Dezember 10, 2010

Zuletzt gesehen: MONSTERS

Eines unter bald zahllosen "District 9"-Rip-Offs, also Science-Fiction als Alien-Arthouse betont anders gedacht und mit wenig Geld auf den Weg gebracht. Die ja durchaus nicht uninteressante Prämisse des Films, das Kriegsgeschehen um die Ausbreitung außerirdischer Riesenmonster ins Framing zu verbannen, die üblichen Erwartungen an das Genre durch den Verzicht aufs große Spektakel nicht zu erfüllen und das Ausmaß der Katastrophe lediglich nuanciert am Rande zu streifen, bleibt leider völlig chancenlos gegen die stattdessen in den Mittelpunkt gerückte Liebesgeschichte und den schwerfälligen Road-Movie-Charakter. Der mühsam, aber dennoch beharrlich vorangetriebene Plot mitsamt seiner dramaturgischen Unzulänglichkeiten steht wiederum der rein sinnlichen Erfahrbarkeit eines apokalyptischen Endzeit- szenarios im Weg, wodurch "Monsters" auch als bloße meditative Zustandsbeschreibung einer aus den Rudern gelaufenen Welt zu keiner Zeit Reize entwickeln mag. Bemühte Bezüge zur Realpolitik und ein selbstverständlich indirekt an 9/11 gemahnender Grundtenor geben dem ganzen konzeptionellen Missverständnis den Rest. Insgesamt ein arg unausgegorener und prätentiös müffelnder Sci-Fi-Schmu, der sich anders und unherkömmlich behaupten, aber auch keinerlei tragfähige, effektive oder weitergedachte Alternativen zu den Konventionen des Genres anbieten möchte.


30%

Kommentare:

  1. Du bist ja so ein schlechter Mensch! Das ist einer der romantischsten Filme des Jahres, ach was, seit langem, Du gefühlskalter Unmensch! :(

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  2. Ich hätte jetzt gar nicht gedacht, dass du den sooo schlecht findest. Hervorzuheben wäre meiner Ansicht nach die spezielle Atmosphäre des Films und die wirklich gute Kameraarbeit (abgesehen von der herausragenden VFX-Arbeit des Regisseurs, welche den Otto-Normal-Kinogänger nicht tangieren dürfte). Story- und erzähltechnisch geht da nicht viel, das stimmt schon.

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  3. @Stefan?

    Romantik? Zwischen den beiden sprühen nicht mal so viele Funken wie aus 'ner selbstgedrehten Kippe. Und unglaubwürdig war die Liebesgeschichte obendrein.

    @Sven:

    Für mich ging's da um nix, ich hatte mich lange gefragt, wann denn der Film endlich anfängt - bis zu dem Punkt, an dem ich mich fragte, wann er denn endlich wieder aufhört.

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  4. "prätentiös müffelnd"

    Musst du immer von mir klauen, Mensch? Bäh bäh bäh!

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  5. Das ist eine unbewusste Hommage an dich, schließlich fällt "müffelnd" in jedem zweiten Satz von dir. Du infiltrierst mich.

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  6. So ein Quatsch. Das ist ein spezielles, unangenehmes und ekliges Adjektiv, das benutzt man nur ganz selten. Bei mir in nur einem Text bisher (INCEPTION^^) aber man sieht ja, was das für Auswirkungen hat. Ist aber dufte, wenn deine Texte auch mal naturalistischer werden.

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  7. So schlecht war Monsters auch wieder nicht, dass man diesen mit 30% abstraft. 40 - 50 % wären da völlig in Ordnung.
    Die Liebesgeschichte fand ich auch ein wenig Fehl am Platz und unglaubwürdig.

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  8. Mehr als eine (richtig schlechte) Liebesgeschichte bietet der Film doch gar nicht - daher finde ich das Urteil durchaus gerecht.

    Die "Liebesszene" zwischen den Aliens, und die platten Metaphern auf die Einwanderungspolitik setzten dem ganzen Elend dann noch die Krone auf.

    Insgesamt eine ziemlich überschätzte Indie-Gurke.

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  9. "...prätentiös müffelnder Sci-Fi-Schmu..." noch nicht einmal das.;)

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