Januar 08, 2014

30 Dinge, die einen Kinobesuch zum Albtraum machen

Kino ist schön. Zumindest so lange, wie es dank technischer und menschlicher Schwächen nicht manchmal auch ziemlich unschön ist. 30 Beschwerdepunkte, warum ein Besuch im Filmtheater gelegentlich zur Tortur werden kann. [...]

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Kommentare:

  1. In de Art der Auflistung hast du dich aber ein wenig von John Waters inspirieren lassen, oder?

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  2. Ja ist leider so. Schade auch, dass besonders die "kleinen" Kinos auch noch so viele Handicaps haben. Ob Mittagessendampf im Kinosaal (Cinema Paris), unerträglich unbequeme Sitze (Kant) oder eine nahezu lächerlich schwachsinnige Bestuhlung mit unmöglicher Positionierung zur Leinwand (Astor Filmlounge), die Liste ist endlos. Und nicht selten ist ein Saal voller Kinder disziplinierter als mit Volljährigen Nachoyoungsters :)

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  3. Es zeichnet sich ab:
    Last Exit Ludwig II., allein in der Fürstenloge die Opernaufführung nur für sich selbst genießen.

    Im Ernst, es ist alles wahr und richtig was Du schreibst. Zwei Gründe würde ich noch betonen: Bei den Multiplexen die Umwandlung vom Kino, wo man früher nur Popcorn und Eis bekam, hin zum Freizeittempel mit Fast-Food-Gastronomie. Ich habe Leute schon ein vollwertiges Drei-Gänge-Menü in sich reinschlingen sehen. Ähnliches gibt's ja auf den Bahnhöfen und Flughäfen zu bewundern. Früher ging man da hin, um pünktlich einen Zug von Punkt A zu Punkt B zu erwischen, halbwegs komfortabel und in einigermaßen zivilisierter Reisegesellschaft. Heute sind's Einkaufszentren, samt riesen Pseudo-Service-Spektakel, während die Kernaufgaben eher mäßiger erledigt werden. Der Nebenzweck wird zur ökonomischen Hauptsache. Noch nicht ganz, aber fast.

    Die Arthouse-Kino-Tratschtanten sind zum Glück meist schreckhafte Akademikerinnen um die 50, 60, die mittels eines finsteren Gesichtausdruckes und dunklen Blitzen aus den Augen zum Schweigen gebracht werden können. Die - durchweg männlichen - Filmerklärtypen reagieren leider meist nur auf den Holzhammer, Größe 3 aufwärts.

    Und jetzt noch ein unpopulärer, scheinbar banaler, aber leider sehr wirksamer Faktor: Du wirst älter. Das Nervenkostüm dünner, die Ruhebeürftigkeit größer. Die fiese Alte, die früher giftig die lärmend spielenden Kinder im Hof verscheucht hat, weil sie "ihre Ruhe wollte", das bist bald Du :p

    ...und irgendwann landest Du im Theater und in der Oper. Wo die Leute immerhin die Klappe halten. Weil's allesamt "Bildungsbürger" sind, die sich zu erheblichen Teilen, trotz des offensichtlichen Gegenbeweises in ihrer Erscheinung, für späte, unbürgerliche Bohemiens halten.

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    1. Einspruch: Proletentum hat mich schon immer gestört im Kino, das war mit 14 nicht anders als jetzt!

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    2. Das stimmt zwar grundsätzlich, mich stört es auch. Nur gehöre ich einer anderen Generation an und bin auch woanders aufgewachsen. Nervige Leute gab's natürlich auch früher, aber die Fress-, Sauf- und Mobiltelefonkultur gab's früher eben nicht im diesem Ausmaß. Da ging man Samstag ins Kino, sah den Film und ist dann später mit seinen Freunde noch woanders in die Kneipe gegangen. Wenn mich die Erinnerung nicht verklärend trügt, galt das für die Besucher aus den meisten Gesellschaftsschichten bzw. Subkulturen. Das mag aber auch von Stadt(teil) zu Stadt(teil) verschieden sein.

      Als professioneller Kinokritiker musst Du vermutlich öfter in bestimmte Vorstellungen, die ich meiden kann. Freitag und Samstag gehe ich inziwschen grundsätzlich nicht mehr in den Multiplex, sondern besuche in der Woche die Spätvorstellung. Wirksamkeit dieses Idiotenfilters: 90%.

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    3. Ich bin entschieden unprofessionell.

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  4. Manche (Presse-)Vorführung auf diversen Filmfestivals sind auch nicht ohne.

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  5. Netter Text mit einem kleinen Schönheitsfehler: Til Schweiger an sich ist ja wohl die Nummer 18.

    Heute alles schlimmer? Jein.
    Mehr Saufen und Fressen; definitiv, wenn im Multiplex Kinderbecher einen halben Liter fassen und danach der 0,75l-Becher "klein" heißt. Handydisplays hat auch der Teufel erfunden, zumindest wurden deren Anwender von ihm geschickt.
    Aber ich erinnere mich eben auch an meinen Kinobesuch bei "Oliver & Co.", bei dem im Saal geraucht und die Zigaretten anschließend an den Wänden ausgedrückt wurden. Muss ich auch nicht mehr haben.

    Herrn Ward kann ich im Übrigen nur beipflichten: Kinder habe ich kaum bis gar nicht als Ärgernis auf dem Schirm (was nur zum Teil daran liegt, dass ich kaum bis gar nicht in Kinderfilme gehe), aber die zunehmende Zahl der sich-für-den-Nabel-von-allem-Halter Ende Zwanzig aufwärts bis in die Vierziger, die es wirklich irgendwann in ihrem Leben mal gelernt haben sollten, die sind die Pest.
    Da kommen mir regelmäßig unschöne Gedanken; Für die sind doch diese Riesenfernseher erfunden worden, damit sie schön zuhause bleiben und die vernünftigen Menschen nicht behelligen.

    Und mit diesem gemütlichen Faschismus im Frühstadium will ich es dann auch erstmal gut sein lassen.

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