Ein bemerkenswert frisch erscheinender Science-Fiction-Film im schicken Politkorsett, dessen sozialkritische Töne sich zunehmend einer sehr konventionellen Actiondramaturgie angleichen. Atmosphärisch offensichtlich stark von Paul Verhoevens "RoboCop" inspiriert, ist der verhältnismäßig günstig produzierte Dritte-Welt-Alien-Film vor allem großzügiges Zitatkino, das seine Vorbilder mal mehr, mal weniger klug und subtil für einen eigenständigen Ansatz – eine Invasion durch Außerirdische als Apartheidmetapher – bemüht.Leider vernachlässigt Neill Blomkamp die semi-dokumen- tarische Inszenierung ab der Hälfte und bricht das formale Konzept unmotiviert auf, um sich in herkömmlichen ästhetischen Bahnen zu bewegen. Irritierend dabei vor allem, dass der Film auch dann noch an seinem Wackel- kamerakonzept festhält, als der Reportagestil sich längst nicht mehr mit der eigentlichen Handlung deckt – die anfängliche Form eines hautnahen Fernsehberichts wird für eine schließlich recht vorhersehbare Geschichte aufgegeben. "District 9" empfand ich deshalb als überaus ambitionierten, aber schlicht zu indifferenten Versuch eines zeitgemäßen Science-Fiction-Films, der sich seines originären Ansatzes zum Trotz letztlich nur in konventionelle Genremuster und nervigen Ethno-Kitsch flüchtet.
50% - ergänzend für: DIE 5 FILMFREUNDE


Ah. Doch nichts verpasst! Rene wollte mich ja unbedingt in diesen (laut seiner Aussage) 9/10er schleppen, aber ich hab "Nein" gesagt. ;) Wie ich das so lese reicht die DVD-Auswertung wohl aus. Na bis dahin kann ich auch locker warten! :-)
AntwortenLöschenJoa, duchaus... da hast du dein Geld in ANTICHRIST sicherlich besser investiert. Hehe.
AntwortenLöschenein bisschen kurz...aber mehr gibt's ja eh nicht zu sagen.
AntwortenLöschenNene, ich finde dieser Rene hatte schon Recht mit seiner Aussage ;)
AntwortenLöschenMal schauen, wir schwanken für heute Abend noch zwischen Antichrist (ich) und District 9 (alle anderen). O.K., es geht aufs Wochenende zu, ich werde mich fügen.:D
AntwortenLöschen100 %!
AntwortenLöschenMeine 10er-Kritik ist fast fertig. ;-)
Aber auch ein absoluter Akt (sowohl Film als auch Review), den ich soschnell sicher nicht noch einmal durchmachen werde.
Na ja, ich denke mal sicher nichts für Dich (oder?), aber McKenzie (der endlich auch mal wieder was schreiben soll!) wirds nachvollziehen können! ;)
Zu ANTICHRIST werde ich die Tage auch noch was schreiben.
AntwortenLöschenAu ja, das wird bestimmt endlich mal wieder so richtig fun nach den ueberwiegend indifferenten "Schon okay"-Texten der letzten Monate.^^
AntwortenLöschenkennst du diesen basti, der immer bei film blue moon anruft?
AntwortenLöschenJa, willste seine Telefonnummer?
AntwortenLöschenIst das hier eine Kontaktbörse :-)))) *lol* *gggg*
AntwortenLöschenBeim Antichrist weiß ich schon was uns von Rajko blühen wird. :-)
Wo kann ich deinen Text unterzeichnen?
AntwortenLöschen? :)
AntwortenLöschenAchso, heute mal wieder ein wenig langsamer Rajko? Ich wollte damit nur ausdrücken, daß ich deinem Urteil zustimme.^^
AntwortenLöschenEy, es ist Samstag. :D
AntwortenLöschenDie Meinung vom Ronald find ich ja deutlich sympathischer. Verdammt, ich will mal wieder einen guten Alienfilm!
AntwortenLöschenDann guck' ihn, er ist ja nicht schlecht... nur wirklich gut auch nicht.
AntwortenLöschenNa wenn er nicht wirklich gut ist, bringt das ja nicht viel ^^
AntwortenLöschenWas´n hier los?
AntwortenLöschenbasti ist auch schwul, oder? ihr habt beide die exakt gleiche stimme!
AntwortenLöschenKlar, die teilen sich beide einen Körper...Dachte, das wäre offiziell bekannt. Rajko ist Psycho-Rajko, Basti ist Mr. Vega. Im Grunde gehts bei dem Trick nur darum, 2 mal bei der Fritz Filmkiste abstauben zu können. Nicht wahr, Rajko...äh Basti?
AntwortenLöschenPerfide, aber wahr!
