Juni 23, 2013

Zuletzt gesehen: M (1951)

Im US-Remake der Richtschnur deutschen Filmkulturguts, Fritz Langs "M", verlegt Ultrakunstmaestro Joseph Losey die hinreichend bekannte Hetzjagd nach dem Kindermörder in ein Los Angeles der frühen 50er Jahre. Ohne den bedeutungsvollen Rattenschwanz des Ausgangsmaterials und einer selbstredend geographisch und zeitlich anders verorteten Abhaltung gestaltet Losey das Paranoiakollektiv in gewohnt stimmungsmachendem Temperament zu einer Chiffre zeitgemäßen HUAC-Wahnsinns um. Entsprechend schwermütiger, und aber auch eindrucksvoller, präsentiert sich dessen Interpretation des berühmten finalen Appells, während die Noir-eske Bildsprache den kriminalistischen Elementen ausreichend Gewicht verleiht. Ein insbesondere im Moment der Täterstellung herausragend inszenierter, geradezu charakteristischer Losey-Film, der hiernach die Flucht ins Exil antrat. 


65%

1 Kommentar:

  1. Danke für die Kurzrezi, denn mir war bislang nicht bewusst, dass ein Remake zu Langs Meisterwerk existiert.

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