Dezember 26, 2010

Zuletzt gesehen: WHITE LIGHTNIN'

Pseudoprovokativer Nonsensfilm voller pubertärer Unappetit- lichkeiten, hinter dessen gewollter Kunstattitüde sich lediglich eine so banale wie harmlose Biopic-Struktur mit nervtötendem Voice-Over verbirgt. Diverse Filter, Abblenden und stilisierte Spielereien vor Dauerbeschall mit Countrysongs sollen die dümmliche Haltung des Films offenbar akustisch und visuell kaschieren, demonstrieren allerdings unentwegt den Mangel an Feinsinn, inszenatorischem Können und jedweder erzählerischer wie ästhetischer Komplexität. Selten wurde White Trash im Kino so derart plump verhandelt, selten bebilderte ein Regisseur soziale Abstiegsmilieus so unverblümt als Werbeclipstrecke. Am Ende driftet dann nicht nur der psychopathische Protagonist in den Wahnsinn, sondern auch der Film: Overacting und Overdirecting geben sich die Klinke in die Hand. Ein Banalitätserzeugnis der besonders üblen Sorte – geeignet wohl für Zuschauer, die Kontroverses nur im Wohlfühlmantel mit ausreichend konventioneller Fütterung ertragen.


10%

Kommentare:

  1. OT: Was bedeutet eigentlich "schangel"?

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  2. Das musst du McKenzie fragen - aber erwarte nur keine sinnvolle Antwort.

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  3. Absoluteste Zustimmung. War wohl einer der schlechtesten Filme, die ich in diesem Jahr gesehen habe und ein einsamer Tiefpunkt in der eigentlich höchst anständigen Störkanal-Reihe...

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  4. Ja, hatte deine Bewertung auch schon gesehen und zustimmend zur Kenntnis genommen. :)

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  5. Das Wort "Schangel", welches inzwischen fest Einzug gehalten hat bei Eskalierende Träume, ist einem Text von Christian Kessler zu DER KOCH, DER DIEB, SEINE FRAU UND IHR LIEBHABER entnommen. Dort heißt es sinngemäß: "Greenaways Filme ließen neben der intellektuellen Betrachtungsweise auch stets die Freude am bunten Schangel zu."

    Inzwischen hat das Wort aber ein Eigenleben entwickelt und wird von uns als Synonym benutzt für alles Surreale, künstlerisch imposant Ausgefallene, Burleske, Traumgleiche, Suggestive, für Firlefanz und schangelige (Pardon) Ausstattung, überhöhte Momente und noch vieles mehr.

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  6. Also Leute keine Ahnung ob ihr sonnst nur Blockbuster seht, ich fand den Film absoluten Hammer und von over acting oder directing hab ich absolut nichts gesehen. Hier geht es um einen Menschen, der seit frühster Jugend das böse in sich bekämpft, und es am Ende besiegt. Äußerst krasser Streifen, was ich in so einer Aufmachung noch nie gesehen habe. Eine Einzigartigkeit!!!

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  7. Habe deinen Text nach meiner gestrigen Sichtung mal kurz zur Orientierung gelesen und bin sehr erleichtert, mich in meinem Urteil bestätigt zu finden. Hatte mich sehr auf WL gefreut, weil ich Hillbilly-Musik wie -Kultur sehr faszinierend finde und Backwood-Filme ohnehin mag, und war doch sehr entsetzt darüber, wie man aus so einem potenziell interessanten Stoff so einen eindimensionalen, armselig unkreativen, menschenverachtenden und noch dazu potthässlichen Film machen kann. Naja, noch entsetzter bin ich eigentlich darüber, dass es Festivals gibt, auf denen solcher Käse auch noch ausgezeichnet wird. Meine Rezi gibbet in Kürze auf F.LM.

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  8. was seid ihr denn alle für aufgesetzte clowns. ein superfilm, superstimmung. ihr ekelhaft korrekten filmgeeks.

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  9. Ich mag ja die anonymen Pöbler. Das hat wahre Größe.

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