Mai 27, 2007

News: DEADLINE #03

Die neue Deadline ist ab 30.05.2007 im gut sortierten Handel erhältlich. Auf 114 Seiten gibt es darin Reviews und Specials rund um den phantastischen Film für nur 5 Euro. Die Themen im Überblick:

  • Breitwand - jetzt im Kino
  • Festivalberichte
  • Atomik Films- Labelpotrait
  • CARGO & Interview mit Daniel Brühl
  • Drehtagebücher BLOODRAYNE 2 und TUNNELRATS von Dr. Uwe Boll
  • Herr Buttgereit empfiehlt - die Kolumne von Jörg Buttgereit
  • Horror, privat - mit Hennes Bender
  • Im Juni auf ARTE: „Durch die Nacht mit Franco Nero und Fred Williamson“
  • „Der Letzte macht das Licht aus“ - der Endzeitfilm im Wandel (plus Verlosung)
  • „SYNCHRO ohne AGGRO“ - Die Stimmgabel für Deutschlands beste Synchronisationen
  • „Mad Mad Scientist” - vergessene Mad Scientist-Filme u.v.m.

Homepage: www.deadline-magazin.de

Mai 25, 2007

TV: Fernsehtipps 26.05. - 01.06.2007

Samstag, 26.05.

20:15 Uhr – „Das Imperium schlägt zurück“ (Pro7)

Genremeilenstein und Handbuch für die Konzeption von Filmtrilogien, komplexe und dramaturgisch meisterlich ausge- tüftelte Fortsetzung, die nie etwas von ihrem Charme und der inszenatorischen Kraft wird einbüßen müssen.

0:15 Uhr – „Snatch“ (SAT.1)

Sicher nicht gänzlich doof und stellenweise auch durchaus amüsant, aber leider derart selbstgefällig, dass es schon schmerzt.

Sonntag, 27.05.

12:20 Uhr – „Unter Piratenflagge“ (WDR)

Bombastisch ausgestatteter Michael Curtiz-Klassiker. Nicht ganz so gut wie „The Sea Hawk“.

20:15 Uhr – „The Quest“ (RTL)

‘Da Vinci Code’-TV-Rip-Off Reloaded.

22:15 Uhr – “Matrix” (RTL)

Cleverer und stilbildender nahezu-Klassiker, der allerdings erschreckend schlecht altert.

23:35 Uhr – „Was geschah wirklich mit Baby Jane?“ (BR)

Die Davis war selten so gut – ein noch immer fantastischer Horrorfilm, den man gesehen haben muss.

0:15 Uhr – “Alarmstufe: Rot” (SAT.1)

Weitestgehend unoriginell von “Die Hard” abgekupferter und nicht besonders aufregender Thriller. Gilt ja als Seagals bester Film, was sich dann auch von selbst kommentiert.

0:55 Uhr – „Pitch Black“ (RTL)

Ein grausam schlechter Film ohne visuelles Konzept, in jeder Hinsicht dilettantisch in Szene gesetzt.

Montag, 28.05.

10:05 Uhr – „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“ (SAT.1)

Gehört dingend wieder entdeckt: Eine großartige, brillant getrickste Film-Noir-Hommage.

16:10 Uhr – „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ (K1)

In seiner lethargischen Inszenierung heute befremdlicher, aber nicht minder brillanter Sci-Fi-Klassiker. Ist das jetzt die Fassung, in der Dreyfuss ins Raumschiff steigt? Besser nicht…

22:00 Uhr – „Sprich mit ihr“ (3SAT)

Meisterwerk von ungeheurer Wucht, in jedem Detail seiner Inszenierung so dicht und beklemmend, so komplex und visuell atemberaubend subtil wie kein zweiter Almodovar.

22:00 Uhr – „Robin Hood: König der Diebe“ (ZDF)

Krankt an unfreiwilliger Komik (Costners Frisur allein provoziert hysterische Lachanfälle) und nervt mit Bryan Adams’ Gedudel – guilty pleasure vom feinsten.

1:25 Uhr – „Elephant“ (Arte)

Lief kürzlich schon, jetzt lässt man den Müll gleich noch ein zweites Mal auf die Menschheit los (in Gedenken an McKenzie).

Mittwoch, 30.05.

20:15 Uhr – „Die Reise ins Ich“ (K1)

Komisches Remake mit gut aufgelegten Darstellern, macht Spaß, macht Laune und tut keinem weh.

Donnerstag, 31.05.