AntwortenLöschenFilm leider noch nicht gesehen, deswegen lobende Worte für das neue Banner. Schööön!
AntwortenLöschenDer Kracher ist aber der Governator-Spruch.
Empfiehlt Hetero-Paaren eine Homo-Ehe und löst so einfach mal alle geistigen Barrieren und gesellschaftlichen Schranken zwischen den Menschen auf. Der Wahnsinn. Arnie halt. I salute him.
LOL
AntwortenLöschenOT: Gibt's hier oder bei den FFF noch ein paar Worte zu UP von dir, abgesehen davon dass dir der Film mit 50% nicht sonderlich gut gefiel?
AntwortenLöschenWenn dann hier, mal gucken. Es greift wieder das alte Pixar-Problem - Disney zeigt die Filme drei Monate vorher, da vergisst man dann einfach alles.
AntwortenLöschen"District 9" sehe ich ähnlich wie du. Schade das der sein Potential aus dem ersten Abschnitt verschenkt. PS: Wirst du noch was zu "Antichrist" schreiben?
AntwortenLöschenIch werd's versuchen... ich weiß, Blogwüste und so. :(
AntwortenLöschenSo grad gesehn...
AntwortenLöschenKlar Apartheidmetapher und ja auch diese nervige Ethnomucke in 2-3 Szenen (erinnert an L.A.Crash und co.)
Aber unterm Strich ein sehr unterhaltsamer und spannender Film mit tollen Effekten. Ich finds schade das du und deine Zunft (Kritiker) allzu oft das wichtigste zu vergessen scheint: Die Unterhaltung! Auch fehlt mir oft das Herz, wenn ihr Filme zerpflückt und mit Fremdwörtern seziert. Ich weiß schon warum ich niemals Filme kritisieren werde... ich mag sie nämlich viel zu sehr! ;-)
So das musste mal raus.
p.s. einfach mal nen Film geniessen als normaler Konsument... kleiner Tipp. :)
Das würde ja bedeuten, dass das "Zerpflücken" das Gernhaben von Filmen ausschließe, was ich für völligen Quatsch halte. Und "Unterhaltung" ist eine subjektive Angelegenheit, es gibt keinen objektiven Wert, um zu definieren, was Unterhaltung ist oder was sie nicht ist.
AntwortenLöschenWenn Unterhaltung bedeutet, sich wie betäubt berieseln zu lassen (und oft wird der Begriff, zusammen mit Beschreibungen wie "Popcornkino", ja dementsprechend gebraucht), dann ist dieser Aspekt beim Filmschauen für mich tatsächlich von keinerlei Relevanz. Da verstehe ich Unterhaltung schon eher als aktive Aufmerksamkeit, was ein Film einem zu sagen und zu bieten hat, was man davon an- und mitnehmen mag und so weiter. Wenn man böse sein wollte, dann könnte man eher sagen, dass das Reduzieren des Filmschauens und seines Verarbeitungsprozesses auf eine banale Erwartungshaltung (nämlich die des Unterhaltens im Sinne von: "hat mich nicht gelangweilt", "will nicht viel sein", "gut zum Weggucken") eine mangelnde Wertschätzung eines so reichen Mediums bedeute - da man eine wirkliche Auseinandersetzung von vornherein ausschließt oder Filmen unterstellt, sei seien nicht mehr als ein illustrer Zeitvertreib. Und, das ist mir wichtig, bedeutet das "Zerpflücken" (was ich hier nicht einmal getan habe) deshalb ja noch lange nicht, dass es nicht um Unterhaltung handelt. So etwas ist nämlich höchst unterhaltsam.
Letztlich eine alte Debatte mit langem Bart, die ich hier auf diesem Blog eigentlich nie führen wollte. :)
Nein, das bedeutet es nicht! Nur mag ich mir recht schwerlich vorstellen, wie sich Filmgenuss einstellen soll, wenn man ihn mit dem Kritikerauge sieht? (Kameraeinstellung, Darstellerleistung, Regie, Message usw.)
AntwortenLöschenMuss ein Film was zum "mitnehmen" haben? NEIN
Muss ein Film unterhalten? JA
Es gibt so endlos viele belanglose und trotzdem mordsmäßig unterhaltsame Filme.
Dieser Post war sicher ein Rundumschlag aber niemals ein Angriff, das wollte ich nochmals klarstellen. Auch ein Plädoyer mehr mit dem Herzen zu sehen als mit dem Verstand, zumindest hin und wieder. Muss ja nicht alles handwerklich perfekt sein.
Und: WAS ZUM KUCKUCK SPRICHT GEGEN BERIESELUNG?
Ich würde auch niemals Filme nur als Zeitvertreib sehn, zumindest nicht ALLE. Aber die Masse tut das und es ist vollkommen legitim.