammenbringt, nachdem sie nunmehr bereits ihren Dienst quittiert haben. Dieser Fall dreht sich um eine verschwundene FBI-Agentin, die den beiden Ex-Ermittlern – nach allem, was sie gesehen und erlebt haben! – herzlich egal sein könnte und in keinem Verhältnis zu dem steht, was die beiden einst zur Suche nach der ‚Wahrheit’ motivierte. Der popelige und stinklangweilige Plot samt schwachbrüstiger Nebenhandlung ist noch verschmerzbar, würde der zweite Kinofilm die Mythologie der Serie nicht mit Füßen treten, indem er die spektakulären Ereignisse aus neun Staffeln Fernsehserie quasi auf nebensächliche Erinnerungsrelikte herunterstutzt. Die einst Millionen von Fans beschäftigende Knisterromantik zwischen Mulder und Scully ist einer sporadischen Liebesbeziehung inklusive fader Beischlafwitzchen gewichen, über weite Strecken haben sie sogar kaum gemeinsame Szenen. Abgesehen von eins, zwei gut gemeinten Momenten wäre diese auf Billigniveau nachgereichte Franchise-Beleidigung nicht einmal als solide Doppelfolge akzeptabel, und so ist der Film – wie auch eigentlich schon die letzten Staffeln der Serie – lediglich Beleg eines abgefahrenen Akte-X-Zugs, der leider selbst Hardlinern den Abschied von den liebenswertesten FBI-Agenten aller Zeiten nicht allzu schwer gestalten dürfte.


30%

Kommentare:

  1. Boah, der war tatsächlich richtig übel. Hab die Serie nicht bis zum Schluss verfolgt, wurd irgendwann einfach zu zäh und ohne Duchovny sowieso nicht das Wahre, drum hätte ich nix dagegen gehabt, wenn Chris Carter das "Monster of the Week"-Konzept der ersten paar Staffeln in Spielfilmform weitergeführt hätte, aber mit SOWAS miesem hat ich nicht gerechnet. Lächerlich auch die Macher, die sich den Misserfolg des Films durch die übermächtige Konkurrenz des kurz vorher gestarteten "The Dark Knight" schön zu reden versuchen...

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  2. Für den Film sind 30% noch viel zu gut.

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  3. Habe gerade mal wieder die erste Staffel geschaut und deshalb aufgrund der erneut entflammten Liebe zur Serie den Film nachgeholt, den ich wohl aus gutem Grund zwei Jahre gemieden hatte.

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  4. In der Pressevorführung war das Kino damals gerammelt voll. Die Leute waren bereit, Mulder und Scully wieder ins Herz zu schließen. Am Ende hätten die meisten wohl Chris Carter mit Tomaten beworfen, wäre er vor Ort gewesen.

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  5. Ich weiß noch, wie ich an diesem Morgen damals ganz bewusst weitergeschlafen habe. Ich wollte Mulder und Scully in schöner Erinnerung behalten.

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  6. Muss sagen, ich fall halbwegs auf den Film rein, weil ich Duchovny und Anderson einfach mega-gerne zusammen sehen. Andererseits ist das für die X-Files Reihe schon ein ganz böser Tiefpunkt, der nie in die Gänge kommt und nie auch nur irgendwas bringt, worauf der Zuschauer gewartet haben könnte. Ist aber nicht so schlimm, da die Erwartungen nach den letzten zwei Staffeln (wobei es auch da noch eins, zwei gute Einzelfolgen gab) ja eh nicht mehr sooooo hoch war. Schöne Schneelandschaften aber!

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  7. Heute Abend ist Film Blue Moon

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  8. Meine Bewertung habe ich als milde in Erinnerung, aber irgendwie grauts mir auch, den jetzt noch mal zu sehen. Der Abspann mit "Broken" von UNKLE ist wahrscheinlich das Beste am Film.

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  9. Was soll man da sagen? Wieder wird einstiger Erfolg ausgeweidet, bis nichts mehr übrig bleibt...
    Nach Mulders Ausstieg wars für mich dann auch vorbei... vergesse aber nicht wie sehr ich die Serie geliebt habe. Montags 20.15 Uhr Pro7 war Sperrstunde! War ne schöne Zeit!

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  10. Schaue die Serie derzeit auch wieder (schön, einfach schön), und auch wenn die Mythologie irgendwann heillos aus dem Ruder lief, so kann man sie doch nicht so kappen, wie es mit diesem Film geschah. Das war wirklich peinlich.

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