20:15 Uhr – „Der Knochenjäger“ (VOX)

Spätestens wenn sich Angelina Jolie in ein Grab legt, um meditierend hinter die Identität des Mörders zu gelangen, funktioniert der völlig verquaste Film zumindest als Komödie vorzüglich.

22:15 Uhr – „Training Day“ (VOX)

Denzel Washington, die zweite. Over-Acting bis Anschlag, der Film selbst geht als rüdes Männergebaren soweit in Ordnung.

22:25 Uhr – „Dogville“ (3SAT)

Ätzend und narzisstisch, von Trier nervt gewaltig. Schau- derlich steif, mehr nicht.

0:25 Uhr – „Vixen!“ (Arte)

Na bitte! Ist der Donnerstag ja doch gerettet!

Freitag, 01.06.

20:15 Uhr – „Ali“ (Pro7)

Michael Mann ist mir zunehmend egal, um den Film habe ich bislang auch einen großen Bogen gemacht.

20:15 Uhr – „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ (Pro7)

Einer meiner drei Lieblingsfilme, unfassbar gut erzähltes, visionäres, emotionales Kino mit der vielleicht brillantesten Partitur, die Williams jemals geschrieben hat.

Mai 23, 2007

Kino: PIRATES OF THE CARIBBEAN 3

Seebären, Fischköpfe und Freibeuter auf der einen, tuntige Gauner, halbtote Kapitäne und ein inmitten lautstarken Kampfgetümmels geehelichtes Liebespaar auf der anderen Seite – nicht viel Neues von der Piratenfront, selbst wo die Produzenten nun gar das Ende der Welt aufsuchen müssen, um Captain Jack Sparrow und seine illustre Anhängerschaft aus den Vorgängern zum letzten Streich antreten zu lassen. Das Titel stiftende Ende ist übrigens in Singapur zu finden, dort gesellt sich Neuzuwachs Sao Feng zur Gemeinschaft des Ringes – Pardon, der magischen Münze – und hält den smarten Will Turner gefangen, der zwar nicht in Carbonit, dafür jedoch einer Wasserkiste gefangen auf die Errettung durch seine Freunde hofft. Was als Trilogie nie konzipiert war – und sich in der Fortsetzung deshalb als Fall für die Konstrukteure erwies – wird nun zu einem gleichermaßen wirren wie ermüdenden Abschluss geführt: "Pirates of the Caribbean: At World's End" versteht sich als episches Finale und ist doch nicht mehr als ein gedehntes, schrecklich geschwätziges und überlanges Multiplexprodukt, das an jeder nur erdenklichen Ermüdungserscheinung krankt.

Aber zurück zum Anfang. Gemessen am sonderbaren Umstand, dass Gore Verbinskis unter der Produktionsfittiche von Jerry Bruckheimer initiierter "Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl" auf einer Disneypark- attraktion basiert, hatte die frivole Art des Films durchaus ihren Reiz. Immerhin trafen dort nicht nur allerlei quirlige Figuren aufeinander, sondern wurden auch Genregrenzen soweit ignoriert, dass die verspielte Mischung aus Piraten-, Fantasy- und Abenteuerfilm ihre eigenen Regeln aufzustellen schien. Doch so interessant das ganze in konzeptioneller Hinsicht ausfiel, so sehr schwächelte es in seiner Dramaturgie – zahlreiche Wiederholungen und Dopplungen waren nötig, um die dünne und aufgeblähte Geschichte in einigermaßen logische Erzählmuster zu pressen. Der direkte Nachfolger "Dead Man's Chest", der finanziell schon jetzt als dritterfolgreichster Film aller Zeiten gilt, litt unter denselben Hängern – die Handlung drehte sich im Kreis, steuerte ziellos umher und ließ jede Stringenz vermissen.

