Mai 02, 2013

Zuletzt gesehen: LET'S KILL UNCLE (1966)

Ein erbgieriger Onkel macht Jagd auf seinen millionenschweren jungen Neffen, der sich bald nicht weniger kreativ gegen dessen mörderische Absichten zur Wehr setzt. Das Repertoire des gegenseitigen Killerkommandos umfasst Hypnose, vergiftete Pilze und im Schlafzimmer ausgesetzte Tarantulas – selbst noch einen gefräßigen Hai hat Onkel Madman in den Swimmingpool geschafft, um seinen verwandten Dreikäsehoch via Unfalltod ins Jenseits zu befördern. Für Universal auf den Bermuda-Inseln gedreht, nimmt William Castle mit dem spielerischen Todeskampf zwischen Erwachsenen und Kindern bereits den zynischen (Galgen-)Humor von "Home Alone" und Konsorten vorweg. Inszenatorisch bewegt sich die schwarze Komödie allerdings auf dem Niveau zeitgenössischer Seifenopern, allzu statisch angeordnet, visuell einfallslos und simpel geschnitten. Spürbar müde bringt der sonst so enthusiastische Schalk- und Schlock-Virtuose diese eine seiner letzten Arbeiten über die Runden, ohne den bösen Witz der Geschichte (und literarischen Vorlage von Rohan O'Grady beziehungsweise June Skinner?) lustvoll auszukosten. Die weitgehend nervtötenden darstellerischen Leistungen geben dem zähen Kinderquatsch mit Willi dann leider den Rest. Aber: Meine Liebe für Castle übersteht auch einen Film wie "Let's Kill Uncle" ("…Before Uncle Kills Us"), das ist natürlich klar.


30%

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