Posts mit dem Label Johan Rheborg werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Johan Rheborg werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mai 12, 2012

Zuletzt gesehen: SCREWED IN TALLINN

Ein kleiner Film über Einsamkeit. Und Tomas Alfredsons Einstand in der die wahnwitzige Absurdität des Alltäglichen zelebrierenden schwedischen Comedy-Gemeinschaft Killing- gänget. Die Mockumentary "Screwed in Tallinn" begleitet eine Gruppe lebensunfähiger Männer (wieder einmal überragend: Robert Gustafsson) zu einem obskuren Basar der Gefühle, auf dem ihnen Frauen vermittelt und sehnsüchtige Wünsche erfüllt werden sollen. Eine Kaffeefahrt der etwas anderen Art, die nach und nach ihr tragikomisches Potenzial freilegt. Wie auch im späteren Killinggänget-Kinofilm "Four Shades of Brown" gelingt es Alfredsons nuancierter Regie, jedem noch so eigenwilligen Detail eine warmherzige Ulkigkeit abzu- gewinnen, ohne dabei das schrille Figurenpersonal zum komödiantischen Abschuss freizugeben. Leider wird dem Film seine kurze Fernsehspielform dabei jedoch nicht immer gerecht. Insbesondere im so kraftvollen, aber zügig von Schlusstiteln entstellten letzten Bild machen sich Kürzungen allzu bemerkbar: Die ursprüngliche 150-Minuten-Version wurde formatgerecht auf unter eine Stunde gebracht.


60%

April 26, 2012

Zuletzt gesehen: FOUR SHADES OF BROWN

Die einzige Kinoproduktion der schwedischen Comedy-Gemeinschaft Killinggänget, unter Federführung ihres heute prominentesten Mitglieds: Tomas Alfredson. Es wäre gelogen, wenn ich sagte, dass mich dessen Souveränität und Genauigkeit im Umgang mit eben auch komödiantischen Sujets überrascht hätten. "Four Shades of Brown" setzt sich aus vier voneinander unabhängigen, jedoch verzahnt montierten tragikomischen Episoden zusammen. In seinem lakonischen Witz und der staubtrockenen Schilderung absurder Alltagssituationen erinnert der Film nicht selten an die grotesken filmischen Tableaux vivants eines Roy Andersson. Nie jedoch hebt Alfredson seine episodischen Humormosaike ironisch auf, besonders dort nicht, wo sie gar blanken Zynismus geradewegs herausfordern. Keine Scheu obendrein vor Gesten des Gefühligen, so er seinen eigentümlichen, wirklichkeitsentrückten Figuren immer auch noch Momente der Klarheit, der aufrichtigen Sensibilität schenkt. Aus diesem Handlungs- und Figurenkosmos ließen sich mindestens drei, vier, ach was, ein ganzes Dutzend weiterer Geschichten schöpfen, ausscherend nach links und rechts und oben und unten, um sie dann gleich noch, Kraft der Inszenierung, kreisförmig zu schließen. Wäre dieserlei Vordergründigkeit dem großen Alfredson nur eben nicht so wunderschön fremd.


80%