Alle guten Dinge sind drei – gilt das eigentlich auch für die schlechten? Oder ist das der Fluch einer jeden back-to-back mit dem ersten Sequel gedrehten dritten Episode? "At World's End" unterbietet seinen Vorgänger nämlich gleich in vielerlei Hinsicht. Ein wahllos erzählter, völlig nichtiger, aufgeblasener und stinklangweiliger Schrott ist das. Da wird ohne jede Liebe fürs Detail, ohne jegliches Gespür für stimmungsvolles visuelles Erzählen, ja gar ohne erkennbaren Willen vor sich herinszeniert, dass es einen schaudert. Im Minutenrhythmus wechseln die Figuren ihre Seiten, ist mal der eine gut, mal der andere böse, kämpft mal dieser auf jener und jener auf dieser Seite, ohne dass auch nur für eine Sekunde klar würde, was dieser ganze Unfug eigentlich soll. Jack Sparrow ist nunmehr eine Marionette, die Johnny Depp einschläfernd und sichtlich desinteressiert für 20 Millionen US-Dollar in Bewegungen versetzt, während auch der Rest der Meute das tut, was man von ihnen kennt – nur eben nicht viel mehr. Keine Überraschungen, keine originellen Neuzugänge, keine Ideen. Selbst den im zweiten Film so großartig zwischen Slapstick und Klamauk auschangierten Humor, man denke an die Sequenzen auf der Insel, sucht man vergebens.

Sicher, auch dieser dritte Teil hat manch schickes Bild zu bieten, Dariusz Wolski darf gar surreales Terrain betreten und Rick Heinrichs Ausstattung macht selbst den ärgerlichsten Drehbuchleerlauf noch einigermaßen erträglich. Doch wo ist der versprochene visuelle Bombast? Bot "Dead Man's Chest" mit Davy Jones und der Besatzung der Flying Dutchmen neue Schauwerte (wenngleich hier nur die Bösewichte des Vorgängers variiert wurden), muss das Finale ohne monströse oder anderweitig reizvolle Neuzugänge auskommen. Bis es dann einige ansehnlich choreographierte Actionmomente zu bestaunen gibt, muss man rund zweieinhalb Stunden warten – bis dahin demonstriert Verbinski, dass er unfähig ist, seine Geschichte mit anderen Mitteln umzusetzen als beständig in Erklärungs- und Dialogwut zu verfallen. Hans Zimmer komponiert dafür hübsch oberflächliche Musikstückchen und fügt sich der aufge- dunsenen Koketterie dieses Films gewohnt bieder – das ist mitunter erstaunlich erträglich, nimmt allerdings zuweilen auch schmerzhafte Gestalt an, wenn beispielsweise mit grober Einfältig- und Fahrlässigkeit Morricone zitiert wird. Irgendwann dann taucht auch noch Keith Richards als Sparrow-Papa auf, dem man originellerweise eine Gitarre umgehängt hat. Und als wäre das alles nicht schon doof genug, löst der Film beinahe jeden seiner (vorher großspurig kreierten) Subplots in komplette Banalitäten auf. "Der Tod macht den Tag erst lebenswert", spricht Captain Barbossa. Ein guter Film ebenso.

30% - erschienen bei: Wicked-Vision.de

Mai 22, 2007

Kino: LES FILLES DU BOTANISTE

Um ein Praktikum bei einem renommierten Botaniker (Ling Dong Fu) zu absolvieren, verlässt die junge Li Min (Mylène Jampanoï) das Waisenhaus und reist nach China. Der cholerische Witwer verhält sich dem chinesisch-russischen Mädchen gegenüber allerdings eher reserviert als aufge- schlossen, nur seine Tochter Cheng An (Xiao Ran Li) zeigt Interesse an der schüchternen Praktikantin. Die beiden entwickeln ein inniges Freundschaftsverhältnis – und nach ersten Annäherungsversuchen bei der Arbeit im Garten und Ausflügen in die Natur entdecken sie rasch auch ihre körperliche Zuneigung. Als jedoch Ans Bruder, der Soldat Dan (Wei-chang Wang), seine Familie besucht, hat das Glück ein jähes Ende: Er soll Mins künftiger Ehemann werden.

Ätherische Öle haben bekanntlich eine wohltuende Wirkung. Noch viel stimmungsvoller aber ist der heiße Dampf von siedendem Blumenwasser, der das feucht-fröhliche Gewächs- haus – zentraler Ort von Lust und Leid dieses Films – durchfährt. Als Zuschauer lässt man sich nur zu gern von diesem irgendwo zwischen spirituellem Verführungswahn und hochkitschiger Homoillusion bebildertem Liebesgeplänkel einlullen – die Bilder in "The Chinese Botanist's Daughters" sind so blumig und überhöht, dass man sich in ihnen verlieren möchte. Doch der Schein trügt, denn trotz der fantasievollen Lustszenarien wird hier die Geschichte einer unmöglichen gleichgeschlechtlichen Liebe erzählt. Die erotisch-träu- merischen Momente können also, das ist schnell abzusehen, nicht von Dauer sein im kommunistischen China der 80er-Jahre.

