Vor amüsanten Derbheiten nur so strotzendes Schmuddeldrama, das sich als Fortsetzung des SAT.1-Quotenphänomens Natalie – Endstation Babystrich versteht. Da der Film kaum imstande ist, die ohnehin nur marginale Geschichte des Vorgängers weiterzuspinnen, konzentriert er sich episodisch auf die Bewältigung der vorangegangenen Ereignisse. Das ist in seiner Vereinfachung und Grobschlächtigkeit noch einmal radikaler verblödet als im ersten Film und erspart sich auch keine Übertreibung bei der Thematisierung bürgerlicher Familienprobleme, jugendlicher Sorgen oder eben Kinderprostitution, garantiert jedoch im höchsten Maße unfreiwilligen Ulk und einige der vielleicht größten Fremdschammomente der heimeligen Fersehfilmgeschichte. Wenn Natalies Eltern, gespielt von Bella-Block-Tochter Nina Hoger und Synchronallzweckwaffe Udo Schenk, aus heiterem Himmel wie Frischverliebte über ein Blumenfeld torkeln, mag sich Natalie 2 nicht mehr länger nur mit Trash-Einlagen vergnügen, sondern gar in Camp-Gefilde vorstoßen. Besonders denkwürdig: Ein in Leder gehüllter Schulgangleader aus der "heißen Clique", der unserer Natalie an die Unterwäsche will. Für derlei tiefe Höhepunkte im deutschen Fernsehen möchte man seine GEZ-Gebühren sofort den Privaten spenden.
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Juni 16, 2011
Juni 15, 2011
Zuletzt gesehen: NATALIE ENDSTATION BABYSTRICH
Berühmt-berüchtigter Quotenknüller aus seligen SAT.1-Fernsehtagen, als reißerische Titel noch das fette Geschäft garantierten. Von DEFA-Regieurgestein Herrmann Zschoche ebenso lust- und einfallslos wie außerordentlich effektiv herunter geschraubt, zählt Natalie – Endstation Babystrich zu den glorreichen Klassikern des Münchener Senders, an dessen Schwachsinnserfolg dieser erst wieder mit Die Wanderhure anknüpfen konnte. Der aus zahllosen Trash-Highlights zusammen geschusterte Dilettantenstadl begeistert noch heute mit ausnahmslos unbeholfenen Leistungen seiner Darsteller, die selbst inklusive mehr oder weniger gestandener Fernsehgrößen aus Ost und West keinen Satz geradeaus sprechen können (/dürfen), sowie rigoros ausgeschlachteter "Gesellschaftsthemen". Die Wandlung der Protagonistin vom schlecht erzogenen Mittelstandsmädchen zur lüsternen Bordsteinschwalbe zieht dabei alle Register engagierter TV-Drehbuchkunst, während der Film mit seinen hemmungslos vulgärpsychologischen Kinderstrichelementen offenbar besonders die pädophilen Voyeure unter den Zuschauern vor die Glotze zu ziehen versuchte. Ein deutsches Post- Wiedervereinigungsfilmjuwel erster Kajüte.
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