Januar 29, 2014

Spoiler – großes Übel oder alberne Hysterie?

Wenn sich im Internet ein unkenntlicher Spoiler offenbart, schlagen nicht nur die Nerds umgehend Alarm. Doch können Plot-Informationen den Genuss eines Films oder anderer Medien wirklich verderben? Und was sagt das über die künstlerischen Werke aus? 

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1 Kommentar:

  1. Bevor ich es in grün nochmal runterrattere, zitiere ich mich mal selbst aus dem GF:

    "Ich erinnere mich noch an selige Schulhofzeiten, wo man sich die reinen Nacherzählungen nur so um die Ohren gehauen hat und dennoch immer Interesse für die jeweiligen Filme übrig blieb.
    Deshalb schätze ich mal, dass es weniger darum geht, Einzelheiten zu erfahren, sondern daß das Problem ganz woanders liegt.
    Kann mich noch daran erinnern, den Podcast von Bernd Begemann über Vincenzo Natalis Filme gehört zu haben, in welchem er "Splice" nach kleiner Warnung wirklich von vorne bis hinten, inklusive aller Wendungen, gespoilert und besprochen hat, weil er meinte, anders seiner Begeisterung für den Film nicht Ausdruck verleihen zu können. Und Recht hatte er - erst danach hatte ich Lust, den Film überhaupt zu schauen, weil das WIE bei dem Film interessanter ist als das WAS.
    Ich habe nämlich grundsätzlich das Gefühl, dass die grassierende Online-Spoilerpanik auch zu einem gewissen Grad durch die Filme der letzten Jahre entstanden ist, die sich erzählerisch einzig und allein auf ihre Schlusstwists stützen, und bei denen man wirklich verstehen kann, dass der ganze Anschauspaß wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt, wenn man das Ende kennt. Und in solchen Fällen kann man dann ja auch gerne auf die Spoilerfunktion zurückgreifen, weil solche Filme sonst nicht mehr viel Diskutables zu bieten haben (Traurig eigentlich. Shyamalan und Nolan sei Dank?)".


    Neulich habe ich mich übrigens übel selbst gespoilert, als ich in der Buchhandlung aufs Geratewohl ein "Lied von Feuer und Eis"-Buch aus dem Regal zog und punktgenau auf der erstaufgeschlagenen Seite eine Brachialspoilerlandung hinlegte. Und da ich mittlerweile durch die moderne und von dir so gut beschriebene Spoilerkultur konditioniert bin, musste die Wut ja irgendwo hin. Nur war ich erstens selbst schuld, zweitens kein unschuldiges Opfer in der Nähe und drittens meine Erziehung im Wege, das Buch hochdramatisch zu zerpflücken. Also; Buch zurückgestellt und gut war's.

    Und jetzt kommt's: ich lebe immer noch.

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