Ganz sicher meint es Regisseur Sijie Dai ("Balzac and the Little Chinese Seamstress") gut mit seinem Film, jeder Einstellung wohnt eine Spur Ambition inne und jeder sehnsüchtig-tragische Moment, in dem die beiden Mädchen ihren unterdrückten Gefühlen nachgeben, ist von poetischer Schönheit getragen. Die Musik ist dabei mindestens so süßlich wie sich die Bilder pittoresk ausstellen, die Geschichte in etwa so dramatisch wie auch vorhersehbar und die metaphorische Komposition homosexueller Symbolik – man nehme den im viel zu kleinen Käfig gefangen gehaltenen Vogel – bestimmt so nett wie auch ersichtlich. "The Chinese Botanist's Daughters" geht über seine visuelle Ebene allerdings nie hinaus, es fehlen einheitliche Erzählstruktur, vielschichtige Figuren und Ansätze bei Drehbuch und Regie, eine gesellschaftlich untersagte Liebe mitsamt ihres traditionellen wie politischen Kontexts in Beziehung zur inneren Zerrüttelung dieser Frauen zu stellen.

Wenn der angesprochene Vogel dann stets "Lang lebe Mao Tsetung" vor sich her gackert, bekommt man eine ungefähre Ahnung davon, wie wichtig dem Film jener Hintergrund wirklich scheint. Und so krankt "The Chinese Botanist's Daughters" vor allem am Unwillen zur Differenzierung: Die Sympathien werden eindeutig verteilt, für Zwischen- und Spielräume ist diesbezüglich kein Platz vorgesehen. Der Vater als Repräsentant archaischer Traditionen ist eben einfach grimmig, alt und böse; während der kommunistische Bruder eintönig als chauvinistischer Schläger erscheint. Da bemitleidet der Film die nicht tolerierte Liebe seiner tragischen Heldinnen so ausgiebig selbst, dass man in diesen Chor als Zuschauer nur noch bedingt mit einstimmen möchte. Selbst einem aufgeschlossenen Publikum dürfte dieser elegische Gefühlstrip deshalb zu Recht ein wenig seltsam vorkommen.


45%

Mai 19, 2007

TV: Fernsehtipps 19.05. - 25.05.07

Samstag, 19.05.

23:15 Uhr – „Eine verhängnisvolle Affäre“ (K1)

Konservativer, aber nichtsdestotrotz spannender Thriller, dessen ursprüngliches Ende dem fertigen weitaus überlegen ist.

Sonntag, 20.05.

14:00 Uhr – „Karate Kid 4 – Die nächste Generation“ (K1)

Unglaublicher Trash mit einer jungen Hilary Swank – die ihr Talent aber auch heute mitunter noch viel zu oft ver- schwendet.

20:15 Uhr – „Collateral“ (Pro7)

Michael Manns wichtigtuerische und gerade deshalb so fesselnde Nachtodyssee, überzeugend gespielt und irre photographiert ist der Film die Summe einer totalen Kon- struktion, reizvoll aber auch diskussionswert. Nacht- wiederholung uncut.

20:15 Uhr – „Mad Max 3 – Jenseits der Donnerkuppel“ (RTL2)

Schwächster Film der Serie. Überkandidelt und mit seinen theologisch-trivialen Symbolen teilweise auch reichlich albern. Gekürzt.

23:55 Uhr – „Warlock – Satans Sohn kehrt zurück“ (VOX)

Visuell atemberaubende Fortsetzung, die mit illustren Tricks und viel Sarkasmus dennoch nicht ganz an die Klasse des Vorgängers heranreicht. Gekürzt.

Montag, 21.05.

20:40 Uhr – „2046“ (Arte)

Endlich komme ich in den Genuss dieses Wong Kar-Wais, den ich bislang eher unfreiwillig ignoriert habe.

Dienstag, 22.05.

23:00 Uhr – „Wie ein wilder Stier“ (RBB)

Scorseses Regiehöhenflug, halte ich noch immer für seinen besten Film

1:45 Uhr – „Dead Man Walking“ (NDR)

Unpolemisches, erstaunlich differenziertes und herausragend gespieltes Drama über den Wahnsinn Todesstrafe.

Mittwoch, 23.05.

20:15 Uhr – „Bubble Boy“ (S-RTL)

Ein absolutes Muss – komplett nervige, irre lustige Anarchokomödie mit einem unkontrollierten und bezaubernd doofen Jake Gyllenhaal.

