Dezember 04, 2010

Zuletzt gesehen: INVICTUS

Clint Eastwoods filmische Schlaftablette über Nelson Mandela und den südafrikanischen Rugby-World-Cup Mitte der 90er. Morgan Freeman darf mit dem Blick eines Teddybären endlich den sanftmütigen Anti-Apartheid-Kämpfer geben, der in seiner Vita noch gefehlt hat. Und Matt Damon spielt Rugby mit blondierten Haaren. Ein endlos ermüdendes pseudopolitisches Pathosgewäsch mit schlecht ausgearbeiteten Figuren, das mit Eastwoods Vorliebe für minutiöses Pianogeklimper in dauerhaften Halbschatten ersäuft. Weder mitreißend noch tiefsinnig, so gehaltvoll wie ein Wikipedia-Dreizeiler über den südafrikanischen Rugby-Sommertraum und in seiner Winner-Dramaturgie so belanglos wie öde. Mit dieser ideenlosen Bebilderung des Amtsantritts Mandelas mag sich Eastwood einen persönlichen Gefallen getan haben, interessantes Potenzial oder spannende Perspektiven gewinnt er dieser Geschichte zu keiner Sekunde ab. Megagelacktes, ur- amerikanisches Formatkino zum Abgewöhnen.


20%

Kommentare:

  1. Mir fällt auch nur noch Damons Blick ein, den er aufgesetzt hat, als er seinen dazugehörigen Oscar-Clip mitansehen musste.

    Habe auch gar keine Lust, den zu sehen, weil mich Rugby schonmal gar nicht interessiert.

    Und über Mandela gibt es auch andere Filme.

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  2. Hättest du mit der Kritik nicht noch ein paar Tage warten können? Die DVD liegt seit geschlagenen drei Wochen auf dem Tisch vor dem Fernseher bei mir rum. Nie konnte ich mich durchringen, da ich sozusagen völlig virtuell, quasi ESP-mäßig genau das geahnt habe: einen Edellangweiler.
    In den letzten drei Tagen spielte ich mit dem Gedanken, den nun doch wegzugucken.

    Jetzt ist es aus. 20%. Chilis Kommentar gibt der Sehmotivation nur noch den Fangschuss :(

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  3. Ich habe den auch nicht ohne Grund bis zum Ende des Jahres aufgeschoben. Aber is' halt 'n Eastwood, muss man eben sehen. Oder auch nicht.

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  4. Wie waren denn die Stadion-Szenen im Finale? Ich habe den Film noch nicht gesehen, aber ihn einige Male vorgeführt und dabei hin und wieder in den Saal gelinst und die Stadion-Szenen sahen total toll aus, wie aus einem alten Monumentalschinken.^^

    Mir hast du auch die Lust auf den Film genommen. Es wäre wirklich schön gewesen, wenn du noch etwas gewartet hättest mit der Besprechung.

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  5. Ok, ich schicke demnächst einen Review-Kalender an alle, damit meine Kurzkommentare auch immer zu einem Zeitpunkt kommen, der jedem recht ist. :)

    Stadionszenen? Sind die erwähnenswert? Fand die pupsig.

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  6. Und ich hatte schon befürchtet, dass ich es bedauern müsste, den Film nicht im Kino gesehen zu haben.

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  7. Mr. Hankey6/12/10 23:39

    Ich glaube für diese Kritik wird dich Rene nun endgültig zu tode prügeln! Und Udo und ich werden dich zumindest mit Freuden festhalten! ;)

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  8. Mal wieder ein sehr aussagekräftiger Kommentar von dir.

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  9. Wer sich die verschwundene Lust auf den Film zurückholen möchte, dem hilft womöglich diese sehr schöne Kritik dabei: http://mubi.com/notebook/posts/1314

    Kenne den Film zwar noch nicht und bin häufig eher unterschiedlicher Ansicht als Vishnevetsky, aber er gewinnt inmitten der Verrisse dem Film wirklich einige der sehr interessante Perspektiven ab, die mich dann doch seit einiger Zeit ziemlich neugierig darauf machen. Klingt alles recht spannend und nach einer stärkeren Eastwood-Handschrift als erwartet.

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  10. Nur der Film, der ist null spannend.

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  11. Mr. Hankey8/12/10 19:47

    Mal wieder ein sehr aussagekräftiger Kommentar von dir.

    Hey, verstehst wohl kein Spaß mehr was. Für Rene ist "Invictus" nun mal DER Film in diesem Jahr, DER Eastwood der letzten Jahr und hat schon lange spekuliert, was Du wohl davon halten wirst. Aber ich glaube, DAS hat er dann doch nicht erwartet. ;)

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  12. Hm, sehr seltsam.

    Aber gut, so ist das eben, nicht?

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