0:20 Uhr – „Das Mädchen und der Kommissar“ (ARD)

Klassiker mit höchst intelligentem Unterbau und einer meister- haften Romy Schneider.

Donnerstag, 24.05.

20:15 Uhr – „Hot Shots 2: Der 2. Versuch“ (VOX)

Nimmt sich etwas viel vor, aber sei’s drum – einer derart hohe Gagdichte weist heute nahezu keine Filmparodie mehr auf.

Freitag, 25.05.

20:15 Uhr – „Psycho“ (Das 4.)

Ein Verbrechen von einem Film. Unnützes, dummdreistes, katastrophal bescheuertes, eitles, schlampig und grausam schlecht inszeniertes (das Licht in der Duschszene kommt von der falschen Seite!) Remake, für das Mr. Van Sant gelyncht gehört.

22:00 Uhr – „GoodFellas“ (Tele5)

Inszenatorisch herausragender Film, bei dem man sich für das, was einem da erzählt wird, allerdings auch interessieren sollte – ansonsten dürfte es schwer fallen, dieser Geschichte der Gewalt zu folgen.

Mai 17, 2007

News: SWEENEY TODD - Cast und Crew bekannt

Zu "Sweeney Todd", dem neuen Film von Tim Burton (den ich kaum mehr erwarten kann!), wurden nach dem ersten Drehbild jetzt endlich auch die Stabangaben bekannt- gegeben. Neben Johnny Depp als Barber Sweeney Todd runden u.a. Sacha Baron Cohen (!), Alan Rickman (!!), Helena Bonham Carter und Christopher Lee die familiäre Besetzung ab. Für die Ausstattung zeichnet das Genie Dante Ferretti verantwortlich, die Kostüme stammen wie immer von Colleen Atwood. Das (im Original zweieinhalbstündige) Musical von Steven Sondheim (mein Tipp: zur Einstimmung auf den Film die Version mit Angela Lansbury zulegen) enthält zahlreiche extrem komplexe Gesangsnummern, bei denen sich erst noch zeigen wird, wie sie die Schauspieler umsetzen werden. Um die Puristen gleich vorzuwarnen: "Sweeney Todd" ist ein waschechtes Musical, bei dem nahezu ohne Unterbrechung gesungen wird. Premiere hat der Film auf dem Festival von Venedig im September (Burton bekommt dort endlich den Ehrenlöwen überreicht), der deutsche Kinostart dürfte allerdings erst 2008 sein. Ich weiß nicht warum, aber ich habe das Gefühl, dass dies der Film sein könnte, bei dem die Academy um Burton nicht mehr wird herumkommen können.

News: Upcoming Reviews


Demnächst Filmbesprechungen zu: "Die Töchter des Chine- sischen Gärtners" (Sijie Dai), "Pirates of the Caribbean: Am Ende der Welt" (Gore Verbinski) und "Ocean's Thirteen" (Steven Soderbergh).

Mai 13, 2007

DVD: 46-OKUNEN NO KOI

Kazuki liegt erwürgt auf dem Boden des Gefängnisraums. Am Tatort noch wird Ariyoshi des Mordes bezichtigt, doch hat der zerbrechliche junge Mann seinen Mithäftling tatsächlich getötet? Dieser Frage geht der kriminalistische Teil von Takashi Miikes märchenhaftem Liebesfilm "A Big Bang Love: Juvenile" nach, der sich über derart simple Muster hinausgehend als existentialistisches, düster-melancholisches Drama erweist. Irgendwo zwischen avantgardistischen Chiffren und selbstverliebter Experimentierfreude seziert Miike in abstrakten und mitunter auch überaus verkitschten Bildern bunter Schmetterlinge und strahlender Regenbögen die Beziehung zweier Männer, die einen verzweifelten Kampf nicht nur gegen die eigene Sexualität, sondern auch deren gesellschaftliches Umfeld austragen. Inszeniert in gleicher- maßen artifiziellen wie theatralischen Dekors wirkt die mit allerhand Symbolik geschwängerte Unnahbarkeit des Films fast schon blasiert, leugnet sie doch jegliches Interesse am Zuschauer, der sich der visuellen Erzählung allerdings dennoch kaum entziehen kann. Der reizvolle Ansatz, die naturelle Gewalt des Menschen als Produkt seiner sexuellen Unterdrückung zu deklarieren, wird getrübt durch den ausladend künstlerischen und gerade deshalb etwas ver- klemmten Umgang mit dem schwulen Thema.

60%